Bedeutung des Münsters
Hochgotische Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters
Das im Jahre 1171 gegründete Kloster hatte als erstes mecklenburgisches Kloster und landesfürstliche Hauptgrablege bereits im Mittelalter höchste politische und historische Bedeutung. Durch seine Kolonisationstätigkeit war es für die landeskulturelle und ökonomische Entwicklung Mecklenburgs von großer Wichtigkeit und wurde überdies zu einem Zentrum des christlichen Glaubens im Land.
Die besondere Bedeutung des Klosters schlug sich entscheidend in Bau und Ausstattung des Münsters nieder. Die Innenausstattung blieb von Kriegswirren und Bilderstürmen weitgehend verschont. In keiner anderen Zisterzienserklosterkirche europaweit blieb eine reichere Originalausstattung erhalten.
Bemerkenswert unter der Fülle der Ausstattungsstücke sind unter anderem
- der Hochaltar als ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte
- der monumentale Lettner-Kreuzaltar
- und die Grabplastik der dänischen Königin Margarete Sambiria.
Auch nach der Reformation und Auflösung des Klosters im Jahre 1552 blieb die Kirche als Grablege der landesherrlichen Familie sowie als Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde weiterhin erhalten.
Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Doberaner Münster zu einer bedeutenden Sehenswürdigkeit.
Die erste bekannte Beschreibung der Kirche entstand im 17. Jahhundert, seit dem frühen 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Publikationen über den Kirchenbau, dessen Ausstattung und den zahlreichen Merkwürdigkeiten.
Auszug aus einer Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege zur Bedeutung des Doberaner Münsters:
"Das Münster in Bad Doberan gilt als das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk in Mecklenburg-Vorpommern, das beste Beispiel für die Umsetzung mittelalterlichen Gestaltungswillens in Backstein und als ein Bauwerk von höchster technischer und gestalterischer Perfektion."
Die erhaltene Ausstattung besteht fast durchweg aus Stücken von höchster künstlerischer Qualität, wobei die Fülle und die Geschlossenheit des aus mittelalterlicher Zeit überkommenen liturgischen Bestandes in keiner anderen Kirche Norddeutschlands erreicht werden. Das im Wesentlichen erhaltene zisterziensische Ausstattungsprogramm ist einzigartig. Das Münster ist ein im gesamten Ostseeküstenbereich einzigartig dastehendes Kunstdenkmal.
„Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“
„Am 23. April 2026 wurde dem Doberaner Münster der Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ verliehen.
Geehrt wird damit die herausragende ingenieur- und baugeschichtliche Bedeutung des Münsters als frühe, technisch außerordentlich anspruchsvolle hochgotische Backsteinbasilika mit innovativer Dach‑ und Tragwerkskonstruktion.
Die Forschung bezeichnet das Bauwerk als Pionierleistung mittelalterlicher Bau- und Ingenieurkunst, vor allem wegen der einheitlich durchdachten hochgotischen Gesamtplanung und des komplexen Dachtragwerks, das zentrale Zeugnisse mittelalterlicher Zimmermannstechniken und Baukonzepte bewahrt.
Das Doberaner Münster ist der erste Kirchenbau in Deutschland, der offiziell als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet wird.
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