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Naturkundliche Führung durch den Hütter Wohld


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Foto: © Volker Miske

Entlang der Teichkette der Zisterziensermönche.


Das 350 ha große Waldgebiet ca. 5 km südöstlich von Bad Doberan ist im Zuge der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren entstanden und durch diese wesentlich geprägt worden.

So existiert ein sehr gut strukturiertes Relief mit bewaldeten Höhen (bis zu 90 m) als auch tiefen Bachtälern, in denen sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt und erhalten hat.

Vor mehr als 700 Jahren errichteten Zisterziensermönche des Klosters Doberan am kleinen Bächleich Kanbeck eine lange Kette von Stauteichen, die bis heute extensiv bewirtschaftet wird.

Aufgrund des kleinräumigen Wechsels von sehr unterschiedlichen Lebensräumen findet sich bis heute eine Vielzahl von z. T. gefährdeten und geschützten Arten.

Aus diesen Gründen wurde der Hütter Wohld 1999 als Naturschutzgebiet und 2004 als Europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen.

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Entdecken Sie auf der Exkursion interessante Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. Rotbauchunke, Kammmolch und Moorfrosch, Ringelnatter und Waldeidechse, Pirol und Schwarzspecht, Plattbauchlibelle, Perlgras und Teufelskralle.

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt dieser Tiere und Pflanzen und erfahren Sie, welche Lebensräume sie besiedeln und wie man diese langfristig schützen und erhalten kann.

Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken!

Empfehlenswert ist im Anschluss ein schmackhafter Imbiss beim ansässigen Fischer!

Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen MVs (Mindestabstand, TN-Anzahl und – Liste)!

Leitung: Dipl.-Biol. Ina Sakowski

Wann: Samstag, d. 21. Mai, 4. und 18. Juni und 2.Juli. -- 3 h (10-13 Uhr) sowie auf persönliche Anfrage

Entgelt: 10,00 €

Anmeldung erforderlich: 038295 / 724669 (AB), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Treffpunkt: Hütten, großer Parkplatz, Anfahrt über Parkentin

 

Weitere Informationen über die Führungen, Kurse und weitere Angebote der Dipl.-Biol. Ina Sakowski auf der Homepage www.ina-sakowski.de

 

Verband Mecklenburgischer Ostseebäder e. V. - Neue Publikationen


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Neuigkeiten aus dem Verband Mecklenburgischer Ostseebäder e. V., in dem auch das Doberaner Münster und die Stadt Bad Doberan Mitglieder sind.


KunstOffen 2022

Am Pfingstwochenende findet erneut die Veranstaltung “KunstOffen” in Mecklenburg statt.

Mehr als 200 Kunstschaffende öffnen dabei ihre Ateliers und Galerien für Interessierte.

Die Broschüre “KunstOffen 2022” erscheint als Atelierführer Anfang April und wird in der Region zur Auslage verteilt.

Link: ostseeferien.de >

 

 

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Urlaubsmagazin 2022

Das neue Urlaubsmagazin Ostseeküste Mecklenburg 2022/23 erscheint zum Saisonstart Anfang April. Der Vertrieb erfolgt vorrangig über den Postversand, über Online-Plattformen und die Auslage in den Kurverwaltungen und Tourist-Informationen der Region.

 

Nebensaisonbroschüre

Im April erscheint die Broschüre „Ostseeküste Mecklenburg - Urlaub in der Nebensaison 2022“ mit Angeboten für die Vor- und Nachsaison. Die Broschüre wird vorrangig als Online-Blätterkatalog über verschiedene Katalog-Plattformen vertrieben. Der Druck ist in kleiner Auflage vorgesehen.

 

Neues aus dem Verband

+++ Der VMO begrüßt seit dem 1. Januar 2022 die Stadt Kröpelin sowie die Kühn Hotelbetriebe OHG mit dem Hotel am Strand in Kühlungsborn als neue Mitglieder. Ab dem 1. April kommt die Gemeinde Hohenkirchen in der Wismarbucht dazu.

+++ Das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit MV hat die Gemeinden Kröpelin, Wittenbeck und Steffenshagen als neue Tourismusorte anerkannt. Die Anerkennung von Bastorf steht ebenfalls kurz bevor.


Weitere Informationen auf der Homepage des Verbandes >

 

Nebenstehende Broschüre: „Ostseeküste Mecklenburg - Urlaub in der Nebensaison 2022

 

 

Bad Doberan investiert ins Wirtschaftsgebäude


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Die Ostsee-Zeitung berichtete: Bad Doberan investiert in Bildung und Denkmal – Spielplätze, Schulen, Straßenbau: Stadtvertreter stimmen Doppelhaushalt zu.


Von Anja Levien.

Bad Doberan. (Auszug mit Bezug zum Wirtschaftsgebäude im Kloster und zu den Gehwegen in der Klosterstraße) Die Umgestaltung des Rathausfoyers, die Erneuerung des Kornhaus-Spielplatzes, die Einrichtung des Heilwaldes hinter der Moorbad-Klinik oder der Waschplatz für den Bauhof in Bad Doberan können jetzt angegangen werden. Die Stadtvertreter haben dem Haushaltsplan für die Jahre 2022 und 2023 zugestimmt.

Für einige Projekte konnten Fördermittel von Bund oder Land eingeworben werden, für andere, wie den Sportplatz auf dem Buchenberg, nicht. Die Sanierung soll laut Bürgermeister Jochen Arenz dennoch im Etat stehen bleiben, falls sich neue Fördermöglichkeiten ergeben.

„Das ist ein Haushalt für Bildung, Jugend und Digitalisierung“, sagt Jochen Arenz. Die Erarbeitung des Etats mit den Stadtvertretern sei sehr konstruktiv und wertschätzend gewesen. Die Sanierung des Wirtschaftsgebäudes ist die größte Investition für die Stadt. Ein Überblick, für welche Projekte Geld ausgegeben werden soll.

 

 

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Wirtschaftsgebäude im Kloster wird gesichert.

Das Wirtschaftsgebäude im Klostergelände wird schon jetzt für Veranstaltungen genutzt. Im ruinösen Teil gab es Konzerte und Ausstellungen. Diese sollen bald überdacht stattfinden können. In einem ersten Bauabschnitt bekommt der denkmalgeschützte Bau aus dem 13. Jahrhundert ein neues Dach und wird mit Türen und Fenstern komplett geschlossen.

Etwa 2,9 Millionen Euro sind dafür im Haushalt 2022/2023 vorgesehen – so viel wie für kein anderes Projekt. Der Bund fördert das Vorhaben (mit 5 Millionen Euro), die Zusage ist jetzt im Rathaus eingegangen.

Straßenbau und neue Bushaltestelle.

Die Straße Am Fuchsberg soll nun endlich gemacht werden – eine Maßnahme, die schon mehrfach im Haushalt stand. Die Straße Am Hasenberg ist für 2024/2025 vorgesehen. Ebenso der Kollbruchweg. Eine Million Euro sind für den zweiten Bauabschnitt Gehweg Thünenstraße in diesem Jahr eingestellt. Der Fußweg von der B 105 zum Buchenberg ist mit 500 000 Euro für 2022/2023 berücksichtigt. Der zweite Bauabschnitt der Nienhäger Chaussee soll dieses Jahr erfolgen und die Gehwege in der Klosterstraße sollen dieses und nächstes Jahr gemacht werden. Am Gewerbegebiet Eikboom an der B 105 soll eine Bushaltestelle eingerichtet werden.

Ausführungen zu folgenden weiteren Themen aus dem Beitrag finden Sie auf der Homepage der Ostsee-Zeitung:

  • Buchenbergschule bekommt neue Mensa und Klassenräume.
  • Skateranlage auf dem Drümpel.
  • Lessinggrundschule als Schule mit Förderschwerpunkt.
  • Hochwasserschutz für die Stadt.

