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Erweiterte Münster-Öffnungszeiten seit dem 25. Mai


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Münster täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, sonn- und feiertags 11-16 Uhr

Die schrittweise Lockerung der Covid-19-Bestimmungen ermöglichte ab dem 11. Mai auch wieder die kirchentouristische Öffnung des Doberaner Münsters.

Seit dem 25. Mai 2020 sind touristische Reisen aus ganz Deutschland nach Mecklenburg-Vorpommern gestattet. Im Münster gelten daher ab diesem Tag um zwei Stunden erweiterte Öffnungszeiten: Montag bis Samstag ist von 10 bis 16 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 16 Uhr.

Die Besucherzahlen steigen wieder und liegen derzeit zwischen täglich 60 und 160 Personen.

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Führungen, Sonderführungen, Konzerte und weitere kirchentouristische Veranstaltungen sind vorerst nicht möglich.

 

 

Neue Hinweistransparente an B 105 und am Münster


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Die besonderen Öffnungszeiten werden auf gesonderten Plakaten sowie 5 x 1 Meter groß an zwei münstereigenen Werbeträgern an der Bundesstraße B 105 angekündigt. Diese Werbeaufsteller befinden sich einige hundert Meter entfernt vom Münster, sichtbar aus Richtung Wismar und aus Richtung Rostock kommend.

Eine weitere Information - gut sichtbar von der Klosterstraße - findet sich in der großen Nische, gleich links vom Münstereingang.

Auch Radfahrer und Fußgänger sollen angesprochen werden. Blieben die Fahrradständer in den letzten Wochen nahezu verwaist, zeigt sich nun auf diesem Foto vom 27. Mai bereits ein anderes Bild.

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Wollscheune - Sturm 1850 verursacht Schäden


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Wollscheune vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten

Ostsee-Zeitung Mittwoch, 8. April 2020

Nach dem Niedergang der Fabrik wurde die Wollscheune als Getreidescheune des Kammerhofs für das von den Bauern abzuliefernde Getreide genutzt, weiß Martin Heider zu berichten. Bei einem Sturm 1850 sei das Dach abgedeckt worden und das Haus seitdem verfallen. Großherzog Friedrich Franz II. verhinderte den Abriss. Heute stehen von dem Ende des 13. Jahrhunderts entstandenem Haus nur noch die drei Außenwände. Seit 2018 ist die Ruine eingezäunt, weil der Teile der Mauerkrone abzustürzen drohten. Sie wird derzeit gesichert.

Sicherungsarbeiten am Gebäude

175 000 Euro werden durch die Stand in die Sicherung der Nordwand und in die Erarbeitung eines Sicherungskonzeptes für die gesamte Ruine der Wollscheune auf dem Klostergelände in Bad Doberan investiert.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege unterstützen die Sicherung der Ruine mit 25 000 Euro beziehungsweise 50 000 Euro.

Die Wollscheune wurde um 1300 errichtet und soll als Gästehaus oder Hospiz genutzt worden sein. (...)

 

 

Wollscheune - Alte Akten verraten Ruinen-Geheimnis


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Die Ostsee-Zeitung berichtete: Auf dem Klostergelände Bad Doberan gab es von 1762 bis 1767 eine Wollmanufaktur/Anfängliche Nutzung weiterhin nicht eindeutig

Text: Von Anja Levien
Abbildungen: für den Newsletter zugeordnet durch die Münsterverwaltung

Bad Doberan. Das Geheimnis der Ruine im nördlichen Klostergelände von Bad Doberan wird nach und nach gelüftet. Während mit der derzeitigen Sicherung der Wollscheune, die durch die Eigentümerin, die Stadt Bad Doberan erfolgt, auch ihre bauhistorische Geschichte erforscht werden soll, hat Münster-Kustos Martin Heider in Akten aus dem 18. Jahrhundert im Landeshauptarchiv recherchiert. Diese geben vor allem Hinweise auf die Wollmanufaktur, die es auf dem Gelände von 1762 bis 1767 gab.

Von den Bauten im nördlichen Bereich des Klosterareals ist nur noch eine Ruine geblieben. Welche Nutzung dieses Gebäude einst zur Klosterzeit hatte, ist bis heute nicht vollumfänglich geklärt. „Die ursprüngliche mittelalterliche Nutzung ist nicht eindeutig zu bestimmen“, sagt Münster-Kustos Martin Heider. Es gibt Hinweise auf die Nutzung als Siechenhaus, also Spital, oder als Gästehaus. Darüber sollen die Bauforscher jetzt Genaueres herausbekommen.

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Gebäude im Kontext betrachten

„Ich finde schon interessant, die gesamte Anlage im Kontext zu sehen. Warum hat zu manchen Zeiten in bestimmten Bereichen der Klosteranlage ein Baugeschehen stattgefunden und warum nicht“, sagt Martin Heider. Er befasst sich derzeit mit der Zeit nach der Klosterauflösung 1552. „Das Teilungsregister oder die Übergabeakte an die Herzöge erwähnen das Gebäude nicht explizit“, so Heider.

Aus dem Jahr 1713 lässt sich ein Nachweis in den Akten finden als Herzog Carl Leopold die Höfe des Amtes an den meistbietenden Pächter vergibt. Hier wurde für den Kammerhof – die Fläche westlich des Münsters zwischen nördlicher Klostermauer und heutiger Klosterstraße – unter anderem eine Wollscheune aufgelistet.

Die Akten aus dem 18. Jahrhundert, die Heider in seiner Freizeit durcharbeitet, verraten einiges. Sie beinhalten Schriftverkehr zwischen den Ämtern, Beauftragungen, Genehmigung.

