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Industriekletterer in 70 Meter Höhe am Münster


pribislav

 

Kugellager am Wetterhahn durch Sturm beschädigt. Der Wetterhahn der Turmbekrönung des Vierungsturmes des Doberaner Münsters drehte sich nicht mehr im Wind.

Vermutlich wurde er bei den Sturmböen am 11. März 2021 beschädigt. Ein nicht drehfähiger Hahn in dieser Höhe von rund 70 Metern bietet großen Widerstand gegen Sturmböen und ist daher gefährdet bzw. kann andere Bereiche gefährden. Bei weiteren Stürmen besteht die Gefahr, dass die Lanze der Turmbekrönung Schaden nimmt und/oder der Hahn beschädigt bzw. im Extremfall durch Absturz größeren Schaden an der historischen Kupfereindeckung verursacht wird.

Die gesamte Konstruktion wurde am 19. Mai von Industriekletterern der Firma TSP-Spezialbau GbR Drechow überprüft, die Schäden fotografisch dokumentiert. Hendrik Köppen aus Rostock, ein erfahrener Industriekletterer, führte die Arbeiten aus.

Zunächst dreht sich der Wetterhahn wieder, allerdings schwer. Offensichtlich ist das Kugellager von um 1890 so geschädigt, dass eine nachhaltige Reparatur notwendig wird.

Für die notwendigen Arbeiten läuft derzeit die weitere Zuarbeit von Unterlagen für die bereits eingereichte Schadensanzeige bei der Versicherung sowie als Entscheidungsgrundlage für die Bauverantwortlichen.

Derartige Wartungs- und Sanierungsarbeiten sind durch die an historischen Bauwerken sehr erfahrenen Industriekletterer, in diesen Höhen und damit nur aufwendig zugänglichen Bereichen, ohne Gerüststellung möglich.

Es erfolgte die Kontrolle und Wartung weiterer Bereiche, so die Verfugung an den Fensterbänken (Solbänke) der Obergadenfenster in knapp 20 Meter Höhe. Auch die Silikonfugen zu den Dachanschlüssen unterhalb dieser Fester erwiesen sich in der Vergangenheit als Problemstellen.

Nach einer Kontrolle wurde nun an einer schadhaften Fuge eine Musterstrecke mit Bleiwolle als Dichtmasse angelegt.


Text: Martin Heider

Fotos: TSP-Spezialbau GbR in Drechow

 

 

LuebeckerKreuz DetailSchaf

 

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Wartung und Pflege durch Industriekletterer


 

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Reinigung von Dachrinnen und Fallrohren am Doberaner Münster durch Industriekletterer. Kontrolle und Wartung weiterer Bereiche folgen. Überschaubare Sanierungsarbeiten in sonst nur aufwendig zugängliche Bereiche ohne Gerüststellung möglich.

Am Doberaner Münster wurden kürzlich während zweier Einsätze, beginnend mit der Nordseite, die Dachrinnen und Fallrohre durch Industriekletterer der Firma TSP-Spezialbau GbR in Drechow gereinigt.

Bei der Beräumung der Dachrinnen der Nordseite wurde festgestellt, dass diese mehr Verstopfungen und Verschmutzungen aufwiesen als gedacht. Aus den Dachluken waren bei Wartungsgängen die Verschmutzungen und Verstopfungen, insbesondere der Fallrohrstutzen, nicht ausreichend sichtbar. Durch Nistmaterial, z.B. dickere Ästchen sowie Laub und teilweise Mulch bzw. Humus, waren mehrere Stutzen entsprechend gefüllt, einige sogar verstopft.

 

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Es wurden jeweils sowohl die Rinnen des Hochschiffs als auch die der Seitenschiffe gereinigt. Alle Fallrohrstutzen wurden mit einer Wasserspülung geprüft. Ein Gitterträger im Stutzen der Seitenschiffdachrinne auf der Nordseite war - wahrscheinlich durch Eis - stark verbogen, einige der Stäbe sind aus ihrer Befestigung gerissen und ein Stab lag nur noch lose obenauf. Die Stäbe wurden gerade gebogen und mit größeren Nieten neu befestigt.

Während der Begehung der Dachflächen wurde die Fachfirma durch die Münsterverwaltung gebeten, die Silikonfugen zu den Dachanschlüssen unterhalb der Solbänke der Obergadenfester zu prüfen, da sich diese in der Vergangenheit als Problemstellen erwiesen. Rund 15 Jahre nach der letzten Bearbeitung erschien eine Kontrolle erforderlich.

 

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In der Tat ist diese der Witterung stark ausgesetzte Fuge an mehreren Stellen brüchig bzw. an einigen Stellen abgängig. Diese sollen nun überall auf dieses Schadenbild geprüft und ggf. neu mit entsprechender Dichtmasse verfugt werden. In Zukunft sollen die Arbeiten mit einem langlebigerem, geeigneten Material ausgeführt werden. Favorisiert wird Bleiwolle.

Die Taubenabweiser, die die Firma im Jahr 2017 angebracht hatte, haben sich bewährt. Sie sind in einem guten Zustand.

Diese kontinuierlichen Wartungs- und Pflegemaßnahmen beugen größeren Schäden am Gebäude vor und helfen bei der Bestandssicherung.


Text: Martin Heider unter Verwendung einer Angebots-Unterlage der TSP-Spezial.

 

 

Ev. Waldkapelle in Heiligendamm


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Täglich geöffnet und samstags Abendandacht vor der Kapelle.


 

Die Evangelische Kapelle in Heiligendamm ist täglich geöffnet.

Von Mai bis September feiern wir jeden Sonnabend um 19 Uhr vor der Kapelle ein Abendgebet.

 

 

 

Essensausgabe durch Treffpunkt Suppenküche


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Der Treffpunkt Suppenküche ist weiterhin geschlossen.


 

Eine Essensausgabe wird aber

Montag bis Freitag von 11-14 Uhr

an der Terrassentür am Doberaner Amtshaus/Gemeindezentrum ermöglicht.

 

 

 

Rezension Buch Baugeschichte Doberaner Münster



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Bereits im Jahr 2020 erschien der Band "Das Doberaner Münster - Bau | Geschichte | Kontext". Coronabedingt konnte bislang keine Buchvorstellung erfolgen. Es erfreut sich trotz der Verkaufseinschränkungen großer Beliebtheit. Mehrere hundert Exemplare wurden insgesamt im Münster bzw. durch den Buchhandel und den Verlag verkauft. Dipl.-Restaurator Boris Frohberg aus Berlin schrieb folgende Rezension, u. a. für die Fachzeitschrift RESTAURO:

Der Band zur Baugeschichte dieser Zisterzienserklosterkirche fügt sich ein in die Riege der bereits vorliegenden sehr qualitätvollen Publikationen zu diesem Bauwerk. Es schließt aber eine bislang noch bestehende Lücke in der Fachliteratur und ist 2020 im Michael Imhof Verlag Petersberg erschienen. Die Herausgeber sind Martin Heider und Christian Kayser, als weitere Autoren konnten unter anderem Dirk Schumann, Jörg Ansorge, Torsten Rütz und Tilo Schöfbeck gewonnen werden.

Sie beleuchten auf über dreihundert exzellent bebilderten Seiten die Ursprünge der Klosterkirche und die Errichtung des gotischen Baues, die Baukonstruktion und Baugestalt, die Entwicklung des Bauwerkes vom späten 15. Jahrhundert an, sowie das Münster als Gegenstand der Denkmalpflege und Restaurierung bis 2019, aber auch die Stellung dieser Basilika im Kontext zeitgenössischer Backsteingroßkirchen.


Die Ursprünge der Klosterkirche werden im Focus der archäologischen Untersuchungen dargestellt. Hier lautet der Übertitel „Nur auf Sand gebaut?“ Der romanische Vorgängerbau wird dabei mit anderen nordeuropäischen Bauten aus dieser Zeit verglichen.