Textauszug: Ostsee-Zeitung Bad Doberan 05.04.2022.
Fotos: M. Heider

 

 

Klosterverein überreicht Spendenscheck an Stadt


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Übergabe der Spende von 180.000,00 € des Doberaner Klostervereins an die Stadt Bad Doberan für das neue Dach des großen Wirtschaftsgebäudes.


Der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V. übergab die Spende der Aktion „EIN NEUES DACH FÜR NEUES LEBEN“ für das neue Dach des großen Wirtschaftsgebäudes im Kloster Doberan bei ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung am Samstag, den 09. April 2022 um 10.00 Uhr im Kornhaus offiziell an die Stadt Bad Doberan als Eigentümer und Bauherren.

Der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V. hat seine langjährige Spendenaktion „EIN NEUES DACH FÜR NEUES LEBEN“ erfolgreich beendet und ist in der Lage, den stolzen Betrag von 180.000,00 € speziell für Wiedererrichtung des neuen Daches über das große Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Doberaner Zisterzienserklosters zu übergeben.

Damit kann der Verein die Stadt Bad Doberan bei der herausfordernden Aufgabe zur Revitalisierung des Wirtschaftsgebäudes unterstützen.

Die hohe Spendensumme ist vor allem das Ergebnis sehr vieler kleiner und großer Bürgerspenden und der Eintritte aus den beliebten Klostermärkten, die seit über 10 Jahren durch den Klosterverein zu diesem Zweck organisiert und durchgeführt werden.

 

 

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Die Nachfrage vieler Spender auf dem diesjährigen Klostermarkt am 10. und 11. Juni 2022 kann nun endlich positiv beantwortet werden.

Zu dem genauen Bauablauf und den geplanten Bauphasen der Revitalisierung des großen Wirtschaftsgebäudes des Klosters Doberan ist die Stadt Bad Doberan als Eigentümer aussagefähig. Die Untersuchungs- und Sicherungsmaßnahmen sind abgeschlossen. Die europaweite Ausschreibung der ersten Bauphase ist von der Stadt Bad Doberan beauftragt worden.

Der gemeinsam geträumte Traum „EIN NEUES DACH FÜR NEUES LEBEN“ wird Wirklichkeit!

Und der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan e.V. kann eine neue Spendenaktion ins Leben rufen – „Für NEUES LEBEN UNTER NEUEM DACH“ – für die Unterstützung der Stadt Bad Doberan bei der weiteren Ausbauphase und einer zukünftigen Nutzung im Sinne der ehemaligen Zisterzienserklosteranlage und der Doberaner Bürgerinnen und Bürger.

i.A. Die Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Doberan Sabine Krahn-Schulze
Fotos: M. Heider

 

 

850 Jahre – Bestattung der Fürstin Woizlava (†1172)


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Auch im Jahr 2022 liegt ein wichtiges Ereignis in der Kloster- und Landesgeschichte 850 Jahre zurück. Im Jahre 1172 starb Woizlava, Gemahlin des Landesherrn Pribislav und wurde im Kloster Doberan - im heutigen Stadtteil Althof - bestattet.

So berichtete die KIRCHBERG-Chronik um 1378: „man grub sy zu Alden Doberan.“

Es ist die älteste fürstliche Bestattung im Kloster Doberan und im Kontext des nun dauerhaft zum Christentum übergetretenen Fürstenhauses Mecklenburgs überhaupt.

Eine "Herrin des Landes und Gründerin dieses Klosters“ und "in großem Glauben strahlend" wird sie in der Ziegelinschrift in der Kapelle Althof (Abb. 1) genannt. Eine durch ein eisernes Gitter (um 1888 - Abb. 2) geschützte Gedenkplatte von 1852 (Abb. 4), die eine ältere Grababdeckung überdeckt, verweist auf ihre Bestattung.

Woizlava stammte offenbar aus Pommern und war, anders als bei Kirchberg angegeben, keine norwegische Königstochter.

 

 

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Ihre vermuteten sterblichen Überreste wurden bei der Instandsetzung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Kapelle entdeckt und 1852 vor dem Altar bestattet.

Die Quelle für die lateinische Ziegelinschrift ist wahrscheinlich das Klosternekrologium. Die ältesten Ziegel stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ergänzende Stücke entstanden im Vergleich mit der Ziegelinschrift des Grabes Heinrichs II. von Mecklenburg (gest. 1329) im Hochchor des Doberaner Münsters im 14. Jahrhundert.

Woizlava wird als Klostergründerin („claustri fundatrix“) bezeichnet; sie sei hier in Frieden bestattet („hic in pace sepulta“). Ob ihre tatsächliche Rolle beim Gründungsgeschehen oder ihre Stellung als Stiftergattin die Bezeichnung als „fundatrix“ rechtfertigt, bleibt Spekulation.

Die Urkunden und die Doberaner Genealogie erwähnen solches nicht. Der Verfasser der Inschrift überhöhte ihre Rolle vielleicht, um durch den Reim zu „dominatrix“, mit „claustri fundatrix“, also Klostergründerin, eine passende Entsprechung zu finden


Martin Heider

 

 

Neuer Kurs - Schulung für Münsterführer/innen


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Neuer Kurs für Münsterführer/innen startet am Mittwoch, dem 4. Mai um 10 Uhr im Doberaner Münster.


Das Doberaner Münster wird gern und viel besucht. Zahlreiche Gäste nehmen an einer der Führungen bzw. thematischen Sonderführungen teil.

Die Backsteinbasilika mit ihrer reichen Innenausstattung ist Stätte des Gottesdienstes, Ort der Begegnung, Baudenkmal und kulturhistorische Stätte zugleich. Bei den Führungen werden die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen der Kirchengemeinde durch Honorarkräfte unterstützt.

In diesem Jahr lädt die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde wieder zu einer Schulung für den Führungsdienst ein. Die Schulung beinhaltet die Einführung in Geschichte, Bedeutung und sakrale Baukunst und Innenausstattung.

Vorraussetzung ist das Interesse an mecklenburgischer, Kloster- und Kirchengeschichte und am Doberaner Münster mit seinen vielfältigen Themen im Speziellen.

Um das in der Schulung erworbene Wissen zu erweitern bzw. zu festigen, wird Informationsmaterial bereitgestellt sowie die Teilnahme an Führungen und das Eigenstudium empfohlen. Der Kurs mit Münsterkustos Martin Heider beginnt am 4. Mai und geht bis Oktober.

 

 

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Termine für 2022


Die Termine für 2022: (jeweils Mittwoch von 10.00 bis ca. 11.30 Uhr) 04.05, 25.05, 08.06., 22.06., 20.07, 10.08, 07.09., 05.10.

Parallel wird es auch wieder regelmäßige Schulungen für die bisherigen Münsterführer/innen geben. Zu dieser Runde werden spätestens ab Herbst die neu Geschulten dazukommen.

Der spätere Einsatz ist abhängig von den Führungsanfragen, den persönlichen Einsatzmöglichkeiten und ist unterschiedlich über das Jahr verteilt, von wenigen Einsätzen in besucherschwächeren Monaten bis zum mehrfachen Einsatz pro Woche. Die ersten Schritte in diesen Dienst werden mit Einzelbesuchern und Kleinstgruppen erfolgen..

Anmeldungen bitte schriftlich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Für weitere Informationen und Rückfragen Tel. 038203-779590 oder 038203-62716.

Martin Heider

 

 

Gottesdienste und Andachten im Mai 2022


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Herzliche Einladung zu folgenden Gottesdiensten und Andachten:


Sonntags 9.30 Uhr (außer 08.05.)

