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Die meisten Balken „verolmt und verfault“


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Hier ein kleiner Einblick in die Akten des Landeshauptarchivs:

1656 heißt es: „Die Kloster-Mühlen ist an Mawrwerck, Boden vnd Tach sambt einem Mühlengange in gutem Stande. Vor diesem seint 2 Genge beÿ dieser Mühle gewesen; itzund ist nur einer fertig vnd vermeinet man, daß der ander, weil beÿ so wenigen Vnterthanen nicht viel zu mahlen fallet, nicht nötig sein.“

Spätestens 1710 war in der Backhausmühle eine Amts-Branntweinbrennerei eingerichtet, betrieben durch den Bäcker Ernst Wusthoff. Von Trinitatis 1710 bis Trinitatis 1711 wurden 1.007 ½ Kannen Branntwein für 240 Reichstaler und 30 Schilling verkauft.

Auch die Mühlen des ehemaligen Klosters bedurften wiederholt baulicher Unterhaltung; so im Jahr 1755 das sogenannte Mülzhaus, der große heute zumeist nicht überdachte Bereich als Teil der Backhausmühle: „In der 1ten und 2ten Etage sind 2 alte boden unter denen Abseiten abgebrochen und die alten balcken nach der Scheure gerade gemachet und aufgefuttert worden damit die neuen bodens gerade und gleich geleget werden können (…)“.

Bereits 1750 sprechen die Akten von schadhaften Dächern und Boden auf diesem „Korn- und Mültz Hauße“. Zur Reparatur seien u.a. 10.000 Dachpfannen, eine Last gotländischer Kalk und Haare zur Beimischung in den Dachkalk notwendig.

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„1753 waren Arbeiten am Gebäude im Gange. Bei der Aufnahme von Brettern an den Böden waren die meisten Balken „verolmt und verfault“, so dass die neuen Bretter nicht einfach aufgebracht werden konnten. Diverse Nagelsorten und -mengen wurden abgerechnet, u.a. 1.000 Vierkant-Bodennägel für drei Reichstaler und 36 Schilling. Auch alte Luken und Türen wurden ausgebessert. Eine andere Rechnung führt das Abbrechen des alten Bodens, das Behauen von 23 neuen Balken und deren Aufbringung und Einkämmung auf den Platten und Unterschlägen auf. Zwei große Unterschläge von 76 Fuß Länge waren auf zwölf Zoll versackt und wurden mit Schrauben in die Höhe gebracht sowie mit Steinen und Eichenklötzern verbessert.

Die Bezeichnungen „Kornboden“, mitunter auch „Kornhaus“, treten wiederholt in direktem Zusammenhang mit dem Multzhaus (Malzhaus) auf und beziehen sich beim Vergleich mit anderen Akten hierbei mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf das heute als Kornhaus bezeichnete Gebäude, sondern auf den o.g. Teil des Wirtschaftsgebäudes. Eine Akte lokalisiert einen Teil des Mulzbodens über der Backhausmühle, eine weitere einen Teil des Mulzhaus-Bodens über dem Wagenschauer und über der Darre.


Martin Heider

 

 

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