Der Beitrag zur Errichtung des gotischen Münsters im späten 13. Jahrhundert gibt einen Überblick über Lage, Bestand und Baugeschichte, die Errichtung der Außenwände, das Vorlagensystem, die Einwölbungen, sowie Informationen zu Bauherrn und Baumeister. Außerdem wird die Klausur anhand der Reste der östlichen Kreuzgangswand beleuchtet.

Die Kapitel zur Baukonstruktion und Baugestalt beschäftigen sich mit dem Strebewerk, dem sichtbaren Zeichen der frühen Skelettbauweise an den großen Basiliken, den Ankersystemen, aber auch den Mängeln in der Konstruktion der Strebebögen und die früheren Sicherungsmaßnahmen an der Grundkonstruktion und den Wölbungen. Ergänzend wird das Dachtragwerk über dem Mittelschiff, die Abbundzeichen, die Holzmarken, und die umfassende Dendrochronologie beleuchtet.


 Fortsetzung folgt hier >

 

 

Münster im Kontext von sechs Schwester-Basiliken


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Der Band widmet sich der Stellung des Doberaner Münsters im Kontext zeitgenössischer Backstein-Basiliken, weiterer Forschungen zum Bauwerk und dem Archivgut.


Der umfassendste Einzelbeitrag widmet sich der Stellung des Doberaner Münsters (Abb. 1) im Kontext zeitgenössischer Backstein-Basiliken. „Sechs Schwestern: Vignetten zur Baugeschichte“ stellt die Dome von Schwerin und Lübeck, die Nikolaikirche zu Stralsund und die Marienkirchen in Rostock (Abb. 2) und Lübeck einander gegenüber. Dabei bestimmen die vertikalen Gebäudequerschnitte und Dimensionen, die Basisgeometrie der Choranlagen, das Strebesystem, die Verankerungen, die horizontalen Pfeilerquerschnitte und Wandaufrisse die Untergliederungen.

Bei den Kapiteln zur Entwicklung des Bauwerkes vom späten 15. Jahrhundert (das Reiche und Glückliche in zunehmender Abhängigkeit vom regierenden Herzogshaus) über die Klosterauflösung in der Reformationszeit, die Erhaltung und Weiternutzung des Areals unter Herzog Ulrich von Güstrow, den Dreißigjährigen Krieg und seine Folgen, die Entwicklung bis zur Gründung des Modebades um 1800, werden viele bislang unbekannte Details und Pläne durch das akribische Aktenstudium des Kustos Martin Heider, und die Übersetzung der Inhalte, ans Licht gebracht. In zeitlicher Abfolge schließen sich daran Beiträge über das Münster als Gegenstand der Denkmalpflege und Restaurierung bis 2019 an.

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Dieser Teil enthält auch einen Beitrag von Stefan Thiele, der gekonnt den Bogen zur 2016 veröffentlichten Dissertationsschrift über die Forschung und Denkmalpflege im 19. und 20. Jahrhundert schlägt. Die Restaurierung von 1964 bis 1984 als Referenzobjekt für die gesamte DDR-Denkmalpflege par excellence wird dabei umfassend und sachlich-kritisch in all seinen Facetten behandelt, denn das Konzept steht am Wendepunkt sich ändernder Tendenzen der denkmalpflegerischen Auffassung. Denn wie schon 75 Jahre zuvor unter Möckel geschehen, entstand ein völlig neuer einheitlicher Raumeindruck unter weitgehendem Verlust des qualitätvollen Bestandes an Raumfassung.

„Es entstand ein Handbuch, das den aktuellen Wissensstand zum Münster, einem der wichtigsten Bauwerke der nordischen Backsteingotik und einem Denkmal zisterziensischer Baukunst von internationaler Bedeutung, zusammenfasst. Dem bereits 2018 (im selbigen Verlag) publizierten Tagungsband zu der einzigartigen Ausstattung (Fachzeitschrift RESTAURO berichtete) kann damit ein Folgewerk zur Seite gestellt werden, dass auch den diese bergenden Schrein, das Doberaner Münster selbst, behandelt.“

Boris Frohberg

Dipl.-Restaurator aus Berlin


Eine weitere ausführliche Buchbesprechung ging ein und wurde ebenfalls in einer Fachschrift veröffentlicht. Diese wird in einer der nächsten Newsletter-Ausgaben veröffentlicht.

Das Buch ist im Abhol-Service täglich von 11 bis 13 Uhr im Doberaner Münster erhältlich.

Und hier in unserem Shop bestellbar: shop/literatur/das-doberaner-muenster-bau-geschichte-kontext

 

 

Autoren und Beiträge des Buchs Baugeschichte


kindermünsterführer

 

Dr. Jörg Ansorge während der archäologischen Untersuchungen im Nördlichen Chorumgang

 

kindermünsterführer

 

Titel des Inventars zur Auflösung des Klosters im März 1552. Landeshauptarchiv Schwerin

Autoren und Beiträge des neuen Münsterbuchs


Friedrich Schlie
Zur Geschichte der Zisterzienserabtei Doberan bis zur Auflösung in der Reformation


Jörg Ansorge/Torsten Rütz
Nur auf Sand gebaut?
Archäologische Beobachtungen im ›Untergrund‹ des Doberaner Münsters


Dirk Schumann
Die Klausur des Klosters Doberan
Bauarchäologische Befunde der Reste der östlichen Kreuzgangwand


Christian Kayser
Aus ‚schonen steynen‘ neu erbaut
Die Errichtung des gotischen Münsters im späten 13. Jahrhundert


Christian Kayser
Pfeiler, Bögen, Anker: Das Strebewerk des Münsters


Christian Kayser
Lübeck, Doberan, Schwerin, Rostock, Stralsund
Zur Stellung des Doberaner Münsters im Kontext zeitgenössischer Backsteinbasiliken


Tilo Schöfbeck
Das Dachwerk über dem Mittelschiff Des Doberaner Münsters
Ergebnisse der bauhistorischen Untersuchung


Martin Heider
Das Kloster im späten Mittelalter
Vom späten 15. Jahrhundert bis zur Reformationszeit


Martin Heider
Von der Klosterauflösung bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges
Die Geschichte des Klosterareals zwischen 1550 und 1648 nach zeitgenössischen Quellen


Martin Heider
Vom Kriegsende bis zur Gründung des Modebades
Die Geschichte des Klosterareals von 1648 bis um 1800 nach zeitgenössischen Quellen


Stefan Thiele
„Ein schönes Stück aus der alten Architektur“
Die Doberaner Klosterkirche als Gegenstand der Denkmalpflege im 19. und 20. Jahrhundert


Martin Heider
Baupflege am Doberaner Münster heute
Die Restaurierungsarbeiten in den Jahren 2001 bis 2019


Anhang

Dendrochronologische Datierungen

Martin Heider

Akten zur nachreformatorischen Baugeschichte der Doberaner Kirche und ihrer Nebengebäude

Quellennachweise für die Handschriften (in den Beiträgen von Martin Heider)

Bibliographie

 

 

Doberan, Münster und Kirchgemeinde vor 100 Jahren


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Sukzessive wächst eine umfängliche Zeittafel über Bad Doberan und das Klosterareal mit Münster, die auch zur Schulung der Münsterführer dient. Darin werden nicht nur Daten und Fakten über die Gebäude, sondern auch über das gesellschaftliche samt kirchlichem Leben gesammelt.

Heute ein Blick in das erste Halbjahr 1921 mit dem Schwerpunkt kirchengemeindliches Leben. Die Einträge stammen u. a. aus der Doberaner Pfarrchronik.

Vor allem die hier noch nicht aufgeführten Einträgen aus den folgenden Monaten und Jahren zeigen deutlich, wie wenig die Realität mit den sog. "Goldenen 20er Jahren" zu tun hat, die Gesellschaft unter den Folgen des Krieges und der Weltwirtschaftskrise leidet und der Nationalismus deutlich zunimmt.