„Das Gebäude war offenbar offenbar im frühen 18. Jahrhundert ein Scheunenbau zur Lagerung der Wolle“, sagt Heider. Erst 1762 wurde die Wollmanufaktur gegründet. „Sie muss mindestens zwei Mal während 1762 und 1767 am Rande der Insolvenz gewesen sein.“

Interessanter Punkt laut Heider in den Akten: „Ein Hofmusikus Schröter aus Schwerin hat hier investiert und starke Forderungen an den Herzog gestellt.“ Er habe verlangt, dass ein Großteil der Gebäude zwischen Schloss und Wollscheune zur Nutzung für ihn zu übergeben seien. „Er hat die Bauten für die Manufaktur benötigt und um die Gesellen unterzubringen“, sagt Heider. „Das führte zu Problemen in Doberan, weil es eine Wohnungsnot gab.“ Diese wird mehrfach in den Akten erwähnt. Es „wären gegenwärtig so viele Leute hieselebst die ein von den andern so gedrenget würden, daß welche wegen Ermangelung benöhtigter Wohnung, ohne dem sich von hier hinweg wieder begeben müsten“, heißt es 1762.

Hoffmansche Plan von 1750 (Ausschnitt) - Auch die Gebäude am Schlossplatz mussten für den Investor der Manufaktur freigezogen werden (der gesamte Plan von 1750, der sich im Landesamt für Kultur und Denkmalpfelge Schwerin befindet wurde erstmals Anfang 2020 veröffentlich im Band:

"Das Bad Doberaner Münster.

Bau – Geschichte – Kontext."

(Hrsg: Martin Heider, Christian Kayser)

Aus den Akten ginge zudem hervor, dass selbst im Schloss Webstühle gestanden haben, „es also Teil der Wollmanufaktur war“. Wichtige Erkenntnis: „1767 wurde nicht mehr produziert, 1768 wird noch beklagt, dass noch Webstühle stehen und der desolate Zustand des Schlosses beschrieben.“ Das Schloss, das am Standort des heutigen Gemeindehaus stand, wurde 1790 abgerissen.

(Fortsetzung im nächsten Beitrag)

 

 

Meditation vom Karfreitag und Ostersonntag


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Auf der Homepage der Ev.-Lutherischen Kirchengemeinde Bad Doberan

www.muenstergemeinde-doberan.de

sind auch jetzt noch jeweils eine Meditation vom Karfreitag und Ostersonntag abrufbar, die live aus dem Doberaner Münster übertragen wurden.

Am Karfreitag um 15:00 und am Ostersonntag um 9.30 Uhr waren jeweils eine halbe Stunde lang Musik und Texte zu hören und Bilder aus dem Doberaner Münster zu sehen.

 

 

Reiterstandbild im Münster wieder vollständig


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Die Ostsee-Zeitung berichtete: Wolfgang Hofmann hat die Sporen rekonstruiert / Sie waren 1945 verloren gegangen.

„Die Sporen sind verloren gegangen“, erläutert Münsterkustos Martin Heider. Wahrscheinlich durch Vandalismus in den Jahren 1945/1946. „Die Panzerspitzen der Roten Armee besetzen Doberan. (…) In die Kirche wird eingebrochen: Das Kreuz auf dem Altar zerschlagen, das Reiterstandbild v. Behr zerstört, die Altarbekleidung gestohlen“, ist in der Doberaner Pfarrchronik vom 2. Mai 1945 zu lesen. Andere Akten berichten laut Martin Heider von einem Einbruch 1946 in die Kirche:

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„Es kam zu schweren Schäden an der Reiterfigur des Samuel Behr. Sie wird ‚abgestürzt‘ und mit etlichen Abbrüchen aufgefunden, beim Hund ist ‚die Schnauze ab‘.

Auf historischen Fotos aus den 1890er- und 1920er-Jahren seien die Sporen noch erkennbar gewesen. Diese Bilder dienten Wolfgang Hofmann auch als Grundlage für die Rekonstruktion. „Es war genug zu erkennen“, sagt er. Jedes Teil der Spore wurde in Handarbeit extra angefertigt – vom Zahnrad bis zur Schraube. „Es gibt nichts aus der Schublade.“ Für den 71-Jährigen gehört das Rekonstruieren zum Alltag. In der Vergangenheit habe er reichlich solcher Anfragen gehabt.

Der Metallrestaurator hat schon mehrere Arbeiten für das Münster umgesetzt. So hat Wolfgang Hofmann beispielsweise die Außenleuchten am Haupteingang restauriert, ebenso die Schutzgitter über den Gräbern im Chorbereich.

Das Anbringen der Sporen geht schnell. „An den Hacken der Holzbeine ist ein Loch, da kommt der Stift rein“, sagt Wolfgang Hofmann und zeigt auf die entsprechende Stelle der Spore. Die Schrauben, angespitzt, werden dann ins Holz gedrückt.

Die Idee, die Sporen zu rekonstruieren, hatte der Kunsthistoriker Detlef Witt, der Fotos und Zeichnungen durchgesehen hatte. In Abstimmung mit dem Amt für Kultur und Denkmalpflege des Landes und den kirchlichen Baubehörden, sei die Idee umgesetzt worden, so Heider. Der Münsterbauverein finanziert die Rekonstruktion.

Samuel Behr war Hofmeister und Erzieher von Herzog Adolf Friedrich I von Mecklenburg-Schwerin. Er starb 1621.

Anja Levien


FOTOS:

1.) Metallrestaurator Wolfgang Hofmann bringt Sporen am Reiterstandbild im Münster Bad Doberan an.

2.) Die Sporen wurden komplett in Handarbeit gefertigt.

(Fotos: Anja Levien)

Quelle: Ostsee-Zeitung Dienstag, 31. März 2020

 

 

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