Gottesdienst im Münster

Sonntag 08.05.2022 13.00 Uhr

Bikergottesdienst

Das Programm und weitere Informationen auf der Internetseite zum Bikergottesdienst >

Mittwochs 12 Uhr

Mittagsgebet im Münster

Donnerstags (jeden 1. und 3. Do. im Monat) 8 Uhr

Mette (Morgenandacht) im Münster

Donnerstags 18 Uhr

Gebet für den Frieden im Münster

Donnerstags (jeden 1. Do im Monat) 19.30 Uhr

Andacht mit Taizé-Gesängen im Münster

Freitags 13.30 Uhr

Klimaandacht in Stille im Münster


Änderungen vorbehalten!

 

 

Vereinsaktivitäten des Münsterbauvereins in 2020/21


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Trotz der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie gab es Aktivitäten des Vereins bzw. einzelner Vereinsmitglieder.

Noch stattfinden konnte am 30.01.2020 unsere Mitgliederversammlung im Gemeindezentrum der Kirchengemeinde.

Vorgestellt wurde dabei u.a. das neu erschienene Buch über die Baugeschichte des Doberaner Münsters, herausgegeben von Dr. Christian Kayser (München) und Münsterkustos Martin Heider. Verschiedene Aktivitäten für das laufende Jahr 2020 und auch teilweise bereits für 2021 wurden geplant und diskutiert sowie im Münster der restaurierte Taufstein besichtigt.

Im März 2020 wurde der Rundbrief mit dem Jahresbericht 2019 und dem Protokoll der Mitgliederversammlung an die Mitglieder versendet.

Geplant waren zu diesem Zeitpunkt für 2020 folgende Aktivitäten:
  • Sonntag, dem 26. April 2020: Aktionstag „Münster ganz nah“
  • Sonntag, 17. Mai 2020 (Internationaler Museumstag): Tagesausflug des Münsterbauvereins in die Dorfkirchen der Umgebung
  • Samstag, 12. September 2020: Grillabend des Vereins im Garten des Küsterhauses
  • Sonntag, dem 13. September 2020: Beteiligung am Tag des Offenen Denkmal

Leider konnte aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie keine dieser gemeinsamen Aktivitäten stattfinden. Im Dezember erhielten alle Mitglieder einen Rundbrief mit Grüßen zum Weihnachtsfest und zum Neuen Jahr.

 

 

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Auch wenn in diesem Jahr keine gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen unseres Vereins stattfanden, konnten wir doch dankenswerterweise auf die tatkräftige Unterstützung einiger unserer Mitglieder zählen:

Nachdem in den letzten Jahren ein aktualisierter Feuerwehrplan für das Münster erarbeitet wurde, wird derzeit – auch unter Mitwirkung eines Vereinsmitgliedes - ein sogenannter Kunstgutplan für das Münster erstellt, ein Evakuierungsplan für die wertvollen Ausstattungsstücke im Münster, z.B. im Fall eines Brandes.

Der Dachbereich und die Treppenaufgänge des Münsters wurden von Helfern, u.a. aus dem Verein, bereinigt. Seit kurzem gibt es die neuen Informationstafeln für den Verein und das Restaurierungsprojekt des Vereins, die nun im Münster aufgestellt sind. Ein neues Faltblatt über unseren Verein ist erschienen. Kleinere handwerkliche Arbeiten im und um das Münster wurden erledigt, und es gab Mithilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit der Münsterverwaltung. Unterstützung u.a. durch Vereinsmitglieder gab es weiterhin bei der Erstellung einer umfänglichen Zeittafel zur Geschichte des Münsters und der Stadt, durch die Übertragung bzw. Digitalisierung alter Schriften und Zeitungsartikel. Aber auch die im Hintergrund dauerhaft notwendige Vereinsarbeit wie die Verwaltung der Finanzen wurde zuverlässig und kontinuierlich weiter erledigt.

Wir bedanken uns bei allen Helfern sehr herzlich für ihr Engagement!

 

 

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Jubiläumsjahr 2021 in Althof


Anlässlich des 850jährigen Jubiläums der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Doberaner Stadtteil Althof gab es im Jahr 2021 verschiedene Veranstaltungen in Zusammenarbeit vieler Akteure aus Stadt, Kirchengemeinde, Stadtmuseum und Vereinen.

Im Sommer erschien ein umfangreiches Buch über den Doberaner Ortsteil: Martin Heider: „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2021; 334 Seiten, 534 Abbildungen (Preis 29,95 Euro, erhältlich im Doberaner Münster und über den Buchhandel).

Mehrere Vereinsmitglieder unterstützten die Entstehung des Buches durch Mithilfe beim Digitalisieren der transkribierten alten Texte.

 

 

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Am Samstag, dem 18.9.21 fand in Althof ein Festtag statt, mit dem traditionellen Handwerkermarkt in der alten Klosterscheune und einem Festgottesdienst vor der Kapelle.

In diesem Zusammenhang halfen einige Vereinsmitglieder beim Verkauf des neuen Althof-Buches an einem gesonderten Stand. Der Erlös des Buchs kommt den Restaurierungsmaßnahmen am Doberaner Münster zugute.

Wir hoffen nun, dass im Jahr 2022 wieder Versammlungen, Aktionstage, Vorträge, gemeinsame Ausflüge u. ä. stattfinden können.

Bisherige Überlegungen für die Vereinsarbeit im Jahr 2022:

  • Grillabend für die Mitglieder des Münsterbauvereins Sommer 2022
  • Teilnahme am Tag der Backsteingotik am 18.06.2022 mit stündlich angebotenen Führungen und Öffnung des Beinhauses
  • Beteiligung am Tag des Offenen Denkmals am 11. September 2022

Gern nehmen wir natürlich weitere Vorschläge entgegen!

Auch in diesem Jahr werden wir wieder auf Ihre Unterstützung angewiesen sein. Wir freuen uns über Ihre Mithilfe. Wenn Sie mithelfen möchten, melden Sie sich einfach in der Münsterverwaltung:

Telefonnummer: 038203 / 779590, Fax:038203 / 779589
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Spendenkonto: Münsterbauverein e.V.:
IBAN: DE 9713 0500 0005 0502 5809, BIC: NOLADE21ROS, Ostseesparkasse Rostock.

Münsterbauverein Bad Doberan e. V.
Der Vorstand

 

 

20 Jahre Münsterbauverein Bad Doberan e. V.


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Jahresbericht Münsterbauverein 2020 und 2021.


Der Ende 2002 gegründete und rund 90 Mitglieder umfassende Münsterbauverein hilft durch finanzielle Förderung der Baumaßnahmen, aber auch durch tatkräftige Aktionen, das Münster für nachfolgende Generationen zu erhalten.

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Der Münsterbauverein sammelt jeweils Spenden für ein bestimmtes bzw. mehrere Restaurierungsprojekte und macht durch seine Tätigkeiten auf diese Projekte aufmerksam. Durch den Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 konnten die meisten für die Jahre 2020 und 2021 geplanten Arbeiten und Vereinsaktivitäten leider nicht stattfinden.

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Bau- und Restaurierungsmaßnahmen in den Jahren 2020 + 2021 und Ausblick auf das Jahr 2022.

Ursprünglich geplant für das Jahr 2020 war der Beginn der Sanierung von Gewölbefeldern im Chorraum und Hauptschiff. Diese Arbeiten werden nun in 2022 beginnen und sich in Abschnitten über drei Jahre verteilen.

 

 

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Eine besonders gute Nachricht war in diesem Zusammenhang, nach geänderter Beantragung der Fördergelder durch die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde, die Absichtserklärung des Bundes über zusätzliche Fördermittel in Höhe von 400.000 Euro für das Münster. Gerade in dieser Zeit, in dem durch fehlende Besucher die Einnahmen im Münster deutlich verringert waren, ist dies eine besonders wichtige Unterstützung.

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Ein weiteres Projekt ist die Restaurierung der Gedenktafeln für Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg und seine Frau Elisabeth in der südlichen Kapelle des Chorumgangs. Der Münsterbauverein unterstützte dieses Projekt im letzten Jahr mit einer Summe von 7.000,00 €, weitere 5.000,00 € sollen dafür in diesem Jahr vom Verein an die Kirchengemeinde fließen. Dafür sammeln wir bereits seit 2020 innerhalb und auch außerhalb des Vereins Spenden.