21.02.1921: Im Rathaussaal (Großherzogliches Palais) fand eine Versammlung zur Begründung einer „Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft“ statt. Dieselbe will alle diejenigen sammeln, die zur Parole stehen:

"Ich halte zu meiner Kirche"

"Ich arbeite für meine Kirche"

Nachdem der Kirchenchor mit schönen Gesängen den Abend eingeleitet, sprach der Mecklenburgische Jugendpastor Bruno Meyer aus Schwerin über die „moderne Jugendbewegung“ in Deutschland. Sodann referierte Pastor C. Walter über die Ziele der Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft u. legte die Satzungen vor. Dieselben wurden von der Versammlung genehmigt.

In den Vorstand wurden gewählt: D. theol. W. v. Oertzen, Superintendent D. Kliefoth, Herr v. Hassel, Oberlehrer Lic. Klaehn, Major a. d. v. Schweinitz, Lehrer Engel, Pastor C. Walter.

Die Beteiligung des Publikums war sehr groß. Am selben Abend schrieben sich über 300 Personen als Mitglieder ein. Außerdem meldeten sich dazu: Meckl. Bund, Marienfrauenverein, Frauenhilfsverein, Helferkreis des Kindergottesdienstes, die Gemeinschaft Bibelkreis v. Hassel, Pastorin Walter, Frl. Steinmann, Kirchenchor.

01.03.1921: Feier der 750-jährigen Begründung des Klosters Althof-Doberan.

10 Uhr Festgottesdienst in der Kapelle zu Althof. Predigt Superintendent D. Kliefoth. Der Doberaner Kirchenchor sang. Abends 8 Uhr im Rathaussaal zu Doberan Familienabend unter größter Beteiligung. Gesänge vom Sängerbund unter Leitung des Lehrers Burde, Kinderchor unter Leitung von Organist Wiedow.

Ansprachen:

1.) Doberan einst - Rector Hesse

2.) Doberan jetzt - Pastor C. Walter

3.) Doberan in Zukunft - Superint. D. Kliefoth

 

Die Hauptfeier mit einem von Herrn Erich Kuphal gedichtetem Festspiel soll erst Anfang Juli stattfinden.

Palmsonntag 1921: Konfirmation. Die Kirche wurde auf Bitten der Eltern im Altar und Altarraum reich mit Blumen und grünen Gewächsen geschmückt. Pastor C. Walter führte die Konfirmanden, die sich im Küsterhause versammelt hatten, in langem Zuge unter den Klängen der Orgel hinein. Der Kinderchor verschönte die erhabende Feier mit Gesängen.

Jährlich wurden mehr als 100 Jugendliche konfirmiert. Für das Folgejahr waren 110 angemeldet.

Osterdienstag bis Montag nach Quasimodo 1921: „Oster-Freizeit“ für junge Mädchen. Es kamen etwa 70 junge Mädchen aus allen Teilen Norddeutschlands zusammen. Unterkunft boten freundliche Doberaner aus der Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft. Gemeinsame Mahlzeiten im Tempelberg-Restaurant. Gemeinsame Spaziergänge. Vorträge: Prof. D. Althaus, Pastor Walter, Pastor Meyer, Frl. A. Crome. Aussprache u. Frageabende unter starker Beteiligung. Jeden Morgen Andacht in der Kirche: Pastor Walter.

Sonntag Nachmittag Frühlingsfest für die weibliche Jugend Doberans im Park bei der Kirche. Leitung des Ganzen: Frl. A. Crome, Berlin-Dahlem, Burkhard Gaus. Montag Abend 10 Uhr Schlußandacht in der Kirche: Pastor C. Walter.

24.04.1921: Frühlingsfest der Konfirmandinnen 1920 und 1921 im Kellerswald. .

04.06.1921: Einweihung der Gedenktafel für die Gefallenen des 1. Weltkriegs im Gymnasium. 6 Lehrer und 109 Schüler sind auf der Tafel verzeichnet. Die Gedächtnisrede hielt der Director Dr. Lüth. Der Chor der Schüler sang unter der Leitung des Organisten Wiedow. Ungemein grosse Beteiligung auch der früheren Schüler.

19.06.1921: Missionsfest in Althof für die Gemeinden Doberan, Althof und Hohenfelde. Der unerfreulichen Witterung wegen in der Kapelle. Trotzdem recht guter Besuch.

Ansprachen hielten Superintendent D. Kliefoth über den Spruch: „Ach, daß die Hilfe aus Zion käme u. Gott sein gefangen Volk erhörte!“, Hilfsprediger Stüwer: Überblick über den gegenwärtigen Stand der Leiptiger Mission. Pastor Walter über die Missionsarbeit der Gesellschaft „Licht dem Osten“ unter den Russischen Kriegsgefangenen. Die Collekte brutto 187,85 M. Für die Gestaltung der Althöfer Orgel.

26.06.1921: Sommerfest des Kindergottesdienstes zu Doberan auf dem Kamp. Versammlung bei der Kirche. Festzug zum Kamp. Fröhliche Spiele. Speisung der Kinder mit Überreichen von den Hausfrauen gespendeten Speisen. Herrlichstes Wetter.

Schluß des Kindergottesdienstes für die Zeit der Schulferien.


Zusammenstellung: Martin Heider

 

 

Kapelle Althof – Gemeindekirche erst seit 1888



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Kapelle Althof - Innenraum nach Osten, u.a. mit Altar, Kanzel, Tauffünte, Gestühl. (Foto: Martin Heider, 2021)


Im Jahr 2021 wird das Jubiläum "850 Jahre Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof" begangen, das auch als Ortsgründungsjubiläum gefeiert wird. Es ist der Anlass für eine intensive Auseinandersetzung mit der Althof-Historie.

Eine eingehende Gesamtdarstellung Althofs vom Mittelalter bis in die Gegenwart, die auch den ehememaligen Pachthof samt Gebäudebestand sowie Ziegelei, Erbpachtmühle und viele weitere Aspekte berücksichtigt, entsteht derzeit in Form eines umfänglichen, reich bebilderten Buchs.

Laut Überlieferung wurden Zisterziensermönche am 1. März 1171 vom Kloster Amelungsborn ausgesendet, um im heutigen Doberaner Stadtteil Althof das Kloster Doberan zu beziehen.

Im heutigen Beitrag soll nicht auf die Klosterzeit bzw. die Geschichte des Wirtschaftshofes eingegangen werden, sondern auf das 19. Jahrhundert und explizit die Althöfer Kapelle.


Diese war, um 1300 errichtet, ungefähr seit der Klosterauflösung 1552 bis 1822 ein Backhaus als Bestandteil des herzoglichen Pachthofes Altenhof. Um 1823 erfolgte zunächst die „Wiederherstellung“ unter Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin ohne kirchliche Nutzung, und erst von 1885-88 unter Friedrich Franz III. und dem Architekten Gotthilf Ludwig Möckel durch eine neogotische Restaurierung mit dem Ziel der Nutzung als Gemeindekirche.

1833 schreibt H. G. Studemund, dass von den Ausflugszielen in der Doberaner Region „Althof aber mit den Ruinen des Klosters und der restaurirten Capelle, [es] verdient ohne Zweifel zuerst genannt zu werden. (…) Die Althöfer Hügelwelt ist bald erreicht und in der Mühle findet man eine ländliche Restauration. Die hergestellte Capelle ist mit einer artigen englischen Partie [Englischer Garten] umgeben, und findet man in der Mühle den Schlüßel zu derselben. Bis auf den Altar ist die Capelle leer. Vor demselben liegen noch alte Mönchsziegel (…).

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Althof gehörte bis 1888 kirchlich zu Parkentin



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Kapelle Althof von Westen im Jahr 1962 mit größerem Baumbestand im Kapellenumfeld (Foto: Raimund Koschke, Bad Doberan)


Zeitnah mit der Auflösung des Doberaner Klosters im Jahr 1552 gehörte Althof kirchlich zu Parkentin und blieb dies bis 1888.

