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Naturkundliche (Rund-)Wanderung im Quellental mit Besuch der vier ansässigen Kunsthandwerker in Glashagen


kindermünsterführer

Foto: © Volker Miske

(ca. 8 km, 4 h, mit Kaffeepause in Glashagen)


Das Quellental des Glashäger Baches überrascht mit einer Vielfalt von Lebensräumen sowie seltenen Tier- und Pflanzenarten. So wechseln sich Quellsümpfe mit Mineralboden- und Niedermoorwiesen ab; der Bachlauf wird von Erlen und Eschen, Seggen und Binsen und die Pfade oft von heimischen Laubhölzern gesäumt. Im Frühjahr blühen hier Teppiche von Anemonen, Scharbockskraut, Goldstern und Waldmeister. Im Spätsommer fallen die großen Bestände des schönen, aber giftigen Aronstabs ins Auge. Wasseramsel, Gebirgsstelze, Eisvogel, Grasfrosch, Waldeidechse und Fischotter fühlen sich hier wohl. Das Tal ist seit 1984 „Flächennaturdenkmal“ (FND).

Wir starten unsere Wanderung an den imposanten, bronzezeitlichen Großsteingräbern gegenüber dem Krankenhaus Bad Doberan. Dem ca. 1 km langen Plattenweg der „Büdnereireihe“ in Richtung Badenmühle folgend, wandern wir von dort auf schönen unbefestigten, oft Gehölz bestandenen Pfaden weiter nach Süden. Ab dem Lokal „Quellental“ führt unser Weg immer am Bach entlang. Nach wenigen hundert Metern stehen wir vor dem klassizistischen Quelltempel, aus dem seit 1908 das „Glashäger Mineralwasser“ gefördert wird. Schon die Zisterziensermönche des nahen Bad Doberan sollen diese eisen- und mineralstoffreiche Quelle genutzt haben.

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Weiter geht es, entlang des z.T. tief eingeschnittenen Bachtal, über eine große Wiese, bis zum kleinen Örtchen Glashagen Ausbau. Bei den vier hier ansässigen Künstlern (Töpferei, Glasbläserei, Porzellanstudio, Treib-Holzwerkstatt) gibt es viel Schönes und Phantasievolles anzusehen und ggf. zu erwerben. Im kleinen rustikalen Hof-Café der Töpferei Jung machen wir Rast bei leckerem Blechkuchen und einem Pott Kaffee. So gestärkt machen wir uns in nordöstliche Richtung auf den Rückweg, lassen Äcker und Wiesen sowie die Gaststätte „Quellental“ vorbeiziehen und erreichen, mit vielen neuen Sinneseindrücken, über die Büdnereireihe unseren Ausgangspunkt.

Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken!

Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen MVs!

Leitung: Dipl.-Biol. Ina Sakowski (www.ina-sakowski.de)

Wann: Samstag, den 06. und 13.8.2022 - 10-14:00 Uhr sowie auf persönliche Anfrage

Treff: Bad Doberan, gegenüber Parkplatz am Krankenhaus

Anmeldung erforderlich: 038295 / 724669 (AB), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Auf den Spuren der Zisterzienser-Mönche: Naturkundlich-historische Führung von Althof in den Hütter Wohld


kindermünsterführer

 

Die Ruine des großen Wirtschaftsgebäudes und eine kleine Kapelle mit dem Grab der 1172 verstorbenen Woizlawa werden zum Beginn der Führung besichtigt und geschichtlich erläutert.

Weiter geht’s auf einem schönen, baumgesäumten Hohlweg zum Hütter Wohld, wo wir auf einem alten Pilgerweg bis zum Pflanzgartenteich gelangen. Dieser gehört zu einer, von den Zisterziensermönchen vor ca. 750 Jahren errichteten Kette von ursprünglich mehr als 20 Stauteichen. Hier machen wir kurz Rast und erfahren Interessantes über die geologische Entstehung und naturräumliche Einordnung des 350 ha großen Waldgebiets, die ersten nachweisbaren Spuren menschlicher Besiedlung, das Gewässersystem und Abflussgeschehen sowie die Hydrologie und fischereiliche Nutzung.

Der Rückweg nach Althof verläuft im nördlichen, v.a. mit Altbuchen bestandenen Waldbereich, wo wir auf weichen Pfaden die Tier- und Pflanzenwelt entdecken und erleben werden.

Kurz vorm Einbiegen auf den alten Hohlweg umrunden wir ein schilfgesäumtes Stillwässer und werden an der Waldkante von großen Baumriesen gegrüßt.

kindermünsterführer

 

Im Hütter Wohld hat sich aufgrund des kleinräumigen Wechsels sehr unterschiedlicher Lebensräume eine einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl von gefährdeten und geschützten Arten entwickelt, so z.B. Bachneunauge, Rotbauchunke, Großer Abendsegler, Rotmilan, Gebirgsstelze, Edelkrebs, Mopsfledermaus und Grüne Waldhyazinthe. Daher wurde der der Wald 1999 als Naturschutzgebiet und 2004 als Europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen.

Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken!

Empfehlenswert ist im Anschluss ein schmackhafter Imbiss beim ansässigen Fischer!

Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen MVs!

Leitung: Dipl.-Biol. Ina Sakowski (www.ina-sakowski.de)

Wann: So, 28.8. + Sa 3.9. 2022, 10-13 Uhr  sowie auf persönliche Anfrage

Treff: Althof, Parkplatz an der Kloster-Ruine

Anmeldung erforderlich: 038295 / 724669 (AB), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Geistliche Abendmusiken im August 2022


Klosteranlage2.6.2018278

Freitags um 19.30 Uhr vom 1. Juli bis 4. November 2022

Der Eintritt ist frei – Spenden werden am Ausgang erbeten


Münsterklänge – hörbarer Glaube aus Tradition

Seit über 800 Jahren gibt es eine ununterbrochene kirchenmusikalische Praxis in Bad Doberan, seit ca. 400 Jahren die Pflege der Orgelmusik. Dort, wo früher die Zisterziensermönche ihre klösterlichen Gesänge anstimmten, erklingen heute in einzigartiger Akustik viele verschiedene Instrumente und Musikstile. So wie das Doberaner Münster als ehemalige Klosterkirche geistliches Leben sichtbar widerspiegelt, möchten wir dies auch „hörbar“ machen und auch die gute Botschaft verkündigen - natürlich vorrangig im Gottesdienst, aber auch freitags in den Geistlichen Abendmusiken.

Lange konnten aufgrund der Pandemie keine Kirchenmusiken im Münster stattfinden, so haben wir bewusst im letzten Jahr auf den Eintritt von 10,- EUR verzichtet und ALLE herzlich zu Abendmusiken eingeladen. Diese gute Erfahrung möchten wir beibehalten und bitten Sie umso herzlicher um eine wertschätzende Kollekte am Ausgang, damit die Künstler entsprechend honoriert werden können, auch gerade in Zeiten höherer Fahrtkosten.


Alle Termine der Abendmusiken hier >>

 

 

Freitag 5. August 2022 19.30 Uhr – MUSIKALISCHE REISE DURCH EUROPA


Auf den Spuren der Zisterzienser

mit Werken von Vivaldi, Mendelssohn, Tschaikowsky, Chopin, Schubert u.a.

Anna Gaschler (Violoncello), Hanno Schiefner (Orgel/Klavier)

Hinter der Geschichte des Zisterzienserordens verbergen sich nicht nur höchst beeindruckende Lebenswelten, sondern auch wertvolle kulturelle Errungenschaften, die noch heute in uns nachklingen. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Ordensregeln reisten die Zisterzienser Mönche zu ihrer Zeit durch verschiedenste Länder und prägten dort durch Innovationskraft und Entdeckergeist die wirtschaftliche Entwicklung Europas entscheidend mit. Schubert, Bloch, Saint-Saëns u.a. Lassen Sie uns die einzelnen Stationen der Zisterzienser auf einer musikalischen Reise gemeinsam entdecken und dabei auf die großen Komponisten unserer Zeit treffen!

Freitag 12. August 2022 19:30 Uhr – DURCH DEN WIND


Orgelmusik aus verschiedenen Jahrhunderten

mit Werken von Bach, Scheidt, Pachelbel, Vetter, Hesse, Bunck, Jucker u.a.

Lukas Klöppel (Orgel)

An der großen Schuke-Orgel musiziert der Thüringer Organist und Kirchenmusiker Lukas Klöppel, der seit 2018 an der Universität für Musik und darstellende Kunst zu Wien bei Prof. Johannes Ebenbauer studiert. Dort ist er auch bereits Kirchenmusiker der Pfarren „Maria im Ellend“ in Wien-Leopoldau (seit Mai 2019), sowie seit Oktober 2020 Kirchenmusiker der Pfarre „Johannes der Täufer“ in Mannswörth. Unter dem Titel „Durch den Wind“ wird Musik aus verschiedenen Jahrhunderten zu hören sein, darunter auch Werke, die nur sehr selten aufgeführt werden.

 

 

Freitag 19. August 19.30 Uhr – MANIGEM HERZEN


Mittelalterliche Gesänge und Lieder in einem neuen Gewand

ENSEMBLE NU:N:

Cora Schmeiser (Gesang/Rezitation), Gert Anklam (Saxophone), Falk Zenker (Gitarre/Liveelektronik)

Das Ensemble Nu:n verbindet die zeitlose Schönheit und spirituelle Kraft mittelalterlicher Musik mit gegenwärtigen Klängen und Improvisationen. Es erklingt höfische Musik wie sie in den mittelalterlichen Burgen erklungen haben könnte, als auch geistliche Gesänge von Hildegard von Bingen, bzw. aus der Zeit der Romanik und Gotik. Leidenschaftlich behutsam greift Nu:n diese historische Musik auf und inszeniert sie in ihrem inspirierendraffinierten Crossover aus Alter Musik, Jazz, Weltmusikmoderne im Hier und Jetzt.

