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Gottesdienste und Andachten ab dem 18.4.2021 ausgesetzt


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Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie und den damit verbundenen politischen Entscheidungen ergeben sich erneut Einschränkungen für die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Doberan mit Heiligendamm:

Gottesdienste und Andachten werden ab dem 18.4.2021 ausgesetzt. Beachten Sie unsere Informationen auf der Homepage oder auch die aktuellen Aushänge unserer Kirchengemeinde.

Für das Münster Bad Doberan gelten weiterhin Einschränkungen. Der Besuch aus kunsthistorischer und touristischer Motivation ist weiterhin nicht möglich. Für das persönliche Gebet, die persönliche Andacht, das Anzünden von Kerzen und das stille persönliche Verweilen bleibt die Kirche weiterhin geöffnet. Dies erfolgt z. Z. täglich von 11-13 Uhr.


 

Weitere Informationen auf der  Homepage der Ev.-Luth. Kirchengemeinde.

 

 

 

 

 

Auf den Spuren der Zisterzienser-Mönche


kindermünsterführer

Naturkundliche-Historische Führung von Althof in den Hütter Wohld anlässlich der Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof vor 850 Jahren.

Im März 1171 trafen Zisterziensermönche mit ihrem Abt Conrad im heutigen Althof (Oldehoff, Altenhof), nahe dem nordwestlichen Rand des Hütter Wohldes, ein. Stifter war der zum christlichen Glauben konvertierte, ehemalige Slawenfürst Pribislaw. Er erhielt von den deutschen Eroberern unter Heinrich dem Löwen das Land seines Vaters Niklot als Lehen.

Nach nur acht Jahren wurde das Kloster zerstört und die Mönche getötet. Die Ruine des großen Wirtschaftsgebäudes (Abb.) und die Kapelle mit dem Grab der 1172 verstorbenen Woizlawa werden zum Beginn der Führung besichtigt und geschichtlich erläutert.

Weiter geht’s auf einem schönen, baumgesäumten Hohlweg zum Hütter Wohld, wo wir auf einem alten Pilgerweg bis zum Pflanzgartenteich gelangen. Dieser gehört zu einer, von den Zisterziensermönchen vor ca. 750 Jahren errichteten Kette von ursprünglich mehr als 20 Stauteichen.

Hier machen wir kurz Rast und erfahren Interessantes über die geologische Entstehung und naturräumliche Einordnung des 350 ha großen Waldgebiets, die ersten nachweisbaren Spuren menschlicher Besiedlung, das Gewässersystem und Abflussgeschehen sowie die Hydrologie und fischereiliche Nutzung.

Der Rückweg nach Althof verläuft im nördlichen, von mit Altbuchen bestandenen Waldbereich, wo wir auf weichen Pfaden die Tier- und Pflanzenwelt entdecken und erleben werden. Kurz vorm Einbiegen auf den alten Hohlweg umrunden wir ein schilfgesäumtes Stillwässer und werden an der Waldkante von großen Baumriesen gegrüßt.

Im Hütter Wohld hat sich aufgrund des kleinräumigen Wechsels sehr unterschiedlicher Lebensräume eine einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl von gefährdeten und geschützten Arten entwickelt, so z.B. Bachneunauge, Rotbauchunke, Großer Abendsegler, Rotmilan, Gebirgsstelze, Edelkrebs, Mopsfledermaus und Grüne Waldhyazinthe. Daher wurde der der Wald 1999 als Naturschutzgebiet und 2004 als Europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen.

Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken! Empfehlenswert ist im Anschluss ein schmackhafter Imbiss beim ansässigen Fischer!

Leitung: Dipl.-Biol. Ina Sakowski


Wann:

ganzjährig, (bevorzugt April – Okt.) 3 Stunden
auf persönl. Anfrage

Anmeldung erforderlich:

038295 / 724669 (AB), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Treffpunkt:

Althof, Parkplatz an Kloster-Ruine

Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen MVs.

 

Weitere Informationen über die Führungen, Kurse und weitere Angebote der Dipl.-Biol. Ina Sakowski auf der Homepage www.ina-sakowski.de

 

Doberaner Münster als Raum der Stille geöffnet


kindermünsterführer

 

Aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie und der damit verbundenen politischen Entscheidungen ergeben sich weiterhin Einschränkungen für den Besuch des Münsters.


Der Besuch aus kunsthistorischem und touristischem Interesse ist nicht gestattet. Es entfallen die reguläre Besichtigung und alle öffentlichen und angemeldeten Führungen.

Für das persönliche Gebet, die persönliche Andacht, das Anzünden von Kerzen und das stille persönliche Verweilen bleibt die Kirche weiterhin geöffnet.

Dies erfolgt täglich von 11 bis 13 Uhr. Es bleiben Änderungen vorbehalten.


Bleiben Sie behütet und gesund!

 

 

Die Ankunft im heutigen Althof vor dem 24. März 1171


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Siegel des Bischofs Berno von Mecklenburg († 1191).
Mecklenburgisches Urkundenbuch Band III, 1865

 

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Die Vorbereitungen liefen bereits in den Vorjahren.