Nicht erst im späten 19. Jahrhundert bedachte man die kirchgemeindliche Nutzung der Kapelle. Bereits ein Schreiben des Superintendenten Willebrand vom 15. Juli 1852 beinhaltete Einzelheiten zur möglichen Aufrichtung einer Filialgemeinde zu Althof.

Besonders weit und in der nassen Jahreszeit „tief“ sei der Weg für die Bauern aus Neu Hohenfelde zur Parkentiner Kirche. Die Althöfer Kapelle im Englischen Garten diene nicht dem Glauben, sondern dem Kunstsinn und der Neugierde. Da der Parkentiner Pastor an Feiertagen auch in Stäbelow Gottesdienst hielt, sei dieser für Althof nicht verfügbar. Man erwog den Dienst des Küsters als Prediger. Dieser war Schullehrer in Hohenfelde, wohin auch die Althöfer Kinder zur Schule gingen, und der über den Schulsteig in rund 20 Minuten vor Ort sein könne.


Im Herbst 1887 verhandelten das Großherzogliche Finanzministerium und die herzogliche Kammer die Gründung der evangelischen Filialgemeinde Althof. Der Oberkirchenrat empfahl dem Großherzog, diese aus den Ortschaften Althof (104 Einwohner), Hohenfelde (189) und Neu-Hohenfelde (89), insgesamt 382, von denen 262 Beichtkinder waren, zu konstituieren und zur Pfarre Doberan zu legen.

Dazu sei ein Hilfsprediger oder eine zweite Predigerstelle einzurichten. Zu prüfen waren die Platzkapazität in der Kapelle und die Verfügbarkeit einer Friedhofsfläche. Außer dem fürstlichen und dem Pastoren-Stuhl waren es mit der Orgelempore 160 Sitze, mehr als zuvor für diese Orte in der Kirche Parkentin.

Den umgebenden Englische Garten pflegte der Erbmüller Sengebusch unentgeltlich gegen Nutzung des Graswuchses. Der südlich der Kapelle liegende Teil sei nach Abdrainieren als Friedhof geeignet, der übrige für das Erholung suchende Publikum ausreichend.

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Althof – Erster Gottesdienst am 6. September 1888



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Zur Neuausstattung zählte die Friese-Orgel von 1887. (Foto: Martin Heider)


Nach baulicher Umgestaltung und der Einrichtung mit liturgischen Ausstattungsstücken sowie diversen Vorbereitungen für ein kirchengemeindliches Leben, feierte die neue Kirchengemeinde am 6. September 1888, Jahrhunderte nach Klosterauflösung, den ersten offziellen Gottesdienst in der Kapelle.

Ein großherzogliches Schreiben vom 8. August 1888 regelte die baulichen Lasten für die geistlichen Anlagen. Nachdem die Kapelle und der Begräbnisplatz auf großherzogliche Kosten hergestellt waren, ging die Baulast an die Kirchgemeinde. Die Mehrkosten von außergewöhnlich kostbarer, vom Herzogshaus gewünschter Ausstattung der Kapelle und deren Umgebung samt Einfriedung des Friedhofs gingen zu dessen Lasten. Die drei Ortschaften hatten die Spann- und Handdienste zu leisten. Dabei entfielen auf Hohenfelde samt Neu-Hohenfelde 2/3 und auf Althof 1/3.

Für die Wiederherstellung des sakralen Lebens war vieles zu bedenken, z. B. die Anschaffung und sichere Aufbewahrung der Vasa Sacra (u. a. Abendmahlsgeräte, Kranken-Abendmahlsgerät, Taufschale), ein Kirchensiegel, die Organisation der notwendigen Ämter, so des Hilfspredigers, Juraten und Küsters.

Der erste Gottesdienst war am 6. September 1888, die erste Predigt hielt der Doberaner Pastor Kliefoth..


Ein Schreiben des Oberkirchenrats vom 17. September an das Großherzogliche Finanzministerium trug Einzelheiten vor. Der Müller Sengebusch zeigte sich als zukünftiger Kapellenvorsteher bereit, den Küsterdienst zu übernehmen. Er hatte interessierten Besuchern bislang das Gebäude geöffnet. Aufgrund der durch die Mühle betriebenen Gastwirtschaft könne dieser jedoch insbesondere im Sommer kein regelmäßiger Kirchengänger sein.

Daher erwog man, die für den Klingelbeutel bestimmten Gelder in den Opferstock zu tun, für die andere Kollekte die Anfertigung eines Beckens. Da es an anderweitigen Alternativen mangelte, übernahm er auch den Dienst des Orgelbälgetreters- und Glockenläuters, ausgeführt durch einen geeigneten Bediensteten. Das Pulsschlagen der Glocke bei Beerdigungen verantwortete die Gemeinde. Am 6. November 1888 wurde auch der Friedhof geweiht.

Es gäbe viel aus der Kirchengemeinde zu berichten, festgehalten u.a. in den Gemeindeberichten, die heute im Landeskirchlichen Archiv Schwerin verwahrt sind; übrigens alle geschrieben in sehr „individueller“ Handschrift. Aber dazu mehr zu einem anderen Zeitpunkt bzw. ab Juni im unten genannten Buch.

Martin Heider


Das neue Buch wird an der Münsterkasse und im Buchhandel erhältlich sein, voraussichtlich ab Juni 2021: Martin Heider „Die Geschichte Althofs – Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“. Es wird, neben vielen neuen Erkenntnissen aus den Akten, zahlreiche unveröffentlichte Pläne, Zeichnungen und Fotos enthalten.

 

 

"Tourismuskirchen" – "Es herrscht Krisenmodus"



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Vortrag/Führung im Doberaner Münster


Die MECKLENBURGISCHE & POMMERSCHE Kirchenzeitung berichtete am 7. März 2021: „Es herrscht Krisenmodus“ - Touristisch geprägten Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern brechen Einnahmen weg.

Durch ausfallende Konzerte und Ausstellungen fehlen Einnahmen, bei manchen Kirchen fallen Eintrittsgelder weg. Das sei ein „ein Fiasko für Kirchengemeinden", sagt der Tourismusexperte des Kirchenkreises Mecklenburg.


VON NICOLE KIESEWETTER

Bad Doberan/Schwerin/Stralsund. Viele Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern sind längst nicht mehr nur sonntäglicher Anlaufpunkt für gläubige Christen. Sie sind Bildungsorte, Museen, kulturelle Veranstaltungsorte und touristische Anziehungspunkte. Doch seit Monaten bleiben die Besucher wegen der Corona-Pandemie weg – und mit ihnen finanzielle Einnahmen, mit denen die Kirchengemeinden in ihrem Stellen- und Haushaltsplan fest rechnen, sagt Kersten Koepcke, Beauftragter für Kirche und Tourismus im Kirchenkreis Mecklenburg.

Ausfallende Einnahmen durch Konzerte und Ausstellungen – oder bei manchen Kirchen auch die fehlenden Eintrittsgelder – seien „ein Fiasko für Kirchengemeinden und für die Künstler ohnehin“. So wie beim Doberaner Münster: Die Eigenmittel für die Restaurierung der einstigen Zisterzienserkirche aus dem 13. Jahrhundert und die Gehälter für die Mitarbeiter im Münster, die nicht Umfang des kirchlichen Stellenplans sind, werden nahezu vollständig aus den Besichtigungs- und Führungseinnahmen finanziert, erklärt Kustos Martin Heider.

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Haushalt aus Rücklagen ausgleichen



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Gewölbe-, Turm- und Glockenführung im Doberaner Münster (Foto: M. Heider)


Erwachsene Individualbesucher zahlen im Münster drei Euro Eintritt. „Die seit Monaten andauernden Einnahmeausfälle stellen für uns ein Problem dar“, bestätigt Heider. Derzeit würden die Fixkosten anteilig aus den Rücklagen der Baukasse finanziert, „was nicht deren Sinn ist“.

Die Rücklagen in der Baukasse reichen noch für die bisher geplanten Sanierungsmaßnahmen im Münster, aber nicht mehr für die seit zehn Jahren geplante Sanierung des Küsterhauses. Diese muss nun vorerst weiter zurückgestellt werden.

