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Die Ankunft im heutigen Althof vor dem 24. März 1171


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Siegel des Bischofs Berno von Mecklenburg († 1191).
Mecklenburgisches Urkundenbuch Band III, 1865

 

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Die Vorbereitungen liefen bereits in den Vorjahren.

Paul Alexander Nebauer führt weiter aus: Aus dem zweiten und dem dritten Zitat der Nr. 98 des Mecklenburgischen Urkundenbuches (mit Bezug auf die Doberaner Genealogie und der „Wandalia“ des Albert Krantz) ist zu schließen, dass geistliche und fürstliche Herrschaften (Berno und Pribislaw) 1171 die Bauten und den ersten Besitz dem Konvent aus Amelungsborn feierlich übergaben.

Die Mönche kamen aus dem Zisterzienserkloster Amelungsborn, in dem Bischof Berno (Abb. 3) einst Klosterinsasse war. Stifter war Landesherr Pribislav, Bischof Berno Initiator, Konrad der erste Abt. Der Konvent bestand wohl aus dem Abt, zwölf Mönchen – nach dem Vorbild Jesu und den zwölf Aposteln – sowie 25 Laienbrüdern.

Pribislav sah mit der Klostergründung auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes. Die Gegend war zuvor nicht unbesiedelt und unkultiviert, doch hatten die Zisterzienser den Hauptanteil an den Rodungs-, Entwässerungs- und Urbanisierungsarbeiten.

Mit der Stärkung des Christentums, als Basis der abendländischen Gesellschaft, durfte sich Pribislav eine größere Anerkennung und Stellung unter den deutschen Fürsten sichern. Das Kloster wurde zu einem entscheidenden Faktor bei der kirchlichen Entwicklung des Landes.

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte mit seinem Tross wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Unter den damaligen Rahmenbedingungen dürfte die Ankunft zwischen dem 18. und 24. März des Jahres 1171 erfolgt sein.

Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Das Notwendige war vorbereitet. Vor der Ankunft des Konvents waren nach den Ordensbestimmungen die notwendigsten Räumlichkeiten, wie das Bet-, Schlaf- und Speisehaus, die Herberge für Gäste und die Zelle des Pförtners, der den Aus- und Eingang und die Umzäunung des klösterlichen Bezirkes beaufsichtigte, bereitgestellt.

Martin Heider

 

 

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Andacht am 1. März 2021 18 Uhr vor der Kapelle Althof zum Gedenken an die Aussendung der Mönche von Amelungsborn

(Foto: Martin Heider)

 

 

Die Gründung des Klosters Doberan vor 850 Jahren


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Ahnengalerie im Doberaner Münster, Landesherr Pribislav, Fürst der Obotriten und Gründer des Klosters Doberan (†1178), Bild frühes 16. Jh., Ausschnitt (Foto 2007).Foto: Martin Heider (Bad Doberan

Die Aussendung der Mönche vom Mutterkloster Amelungsborn am 1. März 1171.

Die genauen Umstände der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof lassen sich nur begrenzt sicher nachvollziehen. Der slawische Obotritenfürst Pribislav (Abb. 1) soll zuvor bereits 1164, im mutmaßlichen Jahr seiner Taufe, eine heidnische Kultstätte am späteren Standort des Klosters zerstört haben. Der mutmaßliche Tempel ist allerdings weder durch zeitgenössische Quellen noch über archäologische Funde nachweisbar. Erst die Kirchberg-Chronik berichtet um 1378 darüber. Ebenso legendenhaft scheint der Bericht in der Chronik zur Vermählung Pribislavs mit Woizlava (Abb. 2) im Jahr 1164, einer vermeintlichen norwegischen Königstochter; die im selben Jahr ihren Gemahl und dessen Neffen zum Christentum geführt habe.

Die Gründung eines Klosters im Obotritenland hing sicher mit einem Versprechen des getauften Fürsten Pribislav zusammen. Damit war es wohl Bischof Berno, der das Versprechen des zum Glauben Christi bekehrten Pribislav entgegennahm. Genaues zur Auswahl des Standorts wissen wir nicht; eine Gründungsurkunde ist nicht überliefert. Damit steht aber Doberan in der Geschichte nicht allein.

Erst viele Jahre nach dem Versprechen Pribislavs konnte Berno das Signal nach Amelungsborn geben: Der Gründungskonvent konnte sich nach Doberan aufmachen, es war alles für die Ankunft hergerichtet. Ohne eigentliche Urkunde sind wir zur Klostergründung auf mittelalterliche Chroniken und Schriften angewiesen.