Zur Unterstützung für die Einwerbung von Spenden bei Besuchern des Münsters wurde eine Plakattafel geschaffen, die nun im Münster im südlichen Chorumgang steht und die Besucher über das Projekt informiert.

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Für das Reiterstandbild, dessen Restaurierung im Jahr 2019 abgeschlossen war, wurde ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt, zudem wurden in 2020 abschließend die noch fehlenden, nachgearbeiteten Sporen an den Füßen des Reiters befestigt.

 

 

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Im März 2021 wurden, beginnend mit der Nordseite, die Dachrinnen und Fallrohre am Münster durch Industriekletterer der Firma TSP-Spezialbau GbR in Drechow gereinigt. Bei der Beräumung der Dachrinnen der Nordseite war festgestellt worden, dass diese mehr Verstopfungen und Verschmutzungen aufwiesen als gedacht. Nicht alles konnte vorher durch die Dachluken erkannt werden. Durch Nistmaterial, z.B. dickere Zweige sowie Laub und teilweise Mulch bzw. Humus, waren mehrere Stutzen entsprechend gefüllt, einige sogar verstopft. Die Rinnen wurden gereinigt und alle Fallrohrstutzen wurden mit einer Wasserspülung geprüft. Einige der Gitterträger in den Stutzen der Rinne, die normalerweise die Verstopfung von Fallrohren verhindern sollen, waren verbogen oder beschädigt und wurden nun repariert bzw. neu befestigt.

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Durch die Industriekletterer erfolgte außerdem die Kontrolle und Wartung weiterer Bereiche, so die Verfugung an den Fensterbänken (Solbänke) der Obergadenfenster in knapp 20 Meter Höhe. Auch die Silikonfugen zu den Dachanschlüssen unterhalb dieser Fester erwiesen sich in der Vergangenheit als Problemstellen. Nach der Kontrolle wurde nun an einer schadhaften Fuge eine Musterstrecke mit Bleiwolle als Dichtmasse angelegt. Ebenfalls geprüft wurden die Taubenabweiser, die von der Firma im Jahr 2017 angebracht worden waren und sich noch in gutem Zustand befinden.

Diese kontinuierlichen Wartungs- und Pflegemaßnahmen beugen größeren Schäden am Gebäude vor und helfen bei der Bestandssicherung. Durch den Einsatz der Industriekletterer sind diese Arbeiten in sonst nur aufwendig zugänglichen Bereichen ohne Gerüststellung möglich.

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Vermutlich durch Sturmböen im März 2021 beschädigt wurde der Wetterhahn auf dem Vierungsturm des Münsters, so dass er sich nicht mehr drehte. Ein nicht drehfähiger Hahn in dieser Höhe von rund 70 Metern bietet großen Widerstand gegen Sturmböen und ist daher gefährdet bzw. kann andere Bereiche gefährden. Bei weiteren Stürmen besteht die Gefahr, dass die Lanze der Turmbekrönung Schaden nimmt und/oder der Hahn beschädigt bzw. im Extremfall durch Absturz größeren Schaden an der historischen Kupfereindeckung verursacht wird. Die gesamte Konstruktion wurde im Mai von den Industriekletterern der Firma TSP-Spezialbau GbR Drechow überprüft, der Hahn abgenommen und die Reparatur des geschädigten Kugellagers in Angriff genommen. Sobald die Wetterlage es zulässt, wird der Hahn wieder an seinen Platz auf dem Vierungsturm zurückkehren.

 

 

Plakat Öffnungszeiten Frühjahr/Sommer 2022


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Das Plakat Öffnungszeiten Frühjahr/Sommer 2022 befindet sich im Druck.

Es wird als PDF-Datei per E-Mail und/oder als gedrucktes Plakat zusammen mit Münster-Faltblättern an einen großen Verteiler - u. a. Hotels, Touristinformationen, Kirchen - kostenfrei versendet.

 

Institutionen, die in den Verteiler aufgenommen werden möchten, wenden sich bitte per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

"Suche Frieden" – Info-Seite der Nordkirche


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"Suche Frieden" – Info-Seite der Nordkirche


Der Krieg in der Ukraine hat die Welt verändert.

Doch wir wollen gemeinsam ein Zeichen des Friedens und der Anteilnahme setzen.

Hier die Info-Seite der Nordkirche für Flüchtende sowie Helferinnen und Helfer >

– mit Kontakten und Anlaufstellen.


 

 

 

„Einfach singen!“ – Gottesdienstchor zum Mitsingen


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NEU: „Einfach singen!“ Gottesdienstchor zum Mitsingen


Wir möchten wieder singen und musizieren, besonders nach der langen Zeit, in der wir dies nicht oder nur eingeschränkt konnten – in, als und mit der Gemeinde. Gemeinsame Musik tut gut.

Deshalb möchte ich an konkreten Samstagen von 17.00 bis 18.00 Uhr einmal im Monat in das Münster einladen: „Einfach singen“ Neue Lieder, Kanons, Choräle und Gospel .

Familien, Kinder und Jugendliche, Senioren – Touristen, die eh vorhatten, in den Gottesdienst zu kommen. Chormitglieder unterstützen uns dabei – so lernt man sich nebenbei ein bisschen kennen – und wer weiß, was daraus alles für uns werden kann.

Die musikalische Vorbildung spielt dabei keine Rolle, das Angebot richtet sich einfach an ALLE. Jeder Samstag ist ein eigenes „Minipaket“ - die Ergebnisse werden wir an jedem darauf folgenden Sonntag in einem „Mitsing“- Gottesdienst um 9.30 Uhr im Doberaner Münster mit der Gemeinde als Gemeinde teilen.

Samstag, den 2.4. 17 - 18 Uhr für den Passions-Gottesdienst am 3.4. um 9.30 Uhr

Samstag, den 14.5. 17 – 18 Uhr für den Kantate-Gottesdienst am 15.5. um 9.30 Uhr

Samstag, den 18.6. 17 – 18 Uhr für den Sommer-Gottesdienst am 19.6. um 9.30 Uhr


Sie sind / Ihr seid herzlich ins Münster eingeladen!

Matthias Bönner
Kantor am Doberaner Münster

 

 

Vorträge und Veranstaltungen


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Der Ökumenische Studienkreis lädt zu folgenden Vorträgen herzlich ein:


24. März 2022

Dr. Reinhard Witte: Schliemann 200 - Auf der Suche nach Troja.

28. April 2022

Dr. Angelika Rosenfeld: „Auf den Spuren von Hans Fallada – in Hinterpommern, Feldberg und Bad Doberan. Schauplätze von Leben und Literatur“ (zum 75. Todestag!)

Klemens Ludwig: Die Opferrolle. Der Islam, seine Selbstinszenierung und die Werte der Aufklärung. (Der Vortrag über den Islam fällt leider aus, wegen Krankheit des Referenten.)

12. Mai 2022

Christoph Bräutigam: Menschen in Bewegung – Wie Migration die Welt verändert.

9. Juni 2022

Andreas Lettowsky und Reinhart Kotischke: Franz Schubert – Ein Leben für die Musik.


Zeit und Ort sind wie gewohnt:

19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums Friderico-Francisceum am Alexandrinenplatz 11, 18209 Bad Doberan.

 

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag des Ökumenischen Studienkreises Bad Doberan
Dr. Angelika Rosenfeld.

 

 

Weitere Vorträge und Veranstaltungen


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Veranstaltungen mit Dipl.-Biol. Ina Sakowski in 2022


Termine Veranstaltungen 2022:

1. Imkerschnupperkurs
ab Samstag, 30. April, 3 Termine bis Juni 2022, 10-13 Uhr.

2. Auf den Spuren der Mönche von Althof in den Hütter Wohld
Sonntag, 28. August und Samstag, 03. September 2022, 10 -13 Uhr.