„Festzustellen ist, dass die touristischen Einnahmen für Turmaufstieg und die Spenden zur Erhaltung des Domes, die wir von jedem Besucher erbitten, beinahe gänzlich ausgeblieben sind im Zeitraum nun beinahe eines Jahres“, bestätigt auch Volker Mischok, Domprediger in Schwerin.

Die Ehrenamtspauschale für die Aufsichtskräfte habe deutlich das Spendenaufkommen überwogen. Auch dort sei die Gemeinde gezwungen gewesen, den Haushalt aus Rücklagen auszugleichen, „die auch nicht so üppig sind“.

 

 

 



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Stralsund, St. Nikolai (Foto: M. Heider)


Noch konkreter wird Albrecht Mantei, Pastor an St. Nikolai Stralsund: „Uns sind seit letztem Frühjahr rund 20 000 Euro verlorenen gegangen.“Und das, obwohl durch die vorübergehende Öffnung in den Sommermonaten und im Früherbst einiges an finanziellen Ausfällen wettgemacht werden konnte. „Da wurden wir mit Touristen überströmt.“ Auch in St. Nikolai zahlen Besucher drei Euro Eintritt. Gläubige, die zum Gebet kommen, sind wie in allen anderen Kirchen, die ein „Erhaltungsbeitrag“ erheben, nicht betroffen. Auch Kinder und Jugendliche haben weiter freien Eintritt.

Aus den touristischen Einnahmen werden an St. Nikolai sonst fünf Angestellte mit einem jeweiligen Stellenanteil finanziert. Noch konnte die Kirchengemeinde davon absehen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit zuschicken. Doch je länger die Durststrecke anhält, desto schwieriger wird es. „Wir haben jetzt Anfang März schon Einbußen von mehreren Tausend Euro im Vergleich zu den Vorjahresmonaten“, so Albrecht Mantei.

Tourismusbeauftragter Kersten Koepcke schaut realistisch auf die Krise: „Ist Kirchengemeinde Veranstalter oder Anbieter, ergeht es ihr nicht anders als der übrigen Branche in diesen Zeiten.“ Für Förderungen und Überbrückungsgelder würden Kirchengemeinden nur schlecht in die Kulisse der Antragsberechtigten passen, obwohl sie ein wesentlicher Bestandteil des „Kulturbetriebes“ gerade im ländlichen Raum seien. „Das deutlicher als bisher zu kommunizieren – auch in die Politik – ist dringend notwendig und eine Erkenntnis aus den vergangenen Monaten.“


Quelle: Die MECKLENBURGISCHE & POMMERSCHE Kirchenzeitung; Nr. 10 MV | Sonntag, 7. März 2021.

 

 

Hochauflösende Münster-Bilder in Videoclips



videoclips


Hochauflösende Fotografien vom Doberaner Münster per Panoramatechnik aus bis zu 500 Einzelfotos von Volker Hoffmann (Neumünster) nun auch auf der Münsterhomepage. Online-Präsention anstatt Ausstellung im Münster.


Anläßlich der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen über Objekte im Münster Bad Doberan (siehe: Die Ausstattung des Doberaner Münsters / Hrsg. Gerhard Weilandt und Kaja von Cossart / erschienen 2018 ) wurden zur Veranschaulichung besonders gute Fotos gesucht.

Prof. Gerhard Weilandt (UNI Greifswald), der einige hochaufgelöste Fotos von Retabeln in schwedischen Kirchen gesehen hatte, bat Volker Hoffmann, das vorhandene Bildmaterial durch seine Fotos zu ergänzen. Die meisten erstellten Fotos sprengen den Rahmen eines Buchformates und sollten, um die volle Kapazität zu nutzen, digital projiziert werden.

Die einzelnen Aufnahmen wurden durch eine Panoramatechnik aus bis zu 500 Einzelfotos erstellt. Weitere Fotos werden auf seiner Webseite "www.panoaltar.de" gezeigt.

Geplant war für das Jahr 2021 die Ausstellung einer Auswahl der hervorragenden Bilder im Doberaner Münster im Großformat. Zusätzlich sollten weitere Aufnahmen auf eine 300 x 250 cm große Leinwand projiziert werden.

Coronabedingt wird es diese Ausstellung vorerst nicht geben. Deshalb werden nun auf der Homepage des Doberaner Münsters und auf Youtube Beispiele der Bilder in mehreren thematischen Videoclips gezeigt.

 

 




 

 

Alle hochauflösenden Bilder sehen Sie unter folgendem Link: https://muenster-doberan.de/index.php/de/impressionen/hochaufloesende-bilder

 

Auf den Spuren der Zisterzienser-Mönche


kindermünsterführer

Naturkundliche-Historische Führung von Althof in den Hütter Wohld anlässlich der Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof vor 850 Jahren.

Im März 1171 trafen Zisterziensermönche mit ihrem Abt Conrad im heutigen Althof (Oldehoff, Altenhof), nahe dem nordwestlichen Rand des Hütter Wohldes, ein. Stifter war der zum christlichen Glauben konvertierte, ehemalige Slawenfürst Pribislaw. Er erhielt von den deutschen Eroberern unter Heinrich dem Löwen das Land seines Vaters Niklot als Lehen.

Nach nur acht Jahren wurde das Kloster zerstört und die Mönche getötet. Die Ruine des großen Wirtschaftsgebäudes (Abb.) und die Kapelle mit dem Grab der 1172 verstorbenen Woizlawa werden zum Beginn der Führung besichtigt und geschichtlich erläutert.

Weiter geht’s auf einem schönen, baumgesäumten Hohlweg zum Hütter Wohld, wo wir auf einem alten Pilgerweg bis zum Pflanzgartenteich gelangen. Dieser gehört zu einer, von den Zisterziensermönchen vor ca. 750 Jahren errichteten Kette von ursprünglich mehr als 20 Stauteichen.

Hier machen wir kurz Rast und erfahren Interessantes über die geologische Entstehung und naturräumliche Einordnung des 350 ha großen Waldgebiets, die ersten nachweisbaren Spuren menschlicher Besiedlung, das Gewässersystem und Abflussgeschehen sowie die Hydrologie und fischereiliche Nutzung.

Der Rückweg nach Althof verläuft im nördlichen, von mit Altbuchen bestandenen Waldbereich, wo wir auf weichen Pfaden die Tier- und Pflanzenwelt entdecken und erleben werden. Kurz vorm Einbiegen auf den alten Hohlweg umrunden wir ein schilfgesäumtes Stillwässer und werden an der Waldkante von großen Baumriesen gegrüßt.

Im Hütter Wohld hat sich aufgrund des kleinräumigen Wechsels sehr unterschiedlicher Lebensräume eine einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl von gefährdeten und geschützten Arten entwickelt, so z.B. Bachneunauge, Rotbauchunke, Großer Abendsegler, Rotmilan, Gebirgsstelze, Edelkrebs, Mopsfledermaus und Grüne Waldhyazinthe. Daher wurde der der Wald 1999 als Naturschutzgebiet und 2004 als Europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen.

Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken! Empfehlenswert ist im Anschluss ein schmackhafter Imbiss beim ansässigen Fischer!

Leitung: Dipl.-Biol. Ina Sakowski


Wann:

ganzjährig, (bevorzugt April – Okt.) 3 Stunden
auf persönl. Anfrage

Anmeldung erforderlich:

038295 / 724669 (AB), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Treffpunkt:

Althof, Parkplatz an Kloster-Ruine

Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen MVs.

 

Weitere Informationen über die Führungen, Kurse und weitere Angebote der Dipl.-Biol. Ina Sakowski auf der Homepage www.ina-sakowski.de

 

Die Ankunft im heutigen Althof vor dem 24. März 1171


pribislav

Siegel des Bischofs Berno von Mecklenburg († 1191).
Mecklenburgisches Urkundenbuch Band III, 1865

 

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Die Vorbereitungen liefen bereits in den Vorjahren.