Die wohl älteste Überlieferung stammt aus dem Kloster Ryens in der Flensburger Bucht, die „Annales Ryenses“, so Paul Alexander Nebauer (Alt Karin). Die Mönche dieses Zisterzienserklosters, einer Filiation von Esrom, schrieben in ihrer Chronik die Geschichte Dänemarks, die Ereignisse der Christenheit und der Zisterzienser chronologisch für jedes Jahr auf.

„In der lateinischen Fassung finden wir den 1. März als Datum für den Auszug des Konvents aus Amelungsborn“, so Nebauer. Unter der Jahreszahl 1170 finden wir als letzten Eintrag in diesem Werk das Zitat, welches als erstes im Mecklenburgischen Urkundenbuch in der Nr. 98 zu lesen ist: „Conventus mittitur in Dobrum kal. Martii.“ Übersetzt und unter der Berücksichtigung der mittelalterlichen Kalenderrechnung: Ein Konvent wird nach Doberan gesandt am 1. März (1171).

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Nordwand der Kapelle Althof, Inschrift, um 1300, mit Nennung der Fürstin Woizlava als „Klosterstifterin“ „Fundatrix Woizlava“ (Foto 2021). Ihre Mitwirkung bei der Gründung wird erst später u. a. durch diese Inschrift überhöht. Foto: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

850 Jahre Althof – Fotoaktion verlängert


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Foto: Kapelle Althof am 14. Februar 2021 (Martin Heider)

2021 wird das Jubiläum „850 Jahre Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof“ begangen, das auch als Ortsgründungsjubiläum gefeiert wird.

Für das Buch „850 Jahre Althof – Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ wurden in einem ersten Aufruf Fotos gesucht. Die Erwartungen wurden übertroffen. Abbildungen aus privaten Fotoalben oder Sammlungen wurden dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Dies nicht nur aus Althof und der Region, sondern auch aus anderen Teilen Mecklenburgs und darüber hinaus. Auch aus Archiven und von weiteren Institutionen kam historisches Material hinzu.

Dies wird derzeit ausgewertet und mit dem Buchtext in Einklang gebracht. Alle Abbildungen erhalten eine Bildunterschrift, die direkt unter dem Bild erscheint und einen Herkunftsnachweis für den Anhang des Buchs. Die Pläne und Grundrisse erhalten zur besseren Zuordnung der Gebäude und Anlagen Orientierungspunkte. Da dies noch etwas Zeit benötigt, ebenso die Gestaltung beim Verlag, wird die Fotoaktion verlängert.

Neben vielen neuen Erkenntnissen aus Akten und Berichten dürfen sich die Leser auf zahlreiche bislang unveröffentlichte Pläne und Abbildungen freuen.

Die Althof-Fotos werden, soweit nicht digital vorhanden, zur kurzzeitigen Ausleihe zum Scannen an die Münsterverwaltung erbeten:

Martin Heider, Klosterstraße 2, 18209 Bad Doberan

Tel. 038203-779590

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In der Region Bad Doberan werden sie auch gerne beim Leihgeber abgeholt. Die Fotografen bzw. Leihgeber werden im Buch genannt.

Martin Heider

 

 

Kapelle, Pachthof, Scheunen, Katen, Mühle, Ziegelei


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In Althof zeugt noch manches vom früheren Gebäudebestand.

Außer der Kapelle, die von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1822 Backhaus war und der sogenannten Klosterscheune, sollen im Buch auch Gebäude und Anlagen dargestellt werden, die nicht mehr bestehen bzw. heute völlig anders genutzt sind.

So war das ehemalige Pächterwohnhaus/sogenannte Gutshaus von 1948 bis 1951 Grundschule und Wohnhaus zweier Neubauern. Vielleicht hat jemand Bilder aus der Schul- bzw. späteren Nutzungszeit. Das neue Backhaus von um 1822 steht weiterhin leer, der Milchkeller und das Schweinehaus (um 1864 erbaut) waren bereits 1980 nicht mehr vorhanden.