3. Natur und Kunst im Quellental
Samstag, 6. + 13. August, 10-14 Uhr.

4. Naturkundliche Führung Hütter Wohld
Sonntag, 1. Mai sowie Samstag, 21. Mai sowie 4. + 18. Juni und am 2. Juli.

5. Historische Führung Hütter Wohld
Samstag, 1., 15. und 29. Oktober, 11-14 Uhr.

Weitere Informationen und Kontakt >


 

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VEREIN DER FREUNDE UND FÖRDERER DES KLOSTERS DOBERAN E.V.


Vortrag: Dipl. Math. Paul Nebauer.

Mittelalterliche Dokumente berichten von der Ankunft der Mönche 1171 in Doberan (Althof)

Donnerstag, 21. April 2022, 19.30 Uhr
Gymnasium Friderico Francisceum Bad Doberan, Alexandrinenplatz 11

Wir laden Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei.

Mittelalterliche Dokumente berichten von der Ankunft der Mönche 1171 in Doberan (Althof). Für das Kloster Doberan gibt es keine Gründungsurkunden, das gilt sowohl für die Erstgründung in Althof als auch für die Zweitgründung in Doberan. Mehrere handschriftliche mittelalterliche Dokumente, lange nach der Gründung, berichten aber von diesem Ereignis. Im letzten Jahr hat sich eine zusätzliche Handschrift eröffnet, die aus Sicht des Doberaner Klosters bisher nicht ausgewertet wurde: die „Annales et Notae Colbazenses“ aus dem 12. Jahrhundert.

Mit ihrer Hilfe und der bereits bekannten „Annales Ryenses“ aus dem 13. Jahrhundert können wir sehr genau die Ankunft der Mönche nachvollziehen.

2021 jährte sich dieses Ereignis zum 850sten Mal.

 

 

Sturm vor 60 Jahren beschädigte Doberaner Münster


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Foto: Album Klinckmann / Archiv Münsterverwaltung.

In der Nacht vom 16. zum 17. Februar 1962 wurde die Kupfereindeckung des Dachreiters stark geschädigt. Die Reparaturarbeiten zogen sich zwei Jahre hin. Ein Grund dafür war der Materialmangel.


Von Martin Heider.

Bad Doberan. Sturmtief „Ylenia“ hat in der Nacht zum 17. Februar 2022 im Landkreis Rostock kaum Schäden verursacht. Einige Baumhindernisse mussten beseitigt werden, große Schadensmeldungen gab es nicht. Das sah vor 60 Jahren anders aus. Damals wurde das Doberaner Münster beschädigt. Die Reparatur sollte zwei Jahre dauern.

Für die Nacht vom 16. zum 17. Februar 1962 notierte Propst Hans-Martin Ehlers in der Pfarrchronik der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bad Doberan „Orkan verursacht am Dachreiter und Dach der Kirche erheblichen Schaden“.

Es ist die Nacht, die insbesondere für die Hamburger Einwohner durch massive Deichbrüche zur Katastrophe wurde und sich mit hunderten Toten und tausenden Obdachlosen sowie massiven materiellen Schäden in das Gedächtnis der Hansestädter prägte.

Er führte auch zu deutlichen Schäden an der Dachhaut des Doberaner Münsters.

Zahlreiche Kupferplatten an der Nordwestseite des Turms hingen wie Fetzen herab. Durch jedes weitere Unwetter drohten gravierende Folgeschäden für die Bausubstanz.

Die Bauakten im Archiv der Münsterverwaltung und weitere schriftliche Quellen zeugen von der mühsamen Beseitigung der Schäden.


(Fortsetzung im nächsten Abschnitt)

 

 

Keine Einfuhrgenehmigung für Kupfer aus der BRD


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Foto: Jürgen Langer, Bad Doberan / Archiv Münsterverwaltung.

Am 21. März wandte sich Wilhelm Oemigk, Amtmann in der Baudienststelle der Landeskirche, Ortsteil Rostock, an den Rat des Kreises Bad Doberan, mit dem Hinweis auf die dringend nötige Instandsetzung des Dachreiters. Man stellte einen Antrag für die Einfuhrgenehmigung einer Geschenksendung von 60 Quadratmeter Kupferplatten aus der Bundesrepublik Deutschland.

Am 4. August teilte nach mehreren Rücksprachen der Rat des Bezirks Rostock/Innere Verwaltung mit, dass keine Einfuhrgenehmigung erteilt wird. Daraufhin bat Oemigk am 8. August den Rat des Kreises Bad Doberan um Zuweisung dieser Menge Materials aus den Beständen der DDR.

Im Oktober erfolgte diese Auslieferung und der Aufbau des Gerüsts. Ende des Jahres mussten die Gerüstarbeiten witterungsbedingt unterbrochen werden. Oemigk weist darauf hin, dass auch eine Schieferbedachung des Nordseitenschiffes dringend notwendig sei, denn dort sei noch Teerpappe vorhanden, da die Kupferbedachung während des Zweiten Weltkrieg abgenommen wurde. Die Gesamtsumme der noch ausstehenden Dacharbeiten wurde auf etwa 52 000 DM geschätzt.

Laut Baudienststelle der Landeskirche an den Rat des Bezirkes Rostock vom 16. März 1963 wurden durch neue sturmbedingte Schäden am Dachreiter mehr Kupferplatten gebraucht als bisher angenommen. Im September 1963 bestand weiterhin Handlungsbedarf, „um wenigstens die aufgerissenen Flächen an der Nordwest-Seite“ des Dachreiters mit den neuen Kupferplatten eindecken zu können.

In einer Besprechung vom 10. Oktober beim Rat des Kreises Bad Doberan, Innere Angelegenheiten, betreffs „Volkswirtschaftsplan 1964“ wird festgestellt, dass die vorhandenen Kupferplatten nicht verarbeitet werden können, da die VEB Rostock, die die Einrüstung des Turmes übernommen hatte, den Auftrag im Frühjahr abgegeben hat. Nach mehreren Absagen übernahm die Privatfirma Ode in Rostock den Auftrag. Die Einrüstung konnte aber dennoch nicht fertiggestellt werden, da ein Großteil des Gerüsts noch anderweitig in Rostock gebraucht wurde. Am 17. Dezember erfolgte dann der Auftrag des Kreisbauamtes an die PGH Aufbau Bad Doberan für die Turmeindeckung.

Zahlreiche Kupferplatten an der Nordwestseite des Turms hingen wie Fetzen herab. Durch jedes weitere Unwetter drohten gravierende Folgeschäden für die Bausubstanz.

Die Bauakten im Archiv der Münsterverwaltung und weitere schriftliche Quellen zeugen von der mühsamen Beseitigung der Schäden.


(Fortsetzung im nächsten Abschnitt)

 

 

Auftakt für Generalrestaurierung von 1964-1984


pribislav

Im Juli 1964 wird festgestellt, dass die alten Kupferbleche des Dachreiters brüchig sind und daher nicht weiterverarbeitet werden können. Dadurch ergibt sich laut Oemigk ein Mangel von etwa 120 Quadratmeter Kupferblech.

Das Kupfer aus DDR-Beständen reichte dafür nicht aus. Im September traf für Restarbeiten am Turm und der Südwestkehle eine Geschenksendung von 280 Quadratmeter Kupferbleche aus der BRD ein. Spender war das Amt für Gemeindedienst in Hamburg. Die zuvor aus Materialmangel eingestellten Arbeiten konnten nun fortgesetzt werden.

Zuvor hatte die Domgemeinde Schwerin abgelehnt, mit Kupferblech auszuhelfen, da das dort vorhandene Material ganz und gar für die Instandsetzung des Domes benötigt würde.