Paul Alexander Nebauer führt weiter aus: Aus dem zweiten und dem dritten Zitat der Nr. 98 des Mecklenburgischen Urkundenbuches (mit Bezug auf die Doberaner Genealogie und der „Wandalia“ des Albert Krantz) ist zu schließen, dass geistliche und fürstliche Herrschaften (Berno und Pribislaw) 1171 die Bauten und den ersten Besitz dem Konvent aus Amelungsborn feierlich übergaben.

Die Mönche kamen aus dem Zisterzienserkloster Amelungsborn, in dem Bischof Berno (Abb. 3) einst Klosterinsasse war. Stifter war Landesherr Pribislav, Bischof Berno Initiator, Konrad der erste Abt. Der Konvent bestand wohl aus dem Abt, zwölf Mönchen – nach dem Vorbild Jesu und den zwölf Aposteln – sowie 25 Laienbrüdern.

Pribislav sah mit der Klostergründung auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes. Die Gegend war zuvor nicht unbesiedelt und unkultiviert, doch hatten die Zisterzienser den Hauptanteil an den Rodungs-, Entwässerungs- und Urbanisierungsarbeiten.

Mit der Stärkung des Christentums, als Basis der abendländischen Gesellschaft, durfte sich Pribislav eine größere Anerkennung und Stellung unter den deutschen Fürsten sichern. Das Kloster wurde zu einem entscheidenden Faktor bei der kirchlichen Entwicklung des Landes.

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte mit seinem Tross wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Unter den damaligen Rahmenbedingungen dürfte die Ankunft zwischen dem 18. und 24. März des Jahres 1171 erfolgt sein.

Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Das Notwendige war vorbereitet. Vor der Ankunft des Konvents waren nach den Ordensbestimmungen die notwendigsten Räumlichkeiten, wie das Bet-, Schlaf- und Speisehaus, die Herberge für Gäste und die Zelle des Pförtners, der den Aus- und Eingang und die Umzäunung des klösterlichen Bezirkes beaufsichtigte, bereitgestellt.

Martin Heider

 

 

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Andacht am 1. März 2021 18 Uhr vor der Kapelle Althof zum Gedenken an die Aussendung der Mönche von Amelungsborn

(Foto: Martin Heider)

 

 

Die Gründung des Klosters Doberan vor 850 Jahren


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Ahnengalerie im Doberaner Münster, Landesherr Pribislav, Fürst der Obotriten und Gründer des Klosters Doberan (†1178), Bild frühes 16. Jh., Ausschnitt (Foto 2007).Foto: Martin Heider (Bad Doberan

Die Aussendung der Mönche vom Mutterkloster Amelungsborn am 1. März 1171.

Die genauen Umstände der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof lassen sich nur begrenzt sicher nachvollziehen. Der slawische Obotritenfürst Pribislav (Abb. 1) soll zuvor bereits 1164, im mutmaßlichen Jahr seiner Taufe, eine heidnische Kultstätte am späteren Standort des Klosters zerstört haben. Der mutmaßliche Tempel ist allerdings weder durch zeitgenössische Quellen noch über archäologische Funde nachweisbar. Erst die Kirchberg-Chronik berichtet um 1378 darüber. Ebenso legendenhaft scheint der Bericht in der Chronik zur Vermählung Pribislavs mit Woizlava (Abb. 2) im Jahr 1164, einer vermeintlichen norwegischen Königstochter; die im selben Jahr ihren Gemahl und dessen Neffen zum Christentum geführt habe.

Die Gründung eines Klosters im Obotritenland hing sicher mit einem Versprechen des getauften Fürsten Pribislav zusammen. Damit war es wohl Bischof Berno, der das Versprechen des zum Glauben Christi bekehrten Pribislav entgegennahm. Genaues zur Auswahl des Standorts wissen wir nicht; eine Gründungsurkunde ist nicht überliefert. Damit steht aber Doberan in der Geschichte nicht allein.

Erst viele Jahre nach dem Versprechen Pribislavs konnte Berno das Signal nach Amelungsborn geben: Der Gründungskonvent konnte sich nach Doberan aufmachen, es war alles für die Ankunft hergerichtet. Ohne eigentliche Urkunde sind wir zur Klostergründung auf mittelalterliche Chroniken und Schriften angewiesen.

Die wohl älteste Überlieferung stammt aus dem Kloster Ryens in der Flensburger Bucht, die „Annales Ryenses“, so Paul Alexander Nebauer (Alt Karin). Die Mönche dieses Zisterzienserklosters, einer Filiation von Esrom, schrieben in ihrer Chronik die Geschichte Dänemarks, die Ereignisse der Christenheit und der Zisterzienser chronologisch für jedes Jahr auf.

„In der lateinischen Fassung finden wir den 1. März als Datum für den Auszug des Konvents aus Amelungsborn“, so Nebauer. Unter der Jahreszahl 1170 finden wir als letzten Eintrag in diesem Werk das Zitat, welches als erstes im Mecklenburgischen Urkundenbuch in der Nr. 98 zu lesen ist: „Conventus mittitur in Dobrum kal. Martii.“ Übersetzt und unter der Berücksichtigung der mittelalterlichen Kalenderrechnung: Ein Konvent wird nach Doberan gesandt am 1. März (1171).

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Nordwand der Kapelle Althof, Inschrift, um 1300, mit Nennung der Fürstin Woizlava als „Klosterstifterin“ „Fundatrix Woizlava“ (Foto 2021). Ihre Mitwirkung bei der Gründung wird erst später u. a. durch diese Inschrift überhöht. Foto: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

Kapelle, Pachthof, Scheunen, Katen, Mühle, Ziegelei


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In Althof zeugt noch manches vom früheren Gebäudebestand.

Außer der Kapelle, die von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1822 Backhaus war und der sogenannten Klosterscheune, sollen im Buch auch Gebäude und Anlagen dargestellt werden, die nicht mehr bestehen bzw. heute völlig anders genutzt sind.

So war das ehemalige Pächterwohnhaus/sogenannte Gutshaus von 1948 bis 1951 Grundschule und Wohnhaus zweier Neubauern. Vielleicht hat jemand Bilder aus der Schul- bzw. späteren Nutzungszeit. Das neue Backhaus von um 1822 steht weiterhin leer, der Milchkeller und das Schweinehaus (um 1864 erbaut) waren bereits 1980 nicht mehr vorhanden.

Vom großen Viehhaus, 1953 als Bau noch vollständig vorhanden, besteht heute nur ein stark überformtes ca. westliches Drittel (Foto 2). Die ehemalige Heuscheune (um 1851), der Wagenschauer (um 1865), der Pferdestall (um 1830) sind heute zumeist Wohnhäuser. Ein großer Schafstall nahe der Klosterscheune brannte um 1932 ab, der Maschinenschuppenneubau von 1932 wurde um 1996 abgerissen, die große Feldscheune östlich außerhalb des Pachthofs gelegen, brannte 1993 nieder.

kindermünsterführer

 

Verschiedene Katen des Pachthofs blieben baulich überformt erhalten. Außer diesen Gebäuden, die ehemals zum Pachthof gehörten, sind auch Bilder vom Bahnhofsgelände, dem „Industriegelände“ nördlich vom Bahnhof (ab 1942 Barackenlager der Heinkel-Flugzeugwerke, ab 1949 VEAB-Getreidelager, ab 1952 LPG-Gelände), der ehemaligen Wassermühle und der ehemaligen Ziegelei von Interesse.

Gesucht werden Fotos der verlorengegangenen und der vorhandenen Gebäude, auch solche, die von der ehemaligen Nutzung zeugen.

M.H.