Freitag 26. August 19.30 Uhr – SCANDINAVIA


Barocke Kantaten und Kammermusik von der Ostsee

mit Werken von Buxtehude, Hanff, Bertouch, Düben, Geist

Karsten Henschel (Countertenor)

ENSEMBLE CONCERTO GIOVANNINI (Violine, Gambe, Continuo)

Die reiche Musiktradition des Nordens ist bis heute in einer prächtigen schwedischen Notenbibliothek in Uppsala (Schweden) abgebildet. Die dort entdeckten Werke sind von virtuoser Stärke, raffinierter Schönheit und singender Fülle. Der junge Johann Sebastian Bach unternahm sogar eine lange Wanderung bis nach Lübeck, um dort Buxtehudes Wirken und damit die Musik des Nordens im ausgehenden 17. Jahrhundert kennenzulernen. Es ist Musik tiefer Andacht, es sind jubelnde Kantaten und Lieder voller Witz und Lebenslust, sie sorgen für Kontraste und eine Moderation zu den Werken führt durch das Programm.Lassen Sie sich eine gute Musikstunde verzaubern von „Scandinavia – Ostseebarock“!

 

 

 

Veranstaltung mit Herzogin Donata von Mecklenburg


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Der Verein Althof e. V. und die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Doberan laden zu einer Veranstaltung zum Gedenken an die Fürstin Woizlawa am 20.08.2022 um 15.00 Uhr in die Kapelle Althof ein.


Thema:

"Über die Urahnin des mecklenburgischen Fürstenhauses und ihre Nachfahren heute"


Referenten:

Donata Herzogin zu Mecklenburg von Solodkoff

Münsterkustos Martin Heider

Die Teilnahme ist aufgrund der begrenzten Platzanzahl nur nach Voranmeldung möglich.

Anmeldung:

Tel. 038203-62716 (Doberaner Münster) oder

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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Großzügige Förderung von Bund, Land, Kirche für Sanierung


Der Erhalt des Doberaner Münsters ist ein Gemeinschaftswerk vieler Generationen. Seit dem Jahr 2002 läuft eine weitere große Restaurierungsphase, die in den nächsten drei Jahren von 2022 bis 2024 noch einmal intensiviert wird.

 

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Hauptschwerpunkt sind die Sanierung der Ober- und Unterseiten der Deckengewölbe, die Reinigung und Sicherung der Innenausmalung der oberen Wandflächen, die im Kontext der Gewölbesanierung idealerweise mit eingerüstet werden können, sowie statische Sicherungsarbeiten im Dachbereich des Langhauses.

Im Dachbereich wird in Vorbereitung der Gewölbesanierung die Oberseite der Deckengewölbe gereinigt, zu einem späteren Zeitpunkt die geschädigten Holzoberflächen der Dachkonstruktionen.

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Bauliche Reste der 1232 geweihten romanischen Vorgängerkirche befinden sich in der Westwand des südlichen Seitenschiffs des im späten 13. Jahrhundert erbauten gotischen Münsters. Dort erfolgt aufgrund der hohen historischen und bauhistorischen Bedeutung eine behutsame Restaurierung schadhafter Fugen und Mauersteine. Im Vorfeld wird der Bestand durch 3D-Photogrammetrie erfasst. Weiterhin soll die Sanierung des Fußbodens im Chorumgang fortgesetzt werden, im östlichen und südlichen Bereich und später in der Vierung.

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Zur bedeutenden Innenausstattung zählen die durch Feuchtigkeit und Salze geschädigten Gedenktafeln in den Wandflächen der Johann-Albrecht-Kapelle im Chorumgang. Deren Demontage, Restaurierung und luftumspülte Montage ist bis 2024 vorgesehen. Diese Maßnahme ist schon allein aufgrund der Größe der Platten eine konstruktive Herausforderung.

Das Münster soll durch die große Instandhaltungsmaßnahme weiter nach hohen denkmalpflegerischen Kriterien im Bestand gesichert, saniert bzw. restauriert und somit für zukünftige Generationen erhalten werden.

 

 

 

1,8 Mio. Euro Gesamtinvestition im Bauabschnitt 2022-2024


Insgesamt werden für diese umfänglichen Arbeiten über drei Jahre 1,8 Millionen Euro investiert, die größte Investitionssumme in einer Teilmaßnahme am Münster seit 35 Jahren überhaupt.

 

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Seit fünf Jahren arbeitet die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde gemeinsam mit den kirchlichen Bauverwaltungen, der staatlichen Denkmalpflege und den fördernden Institutionen bei Bund und Land an der Finanzierung dieser Maßnahme. Um alle dringenden Sanierungsmaßnahmen im Doberaner Münster in einer großen Sanierungsphase erledigen zu können und gleichzeitig die begrenzten Eigenmittel - coronabedingt gab es größere Einnahmeausfälle aufgrund des ausbleibenden Tourismus - effektiv für das Münster nutzen zu können, wurde die ursprünglich kleiner geplante Maßnahme deutlich erweitert, durch Maßnahmen, die ursprünglich für ein viertes und fünftes Jahr geplant waren.

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Die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, hat Fördermittel in Höhe von bis zu 900.000 Euro bewilligt. Durch die dankenswerte Unterstützung von Mitgliedern des Deutschen Bundestages, welche die Sanierungsmaßnahmen im Doberaner Münster ins Gespräch gebracht haben, wurden hierfür im parlamentarischen Verfahren für den Bundeshaushalt 2020 sowie 2021 mit Beschluss des Haushaltsausschusses Mittel in den Bundeshaushalt eingestellt. Dies war eine Entscheidung für den Kultur- und Denkmalschutz in Mecklenburg-Vorpommern, von der auch mehrere Institutionen im Kulturtourismus profitieren. Die aktuelle Bundesregierung setzt nun dieses Engagement fort.

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Nun liegt seit einigen Wochen der Förderbescheid des Ministeriums für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern über 300.000 Euro aus dem Strategiefonds vor.

Der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Mecklenburg gibt aus Patronatsmitteln denselben Betrag.

Die Eigenmittel der Kirchengemeinde aus dem Münsterhaushalt inkl. Spenden und Zuweisungen aus dem Münsterbauverein Bad Doberan e.V. betragen ebenfalls 300.000 Euro. Damit ist die Finanzierung gesichert, die Arbeiten können beginnen.

 

 

 

Ausschreibungsverfahren und Baubeginn

Aufgrund der Genehmigung des vorzeitigen Vorhabenbeginns durch das Landesförderinstitut MV und die ansonsten schon vorliegenden Förderbescheide konnten die Ausschreibungsformalitäten für die ersten großen Gewerke bereits abgeschlossen werden.

So begannen am Montag dem 18. Juni die Gerüstarbeiten. Diese werden aufgrund der Raumhöhe und der Komplexität des Aufbaus sechs Wochen dauern. Der Kirchenraum unter der Gerüstebene wird nach der Gerüststellung weiter nutzbar sein.

Der Chorraum mit Ausstattungsstücken wie dem Hochaltar, dem Sakramentsturm und dem Marienleuchter soll auch während des monatelangen ersten Instandsetzungsabschnitts zugänglich sein.

Am 18. Juni startete auch die Reinigung der Oberseite der Deckengewölbe. Räumliche Einschränkungen bei Gottesdiensten, Führungen, Besichtigungen und Veranstaltungen sind unumgänglich, dienen aber dem zukünftigen Erhalt und der dauerhaften Nutzung.

Wir sind sehr dankbar für die großzügige Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland, das Land Mecklenburg-Vorpommern und den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg in der Nordkirche!

 

 

 

 

Gewölbesanierung Chorraum – Spenden- Patenschaftsaktion


 

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Werden Sie Pate / Patin für die Restaurierung eines kleinen Teilabschnitts des Deckengewölbes ab 10 Euro pro 400 Quadratzentimeter (20 x 20cm).

  • Patenschaft Restaurierung Gewölbe
    20x20cm = 10 €
  • Patenschaft Restaurierung Gewölbe
    1/2 Quadratmeter = 125 €
  • Patenschaft Restaurierung Gewölbe
    1 Quadratmeter = 250 €

Die Teilabschnitte werden auf dem 2x1 großen Transparent im Münster markiert. Wenn Sie möchten, kommen Ihr Name (und Wohnort) auf eine Spenderliste im Münster.

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag zum Erhalt des Doberaner Münsters!

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Gewölbesanierung Chorraum 2022/23 ohne Gerüstkosten: ca. 49.000 €

Gewölbefläche Chorraum: 195 Quadratmeter

Gerüstkosten Chorraum: ca. 192.000 €

Nachdem die statische Sicherung bereits abgeschlossen wurde, ist nun die Sanierung der Ober- und Unterseite der Deckengewölbe der Hochschiffe inkl. Rissen, Putz und Ausmalung notwendig.

Nach den deutlichen Einnahmeausfällen aufgrund des massiven Rückgangs des Tourismus in der Coronapandemie sind wir für jede Unterstützung besonders dankbar.

LuebeckerKreuz DetailSchaf

 

Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung:

  • die Übernahme einer Patenschaft für die Restaurierung eines Teilabschnitts
  • mit einer Einzahlung an der Münsterkasse erhalten Sie gleich einen Spendennachweis (Bon) und Ihre Patenschaftsurkunde
  • für Summen ab 200 Euro benötigen Sie für die Steuererklärung beim Finanzamt eine Spendenbescheinigung, die wir Ihnen gern ausstellen (dazu brauchen wir Ihre Anschrift)
  • Überweisung eines Patenschaftsbetrags/Spende an Spendenkonto Restaurierung: IBAN: DE12 5206 0410 0005 3501 15, Kennwort: „Gewölbe Münster“
  • Einwurf einer selbstgewählten Spende in den Bauopferstock

 

 

 

 

Noch je 20 Exemplare Silber-Medaillen "Fürstin Woizlawa"


 

Kapeele Althof

Kapeele Althof

Nach der Jubiläumsmedaille 2021, anlässlich 850 Jahre Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof, gibt es nun im Jahr 2022 eine ganz neue Prägung, anlässlich 850 Jahre Bestattung der Fürstin Woizlawa. Sie ist in zwei Ausführungen erschienen, in Feinsilber (999/1000) und einem versilberten Eisenkern. Die Nachfrage ist gut. Es sind derzeit nur noch rund 20 Exemplare je Ausführung im Münster erhältlich.