Vom großen Viehhaus, 1953 als Bau noch vollständig vorhanden, besteht heute nur ein stark überformtes ca. westliches Drittel (Foto 2). Die ehemalige Heuscheune (um 1851), der Wagenschauer (um 1865), der Pferdestall (um 1830) sind heute zumeist Wohnhäuser. Ein großer Schafstall nahe der Klosterscheune brannte um 1932 ab, der Maschinenschuppenneubau von 1932 wurde um 1996 abgerissen, die große Feldscheune östlich außerhalb des Pachthofs gelegen, brannte 1993 nieder.

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Verschiedene Katen des Pachthofs blieben baulich überformt erhalten. Außer diesen Gebäuden, die ehemals zum Pachthof gehörten, sind auch Bilder vom Bahnhofsgelände, dem „Industriegelände“ nördlich vom Bahnhof (ab 1942 Barackenlager der Heinkel-Flugzeugwerke, ab 1949 VEAB-Getreidelager, ab 1952 LPG-Gelände), der ehemaligen Wassermühle und der ehemaligen Ziegelei von Interesse.

Gesucht werden Fotos der verlorengegangenen und der vorhandenen Gebäude, auch solche, die von der ehemaligen Nutzung zeugen.

M.H.


Foto 1: Ehem. Pachthof mit Ruine der sog. Klosterscheune und Pächterwohnhaus (Manfred Sander - Einhusen)
Foto 2: Ehem. Viehhaus am 14. Februar 2021 (Martin Heider - Bad Doberan)

 

 

7-Stationen-Reise durch das Klostergelände


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Weil in diesen Tagen viele Familien keine Urlaubsreisen antreten können, haben Pfadfinder*innen und Mitarbeitende der Kirchengemeinde eine GEDANKEN-REISE erstellt.


Auf dem Doberaner Klostergelände kann man nun an sieben Stationen/Inseln ein ganz besonderes Land und seine Kultur kennenlernen.

Es geht um den faszinierenden Inselstaat Vanuatu.

Mit einem Tourplan, der über folgenden QR-Code, die Homepage der Kirchengemeinde und ausgedruckt an der Münsterkasse erhältlich ist, kann die Reise am Südtor vom Wallbach aus starten.

Am Schluss wartet eine kleine Belohnung auf die Reisenden.


Viel Vergnügen wünscht die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Doberan.

 

 

850 Jahre Gründung des Klosters - Veranstaltungen


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Ruine der sog. Klosterscheune am 14. Februar 2021 (Martin Heider)

Der Überlieferung nach zogen die Mönche aus dem Kloster Amelungsborn am 1. März 1171 im heutigen Althof ein. Hintergrundinformationen zur Zeit der Klostergründung folgen im nächsten Newsletter. Im Rahmen des Klosterjubiläums laden wir zu folgenden Veranstaltungen ein:

1. März 2021, 18 Uhr - Abendandacht in der Kapelle Althof

2. Mai 2021, 14 Uhr - Ökumenischer Festgottesdienst in Althof mit Bischof Tilmann Jeremias

 

Einige Eckdaten für weitere geplante Veranstaltungen, zu denen pandemiebedingt noch keine verbindlichen Aussagen möglich sind:

1. Mai 2021 -Beginn des Festwochenendes mit Handwerkermarkt, Musik in bzw. an der Ruine der sog. Klosterscheune

17.-19. September 2021 Doberaner Klostertage

17. September - Konzert

18. September - Vorträge, Führungen

19. September - 9.30 Uhr Festgottesdienst im Doberaner Münster

 

 

Wöchentliche ökumenische Passionsandachten


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Die Münstergemeinde und die anderen christlichen Gemeinden in Bad Doberan laden in der Passionszeit zu sieben besonderen Andachten immer donnerstags 18 Uhr ins Münster ein.


Jeweils am Donnerstag um 18:00 Uhr, beginnend am 18.2.2021 bis 1. April 2021, finden diese mit Musik gerahmten Gebete statt. Inhaltlicher Zusammenhang in diesen Andachten sind die Kreuzwegstationen Jesu, seine Schritte durch das Leiden bis zu seiner Kreuzigung.

Bis zum Abschluss dieser Andachtsreihe am Gründonnerstag besteht auf diese Weise die Möglichkeit, einen gemeinsamen Weg zu gehen und dabei auch das Leid unserer Zeit besonders in den Blick und ins Gebet zu nehmen

Auch die Einladungen zum Mittagsgebet (mittwochs, 12:00), zur Klimaandacht (freitags 13:30) und zum sonntäglichen Morgengebet (sonntags 9:30) bleiben weiterhin bestehen.


Pastor Albrecht Jax

 

 

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