Foto 1: Ehem. Pachthof mit Ruine der sog. Klosterscheune und Pächterwohnhaus (Manfred Sander - Einhusen)
Foto 2: Ehem. Viehhaus am 14. Februar 2021 (Martin Heider - Bad Doberan)

 

 

850 Jahre Gründung des Klosters - Veranstaltungen


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Ruine der sog. Klosterscheune am 14. Februar 2021 (Martin Heider)

Der Überlieferung nach zogen die Mönche aus dem Kloster Amelungsborn am 1. März 1171 im heutigen Althof ein. Hintergrundinformationen zur Zeit der Klostergründung folgen im nächsten Newsletter. Im Rahmen des Klosterjubiläums laden wir zu folgenden Veranstaltungen ein:

1. März 2021, 18 Uhr - Abendandacht in der Kapelle Althof

2. Mai 2021, 14 Uhr - Ökumenischer Festgottesdienst in Althof mit Bischof Tilmann Jeremias

 

Einige Eckdaten für weitere geplante Veranstaltungen, zu denen pandemiebedingt noch keine verbindlichen Aussagen möglich sind:

1. Mai 2021 -Beginn des Festwochenendes mit Handwerkermarkt, Musik in bzw. an der Ruine der sog. Klosterscheune

17.-19. September 2021 Doberaner Klostertage

17. September - Konzert

18. September - Vorträge, Führungen

19. September - 9.30 Uhr Festgottesdienst im Doberaner Münster

 

 

7-Stationen-Reise durch das Klostergelände


LuebeckerKreuz DetailSchaf

Weil in diesen Tagen viele Familien keine Urlaubsreisen antreten können, haben Pfadfinder*innen und Mitarbeitende der Kirchengemeinde eine GEDANKEN-REISE erstellt.


Auf dem Doberaner Klostergelände kann man nun an sieben Stationen/Inseln ein ganz besonderes Land und seine Kultur kennenlernen.

Es geht um den faszinierenden Inselstaat Vanuatu.

Mit einem Tourplan, der über folgenden QR-Code, die Homepage der Kirchengemeinde und ausgedruckt an der Münsterkasse erhältlich ist, kann die Reise am Südtor vom Wallbach aus starten.

Am Schluss wartet eine kleine Belohnung auf die Reisenden.


Viel Vergnügen wünscht die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Doberan.

 

 

"850 Jahre: Althof kommt ganz groß raus"


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Die OSTSEE-ZEITUNG berichtete: Doberaner Ortsteil Althof feiert im Jahr 2021 die Gründung des Klosters Doberan.

Von Lennart Plottke

Althof. 2021 feiert der kleine Doberaner Ortsteil Althof ein ganz besonderes Jubiläum. „Wir wollen uns gezielt mit der 850-jährigen Geschichte dieses Ortes auseinandersetzen“, erklärt Martin Heider, Mitglied einer Redaktionsgruppe „Althof Historie“. Gemeinsam mit dem Kustos des Doberaner Münsters engagieren sich hier auch Christel und Joachim Frenkel vom Verein Althof e.V., Antje Benesch vom Klosterverein, Lisa Riess, Leiterin des Stadt- und Bädermuseums sowie Stadtarchiv-Leiterin Andrea Gläwe. „Diese Aufmerksamkeit hat Althof ohne Frage verdient“, ist Heider überzeugt. Bislang habe die Ortschaft meist nur im Kontext mit Bad Doberan oder der Kloster-Gründung eine Rolle gespielt: „Das wollen wir ändern – zum 850-jährigen Jubiläum soll es deshalb eine eigene Publikation geben.“

Ziel sei es, eine Chronik zu erstellen, die im Jahr 1171 beginnt, erklärt Joachim Frenkel. Dabei sollen vor allem Althöfer, aber auch alle anderen Bad Doberaner aktiv mit eingebunden werden, macht Martin Heider deutlich. „Wir rufen dazu auf, in privaten Archiven nach Foto-Schätzen zu stöbern – der Schwerpunkt sollte dabei auf Gebäuden liegen.“ Ob Klosterscheune mit und ohne Dach, die mehrfach umgestaltete Kapelle oder zeitlich veränderte Ortskarten – „wir suchen wertvolle Aufnahmen, die Althofs Entwicklung in den vergangenen Jahrhunderten widerspiegeln“. Auch frühere Beiträge aus der Ostsee-Zeitung wären hilfreich, erklärt Heider: „Am besten originale Artikel mit passenden Fotos – das können auch Leihgaben sein.“

Fortsetzung im nächsten Beitrag >

 

 

Althof-Chronik-Buch und Ausstellung geplant


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Denn zum Orts-Geburtstag ist nicht nur ein Buch geplant. „Ab Mai soll es im Stadt- und Bädermuseum eine große Ausstellung geben“, blickt Leiterin Lisa Riess voraus. „Zunächst wird in Althof am 1. Mai der traditionelle Handwerkermarkt veranstaltet, am 2. Mai ist ein Gottesdienst in der Kapelle geplant – damit sich die Termine nicht überschneiden, könnte die Ausstellung in der zweiten Maiwoche eröffnet werden.“ Vorausgesetzt, die Entwicklungen in der Corona-Pandemie machen den Initiatoren nicht einen Strich durch die Jubiläums-Rechnung.

Im zweiten Quartal 2021 soll auch die Publikation vorliegen – ein ambitioniertes Ziel. „Nach mehreren Besuchen im Landeshauptarchiv in Schwerin ist die Datensammlung schon erheblich angewachsen“, sagt Martin Heider. Dabei besonders im Fokus: „Die Zeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert – die ist bislang ziemlich aus der Betrachtung herausgefallen.“ Hier gebe es tatsächlich ein „Loch in der Doberaner Geschichte“, bestätigt Andrea Gläwe: „Das trifft auf Althof auch zu.“

Nach seiner Auffassung ebenfalls ein Schwerpunkt: „Das 20. Jahrhundert“, meint Joachim Frenkel, der sich seit Jahren für die Entwicklung seines Wohnortes stark macht. „Die Abschaffung des Adels im Jahr 1919, die Kriegszeit bis 1945 und der Übergang Althofs nach Bad Doberan, die Bodenreform: Das haben wir ein bisschen auf unseren Schautafeln zur Natur, Bebauung und Geschichte dargestellt – aber natürlich nur in Bruchteilen.“

Es existierten Fotos, auf denen innerhalb der Ortschaft Baracken zu sehen sind, sagt Martin Heider. „Noch wissen wir nicht genau, wo sie genau standen und wofür sie genutzt wurden.“ Möglicherweise für die Heinkel-Flugzeugwerke im Rahmen des Reichsarbeitsdienstes und später als Unterkunft für Flüchtlinge [Anm.: Diese Frage ist mittlerweile geklärt. Dazu mehr im Buch sowie in einem der späteren Newsletter]: „Wir wollen, wenn möglich, mit alteingesessenen Althöfern ins Gespräch kommen und viele noch unbeantwortete Fragen klären.“ Im Fotoarchiv des Landkreises Rostock habe er darüber hinaus jede Menge Aufnahmen aus der LPG-Zeit gefunden, so Heider: „Und auch die Zeit nach der Wende gehört natürlich in unsere geplante Publikation.“

Ob Fragen zur Ziegelei, zum längst nicht mehr existenten Restaurant, zum geänderten Bachverlauf oder zu älteren Karten aufgeführten Windmühlen: „Es gibt noch so viel Material, das noch nicht erschlossen ist“, meint Joachim Frenkel. „Vielleicht findet sich ja der eine oder andere, der uns bei unserer Spurensuche behilflich sein kann.“

 

OSTSEE-ZEITUNG, Freitag, 30. Oktober 2020.


Historische Fotos und Pläne von Althof gesucht

Zur Vorbereitung des 850-jährigen Jubiläums suchen die Initiatoren historische Fotos und Texte. Ansprechpartner ist dafür:

Martin Heider

Münsterverwaltung der Ev.-Luth. Kirchengemeinde

Klosterstraße 2

18209 Bad Doberan

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tel. 038203-779590

 

 

Die Historie der Kloster-Jubiläen – Das Jahr 1921


09+Mittelalterliche+Reste+Nordseitenschiff  

Bad Doberan mit seinem Stadtteil Althof, der Stelle der ersten Klostergründung, beging in den letzten 100 Jahren mehrere Kloster-Jubiläen bzw. Gedenken.