Die Jubiläumsmedaille von 2022

1172 starb Woizlawa, Gemahlin des Landesherrn Pribislaw. Die AlthöferZiegelinschrift nennt sie „Herrin des Landes und Gründerin dieses Klosters“ und „in großem Glauben strahlend“. Die Medaille hat einen Durchmesser von etwa 35 mm. Sie erscheint in zwei Ausführungen, in Feinsilber (999/1000) und einem versilberten Eisenkern.

Sie zeigt die älteste bildliche Darstellung der Kapelle Althof um 1820, als sie noch Backhaus war, sowie die heutige Gestaltung der Grabstätte der Fürstin Woizlawa. Die Umschrift verweist auf diese „Erste fürstliche Bestattung im Kloster Doberan“.

Die Gestaltung der Medaille entstand in Kooperation zwischen der Künstlerin Uta Ehlers, Jürgen Hamann (Münzfreunde) und der Münsterverwaltung. Herausgeber der Medaillen 2021/22 ist die Münsterverwaltung der Ev.-Luth. Kirchengemeinde im Zusammenwirken mit der Interessengemeinschaft „Doberaner Münzfreunde“.


Verkaufsdaten dieser und weiterer Medaillen

2022
Versilbert – 15,00 Euro (erhältlich im Münster)
2022 Feinsilber – 60,00 Euro (erhältlich im Münster)
2021
Altmessing, 850 Exemplare – 10,00 Euro (erhältlich im Münster)
2021 Feinsilber, 85 Exemplare – 40,00 Euro (ausverkauft)
1971
Kupfer (Restbestand) – 15,00 Euro (erhältlich über die Münzfreunde s. u.)

Bezug der Medaillen 2021/2022 im Doberaner Münster (Tel. 038203 62716),

der Medaille 1971 nur über die Doberaner Münzfreunde (Jürgen Hamann, Tel. 038203 17728)
 

 

 

 

Neu! Kalender Doberaner Münster 2023


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Erster Doberaner Münster-Wandkalender enstanden. Der Verkaufspreis von 12 Euro enthält 5 Euro zugunsten der Restaurierung der Deckengewölbe im Chorraum.

Wiederholt fragten Einheimische und Gäste nach einem Münster-Kalender. Bislang war das Münster in verschiendenen thematischen Kalendern mit einem Motiv vertreten. Nun ist erstmals ein Doberaner Münster-Wandkalender enstanden, dies im Kontext der Spendenaktion Deckengewölbe. Die Größe ist A3. Der Titelseite (Abb.) folgen zwölf Monatsseiten.

Diese enthalten kurze Infos zum jeweiligen Motiv. Einige der Motive haben einen inhaltlichen Bezug zu Feiertagen im jeweiligen Monat. So zeigt das April-Motiv in Bezug auf Karfreitag die Darstellung der Kreuzigung Christi (Hochaltar um 1300), das Oktober-Motiv in Bezug auf den Reformationstag die Grabplatte des ersten hauptamtlichen lutherischen Pastors in Doberan, Magister Hermann Kruse, und das Dezember-Motiv die Darstellung der Geburt Christi (Kreuzaltar um 1370).

Andere Monate zeigen u. a. eine Außenansicht des Münsters von Westen, die Grabfigur der dänsichen Königin-Regentin Magarethe Sambiria (gestorben 1283) sowie die monumtale Grabanlage für Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg und seine Frau Anna-Maria von Ostfriesland (um 1634).

Der Kalender ist sicher auch eine schöne Geschenkidee. Kürzlich traf eine weitere Lieferung ein, nachdem die erste kleine Auflage weitestgehend verkauft war. Er ist im Doberaner Münster erhältlich.


Verkaufspreis: 12,00 Euro.

Inkl. Erlös für die Gewölbesanierung: 5 Euro.

Der Versand ist zzgl. der Versandkosten möglich.

Fotos und Gestaltung: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

 

Gottesdienste und Andachten im August 2022


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Herzliche Einladung zu folgenden Gottesdiensten und Andachten:


Sonntags 9.30 Uhr

Gottesdienst im Münster

Mittwochs 12 Uhr

Mittagsgebet im Münster

abrufbar unter (038203) 549199

Donnerstag 04. August  19.30 Uhr

Taizéandacht im Münster

Donnerstag 11. August 8 Uhr

Mette (Morgenandacht) im Münster

Freitags 13.30 Uhr

Klimaandacht in Stille im Münster

Sonnabend 19.00 Uhr

Abendandacht Kapelle Heiligendamm

Sonnabend 13.08.  9:00 Uhr19.00 Uhr

Einschulungsgottesdienst der Christlichen Münsterschule im Münster

Sonnabend 04.09. 11:00 Uhr

Katholische Wallfahrt im Münster

Sonntag 25.09. 09:30 Uhr

Gottesdienst zum Konfirmationsjubiläum im Münster


Änderungen vorbehalten!

Weitere Informationen auf der Homepage der Kirchengemeinde >

 

 

Neue Silber-Jubiläumsmedaille "Fürstin Woizlawa"


Nach der Jubiläumsmedaille 2021, anlässlich 850 Jahre Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof, gibt es nun im Jahr 2022 eine ganz neue Prägung, anlässlich 850 Jahre Bestattung der Fürstin Woizlawa.

Sie erscheint in zwei Ausführungen, in Feinsilber (999/1000) und einem versilberten Eisenkern, erhältlich ab 6. Juli 2022 im Münster.

In Bezug auf den Gründungsort des Klosters Doberan sind bislang insgesamt drei Medaillen entstanden.

Die Jubiläumsmedaille von 1971

1971 ergriffen einzelne Mitglieder der „Doberaner Münzfreunde“, damals noch Fachgruppe Numismatik beim Kreisverband des Kulturbundes der DDR, die Initiative zur Herausgabe einer Jubiläumsmedaille zum 800. Jahrestag der ersten Klostergründung. Diese Medaille mit 30 mm Durchmesser zeigt das Siegel des Klosters Doberan und eine der vielen Rosetten aus dem Chorgestühl des Münsters, verweist jedoch nicht auf Althof.

Die Medaille wurde zum Politikum. Die Münze Berlin vernichtete in Abstimmung mit dem Rat des Bezirks Rostock noch vor dem 9. Juli die Prägewerkzeuge. Wohl etwa 2.000 Medaillen in Kupfer und etwa 50 in Silber überstanden die Kompetenzstreitigkeiten zwischen Staat und Kirche. Als Rarität tauchten wenig später auch Stücke bei westdeutschen Sammlern auf.

 

 

 

Kapeele Althof

Foto: Sven Jantzen

Die Jubiläumsmedaille von 2021

2021, zum 850-jährigen Gründungsjubiläum entstand eine Jubiläumsmedaille, die den Entstehungsort des Klosters würdigt.

Sie erwähnt den Ort Althof und zeigt die an historischer Stelle stehende Kapelle.

Die Medaille selbst hat einen Durchmesser von etwa 35 mm und besteht aus einem Eisenkern, der altmessingfarben patiniert wurde. Die zwei nachgestalteten kleinen Kacheln aus der Grabstelle der Fürstin Woizlawa stellen eine Verbindung zu ihrem Gatten Pribislaw her. Das Eichenlaub stellt einen Hinweis auf die aus Holz gebaute Anlage dar.

Entsprechend des Jubiläums ist die Auflage auf 850 Exemplare limitiert (erhältlich im Münster). Des Weiteren gab es 85 Exemplare in massivem Feinsilber (bereits ausverkauft).

 

 

Kapeele Althof

Kapeele Althof

Die Jubiläumsmedaille von 2022

Auch 2022 wird einem wichtigen Ereignis in der Kloster- und Landesgeschichte eine Medaille gewidmet. 1172 starb Woizlawa, Gemahlin des Landesherrn Pribislaw. Die Althöfer Ziegelinschrift nennt sie „Herrin des Landes und Gründerin dieses Klosters“ und „in großem Glauben strahlend“.

Die Medaille hat einen Durchmesser von etwa 35 mm. Sie erscheint in zwei Ausführungen, in Feinsilber (999/1000) (es wurden 50 Exemplare gefertigt) und einem versilberten Eisenkern (es wurden 40 Exemplare gefertigt).

Sie zeigt die älteste bildliche Darstellung der Kapelle Althof um 1820, als sie noch Backhaus war, sowie die heutige Gestaltung der Grabstätte der Fürstin Woizlawa. Die Umschrift verweist auf diese „Erste fürstliche Bestattung im Kloster Doberan“.

Die Gestaltung der Medaille entstand in Kooperation zwischen der Künstlerin Uta Ehlers, Jürgen Hamann (Münzfreunde) und der Münsterverwaltung.

Herausgeber der Medaillen 2021/22 ist die Münsterverwaltung der Ev.-Luth. Kirchengemeinde im Zusammenwirken mit der Interessengemeinschaft „Doberaner Münzfreunde“.

Da die Information über die Lieferung erst kurz vor Redaktionsschluss eintraf und die Medaillen noch nicht vor Ort vorliegen, werden hier Entwurfszeichnungen gezeigt, an denen es noch geringfügige Änderungen gab.