Paul Alexander Nebauer führt weiter aus: Aus dem zweiten und dem dritten Zitat der Nr. 98 des Mecklenburgischen Urkundenbuches (mit Bezug auf die Doberaner Genealogie und der „Wandalia“ des Albert Krantz) ist zu schließen, dass geistliche und fürstliche Herrschaften (Berno und Pribislaw) 1171 die Bauten und den ersten Besitz dem Konvent aus Amelungsborn feierlich übergaben.

Die Mönche kamen aus dem Zisterzienserkloster Amelungsborn, in dem Bischof Berno (Abb. 3) einst Klosterinsasse war. Stifter war Landesherr Pribislav, Bischof Berno Initiator, Konrad der erste Abt. Der Konvent bestand wohl aus dem Abt, zwölf Mönchen – nach dem Vorbild Jesu und den zwölf Aposteln – sowie 25 Laienbrüdern.

Pribislav sah mit der Klostergründung auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes. Die Gegend war zuvor nicht unbesiedelt und unkultiviert, doch hatten die Zisterzienser den Hauptanteil an den Rodungs-, Entwässerungs- und Urbanisierungsarbeiten.

Mit der Stärkung des Christentums, als Basis der abendländischen Gesellschaft, durfte sich Pribislav eine größere Anerkennung und Stellung unter den deutschen Fürsten sichern. Das Kloster wurde zu einem entscheidenden Faktor bei der kirchlichen Entwicklung des Landes.

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte mit seinem Tross wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Unter den damaligen Rahmenbedingungen dürfte die Ankunft zwischen dem 18. und 24. März des Jahres 1171 erfolgt sein.

Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Das Notwendige war vorbereitet. Vor der Ankunft des Konvents waren nach den Ordensbestimmungen die notwendigsten Räumlichkeiten, wie das Bet-, Schlaf- und Speisehaus, die Herberge für Gäste und die Zelle des Pförtners, der den Aus- und Eingang und die Umzäunung des klösterlichen Bezirkes beaufsichtigte, bereitgestellt.

Martin Heider

 

 

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Andacht am 1. März 2021 18 Uhr vor der Kapelle Althof zum Gedenken an die Aussendung der Mönche von Amelungsborn

(Foto: Martin Heider)

 

 

850 Jahre Althof – Fotoaktion verlängert


kindermünsterführer

Foto: Kapelle Althof am 14. Februar 2021 (Martin Heider)

2021 wird das Jubiläum „850 Jahre Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof“ begangen, das auch als Ortsgründungsjubiläum gefeiert wird.

Für das Buch „850 Jahre Althof – Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ wurden in einem ersten Aufruf Fotos gesucht. Die Erwartungen wurden übertroffen. Abbildungen aus privaten Fotoalben oder Sammlungen wurden dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Dies nicht nur aus Althof und der Region, sondern auch aus anderen Teilen Mecklenburgs und darüber hinaus. Auch aus Archiven und von weiteren Institutionen kam historisches Material hinzu.

Dies wird derzeit ausgewertet und mit dem Buchtext in Einklang gebracht. Alle Abbildungen erhalten eine Bildunterschrift, die direkt unter dem Bild erscheint und einen Herkunftsnachweis für den Anhang des Buchs. Die Pläne und Grundrisse erhalten zur besseren Zuordnung der Gebäude und Anlagen Orientierungspunkte. Da dies noch etwas Zeit benötigt, ebenso die Gestaltung beim Verlag, wird die Fotoaktion verlängert.

Neben vielen neuen Erkenntnissen aus Akten und Berichten dürfen sich die Leser auf zahlreiche bislang unveröffentlichte Pläne und Abbildungen freuen.

Die Althof-Fotos werden, soweit nicht digital vorhanden, zur kurzzeitigen Ausleihe zum Scannen an die Münsterverwaltung erbeten:

Martin Heider, Klosterstraße 2, 18209 Bad Doberan

Tel. 038203-779590

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In der Region Bad Doberan werden sie auch gerne beim Leihgeber abgeholt. Die Fotografen bzw. Leihgeber werden im Buch genannt.

Martin Heider

 

 

Die Gründung des Klosters Doberan vor 850 Jahren


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Ahnengalerie im Doberaner Münster, Landesherr Pribislav, Fürst der Obotriten und Gründer des Klosters Doberan (†1178), Bild frühes 16. Jh., Ausschnitt (Foto 2007).Foto: Martin Heider (Bad Doberan

Die Aussendung der Mönche vom Mutterkloster Amelungsborn am 1. März 1171.