So gab es Jubiläumsveranstaltungen in den Jahren 1921 (750 Jahre) und 1971 (800 Jahre), basierend auf dem nicht eindeutig überlieferten Gründungsjahr 1171 im heutigen Althof. Die großen Feierlichkeiten 1986 (800 Jahre) und 2011 (825 Jahre) basieren auf dem Jahr der Neueröffnung des Klosters an heutiger Stelle im Jahr 1186, nachdem die Erstgründung einem Thronfolgekrieg zum Opfer fiel. Auf diese Frühzeit des Klosters soll heute nicht eingegangen werden, sondern auf das Jubiläum im Jahr 1921.

Damals beging Doberan mit diversen Feierlichkeiten und Veranstaltungen sein 750jähriges Jubiläum, im Verständnis eines Ortsjubiläums. Am 1. März, dem offiziellen Gründungstag des Klosters, fand um 10 Uhr ein Festgottesdienst mit Superintendent D. Kliefoth in der Kapelle zu Althof statt. Der Doberaner Kirchenchor sang. Abends 8 Uhr gab es im Rathaussaal zu Doberan einen Familienabend unter größter Beteiligung. Der Sängerbund sang unter Leitung des Lehrers Bura, der Kirchenchor unter Leitung von Organist Wierow. Es gab drei Ansprachen: 1. Doberan einst, 2. Doberan jetzt (Pastor Walter), 3. Doberan in Zukunft (Superintendent D. Kliefoth). Die Hauptfeier fand aufgrund der Witterung erst Anfang Juli statt.

Für den 1. März verfasste der Oberkirchenrat eine Grußbotschaft an die Gemeinde. Diese bezieht sich zunächst auf die Historie, um dann auf die Gegenwart zu kommen: „Aber wie die alte Kapelle zu Althof, so steht in hehrer Schöne, von kunstsinnigen Fürsten und Baumeistern gepflegt und verjüngt, in Doberan das alterhrwürdige Münster, und in beiden Gotteshäusern erschallt das lautere Gotteswort zur Erbauung der Gemeinde auf dem Grunde, der unbeweglich steht. Der allmächtige, ewigtreue Gott walte mit seinem gnädigen Schutz und Segen bis in fernste Zukunft über diese Stätten und lasse sie durch die Kraft des in ihnen verkündeten Evangeliums allezeit Quellorte freudigen Christenglaubens und Pflanzstätten christlicher Bekennertreue sein, dieser Erweisungen des heiligen Geistes, die wir in unseren Tagen zum kirchlichen Neubau wie zum Aufbau unseres zerschlagenen Vaterlandes dringender als je bedürfen. Der Herr höre und erhöre solchen Gebetswunsch, in dem der Oberkirchenrat sich mit der feiernden Gemeinde Doberan-Althof zusammenschliesst! Der Oberkirchenrat. Giese.“

2020 09 03 367 71 73 75 77 Fusion Natuerlich

 

Althof wird in diesem Schreiben, mitunter auch in der Presse, wiederholt als Alt-Doberan bezeichnet, die Doberaner Kirche als Münster. Beides damals eher selten verwendete Begriffe. Am 19. Juni war Missionsfest in Althof für die Gemeinden Doberan, Althof und Hohenfelde, der unfreundlichen Witterung wegen in der Kapelle. Trotzdem herrschte recht guter Besuch. Ansprachen hielten Superintendent D. Kliefoth über den Spruch: „Ach daß die Hilfe aus Zion kam und Gott sein gefangen Volk erlösete!“, Hilfsprediger Stüwer: „Überblick über den gegenwärtigen Stand der Leipziger Mission“ und Pastor Walter über die Missionsarbeit der Gesellschaft „Licht dem Osten!“ unter den russischen Kriegsgefangenen. Die Kollekte für die Herstellung der Althöfer Orgel betrug brutto 187,85 Mark.

 

Die Jubiläumswoche vom 3. bis 8. Juli 1921


 Die Jubiläumswoche veranstaltete man vom 3. bis 8. Juli. Obwohl die Klostergründung auf den heutigen Stadtteil Althof zurückgeht, konzentrierten sich die Feierlichkeiten auf das Stadtgebiet Doberans.

Die Zeitungen berichteten umfänglich, zumeist in volkstümlicher Erzählweise, über die Geschichte und die Bauten Doberans, kaum jedoch über die Althöfer. Wiederholt verweist man auf die aktuelle „schicksalsschwere Zeit“ und damit auf den verlorenen Krieg und die Wirtschaftskrise.

Wenige Jahre nach dem Ende der Monarchie scheint man dieser durchaus nachzutrauern. Mitglieder der großherzoglichen Familie waren Ehrengäste der Feierlichkeiten.

Die Presse und Festreden thematisieren die großen Verdienste des Herzoghauses für Doberan. Laut dem Mecklenburger Fremdenblatt vom 30. Juni sei Doberan nach der glanzvollen Vergangenheit nun „eine stille träumerische Stadt. Es besinnt sich auf neue Aufgaben.“ Eine Rostocker Zeitung bezeichnet Doberan als „unser liebliches Nachbarstädtchen“.

 

2020 09 04 151

 

Aus zahlreichen Druckerzeugnissen, wie Programmblättern und Zeitungsberichten, sei hier auszugsweise aus der Festordnung zitiert:

Sonnabend 2. Juli. 8½ Uhr abends: Begrüßung der Gäste auf dem Kamp. Ansprachen. Promenadenkonzert.

Sonntag 3. Juli. 10 Uhr vormittags Festgottesdienst [die Kirche war überfüllt]. Rückmarsch mit Musik nach dem Kamp. 1 Stunde lang Promenadenkonzert. 12 Uhr mittags: Eröffnung der Kunstausstellung im Palais. 3-4 Uhr nachmittags: Großer Festzug durch die Stadt. 4 Uhr Festrede. Volksfest auf dem Kamp. 8 Uhr abends: Festvorstellung im Rathaussaal „Der Sieger“ von Erst Püschel [täglich bis zum 8. Juli]. 9½ Uhr: Illumination des Kamps. Promenadenkonzert.

Montag 4. Juli. 12-1 Uhr: Kirchenkonzert. 4-6 Uhr: Bunter Nachmittag („Frohe Stunden“) im Rathaussaal [auch am 5. Juli]. 6-7 Uhr Promenadenkonzert auf dem Kamp. Dienstag 5. Juli. 12-1 Uhr Promenadenkonzert auf dem Kamp [täglich bis zum 7. Juli]. Mittwoch 6. Juli. 4-6 Uhr: Kirchenkonzert.

Donnerstag 7. Juli. 2 Uhr: Abmarsch zum Kinderfest vom Markt.

Freitag 8. Juli. Nachmittags: Ausflug nach Heiligendamm. Gemeinschaftliche Kaffeetafel. Konzert.

Das Doberaner Schauspiel „Der Sieger“, aufgeführt im damaligen Rathaussaal, dem Festsaal im Großherzoglichen Palais, thematisierte den Sieg des Christentums über die Wenden in der Zeit der Klostergründung. Es spielten Doberaner unter Mitwirkung von Mitgliedern des Rostocker Stadttheaters unter der Gesamtleitung des Oberspielleiters Alfons Godard. Zu den Rollen zählten Gozzo der Wendenfürst, dessen Tochter Maltela, Abt Konrad, die Mönche Gotthold und Bertram, der alte Wende Radirak, Bischof Berno, ein Oberpriester, der Laienbruder Wernhard. Die großen Kirchenkonzerte leitete Organist Wiedow. Zur Illumination auf dem Kamp im Rahmen des großen Volksfestes glühten tausend Lichterflammen. Es erschienen Doberaner-Jubiläums-Notgeld-Scheine mit Entwürfen von Egon Tschirsch.

Martin Heider


Quellen: Akten aus dem Landeskirchlichen Archiv Schwerin, Pfarrchronik der Kirchengemeinde Bad Doberan 1899-2005.

 

 

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