 


Verkaufsdaten der Medaillen

2022
Versilbert (erhältlich ab 6. Juli 2022) – 15,00 Euro (im Münster)
2022 Feinsilber (erhältlich ab 6. Juli 2022) – 60,00 Euro
2021
Altmessing, 850 Exemplare – 10,00 Euro (im Münster)
2021 Feinsilber, 85 Exemplare – 40,00 Euro (ausverkauft)
1971
Kupfer (Restbestand) – 15,00 Euro

Bezug der Medaillen 2021/2022 im Doberaner Münster (Tel. 038203 62716), der Medaille 1971 nur über die Doberaner Münzfreunde (Jürgen Hamann, Tel. 038203 17728)
 

 

 

Instandsetzung und Restaurierung am Doberaner Münster


LuebeckerKreuz DetailSchaf

Seit Generationen wird nahezu ununterbrochen intensiv am Doberaner Münster restauriert und instandgesetzt. In den letzten rund 20 Jahren wurden mehr als fünf Millionen Euro in den Erhalt des Münsters und seiner reichen Originalausstattung investiert, auch Dank vieler Spenden, Zuweisungen vom Münsterbauverein und Fördergeldzuweisungen.

Zu den Maßnahmen gehörte in diesem Jahr die Wiederherstellung des durch Sturm geschädigten Kugellagers am Wetterhahn durch die Firma TSP-Spezialbau Drechow (Foto: TSP).

Nun steht im Juli 2022 der Beginn weiterer größerer Instandsetzungsarbeiten an. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden rund 1,8 Millonen Euro investiert.

Jede Spende hilft bei der Realisierung.

Herzlichen Dank!


Spendenkonto Restaurierung Doberaner Münster

IBAN: DE38 5206 0410 0505 3501 15

BIC: GENODEF1EK1


 

 

 

Tag der Backsteingotik lockte in 20 Städten viele Besucher


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Mariä-Himmelfahrts-Kirche (polnisch: Kościół farny pw. Wniebowzięcia NMP) Foto: Elżbieta Pawelec.

Backsteine für alle Sinne


Am 18. Juni 2022 nahmen 20 Städte aus Polen und Deutschland am "Tag der Backsteingotik" teil. Die Aufmerksamkeit von Besuchern und Presse ist weiter gewachsen. Auch das Doberaner Münster war samt Beinhaus und Bibliothek dabei.

Mit 20 Städten der Europäischen Route der Backsteingotik luden mehr als in den Vorjahren zu besonderen Aktionen, spannenden Führungen und exklusiven Einblicken ein. Zum Vergleich: 2021 waren es 17 Städte, 2020 nur 14 Städte, 2019 18 Städte, 2018 11 Städte.

Nach dem ersten Feedback, welches die Geschäftsführerin des Vereins Europäische Route der Backsteingotik, Edith Kowalski, aus verschiedenen Städten (u. a. Gdansk, Greifswald, Lüneburg, Parchim, Plock und Prenzlau) erhielt, waren die Veranstaltungen sehr gut besucht. Es waren außerordentlich interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, mit denen die Organisatoren tolle Gespräche geführt haben.

Einen Einblick und zahlreiche Fotos sind zu finden auf Facebook > und Instagram >.

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Die gotischen Speicher sind das Wahrzeichen von Graudenz.

"Es haben wieder sehr viele Leute privat Fotos der backsteingotischen Sehenswürdigkeiten gepostet und den Verein Europäische Route der Backsteingotik insbesondere auf Instagram verlinkt. Auf Instagram hat der Verein dadurch jetzt 4.214 Follower, die regelmäßig für die Backsteingotik auf der Route begeistert werden.", so Edith Kowalski.

Die Pressemitteilung wurde in verschiedenen Städten aufgegriffen, auch so viel wie noch nie.

Erstmals hat der NDR den Tag der Backsteingotik angekündigt und auf die Europäische Route der Backsteingotik verwiesen. Es entstand ein Radiobeitrag über „Backsteingotik in Chelmno und Grudziadz  – Auf den Spuren des Mittelalters und der Hanse entlang der Europäischen Route der Backsteingotik“ bei MDR Sachsen - das Sachsenradio, und jetzt auch online als Audioslideshow zum Nachhören mit Impressionen.

Im NDR-Nordmagazin wurde noch am Abend der Veranstaltung ein Beitrag aus Bad Doberan gesendet.

Weitere Informationen auf der Homepage der Europäischen Route der Backsteingotik >

 

 

850 Jahre – Bestattung der Fürstin Woizlava (†1172)


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Das Beinhaus fand auf dem "Tag der Backsteingotik" wieder großes Interesse. Es bestehen in der Regel viele Fragen der Besucher zur ehemaligen Nutzung, Bedeutung, Gestaltung und vor allem zu den Wandmalereien. Für diesen Tag wurde ein zweiseitiges Informationsblatt mit wesentlichen Informationen zusammengestellt, die für Sie nun auch hier im Newsletter zugänglich gemacht werden.

Bedeutung, Geschichte, Nutzung

Das Beinhaus (Karner) auf dem ehemaligen Mönchsfriedhof diente als letzte Ruhestätte der Mönchsgebeine im Kellergewölbe, die bei der Neuanlegung von Grabstellen entdeckt wurden. Es wurde als Kapelle zu Toten- und Seelenmessen genutzt. Im Stil der frühen Gotik, mit spätromanischen Ornamenten, wurde es wohl um 1240/50 erbaut. Im Inneren befinden sich Wandmalereien mittelalterlichen Ursprungs, die im 19. Jahrhundert stark übermalt wurden.

Dargestellt sind u. a. die Klugen und Törichten Jungfrauen als weltgerichtsbezogenes Thema und Christus mit einigen Jüngern. Der Altar ist dem Seelenbegleiter und -wäger St. Michael geweiht. Heute ist das Doberaner Beinhaus neben dem Karner in Hardehausen (bei Paderborn) das einzig erhaltene in Norddeutschland.

 

 

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Spätestens im 18. Jahrhundert diente das Gebäude als Kalkkammer und blieb auch deshalb erhalten. Der Archivar und Altertumsforscher Friedrich Lisch schrieb in den 1850er Jahren: „Die ganze Ausstattung der Kapelle, wie in Mecklenburg an Geist und Ausführung noch kein zweites Mal bekannt geworden ist, verdient die höchste Aufmerksamkeit und Pflege".

1883 wurde unter dem Baumeister Gotthilf Ludwig Möckel die Totenleuchte in neogotischen Formen rekonstruiert, 1977/78 aus materialtechnischen Gründen wieder entfernt. Die Totenleuchte diente nach mittelalterlicher Vorstellung zum Verjagen der bösen Geister und zur Ruhe der armen Seelen. Der Einbau der Bänke geht auf die spätere Nutzung als Taufkapelle zurück.

Architektur – Außen

Das Äußere des Baus wird bestimmt von mit kräftigen Wulsten eingefassten, leicht gespitzten, schmalen, hohen Fenstern (Übergang von Spätromanik zur Frühgotik). Die Rosette entstand erst im 14. Jahrhundert. Das durchbrochene Muster der Rosette ist aus der Hau-Stein-Ornamentik (behauener Stein, z. B. Sandstein) abgeleitet. Die Ecken sind mit kräftigen Säulen und mit kleinen, Kreuze tragenden Pyramiden bekrönt. Der Fries im spätromanischen Stil besteht aus Kreissegmenten (vgl. dagegen den gespitzten gotischen Fries am Münster aus der Zeit um 1280/90).

Architektur - Innen

Die architektonischen Elemente im Inneren sind in kräftige Wulste eingefasst. Eine große hohe Rundung befindet sich im Gewölbe. Darüber der Tambor von der nicht mehr vorhandenen gemauerten Totenleuchte, die Fenster enthielt (heute in den unteren Fenstern verarbeitet). Die Konsolen, mit verschiedenem Laubwerk im Relief, tragen starke Gewölberippen. Der Backstein ist mit einem alten dünnen porzellanharten, glatten grauen Putz versehen, der stellenweise stark unter der hohen Feuchtigkeit und der Anreicherung der Wände mit Salzen litt.

Die Ausmalung an den Architekturelementen

Die Wulste, die Laibung nach innen und die Wandflächen über den Gewölbekappen und -rippen sind verputzt und rot mit weißen Streifen, zur Nachahmung des Ziegelbaus, bemalt. Im Ursprung mittelalterlich, wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine dreifache Übertünchung der Wände festgestellt.

Die figürlichen Darstellungen

In der unteren Ebene aus einem biblischen Gleichniss, auf das Weltgericht bezugnehmend, die fünf törichten Jungfrauen, meistens mit rötlichen Umrissen auf grau gemalt, alle mit traurigen Gebärden, teilweise eine Hand an den gesenkten Kopf gelegt. Daneben, im 19. Jahrhundert neu gestaltet, Gottschalk, Fürst der Obotriten (gestorben 1066). Über den Figuren Weihekreuze.

Darüber die fünf klugen Jungfrauen, erhaben und schön, mit runden antiken Lampen, aus denen eine große Flamme emporschlägt. Auf der Brust zum hochzeitlichen Schmuck ein großes Juwel in rhombischer Gestalt. An der sechsten Wand rechts steht eine Jungfrau mit einem Schwert in der Hand, die Heilige Katharina.

Über den Jungfrauen knien Gestalten, welche die Arme ausbreiten, um anzubeten oder die Konsolen zu stützen. Im Deckengewölbe sieben Apostel (u. a. wohl Matthäus, Petrus, Philippus, Johannes, Paulus und Bartholomäus) und Christus. Über der Tür Christus der Gekreuzigte, daneben seit dem 19. Jahrhundert Kirche und Synagoge als Frauengestalten.

Martin Heider


 Informationen über die Restaurierung des Beinhauses siehe den nächsten Beitrag >

 

 

Informationen über die jüngsten Restaurierungsarbeiten


Die jüngsten Instandhaltungs- und Restaurierungsarbeiten fanden am Beinhaus von 2002 bis 2010 statt.