Otto Klinckmann vermerkt in seinem Privatalbum, dass die Zimmerarbeiten von den Zimmermeistern Hermann Beese und Hugo Hubert ausgeführt wurden. Das Kupferdach wurde von Hans Koch (*1908), F. Böckmann (*1922), Otto Klinckmann (*1896) sowie den Herren Frahm und Röbke von der PGH Dachdecker/Klempner/Installateure Bad Doberan gedeckt.

Die Gesamtfläche des Kupferdaches (Turm) belief sich auf 368 Quadratmeter. Verarbeitet wurden dazu 3275 Kilogramm Spendenmaterial bis zur Fertigstellung von Juni bis September 1964.

Die Reparaturen der Sturmschäden sollten der Auftakt für die bald folgende und rund 20 Jahre andauernde Generalrestaurierung des Münsters werden. Laut den „Verfügungen und Mitteilungen des Ministeriums für Kultur“ der DDR von 1962 wurde das Münster in die Liste der Denkmale von besonderer nationaler Bedeutung und internationalem Rang aufgenommen. Solches führte zur überwiegenden Finanzierung der Arbeiten durch den Staat.


Foto: Hans Koch (*1908) und Otto Klinckmann (*1896). Die älteren Doberaner sprechen mit Hochachtung von diesen beiden Herren; gestandene Handwerker. Zudem war Otto Klinckmann im weiterem Verlauf der Arbeiten schon um die 70 Jahre alt und war dennoch auf dem Münsterdach und anderen Baustellen aktiv.


Dieser Beitrag erschien mit den Fotos der vorhergehenden Beiträge am 18.02.2022 in der Ostsee-Zeitung.

 

 

Neuauflage: Doberaner Münster im 30jährigen Krieg


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Da die erste Auflage mit 500 Exemplaren zur Neige ging, ist nun eine überarbeitete Neuauflage der 52seitigen Publikation von Martin Heider: "Das Doberaner Münster in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges", erschienen.


 Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) kam es zu schlimmen Gräueltaten an der Doberaner Bevölkerung und zu ernsthaften Schäden am Gebäudebestand des Münsters und weiterer Klostergebäude.

1637 überfielen kaiserliche Reiter das Amt und hatten „alles zunichte gemacht“. Noch schlimmer waren die Plünderungen durch die schwedische Soldateska im Jahr 1638.

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Der Mangel an Finanzen und Personal ermöglichte nur begrenzt die Ausführung von Instandsetzungsarbeiten und führte in den Jahrzehnten nach dem Krieg zum fortschreitenden Verfall mehrerer Nebengebäude.

Es grenzt fast an ein Wunder, dass die Doberaner Kirche samt Inventar, jahrelang ohne feste Bedachung, über diese Zeit gerettet werden konnte.

Diese Publikation führt in chronologischer Folge bisher unveröffentlichtes, weniger bekanntes und bereits veröffentlichtes Datenmaterial für diesen Zeitraum zusammen, darunter verschiedene Zeitzeugenberichte und Informationen aus Handschriften und Akten. Es wird nicht ausschließlich auf die Wirren des Krieges in Doberan eingegangen, sondern auch auf die sonstigen Ereignisse und Entwicklungen dieser Zeit.

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Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Mecklenburg im Dreißigjährigen Krieg
  • Doberan seit dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges
  • Massive Gräueltaten, Zerstörungen und Plünderungen in den Jahren 1637/38
  • Die jahrzehntelangen Anstrengungen zur Überwindung der Kriegsfolgen
  • Weitere Hinweise auf die Kriegszerstörungen und deren Folgen
  • Anhang: Aus den Quellen über Verwüstungen und Grausamkeiten in Mecklenburg
  • Quellennachweise/Literaturverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Karte Klosteranlage um 1520 aus der Vogelschau
 

Herausgeber:
Münsterverwaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Bad Doberan
Klosterstraße 2, 18209 Bad Doberan.

Gesamtherstellung:
OSTSEE-DRUCK Rostock GmbH
ß Verlag & Medien GbR
ISBN: 978-3-940835-60-4

Umfang und Preis:
52 Seiten, 32 z. T. historische Abbildungen.
Das Heft ist zum Preis von 6,00 Euro an der Münsterkasse erhältlich.
Zzgl. der Versandkosten senden wir es auf Wunsch auch gern zu.

 

 

Tiere am und im Doberaner Münster (2)


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Im Januar begannen wir mit dieser neuen Serie. Seit Errichtung des Münsters vor mehr als 700 Jahren hat es immer vielerlei tierische Bewohner am und im Münster gegeben. Mit Dipl.-Biologin Ina Sakowski schauen wir diesbezüglich in die Vergangenheit und Gegenwart.


Die lauten, immer in Kolonien lebenden Dohlen sind das ganze Jahr am Münster anzutreffen. Der aufmerksame Besucher kann ihr lebhaftes Treiben von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang bewundern. Die Paare sind sich ein Leben lang treu und häufig gemeinsam anzutreffen.

Sie haben die Auswahl zwischen 53 Nistkästen, die vom NABU ab 1997 eigens für sie im Gewölbe angebracht wurden. Die immer im Mai stattfindenden Nestlings-Kontrollen und -Beringungen dokumentieren 25-35 erfolgreiche Bruten jedes Jahr (schriftl. Mitteilung Frank Emmerich, 2020).

 

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Aufgrund dramatischer Bestandsrückgange in den 80er und 90er Jahren (ca. 1.000 Brutpaare in MV) wurde die Dohle in der Roten Liste der Brutvögel MVs von 2003 als „vom Aussterben bedroht“ aufgeführt. Dank von Naturschutzverbänden initiierten umfangreichen Aufklärungskampagnen und Maßnahmen in Städten und Gemeinden, wie z.B. das Kasten- und Kirchturmprogramm, erholten sich die Dohlenbestände langsam. Aktuell ist der Bestand mit 83.000 - 140.000 Brutpaaren landesweit relativ stabil und die Dohle als Brutvogel in MV ungefährdet (vgl. Rote Liste der Brutvögel MVs von 2014).

Verwilderte Stadttauben versuchen jedes Jahr, ebenfalls in Rüstlöchern, Nischen oder sogar Dohlenkästen zu brüten, was von wenig Erfolg gekrönt ist. Im Zuge der letzten Sanierungen wurden von der Münsterverwaltung gezielt bauliche Maßnahmen vorgenommen, um diese häufig vorkommende Art vom Kirchenbau fern zu halten. Schließlich möchte man im Sinne des Artenschutzes bevorzugt gefährdeten und geschützten sowie seltenen Tierarten eine Heimstadt bieten.

 

 

Mehrere Fledermausarten und Kirchenmäuse


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Auch mehrere Fledermausarten, die aufgrund ihrer komplizierten Lebensweise und -ansprüche alle europäisch streng geschützt sind, finden hier und da im Gewölbe des Münsters einen kleinen Einflugspalt. Darauf deuten kleine Mengen an Kotspuren in vielen Gewölbebereichen und im Aufgang zum Glockenturm hin. Auch wurde im Juli 2019 im Gewölbe die Mumie einer Zwergfledermaus aufgefunden.

Auch wenn es im Münster keine Winterquartiere, Wochenstuben oder regelmäßig aufgesuchte, feste Quartiere gibt, nutzen doch offensichtlich einige Tiere (Arten) das Gewölbe zum zeitweisen Einfliegen und Aufenthalt.

Für sie werden in den kommenden Jahren kleine bauliche Veränderungen im Dachbereich vorgenommen, um ihre Aufenthaltsräume bzw. Bestände im Münster zu verbessern.

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Das Spektrum der im unmittelbaren Außenbereich des Münsters vorkommenden Fledermausarten (mit bekannten Quartieren z.B. im Kornhaus, in der Ruine des großen Wirtschaftsgebäudes und im Eiskeller in der sog. „Todeskurve“) reicht von Zwerg- und Mückenfledermaus, über das Braune Langohr sowie die Fransen- bis zur Wasserfledermaus. Es kann davon ausgegangen werden, dass vor allem in der Schwarmzeit (Spätsommer) einige der o.g. Spezies durchaus auch im Münstergewölbe einfliegen und sich einige Nächte/Tage dort aufhalten.

