Im Münster und Beinhaus den Salzen auf der Spur – die Arbeiten gehen weiter

Informationen zum Studium an der HAWK Hildesheim:
https://www.hawk.de/de/studium/studiengaenge/bsc-konservierung-und-restaurierung-hildesheim
Studierende der HAWK Hildesheim führen die Untersuchungen im Bad Doberaner Münster und dem Beinhaus fort.
Im Februar 2026 war eine Gruppe Studierender der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, der HAWK, bereits am Bad Doberaner Münster, um dort Untersuchungen durchzuführen. Die Untersuchungen beschränkten sich auf die Wandmalereien am Grabgelege des Oktogons und des Chorumgangs sowie die Wandmalereien des Beinhauses des Bad Doberaner Münsters. Im Rahmen der Projektwochen des Bachelorstudiums Konservierung und Restaurierung von Steinobjekten und Architekturoberflächen1 führten Anfang Juli die elf Studierenden weitere Untersuchungen und Festigungsmaßnahmen an Wandmalereien des Bad Doberaner Münsters sowie an den Wandmalereien des Beinhauses durch.
Rosalie Trentzsch, Sophie Tappe, Sarah Naumann und Chiara Stuchlik befassten sich mit dem Chorumgang, Carla Jungfleisch und Louis Rist sowie Vivien Thamm und Meilinn Sophie Flüh arbeiteten an den Wandmalereien des Grabgeleges und Laetitia Wimmer, Vivian Wißmann und Julia Martin arbeiteten an den Wandmalereien im Beinhaus.
Betreut werden die Studierenden von Prof. Dr. Barbara Beckett, Dozentin für den Fachbereich Steinobjekte und Architekturoberfläche und Dipl.-Rest. M.A. Annelie Ellesat-Brümmer, wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Fachbereich Steinobjekte und Architekturoberfläche sowie von der Steinrestauratorin M.A. Julia Tomiatti-Kleinwächter. In Kooperation mit Prof. Dr. Constanze Messal, Professorin für Mikrobiologie in der Restaurierung an der HAWK, werden kleine Material- und Salzproben, die an den Wandmalereien entnommen wurden, analysiert.

Restaurierungsstudierende der H!WK bei der Reinigung sowie Festigung der Malschicht: Links: Reinigung der Malerei am Oktogon, Mitte: Festigung der Malschichtschollen am Pfeiler im Kirchenschiff, rechts: Festigung puderartige Malschicht einhaus
Schadensphänomene in Bauwerken hängen häufig mit dem Klima der Umgebung zusammen, deshalb werden zu Beginn der zweiten Projektwochen die Beobachtungen aus dem Winter erneut beurteilt. Hat sich aufgrund des veränderten Klimas das Erscheinungsbild der Wandmalereien verändert? Sind die Salzausblühungen in Lösung gegangen? Diese Fragen galt es zu klären, bevor mit der Festigung der Malschicht begonnen wurde.
Die gelösten Schollen sowie die puderartige Malschicht wurde an den alereien mittels eines Celluloseethers, welcher bei den Schollen hinterspritzt und bei der puderartigen Malschicht über Japanpapier mit einem Pinsel aufgetragen wurde, gefestigt. Neben den Festigungsmaßnahmen werden zusätzlich Proben der Salze sowie eines auf der Malschicht aufliegenden Weißschleiers genommen. Diese werden analysiert, um Aussagen über die Salzbelastung treffen zu können.
Die Malereien sind jetzt erstmal wieder stabil, bis anhand der Analyseergebnisse ein weiterreichendes Erhaltungskonzept entwickelt werden kann, um die wertvollen Malereien auf lange Sicht zu erhalten.
In den Mittagspausen konnten die Studierenden in der Suppenküche der Münstergemeinde zu Mittag essen und der Feierabend wurde entspannt an der Ostsee verbracht. Die Studierenden möchten sich bei den Mitarbeitern für den freundlichen Empfang und das gute Essen bedanken. Weiterer Dank gilt der Münsterverwaltung der Ev.-Luth. Kirchengemeinde für die Organisation der Übernachtung und den zahlreichen Helfern im Münster. Vor allem gilt der Dank dem Ehepaar Heider, welches stets für praktische Fragen und die Zuarbeit von historischen und jüngeren Unterlagen aus dem Archiv der Münsterverwaltung zur Verfügung stand.
Das Projekt wird durch die kirchlichen und staatlichen Denkmalbehörden fachlich begleitet und dankenswerterweise finanziell gefördert durch den Denkmalfonds der Nordkirche.
Text: Meilinn Sophie Flüh
Abbildungen: Barbara Beckett und Annelie Ellesat-Brümmer