Für den dauerhaften Erhalt von Putz und Wandmalereien sind weitere konservatorische Maßnahmen notwendig.

 

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Schäden/Wandmalerei

(Schadensumfang 2002 – Auszug)

  • hohe Feuchtigkeit und Salzgehalt in Mauerwerk und Malschicht
  • starke Salzausblühungen
  • teilweise Totalverlust von Malschicht und Putz
  • Malschicht geht durch Bindemittelabbau verloren
  • großflächige Hohllagen zwischen Mauerwerk und Putz
  • Einfluss durch Mikroorganismen und Luftfeuchtigkeit

Von 2002-2006 erfolgte Maßnahmen

  • Bestandsaufnahme und Sicherung der Malerei an den Innenflächen des Umfassungsmauerwerks
  • Sanierung des Mauerwerks von außen, einschließlich Sockel und Treppe
  • Erneuerung der Fensterverglasung
  • Malschicht reinigen und festigen
  • Ausbrüche und Abbruchkanten sichern
  • Hohllagen im Putzgefüge konsolidieren
  • Mauerwerk, Putz und Malschicht salzreduzieren
  • "weichen" Putz in ziegelsichtige Teilbereiche einsetzen

Kosten des Bauabschnitts 1: ca. 70.000 € - Finanzierung: 50 % Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 25 % Land Mecklenburg-Vorpommern, 25 % Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Bad Doberan

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2007/2008 erfolgte Maßnahmen

als Teilabschnitt der weiteren Restaurierung

  • Kontrolle und erneute Sicherung der Wandmalereien
  • Planung und Umsetzung einer Wandtemperierung, da die Wände eine sehr hohe Salzkonzentration und einen hohen Feuchtegehalt aufwiesen. Durch eine Verbesserung des Raumklimas wurde ein für die Wandmalereien weitgehend stabiler Zustand hergestellt, der es ermöglichte, die Wandmalereien langfristig zu sichern, zu restaurieren und zu erhalten. Durch eine Temperierung über eine Sockelleiste wurde eine allmähliche Austrocknung der Wandoberfläche erreicht.
  • Restaurierung und Instandsetzung der von Gotthilf Ludwig Möckel entworfenen Totenleuchte
  • Instandsetzung der schmiedeeisernen Gittertür, der Holzpforte, des Fußbodens
  • Restaurierung des Altarreliefs

Kosten des Bauabschnitts 2: ca. 30.000 € - Finanzierung: Bund, Land, Ev.-Luth. Kirchgemeinde

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2010 erfolgte restauratorische Maßnahmen

  • Kontrolle, Sicherung und Restaurierung der Wand- und Gewölbemalereien
  • Instandsetzungsarbeiten an Paneelen und Bänken

Kosten Bau- und Restaurierungsabschnitt 2010: ca. 70.000 €. Die Arbeiten wurden im August 2010 abgeschlossen.

Ausführender Restaurator: Boris Frohberg (Berlin).

Finanzierung: 10.000 Euro Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt und Spenden, 45.000 Euro vom Bund zum Erhalt National bedeutender Denkmäler, 15.000 Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern (inkl. anteiliger EU-Förderung).

Die Aufnahme des Beinhauses in die Liste national bedeutender Denkmäler erfolgte im Februar 2002. Damit wurde die Förderung durch den Bund möglich.

Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde stellte die erforderlichen Eigenmittel, ergänzt durch Spenden, zur Verfügung.

 

 

Wartungs- und Pflegemaßnahmen weiterhin erforderlich

Nun, zwölf Jahre nach der Restaurierung, werden weitere konservatorische Maßnahmen an den Putzen und der Wandmalereien notwendig, um den restaurierten Zustand zu erhalten und, mit vergleichbar geringem Aufwand, größere Folgekosten zu vermeisen. Wir sind daher für Spenden zum Erhalt dieses Kleinods der Backsteingotik sehr dankbar.

Spendenkonto:


Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde
Evangelische Bank
IBAN: DE12 5206 0410 0005 3501 15
Verwendungszweck: "Spende Beinhaus".

Informationen:


Kustos Martin Heider, Klosterstraße 2, 18209 Bad Doberan
Tel: (038203) 779590
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Münsterverwaltung im Juni 2022, Martin Heider

 

 

Wieder Kindermünsterführungen im Doberaner Münster


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"Kinder führen Kinder" im Juli und August jeden Samstag um 11 Uhr. Mit spielerischen und praktischen Sequenzen führen Kindermünsterführer seit einigen Jahren Gruppen durchs Doberaner Münster. Im nächsten Schuljahr beginnt ein neuer Kurs zur Ausbildung neuer Kindermünsterführer.

Nach zweijähriger coronabedingter Pause sind nun wieder jeden Samstag im Juli und August um 11 Uhr Kinder und Familien herzlich eingeladen, an der öffentlichen Kinderführung im Doberaner Münster teilzunehmen. Der erste Termin ist bereits Samstag, der 02.07.2022.

Schüler zwischen 11 und 15 Jahren führen nach entsprechender einjähriger Ausbildung andere Kinder durchs Münster und bringen ihnen mit kleinen Spielen und Rätseln die Kunst und Geschichte des Bauwerks nahe. Auch Schulklassen, Hort- und andere Gruppen kommen, um auf diese spannende und kindgerechte Weise das Münster zu erleben.

Im den letzten beiden Schuljahren wurden wieder einige Kinder neu dafür ausgebildet. Ab dem Ferienbeginn im Juli sind sie nun mit dabei und begleiten Kinder und Familien durchs Münster.

Die Führungen finden samstags parallel zur regulären öffentlichen Münsterführung um 11 Uhr statt, so dass die Eltern oder Großeltern an der Münsterführung und die Kinder zeitgleich an der speziellen Kinderführung teilnehmen können.

Aber auch eine Begleitung der Kinder an der Kinderführung durch Erwachsene ist gern möglich.

Herzlich willkommen

!
 

 

Christliche Münsterschule Deutscher Energiesparmeister


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Die Schülerinnen und Schüler der Christlichen Münster Schule Bad Doberan mit ihrem Paten Hermann-Josef Tenhagen (Chefredakteur Finanztip), Frank Junge (SPD) und den Lehrerinnen Katrin Lampen, Antonia Frenz-Römhild und Schulleiterin Cornelia Bönner (v.l.) Die Schüler und Schülerinnen der Christlichen Münsterschule in Bad Doberan beschäftigen sich in Projektwochen regelmäßig mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Dafür sind sie nun ausgezeichnet worden.

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Die Christliche Münster Schule Bad Doberan ist nicht nur Energiesparmeister in Mecklenburg-Vorpommern sondern nun auch in ganz Deutschland. Die Grundschule gewinnt den Bundestitel. Die Ostsee-Zeitung berichtete:

Bad Doberan. Die Christliche Münsterschule ist Deutscher Energiesparmeister: Sie belegte bei einem bundesweiten Wettbewerb den ersten Platz. Bereits zuvor war sie als Landessiegerin für Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von 2500 Euro bedacht worden. Für den Gesamtsieg gab es weitere 2500 Euro.

Insgesamt bewarben sich 395 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet, daraus wurden die 16 Landessieger gekürt. Per Online-Abstimmung wurde dann der Bundessieger ermittelt. Die Christliche Münsterschule Bad Doberan ging mit dem Motto „Klima retten durch Aufklärung“ ins Rennen.

Insgesamt 66 Mädchen und Jungen der 5. und 6. Klassen beteiligten sich an dem Wettbewerb. Sie schrieben unter anderem Briefe an den Cornelsen-Verlag mit der Bitte, nur noch recyceltes Papier für Schulbücher zu verwenden. Zudem brachten sie eigene Ideen zum Klimaschutz der Stadt Doberan ein, wie beispielsweise mehr Begrünung innerhalb der Stadt sowie bessere Radwege. Beim Klimatag der Stadt war die Schule ebenfalls mit einem eigenen Stand vertreten.

Engagement für Klimaschutz beginnt früh

„Das Engagement zeigt ganz deutlich, dass man bereits im frühen Alter mit dem Klimaschutz beginnen kann und sollte“, sagt der Bundestagsabgeordnete Frank Junge (SPD), der bei der Preisverleihung in Berlin dabei war. „Gerade in der heutigen Zeit der Energiekrise ist dieser Einsatz nicht hoch genug anzurechnen.“

Und auch die Lehrkräfte zeigten sich erfreut über die Auszeichnung: „Wettbewerb löst bei Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrkräften viel aus. Alle zeigen auch in ihrer Freizeit ein großes Engagement für den Klimaschutz. Jetzt ist es uns wichtig, Partner in der Politik zu suchen, um den Klimaschutz weiter voranzubringen. Bald schon wollen wir Klimaschule werden“, so die Lehrerinnen Antonia Frenz-Römhild und Katrin Lampen.

Ein Beitrag von Cora Meyer

Quelle: Ostseezeitung vom 24.06.2022.

 

 


Der Energiesparmeister-Wettbewerb (https://www.energiesparmeister.de) ist eine Aktion von co2online, unterstützt durch die Kampagne „Online-Klimaschutzberatung für Deutschland“ und gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. co2online realisiert den Schulwettbewerb zum 14. Mal in Folge und vergibt jedes Jahr Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro an engagierte Schulen.

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online (https://www.co2online.de) steht für Klimaschutz, der wirkt. Mehr als 40 Energie- und Kommunikationsexperten machen sich seit 2003 mit Kampagnen, Energierechnern und PraxisChecks stark dafür, den Strom- und Heizenergieverbrauch in privaten Haushalten auf ein Minimum zu senken. Unterstützt wird co2online von der Europäischen Kommission, vom Bundesumweltministerium sowie von Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

 

 

Schwerer Einbruch im Doberaner Münster


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Viele Menschen in nah und fern waren und sind schockiert. Es wurde am 10. Mai 2022 in das Doberaner Münster eingebrochen und neben Geld auch Abendmahlsgeräte gestohlen.

