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16. Juli um 15 Uhr und um 17 Uhr – Althof-Sonderführungen zum 850. Klosterjubiläum


Kapeele Althof

Kapelle Althof von Südwesten
(Foto: Martin Heider)

Am Freitag, dem 16. Juli 2021 finden jeweils um 15 Uhr und um 17 Uhr anlässlich des 850jährigen Jubiläums der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Doberaner Stadtteil Althof eine öffentliche Althof-Sonderführung statt.


Die Führung mit Münsterkustos Martin Heider beginnt an der Kapelle Althof.

Das hochgotische Doberaner Münster entstand als Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters im späten 13. Jahrhundert. Die Zeit der Klostergründung liegt allerdings rund 100 Jahre vor der Errichtung des Münsters, zudem an einem anderem Ort.

Der zum Christentum übergetretene Fürst Pribislaw stiftete drei Kilometer östlich von Doberan auf ,,Anraten und Ermuntern" Bischof Bernos von Schwerin das erste mecklenburgische Zisterzienserkloster im heutigen Stadtteil Althof, wobei er wohl maßgeblich von seiner Frau Woizlawa unterstützt wurde. Um 1170 erfolgten die Vorbereitungen zur Gründung, am 1. März 1171 wurde der Konvent vom Mutterkloster Amelungsborn ausgesendet.

Als Pribislaw nach einem Unfall bei einem Reitturnier 1178 in Lüneburg verstarb, entbrannten Unruhen und Kriege im Land und das Kloster Althof wurde am 10. November 1179 zerstört. Alle Mönche und Laienbrüder wurden umgebracht.

Lediglich Abt Conrad überlebte. 1186 wurde das Kloster drei Kilometer westlich im heutigen Doberan neu eröffnet, dort zunächst eine romanische Klosterkirche und als Nachfolgebau das oben genannte hochgotische Münster errichtet.

 

 

Kapeele Althof

Fliesen in der Kapelle Althof aus der Zeit um 1300
(Foto: Martin Heider)

Althof als Wirtschaftshof und Wallfahrtsort

Von den Bauten aus der Klostergründungszeit blieb in Althof nichts erhalten. Der Ort wurde eine Grangie, ein Wirtschaftshof des Klosters, blieb aber als Ort der ersten Klostergründung von landesgeschichtlicher und geistlicher Bedeutung, so auch als Wallfahrtsort. Der heutige Kirchenbau (Abb. 1, Abb. 2 Fliesen im Altarraum aus der Zeit ab ca. 1300) entstand entgegen weitverbreiteter Meinung nicht bereits an der Wende zum 12. Jahrhundert, sondern um 1300, wie auch das etwas weiter nördlich gelegene und als Klosterscheune bezeichnete Backsteingebäude (Abb. 4 um 1975/80, vor dem Verfall zur Ruine).

Die Kapelle von der Klosterauflösung bis ins frühe 19. Jahrhundert

Nach der Klosterauflösung im März 1552 wurde Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge. In mehreren Inventaren wird die Kapelle als Backhaus bezeichnet und wurde bis in das frühe 19. Jahrhundert als solches genutzt. Über das weitere Schicksal der Kapelle und des Hofes informiert die Führung.

 

 

Kapelle, Pachthof, Scheunen, Katen, Mühle, Ziegelei


Die Sonderführung am 16. Juli hat zum Ziel, weniger bzw. nicht Bekanntes anhand historischer Unterlagen neu zu entdecken. In Althof zeugt noch manches vom früheren Gebäudebestand. Außer der Kapelle und der sogenannten Klosterscheune können anhand von z. T. erstmals in Archiven recherchierten Plänen, Grundrissen und historischen Abbildungen auch Gebäude und Anlagen vorgestellt werden, die nicht mehr bestehen bzw. heute völlig anders genutzt sind.

 

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Der um 1975 abgerissene Schweinestall unweit der Kapelle
(Sammlung: Münsterverwaltung/Familie Maichel)


Das neue Backhaus von um 1822 steht weiterhin - dem weiteren Verfall preisgegeben - leer, der Milchenkeller und das Schweinehaus (um 1864 erbaut) waren bereits um 1980 nicht mehr vorhanden.

Vom großen Viehhaus, 1953 als Bau noch vollständig vorhanden, besteht heute nur ein stark überformtes ca. westliches Drittel.

Die ehemalige Heuscheune (um 1851), der Wagenschauer (um 1865), der Pferdestall (um 1830) sind heute zumeist Wohnhäuser.

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Die sog. Klosterscheune um 1975/80, vor dem Verfall zur Ruine
(Sammlung: Münsterverwaltung/Familie Maichel)


Ein großer Schafstall nahe der Klosterscheune brannte um 1932 ab, der Maschinenschuppenneubau von 1932 wurde um 1996 abgerissen, die große Feldscheune, östlich außerhalb des Pachthofs gelegen, brannte 1993 nieder.

Verschiedene Katen des Pachthofs blieben baulich überformt erhalten. Außer diesen Gebäuden, die ehemals zum Pachthof gehörten, gehören auch das „Industriegelände“ nördlich vom Bahnhof (ab 1942 Barackenlager der Heinkel-Flugzeugwerke, ab 1949 VEAB-Getreidelager, ab 1952 LPG-Gelände), die ehemalige Wassermühle (um 1910) und die ehemalige Ziegelei zur Historie Althofs.

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Die ehemalige Wassermühle (um 1910)
(Sammlung: Herbert Drechsler)


Herzliche Einladung zu diesem Entdeckungsrundgang!

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Anmeldung zur Führung wird empfohlen unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. oder Tel. 038203-62716 (Doberaner Münster).

Angemeldete Personen haben bei entsprechender Nachfrage Vorrang und ermöglichen die Organisation etwaiger Zusatztermine!

Anstatt eines Führungsentgeltes wird um eine Spende zur weiteren Restaurierung der Althöfer Kapelle gebeten.

 

 

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