Die genauen Umstände der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof lassen sich nur begrenzt sicher nachvollziehen. Der slawische Obotritenfürst Pribislav (Abb. 1) soll zuvor bereits 1164, im mutmaßlichen Jahr seiner Taufe, eine heidnische Kultstätte am späteren Standort des Klosters zerstört haben. Der mutmaßliche Tempel ist allerdings weder durch zeitgenössische Quellen noch über archäologische Funde nachweisbar. Erst die Kirchberg-Chronik berichtet um 1378 darüber. Ebenso legendenhaft scheint der Bericht in der Chronik zur Vermählung Pribislavs mit Woizlava (Abb. 2) im Jahr 1164, einer vermeintlichen norwegischen Königstochter; die im selben Jahr ihren Gemahl und dessen Neffen zum Christentum geführt habe.

Die Gründung eines Klosters im Obotritenland hing sicher mit einem Versprechen des getauften Fürsten Pribislav zusammen. Damit war es wohl Bischof Berno, der das Versprechen des zum Glauben Christi bekehrten Pribislav entgegennahm. Genaues zur Auswahl des Standorts wissen wir nicht; eine Gründungsurkunde ist nicht überliefert. Damit steht aber Doberan in der Geschichte nicht allein.

Erst viele Jahre nach dem Versprechen Pribislavs konnte Berno das Signal nach Amelungsborn geben: Der Gründungskonvent konnte sich nach Doberan aufmachen, es war alles für die Ankunft hergerichtet. Ohne eigentliche Urkunde sind wir zur Klostergründung auf mittelalterliche Chroniken und Schriften angewiesen.

Die wohl älteste Überlieferung stammt aus dem Kloster Ryens in der Flensburger Bucht, die „Annales Ryenses“, so Paul Alexander Nebauer (Alt Karin). Die Mönche dieses Zisterzienserklosters, einer Filiation von Esrom, schrieben in ihrer Chronik die Geschichte Dänemarks, die Ereignisse der Christenheit und der Zisterzienser chronologisch für jedes Jahr auf.

„In der lateinischen Fassung finden wir den 1. März als Datum für den Auszug des Konvents aus Amelungsborn“, so Nebauer. Unter der Jahreszahl 1170 finden wir als letzten Eintrag in diesem Werk das Zitat, welches als erstes im Mecklenburgischen Urkundenbuch in der Nr. 98 zu lesen ist: „Conventus mittitur in Dobrum kal. Martii.“ Übersetzt und unter der Berücksichtigung der mittelalterlichen Kalenderrechnung: Ein Konvent wird nach Doberan gesandt am 1. März (1171).

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Nordwand der Kapelle Althof, Inschrift, um 1300, mit Nennung der Fürstin Woizlava als „Klosterstifterin“ „Fundatrix Woizlava“ (Foto 2021). Ihre Mitwirkung bei der Gründung wird erst später u. a. durch diese Inschrift überhöht. Foto: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

Kapelle, Pachthof, Scheunen, Katen, Mühle, Ziegelei


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In Althof zeugt noch manches vom früheren Gebäudebestand.

Außer der Kapelle, die von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1822 Backhaus war und der sogenannten Klosterscheune, sollen im Buch auch Gebäude und Anlagen dargestellt werden, die nicht mehr bestehen bzw. heute völlig anders genutzt sind.

So war das ehemalige Pächterwohnhaus/sogenannte Gutshaus von 1948 bis 1951 Grundschule und Wohnhaus zweier Neubauern. Vielleicht hat jemand Bilder aus der Schul- bzw. späteren Nutzungszeit. Das neue Backhaus von um 1822 steht weiterhin leer, der Milchkeller und das Schweinehaus (um 1864 erbaut) waren bereits 1980 nicht mehr vorhanden.

Vom großen Viehhaus, 1953 als Bau noch vollständig vorhanden, besteht heute nur ein stark überformtes ca. westliches Drittel (Foto 2). Die ehemalige Heuscheune (um 1851), der Wagenschauer (um 1865), der Pferdestall (um 1830) sind heute zumeist Wohnhäuser. Ein großer Schafstall nahe der Klosterscheune brannte um 1932 ab, der Maschinenschuppenneubau von 1932 wurde um 1996 abgerissen, die große Feldscheune östlich außerhalb des Pachthofs gelegen, brannte 1993 nieder.

kindermünsterführer

 

Verschiedene Katen des Pachthofs blieben baulich überformt erhalten. Außer diesen Gebäuden, die ehemals zum Pachthof gehörten, sind auch Bilder vom Bahnhofsgelände, dem „Industriegelände“ nördlich vom Bahnhof (ab 1942 Barackenlager der Heinkel-Flugzeugwerke, ab 1949 VEAB-Getreidelager, ab 1952 LPG-Gelände), der ehemaligen Wassermühle und der ehemaligen Ziegelei von Interesse.

Gesucht werden Fotos der verlorengegangenen und der vorhandenen Gebäude, auch solche, die von der ehemaligen Nutzung zeugen.

M.H.


Foto 1: Ehem. Pachthof mit Ruine der sog. Klosterscheune und Pächterwohnhaus (Manfred Sander - Einhusen)
Foto 2: Ehem. Viehhaus am 14. Februar 2021 (Martin Heider - Bad Doberan)

 

 

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