Zu den gestohlenen Abendmahlsgeräten („Vasa Sacra“ = Heilige Gefäße) gehören auch Kelche und diese Kanne. Die meisten Stücke stammen aus dem 19. Jahrhundert, die ältesten aus dem Jahr 1797.

Für die Kirchengemeinde besitzen sie neben dem Kunstwert eine hohe ideelle und religiöse Bedeutung. Generationen von Gottesdienstbesuchern haben diese genutzt. Dies ist auch schmerzlich, weil so viel institutionelles und persönliches Engagement und Finanzen in den Erhalt und die Pflege des Bauwerks, seiner Ausstattung samt Abendmahlsgeräten fließen.

Für Hinweise zum Wiederauffinden sind wir dankbar. Die gestohlenen Objekte wurden umgehend bei Interpol, dem Bundeskriminalamt und professionellen Internetseiten, die für derartige Vorfälle bestehen, gemeldet. Sicherheitstechnisch wurde weiter investiert.


M.H.

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Verband der Restauratoren im Doberaner Münster


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Fachexkursion "Farbe im Raum" des Verbandes der Restauratoren zu aktuellen Restaurierungsprojekten in Güstrow, Bad Doberan und Semlow in Mecklenburg-Vorpommern.


Vom Donnerstag den 26.05.2022 bis zum Sonntag den 29.05.2022 konnten sich die über 20 Teilnehmer und insgesamt 17 Referenten an und vor allem in 15 Objekten im Norden an fachkundigen Erläuterungen erfreuen. Der Schwerpunkt lag in der Vorstellung von umfangreichen Restaurierungsvorhaben an Ausstattungen aus den letzten Jahren. Hier stand die Farbfassung in all ihren Varianten auf verschiedenen Trägern (Stein, Holz und Putz) im Vordergrund. Die Exkursion wurde eröffnet und begleitet vom Präsidenten des VDR, Sven Taubert.

Tag 1 und 2 in Güstrow

Das Programm begann mit einer Besichtigung des frühbarocken Schlossgartens in Güstrow als Rekonstruktion der historischen Anlage und Ausführungen zum bedeutendsten, aber nie fertig gestellten Renaissanceschlossbau in Norddeutschland durch den Kunsthistoriker Dr. Dieter Pocher. Diesem folgte eine kurzfristig ermöglichte Begehung der Dachstühle des Baus (derzeit Großbaustelle) durch den Bauforscher Dr. Tilo Schöfbeck und Dipl. Rest. Matthias Zahn. Beim anschließenden Spaziergang durch die Altstadt gab Dipl. Rest. Ulrike Hahn Erläuterungen zur Farbuntersuchung an einem zentralen Renaissancegebäude und zur Restaurierung der polychrom bemalten Balkendecke im „Gotischen Haus“, Derzscher Hof. Die ebenfalls polychrom bemalte Renaissancedecke im Kemladen des gegenüberliegenden Gebäudes konnte von Dr. Carsten Neumann erläutert werden, der uns auch den Zugang ermöglichen konnte. Zum Abschluss des Rundgangs erläuterte Dipl. Rest. Jan Hamann die Wiederherstellung des gewaltsam geschädigten Borwinbrunnens auf dem Pferdemarkt.

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Der zweite Exkursionstag begann mit einer Andacht und der Besichtigung des Innenraumes der Pfarrkirche. Hier stand die umfangreiche Restaurierung des bedeutenden Bormann-Altars mit Erläuterungen von Dipl. Rest. Thomas Max Merkel im Vordergrund. Im Anschluss folgte die Besichtigung des jüngst restaurierten Festsaales von 1788 in der Beletage eines unweit gelegenen barocken Gebäudes mit illusionistischer Architekturgliederung im römisch-antikisierenden Stil und ein Exkurs zur Residenzgeschichte im Stadtmuseum durch den Kunsthistoriker Dr. Neumann.

Der Nachmittag behandelte die Ausstattung des Domes (Abb. 1) mit den einzigartigen steinernen Wandbildwerken aus der Parr- und Florisschule und dem spätgotischen Flügelaltar. Nach einer umfassenden kunsthistorischen Erläuterung folgte ein Vortrag zu den verwendeten Natursteinen und ihrer Herkunft durch die Geologen Dr. Arnold Fuchs, Güstrow und Michael - Christian Krempler. Im Anschluss behandelten die ausführenden Restauratoren (Frohberg, Seipt und Hamann) eingehend die Restaurierung des Borwinmonumentes des Dorotheenepitaphes, des Ulrichmonumentes und der Kanzel. Dennoch blieb genügend Zeit für eine Diskussion vor den Originalen im Domchor.

Tag 3 im Doberaner Münster

Der dritte Exkursionstag widmete sich der Münsterkirche in Bad Doberan. Diese birgt eine unvergleichbare polychrome mittelalterliche Ausstattung aus der Zisterzienserzeit. Hier wurden der Kelchschrank, der Flügelaltar, das Triumphkreuz und die rekonstruierte Innenraumfassung durch Kustos Martin Heider und die Kunsthistorikerin Dr. Kaja von Cossart erläutert.

In die Besichtigung eingeschlossen war auch das Fürstenepitaph, ein Werk der flämischen Florisschule, sowie die Galerie der hochwertigen Grabplatten aus der Klosterzeit. Neben Erläuterungen zur Baugestalt konnten die Teilnehmer auch das Beinhaus mit seinen Malereien von Carl Christian Andreae aus der Düsseldorfer Malerschule über mittelalterlichen Resten erleben. Die Restaurierung und Klimatisierung des Gebäudes stand hier im Fokus der Erläuterungen.

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Am Nachmittag referierte Dr. Ralf Lehr über die Geologie und Herkunft der Säulen und Kapitelle (Spolien) im Oktogon, Dr. Gerhard Schmager über das Projekt "Auswirkungen des Klimawandels auf Ausstattung und Bauwerk" und Martin Heider zur Auswertung der Archivalien im Bezug zur Bauerhaltung vom 16.-18. Jahrhundert. Diese akribische Aktenforschung stellt einen außerordentlich wichtigen Beitrag zur Erforschung der Baugeschichte des Zisterzienserklosters und seiner Münsterkirche dar.

Tag 4 in Semlow

Am letzten Tag der Fachexkursion stand die Dorfkirche in Semlow im Mittelpunkt. Dipl. Rest. Elke Kuhnert erklärte wortgewaltig die Baubefunde und die umfangreiche figürliche Innenraumfassung im Schiff von Carl Julius Milde aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts (Abb. 3) - ebenfalls ein Maler der Nazarenerschule - und deren Konservierung und Restaurierung. Anschließend konnten die beiden unlängst (durch den Organisator der Exkursion) restaurierten Wandepitaphe der Familie von Behr aus Gotländer Sandstein näher betrachtet werden. Diese sind zu Beginn des 16. Jahrhunderts, von Künstlern, die zuvor im Güstrower Dom tätig waren, geschaffen worden.

Zum Abschluss fand ein Spaziergang durch den englischen Landschaftspark, für den Gustav Meyer, ein Schüler und Mitarbeiter Lennés sowie erster Gartendirektor Berlins, die Entwürfe geschaffen hatte, statt. Dr. Michael Lissok erläuterte in seiner fesselnden Redekunst die Geschichte und die Zusammenhänge von Park, Herrenhaus (Architekt: F. W. Buttel) und den erhaltenen Gutsbauten.

Nach vier informativen und äußerst spannenden Tagen konnten die Teilnehmer voller neuer Eindrücke und Einblicke die Heimreise aus dem Norden antreten.


Boris Frohberg, Dipl. Restaurator (Berlin), Hauptorganisator der Tagung.

 

 

Restauratorentagung in Doberan große Bereicherung


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Der Tag in Bad Doberan war sowohl für die Teilnehmenden und die Referenten eine große Bereicherung. Er ermöglichte den fachlichen interdisziplinären Austausch vor Ort an den Ausstattungsstücken und brachte neue Erkenntnisse.

Das Programm in Bad Doberan am Samstag, 28. Mai 2022

10:15 – Einleitende Besichtigung des Innenraumes der Münsterkirche mit Schwerpunkt der polychromen mittelalterlichen Ausstattung und der Innenraumfassung
Kustos Martin Heider (Bad Doberan), Dr. Kaja von Cossart (Kunsthistorikerin, Drechow)

13:00 – Aufteilung in drei Gruppen (Vorträge je 30 Min., mit Wechsel 40 Min.)
Außen- / Innenbesichtigung des Münsters – Kustos Martin Heider (Bad Doberan)
Innenbesichtigung des Beinhauses – Dipl.-Rest. Boris Frohberg (VDR, Berlin)
Kelchschrank mit mittelalterlicher Farbfassung und Hochaltar mit Neufassung aus der Mitte des 19. Jh. im Vergleich – Dr. Kaja von Cossart (Kunsthistorikerin, Drechow)

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15:00 – Informationen über die polychrome mittelalterliche Ausstattungsstücke (z.B. Triumphkreuz) und die Fassung von Fürstenepitaph im Südquerhaus und Grabplatten im Nordschiff

15:30 – Geologie und Herkunft der Säulen und Kapitelle (Spolien) im Oktogon – Dr. Ralf Lehr (Geologe, Regensburg)

16:00 – Bericht über das Projekt „Auswirkungen des Klimawandels auf Ausstattung und Bauwerk“ – Dr. Gerhard Schmager (Klimatologe und Ozeanograph, Rostock):

17:00 – Vortrag zur Auswertung der Archivalien im Bezug zur Bauerhaltung vom 16.-18. Jahrhundert – Kustos Martin Heider (Bad Doberan).