Selbst „Kirchenmäuse“ verirren sich hin und wieder in den großen Sakralbau (schriftl. Mitteilung Gerhard Schmager, 2020). Von Besuchern unbemerkt huscht das eine oder andere Tier durch die geöffnete Hauptpforte in das Innere. Allerdings ist im kalten Münster selbst für Mäuse nichts „zum Beißen zu finden“, so dass sie gut daran tun, schnell den Rückweg durch die Tür zu finden.

 

 

Honigbienenvölker und Sächsische Wespe


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Seit ca. zehn Jahren (mündliche Mitteilung Maria Kleine) finden auch jedes Jahr mehrere Honigbienenvölker in geeigneten Rüstlöchern und dahinter liegenden Hohlräumen für ein paar Monate eine Heimstatt am Münster.

Kapeele Althof

Fotos 1 u. 2: Dirk Seemann 2019

Bevorzugt an der West-, aber auch an der Ostseite, fliegen sie während der Schwarmzeit im Mai und Juni ein.

Es handelt sich um Imkern entflogene Schwärme, die hier ein neues Zuhause gefunden haben. Aufgrund der winterlichen Temperaturen und der typischen Parasiten in allen Honigbienenvölkern (z. B. Varroamilben) ist ein Überleben bis zum nächsten Frühjahr allerdings kaum möglich.

Eine Verwandte der Honigbiene, die Sächsische Wespe, hat es im Frühjahr 2020 geschafft, ein schönes marmoriertes Nest am südlichen Innengiebel des Gewölbes zu errichten. Erst im August, schon in der normalen jährlichen Niedergangsphase des Volkes, wurde das 400-500 Individuen starke Völkchen entdeckt. Das verlassene Nest bietet nicht nur allerlei Kleingetier ein Winterquartier, sondern wurde um den Jahreswechsel 2020/21 von einem hungrigen Marder auseinandergepflückt.

Kapeele Althof

Foto: www.aktion-wespenschutz.de

Er versuchte, an die (abgestorbenen) Larven zu kommen, um seinen großen Hunger zu stillen. Mehrere typische „Häufchen“, die noch im Januar auf den hölzernen Laufwegen im Gewölbe gefunden wurden, deuten auf einen kurzen Winteraufenthalt des Tieres hin, was nicht untypisch für solcherart Gemäuer ist.

Wie bzw. worüber das Tier allerdings in das hohe, gut sanierte Gebäude Eintritt fand, ist unbekannt. Für Marder typisch, nutzt er das Gewölbe nur ab und an als Nachtquartier und ist ansonsten im Freien unterwegs.


Das Doberaner Münster erhielt bereits zweimal die vom NABU vergebene Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ (2012, 2020).

Dipl.-Biologin Ina Sakowski

 

 

 

Tiere am und im Doberaner Münster (1)


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Zum Jahresbeginn beginnen wir mit dieser neuen Serie. Seit Errichtung des Münsters vor mehr als 700 Jahren hat es immer vielerlei tierische Bewohner am und im Münster gegeben. Mit Dipl.-Biologin Ina Sakowski schauen wir diesbezüglich in die Vergangenheit und Gegenwart.


Ob es nun geflügelte Wesen, wie Stechimmen und Fledermäuse, diverse Vogelarten wie z.B. Turmfalke, Waldkauz, Mauersegler oder Schleiereule sind; oder aber solche, die am Boden leben, wie Mäuse, Molche und Käfer. Sie alle haben mit Sicherheit in teils großem Umfang auf dem riesigen Klostergelände und auch im Münster selber ihr Domizil gehabt.

So berichten Akten aus dem Jahr 1600 von Bienenstöcken an der inzwischen vollständig verloren gegangenen Neuen Mühle, wenige hundert Meter östlich vom Klosterareal. Auch nordöstlich des Münsters, im sogenannten „Tiergarten“, wurde demnach im 17. und 18. Jahrhundert Wild gehalten. Möglicherweise stammt der heute noch im nördlichen Münster an einem Pfeiler zu besichtigende Rothirschkopf eines Zehnenders aus diesem klostereigenen Gehege.

Selbst von Wölfen wird in alten Akten berichtet. So nahmen mehrere Bauern 1552, im nur vier km entfernten Brodhagen, einer alten Fähe sieben Junge weg und erhielten dafür vom Domanialamt eine Prämie (schriftliche Mitteilung Martin Heider, 2020).

Einige der o.g. Tiere leben bis heute im Münster sowie dessen Außengelände. So kann man im Frühjahr bei sonnigem Wetter sowie ausreichend Wasserstand und -qualität im großen Teich am Münster an der Wasseroberfläche balzende Kammmolche beobachten (eigene Beobachtung Anfang der 2000er Jahre). Eine europaweit streng geschützte und heutzutage auch in MV immer seltener werdende, stark gefährdete Art.

 

 

Jährlich 3-4 Brutpaare Turmfalken im Münster


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Auch Turmfalken bauen kein eigenes Nest, sondern nutzen zum Großziehen ihrer Brut gerne Gebäudenischen und -vorsprünge sowie in freier Natur auch verlassene Krähen- und Elsternester. Ihr Vorkommen am Münster wird seit den 80er Jahren, wo die fluggewandten Falken teilweise noch in den Turmbereichen, wie auch der Waldkauz, brüteten, beobachtet und dokumentiert (müdliche Mitteilung B. Thielke, 2020). Bis heute brüten die schönen Tiere mit jährlich 3-4 Paaren recht erfolgreich im Münster. Sie nutzen dazu Nischen neben bzw. direkt an den Rüstlöchern in mindenstens acht Meter Höhe.

Im Frühjahr führen sie ihre Balzflüge sehr öffentlich z.B. über dem südlichen Eingangsportal aus. Mit etwas Glück kann man im Spätsommer an der Süd- und Nordseite die jungen Falken ihre ersten Flugversuche absolvieren sehen. Dabei plumpst ab und an leider auch das eine oder andere Vögelchen auf den Boden, wo es von aufmerksamen Besuchern gefunden und anschließend von Fachleuten in Sicherheit gebracht und gerettet wird.

Fotodokumentiert wurde das z.B. im Jahr 2019, wo bei einer Gewölbebegehung am 17. Juli ein bereits stark abgemagerter Jungfalke im Bereich des Glockenturms eingefangen und extern aufgepäppelt wurde. Er fand offensichtlich nicht den Ausflug ins Freie. (Foto 1, Gerhard Schmager, 2019).

 

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Am 11. August 2020 wurde ein gerade flügger gewordener, erschöpfter Jungvogel am Eingang des nördlich vom Münster liegenden Beinhauses aufgefunden. Dieses Tier fand mit etwas Wasser- und Futtergabe allein die Kraft, zu seinen im Außengelände des Münsters wartenden Elterntieren zu gelangen (Foto 2, B. Thielke, 2020). Um solche Vorkommnisse zu reduzieren, werden ab 2021 gezielt bauliche Optimierungen an den Brutnischen am Münster vorgenommen.

Dank und Anerkennung gilt der Münsterverwaltung, die sich seit vielen Jahren um den Erhalt und Schutz v. a. gebäudebewohnender Tierarten einsetzt und ein offenes Ohr für den aktiven Artenschutz gefunden hat. Das spiegelt auch die bereits zweimal vom NABU vergebene Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ wider (2012, 2020).