Fachtagung im Münster brachte neue Erkenntnisse

Es war eine hervorragende Tagung, insbesondere der fachliche interdisziplinäre Austausch vor Ort an den Ausstattungsstücken. Die thematische Tiefe der Vorträge wurde von den Teilnehmenden sehr betont.

Der Geologe Dr. Ralf Lehr aus Regensburg konnte durch wissenschaftliche Methoden die Herkunft der spätromanischen Säulen und Kapitelle am Doberaner Oktogon (s. Foto im Artikel "täglich Führungen...") hinter dem Hochaltar erstmals dem Raum Hildesheim zuordnen. Eine Frage, die die Wissenschaft schon lange bewegt.

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Die Herkunft weiterer im Münster verwendeter steinerner Materialien, z. B. am Johann-Albrecht-Grabmal (Foto: Dr. Ralf Lehr an den Gedenktafeln in der Johann-Albrecht-Kapelle) konnte geklärt werden.

Interesse fanden auch die durch schriftliche Quellen, Farbbefunde und weitere wissenschaftliche Untersuchungen belegten unterschiedlichen Farbgebungen des Münsters über die Jahrhunderte.

Die ungewöhnlich reiche Innenausstattung, insbesondere die Schnitzwerke wie der Kelchschrank mit seiner originalen Farbfassung aus der Zeit um 1300 begeisterten. Zahlreiche Details und kunsthistorische Zusammenhänge erläuterte Dr. Kaja v. Cossart, ausgewiesene Expertin, auch da sie über die Erstausstattung der Kirche promoviert hat.

Dr. Gerhard Schmager (Klimatologe und Ozeanograph, Rostock) berichtete über das Projekt „Auswirkungen des Klimawandels auf Ausstattung und Bauwerk des Doberaner Münsters“, welches er seit Jahren ehrenamtlich betreut. Das starke Mauerwerk sowie das große Raumvolumen puffern die Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen sehr gut ab. Die wissenschaftliche Auswertung von Messungen führten im Wesentlichen zum Ergebnis: „Prima Klima für das Doberaner Münster“. In einem späteren Newsletter wird er darüber ausführlicher berichten.


Martin Heider

 

 

850 Jahre – Bestattung der Fürstin Woizlava (†1172)


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Auch im Jahr 2022 liegt ein wichtiges Ereignis in der Kloster- und Landesgeschichte 850 Jahre zurück. Im Jahre 1172 starb Woizlava, Gemahlin des Landesherrn Pribislav und wurde im Kloster Doberan - im heutigen Stadtteil Althof - bestattet.

So berichtete die KIRCHBERG-Chronik um 1378: „man grub sy zu Alden Doberan.“

Es ist die älteste fürstliche Bestattung im Kloster Doberan und im Kontext des nun dauerhaft zum Christentum übergetretenen Fürstenhauses Mecklenburgs überhaupt.

Eine "Herrin des Landes und Gründerin dieses Klosters“ und "in großem Glauben strahlend" wird sie in der Ziegelinschrift in der Kapelle Althof (Abb. 1) genannt. Eine durch ein eisernes Gitter (um 1888 - Abb. 2) geschützte Gedenkplatte von 1852 (Abb. 4), die eine ältere Grababdeckung überdeckt, verweist auf ihre Bestattung.

Woizlava stammte offenbar aus Pommern und war, anders als bei Kirchberg angegeben, keine norwegische Königstochter.

 

 

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Ihre vermuteten sterblichen Überreste wurden bei der Instandsetzung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Kapelle entdeckt und 1852 vor dem Altar bestattet.

Die Quelle für die lateinische Ziegelinschrift ist wahrscheinlich das Klosternekrologium. Die ältesten Ziegel stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ergänzende Stücke entstanden im Vergleich mit der Ziegelinschrift des Grabes Heinrichs II. von Mecklenburg (gest. 1329) im Hochchor des Doberaner Münsters im 14. Jahrhundert.

Woizlava wird als Klostergründerin („claustri fundatrix“) bezeichnet; sie sei hier in Frieden bestattet („hic in pace sepulta“). Ob ihre tatsächliche Rolle beim Gründungsgeschehen oder ihre Stellung als Stiftergattin die Bezeichnung als „fundatrix“ rechtfertigt, bleibt Spekulation.

Die Urkunden und die Doberaner Genealogie erwähnen solches nicht. Der Verfasser der Inschrift überhöhte ihre Rolle vielleicht, um durch den Reim zu „dominatrix“, mit „claustri fundatrix“, also Klostergründerin, eine passende Entsprechung zu finden


Martin Heider

 

 

Neuer Kurs - Schulung für Münsterführer/innen


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Neuer Kurs für Münsterführer/innen startet am Mittwoch, dem 4. Mai um 10 Uhr im Doberaner Münster.


Das Doberaner Münster wird gern und viel besucht. Zahlreiche Gäste nehmen an einer der Führungen bzw. thematischen Sonderführungen teil.

Die Backsteinbasilika mit ihrer reichen Innenausstattung ist Stätte des Gottesdienstes, Ort der Begegnung, Baudenkmal und kulturhistorische Stätte zugleich. Bei den Führungen werden die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen der Kirchengemeinde durch Honorarkräfte unterstützt.

In diesem Jahr lädt die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde wieder zu einer Schulung für den Führungsdienst ein. Die Schulung beinhaltet die Einführung in Geschichte, Bedeutung und sakrale Baukunst und Innenausstattung.

Vorraussetzung ist das Interesse an mecklenburgischer, Kloster- und Kirchengeschichte und am Doberaner Münster mit seinen vielfältigen Themen im Speziellen.

Um das in der Schulung erworbene Wissen zu erweitern bzw. zu festigen, wird Informationsmaterial bereitgestellt sowie die Teilnahme an Führungen und das Eigenstudium empfohlen. Der Kurs mit Münsterkustos Martin Heider beginnt am 4. Mai und geht bis Oktober.

 

 

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Termine für 2022


Die Termine für 2022: (jeweils Mittwoch von 10.00 bis ca. 11.30 Uhr) 04.05, 25.05, 08.06., 22.06., 20.07, 10.08, 07.09., 05.10.

Parallel wird es auch wieder regelmäßige Schulungen für die bisherigen Münsterführer/innen geben. Zu dieser Runde werden spätestens ab Herbst die neu Geschulten dazukommen.

Der spätere Einsatz ist abhängig von den Führungsanfragen, den persönlichen Einsatzmöglichkeiten und ist unterschiedlich über das Jahr verteilt, von wenigen Einsätzen in besucherschwächeren Monaten bis zum mehrfachen Einsatz pro Woche. Die ersten Schritte in diesen Dienst werden mit Einzelbesuchern und Kleinstgruppen erfolgen..

Anmeldungen bitte schriftlich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Für weitere Informationen und Rückfragen Tel. 038203-779590 oder 038203-62716.

Martin Heider

 

 

Vereinsaktivitäten des Münsterbauvereins in 2020/21


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Trotz der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie gab es Aktivitäten des Vereins bzw. einzelner Vereinsmitglieder.

Noch stattfinden konnte am 30.01.2020 unsere Mitgliederversammlung im Gemeindezentrum der Kirchengemeinde.

Vorgestellt wurde dabei u.a. das neu erschienene Buch über die Baugeschichte des Doberaner Münsters, herausgegeben von Dr. Christian Kayser (München) und Münsterkustos Martin Heider. Verschiedene Aktivitäten für das laufende Jahr 2020 und auch teilweise bereits für 2021 wurden geplant und diskutiert sowie im Münster der restaurierte Taufstein besichtigt.

Im März 2020 wurde der Rundbrief mit dem Jahresbericht 2019 und dem Protokoll der Mitgliederversammlung an die Mitglieder versendet.

Geplant waren zu diesem Zeitpunkt für 2020 folgende Aktivitäten:
  • Sonntag, dem 26. April 2020: Aktionstag „Münster ganz nah“
  • Sonntag, 17. Mai 2020 (Internationaler Museumstag): Tagesausflug des Münsterbauvereins in die Dorfkirchen der Umgebung
  • Samstag, 12. September 2020: Grillabend des Vereins im Garten des Küsterhauses
  • Sonntag, dem 13. September 2020: Beteiligung am Tag des Offenen Denkmal

Leider konnte aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie keine dieser gemeinsamen Aktivitäten stattfinden. Im Dezember erhielten alle Mitglieder einen Rundbrief mit Grüßen zum Weihnachtsfest und zum Neuen Jahr.

 

 

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Auch wenn in diesem Jahr keine gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen unseres Vereins stattfanden, konnten wir doch dankenswerterweise auf die tatkräftige Unterstützung einiger unserer Mitglieder zählen:

Nachdem in den letzten Jahren ein aktualisierter Feuerwehrplan für das Münster erarbeitet wurde, wird derzeit – auch unter Mitwirkung eines Vereinsmitgliedes - ein sogenannter Kunstgutplan für das Münster erstellt, ein Evakuierungsplan für die wertvollen Ausstattungsstücke im Münster, z.B. im Fall eines Brandes.

Der Dachbereich und die Treppenaufgänge des Münsters wurden von Helfern, u.a. aus dem Verein, bereinigt. Seit kurzem gibt es die neuen Informationstafeln für den Verein und das Restaurierungsprojekt des Vereins, die nun im Münster aufgestellt sind. Ein neues Faltblatt über unseren Verein ist erschienen. Kleinere handwerkliche Arbeiten im und um das Münster wurden erledigt, und es gab Mithilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit der Münsterverwaltung. Unterstützung u.a. durch Vereinsmitglieder gab es weiterhin bei der Erstellung einer umfänglichen Zeittafel zur Geschichte des Münsters und der Stadt, durch die Übertragung bzw. Digitalisierung alter Schriften und Zeitungsartikel. Aber auch die im Hintergrund dauerhaft notwendige Vereinsarbeit wie die Verwaltung der Finanzen wurde zuverlässig und kontinuierlich weiter erledigt.

Wir bedanken uns bei allen Helfern sehr herzlich für ihr Engagement!

 

 

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Jubiläumsjahr 2021 in Althof


Anlässlich des 850jährigen Jubiläums der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Doberaner Stadtteil Althof gab es im Jahr 2021 verschiedene Veranstaltungen in Zusammenarbeit vieler Akteure aus Stadt, Kirchengemeinde, Stadtmuseum und Vereinen.

Im Sommer erschien ein umfangreiches Buch über den Doberaner Ortsteil: Martin Heider: „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2021; 334 Seiten, 534 Abbildungen (Preis 29,95 Euro, erhältlich im Doberaner Münster und über den Buchhandel).

Mehrere Vereinsmitglieder unterstützten die Entstehung des Buches durch Mithilfe beim Digitalisieren der transkribierten alten Texte.

 

 

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Am Samstag, dem 18.9.21 fand in Althof ein Festtag statt, mit dem traditionellen Handwerkermarkt in der alten Klosterscheune und einem Festgottesdienst vor der Kapelle.

In diesem Zusammenhang halfen einige Vereinsmitglieder beim Verkauf des neuen Althof-Buches an einem gesonderten Stand. Der Erlös des Buchs kommt den Restaurierungsmaßnahmen am Doberaner Münster zugute.

Wir hoffen nun, dass im Jahr 2022 wieder Versammlungen, Aktionstage, Vorträge, gemeinsame Ausflüge u. ä. stattfinden können.

Bisherige Überlegungen für die Vereinsarbeit im Jahr 2022:

  • Grillabend für die Mitglieder des Münsterbauvereins Sommer 2022
  • Teilnahme am Tag der Backsteingotik am 18.06.2022 mit stündlich angebotenen Führungen und Öffnung des Beinhauses
  • Beteiligung am Tag des Offenen Denkmals am 11. September 2022

Gern nehmen wir natürlich weitere Vorschläge entgegen!

Auch in diesem Jahr werden wir wieder auf Ihre Unterstützung angewiesen sein. Wir freuen uns über Ihre Mithilfe. Wenn Sie mithelfen möchten, melden Sie sich einfach in der Münsterverwaltung:

Telefonnummer: 038203 / 779590, Fax:038203 / 779589
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Spendenkonto: Münsterbauverein e.V.:
IBAN: DE 9713 0500 0005 0502 5809, BIC: NOLADE21ROS, Ostseesparkasse Rostock.

Münsterbauverein Bad Doberan e. V.
Der Vorstand

 

 

20 Jahre Münsterbauverein Bad Doberan e. V.


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Jahresbericht Münsterbauverein 2020 und 2021.


Der Ende 2002 gegründete und rund 90 Mitglieder umfassende Münsterbauverein hilft durch finanzielle Förderung der Baumaßnahmen, aber auch durch tatkräftige Aktionen, das Münster für nachfolgende Generationen zu erhalten.

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Der Münsterbauverein sammelt jeweils Spenden für ein bestimmtes bzw. mehrere Restaurierungsprojekte und macht durch seine Tätigkeiten auf diese Projekte aufmerksam. Durch den Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 konnten die meisten für die Jahre 2020 und 2021 geplanten Arbeiten und Vereinsaktivitäten leider nicht stattfinden.

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Bau- und Restaurierungsmaßnahmen in den Jahren 2020 + 2021 und Ausblick auf das Jahr 2022.

Ursprünglich geplant für das Jahr 2020 war der Beginn der Sanierung von Gewölbefeldern im Chorraum und Hauptschiff. Diese Arbeiten werden nun in 2022 beginnen und sich in Abschnitten über drei Jahre verteilen.

 

 

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Eine besonders gute Nachricht war in diesem Zusammenhang, nach geänderter Beantragung der Fördergelder durch die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde, die Absichtserklärung des Bundes über zusätzliche Fördermittel in Höhe von 400.000 Euro für das Münster. Gerade in dieser Zeit, in dem durch fehlende Besucher die Einnahmen im Münster deutlich verringert waren, ist dies eine besonders wichtige Unterstützung.

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Ein weiteres Projekt ist die Restaurierung der Gedenktafeln für Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg und seine Frau Elisabeth in der südlichen Kapelle des Chorumgangs. Der Münsterbauverein unterstützte dieses Projekt im letzten Jahr mit einer Summe von 7.000,00 €, weitere 5.000,00 € sollen dafür in diesem Jahr vom Verein an die Kirchengemeinde fließen. Dafür sammeln wir bereits seit 2020 innerhalb und auch außerhalb des Vereins Spenden.

Zur Unterstützung für die Einwerbung von Spenden bei Besuchern des Münsters wurde eine Plakattafel geschaffen, die nun im Münster im südlichen Chorumgang steht und die Besucher über das Projekt informiert.

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Für das Reiterstandbild, dessen Restaurierung im Jahr 2019 abgeschlossen war, wurde ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt, zudem wurden in 2020 abschließend die noch fehlenden, nachgearbeiteten Sporen an den Füßen des Reiters befestigt.

 

 

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Im März 2021 wurden, beginnend mit der Nordseite, die Dachrinnen und Fallrohre am Münster durch Industriekletterer der Firma TSP-Spezialbau GbR in Drechow gereinigt. Bei der Beräumung der Dachrinnen der Nordseite war festgestellt worden, dass diese mehr Verstopfungen und Verschmutzungen aufwiesen als gedacht. Nicht alles konnte vorher durch die Dachluken erkannt werden. Durch Nistmaterial, z.B. dickere Zweige sowie Laub und teilweise Mulch bzw. Humus, waren mehrere Stutzen entsprechend gefüllt, einige sogar verstopft. Die Rinnen wurden gereinigt und alle Fallrohrstutzen wurden mit einer Wasserspülung geprüft. Einige der Gitterträger in den Stutzen der Rinne, die normalerweise die Verstopfung von Fallrohren verhindern sollen, waren verbogen oder beschädigt und wurden nun repariert bzw. neu befestigt.

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Durch die Industriekletterer erfolgte außerdem die Kontrolle und Wartung weiterer Bereiche, so die Verfugung an den Fensterbänken (Solbänke) der Obergadenfenster in knapp 20 Meter Höhe. Auch die Silikonfugen zu den Dachanschlüssen unterhalb dieser Fester erwiesen sich in der Vergangenheit als Problemstellen. Nach der Kontrolle wurde nun an einer schadhaften Fuge eine Musterstrecke mit Bleiwolle als Dichtmasse angelegt. Ebenfalls geprüft wurden die Taubenabweiser, die von der Firma im Jahr 2017 angebracht worden waren und sich noch in gutem Zustand befinden.

Diese kontinuierlichen Wartungs- und Pflegemaßnahmen beugen größeren Schäden am Gebäude vor und helfen bei der Bestandssicherung. Durch den Einsatz der Industriekletterer sind diese Arbeiten in sonst nur aufwendig zugänglichen Bereichen ohne Gerüststellung möglich.

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Vermutlich durch Sturmböen im März 2021 beschädigt wurde der Wetterhahn auf dem Vierungsturm des Münsters, so dass er sich nicht mehr drehte. Ein nicht drehfähiger Hahn in dieser Höhe von rund 70 Metern bietet großen Widerstand gegen Sturmböen und ist daher gefährdet bzw. kann andere Bereiche gefährden. Bei weiteren Stürmen besteht die Gefahr, dass die Lanze der Turmbekrönung Schaden nimmt und/oder der Hahn beschädigt bzw. im Extremfall durch Absturz größeren Schaden an der historischen Kupfereindeckung verursacht wird. Die gesamte Konstruktion wurde im Mai von den Industriekletterern der Firma TSP-Spezialbau GbR Drechow überprüft, der Hahn abgenommen und die Reparatur des geschädigten Kugellagers in Angriff genommen. Sobald die Wetterlage es zulässt, wird der Hahn wieder an seinen Platz auf dem Vierungsturm zurückkehren.

 

 

Freiwilliges Jahr im Münster


Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege


Das Doberaner Münster ist seit 2002 Einsatzstelle für das „Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege“.

Für diese interessante Aufgabe wird - mit Beginn im September jeden Jahres - ein/e neue/r Teilnehmer/in gesucht.

Während eines solchen Jahres besteht die Möglichkeit, sich mit dem Thema Denkmalpflege in theoretischer und praktischer Weise auseinanderzusetzen. Das FJD wird von dem Träger IJGD, einer Jugendbauhütte, angeboten, welche ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist.

Die Teilnehmer erhalten zu Beginn die notwendigen Führungsunterlagen für den Führungsrundgang und werden durch uns entsprechend geschult. Im weiteren Verlauf des Freiwilligen Jahres ist die Weiterbildung zur Durchführung von thematischen Sonderführungen geplant, vor allem der Gewölbe-, Turm- und Glockenführung.

Nicht nur Führungen gehören zum Dienst im Münster, sondern auch immer mal wieder die Unterstützung im Kassen- und Ordnungsdienst.

Es fallen auch Büro- und Recherchearbeiten in der Münsterverwaltung an.

Das Aufgabenfeld ist sehr vielseitig. Sie erhalten Einblick in die Themenfelder Denkmalschutz, Kirchenbau, Restaurierung, Kirchengeschichte, Landesgeschichte, Kunstgeschichte, Tourismus und Marketing.

Während des freiwilligen Jahres führt die Jugendbauhütte zusätzlich Seminare zu verschiedenen Themen der Denkmalpflege in verschiedenen Einrichtungen durch.

Bewerbung

Wenn Sie sich für ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege im Doberaner Münster interessieren, senden Sie bitte Ihre Bewerbungsunterlagen an uns in der Münsterverwaltung und an die Jugendbauhütte in Wismar.

Der Bewerbungsbogen ist auf der Homepage der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) erhältlich: www.ijgd.de/Bewerbung