Text: Dipl.-Biologin Ina Sakowski

(Fortsetzung u.a. zu Dohlen und Fledermäusen im nächsten Newsletter)

 

 

Wenig Lebensraum für Waldkäuze und Schleiereulen


Kapeele Althof

Die zu DDR-Zeiten z.T. noch im Münster brütenden Waldkäuze (mündliche Mitteilung Bernd Thielke, 2020) hört man heutzutage (nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im Münster) an lauen Sommer- und Herbstabenden zu zweit und dritt von den Bäumen im Außengelände rufen. Möglicherweise brütet sogar ein Paar dieser noch relativ häufigen Art in einem der Altbäume nahe dem Münster.

Die Schleiereule hat als „Muldenbrüter“ (keine Nestanlage) in der Neuzeit wohl nicht direkt im Münster gebrütet, vermutlich aber in den „wirren Zeiten“, in denen es Schadstellen im Dachbereich gegeben hat. Auch gibt es aktuell keine Kästen für diese, starken Bestandsschwankungen ausgesetzte, streng geschützte Vogelart. In kleinen Anzahlen soll sie aber in den Nachwendejahren außerhalb des Münsters in naheliegenden Scheunen, alten Ställen und Ruinen Nistplätze und auch ausreichend Futter (Mäuse) im Winterhalbjahr gefunden haben. Nach Sanierung und Abriss fielen diese Brutstätten weg (müdliche Mitteilung Bernd Thielke, 2020).

Die Eule mit dem markanten Gesicht leidet nicht nur im Sommerhalbjahr zunehmend unter Nahrungsmangel (aufgrund intensiver Landwirtschaft, Klimaveränderung u.v.m.), sondern findet in schnee- und frostreichen Wintern kein Futter zum Überleben. So war der landesweite Bestand von 700 Brutpaaren (BP) nach den sog. „Kältewintern“ 2009/2010 und 2010/11 auf lediglich 10-30 BP eingebrochen. Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen (Anbringen von Eulenkästen im Inneren von Kirchen, Ställen usw.) und milder Winter hat sich der Bestand wieder erholt. Derzeit leben ca. 400 Schleiereulen-BP in MV (A. Hofmann, Nordkurier 06.10.2020).

 

 

Althof-Führung mit NDR-Nordtour in Mediathek


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Der NDR teilte auf seiner Homepage mit: NDR-Nordtour – Ausflüge und Reisen, Spaß und Sport, Menschen und Geschichten: Das Reisemagazin bietet viele Tipps und Serviceangebote für den ganzen Norden.


Althöfer Kapellenführung mit Münster-Kustos Martin Heider

Münster-Kustos Martin Heider bietet seit Sommer zwei verschiedene Führungen zur kleinen Kapelle in Althof an. Eine beginnt an der Kapelle, führt am ehemaligen Pächterhof vorbei zur Scheunenruine. Die andere beginnt am Bahnhof, führt an der früheren Mühle vorbei zur damaligen Ziegelei. Großformatige historische Darstellungen, Fotos, alte Zeichnungen, Kopien von Stichen zeigt er. Anlass war das 850-jährige Bestehen des Klosters, von dem vor allem das Doberaner Münster bekannt und berühmt ist. Dabei wurde das Zisterzienserkloster Doberan im heutigen Althof gegründet. In der noch gut erhaltenen Kapelle finden Andachten, Gottesdienste und Taufen statt. Martin Heider hat auch ein Buch über die Geschichte Althofs geschrieben, historische Dokumente gesichtet, in Archiven recherchiert.

 

 

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Die Themen im Überblick
 
  • Kerzenglück: handgezogen und farbenfroh
  • Die Märchenmaler von Osten: ein Dorf und seine Adventstradition
  • Vorweihnachtlicher Bummel durch Barmbek mit Kaffee und Kuchen
  • Genusstour: Glanz und Häppchen in Lüneburg
  • Märchenhafte Eiswelt in Rövershagen
  • Althöfer Kapellenführung mit Münster-Kustos Martin Heider
  • Auf der Weihnachtsinsel Fehmarn
  • Ausstellung: das unbekannte Sylt
  • Weihnachtliches Essen: diesmal vegan
  • Hängepyramiden-Bauer aus Wismar

Quelle: NDR

Die Sendung ist auf der Homepage des NDR verfügbar bis zum 04.12.2022.

Link zur Sendung >>

 

 

Treffpunkt Suppenküche im Zelt


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Auf Grund der derzeit geltenden Corona-Verordnungen kann der Treffpunkt Suppenküche keine Gäste in seinen Gasträumen bewirten.


Viele Gäste nutzten in den vergangenen Wochen unsere Terrasse oder nahmen Essen mit nach Hause. Damit der Treffpunkt Suppenküche auch in den kommenden kalten Monaten (und unter Einhaltung der Corona-Verordnungen) ein gutes Ziel für einen Spaziergang, einen Kaffee oder eine warme Mahlzeit sein kann, gibt es nun ein Zelt. Es steht gleich neben der Terrasse am Gemeindezentrum und lädt dazu ein, sich dort (etwas geschützt) niederzulassen, etwas Warmes zu trinken, dort zu essen oder sich Essen mitzunehmen.

Eine großzügige anonyme Spende für die Zeltmiete macht dies möglich. Dafür sind wir sehr dankbar.

Wie schön, dass wir uns nun auch in der kommenden kalten Zeit begegnen können! Unsere Öffnungszeiten bleiben gleich: Wir bewirten montags bis freitags von 11 bis 14 Uhr.

Wir freuen uns, wenn Sie uns besuchen. Bleiben Sie behütet!


DIE MITARBEITENDEN DES TREFFPUNKTS SUPPENKÜCHE

 

 

NDR-Nordtour berichtet über Althof-Sonderführung


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Die sogenannte Klosterscheune, begonnen um 1300. (Sammlung: Familie Maichel)

850 Jahre Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof


Ein NDR-Fernseh-Team drehte während des Rundgangs durch den geschichtsträchtigen Ort. Der Beitrag läuft in der NDR-Nordtour, am Sonnabend, dem 4. Dezember 2021 um 18 Uhr.


Anlässlich des 850jährigen Jubiläums der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Doberaner Stadtteil Althof fanden in diesem Jahr öffentliche Althof-Sonderführungen statt. Die letzte Führung in diesem Jahr war am Dienstag, dem 23. November, eine Kombination aus den zwei verschiedenen thematischen Althof-Sonderführungen.

Von den Bauten aus der Klostergründungszeit um 1171 blieb in Althof nichts Sichtbares erhalten. Der Ort wurde um 1186 eine Grangie, ein Wirtschaftshof des Klosters, blieb aber als Ort der ersten Zisterzienserklostergründung von landesgeschichtlicher und geistlicher Bedeutung, so auch als Wallfahrtsort.

Nach der Klosterauflösung im März 1552 wurde Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge.

 

 

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Kapelle Althof – Fliesen von um 1300 (Foto: Martin Heider)

Besichtigt wurde die Kapelle, die von der Zeit der Klosterauflösung bis in das frühe 19. Jahrhundert als Backhaus genutzt wurde. Anhand von z. T. erstmals in Archiven recherchierten Plänen, Grundrissen und historischen Abbildungen wurden auch Gebäude und Anlagen vorgestellt, die nicht mehr bestehen bzw. heute völlig anders genutzt werden. Großformatige historische Abbildungen wurden gezeigt, u. a. von verloren gegangenen Gebäuden auf dem ehemaligen Pachthof, so dem Milchenkeller und dem Schweinehaus (um 1864 erbaut, Abb.). Vom großen Viehhaus, 1953 als Bau noch vollständig vorhanden, besteht heute nur ein stark überformtes ca. westliches Drittel.

Die ehemalige Heuscheune (um 1851), der Wagenschauer (um 1865) und der Pferdestall (um 1830) sind heute zumeist Wohnhäuser. Ein großer Schafstall nahe der Klosterscheune brannte um 1932 ab, der Maschinenschuppenneubau von 1932 wurde um 1996 abgerissen, die große Feldscheune, östlich außerhalb des Pachthofs gelegen, brannte 1993 nieder. Über das weitere Schicksal der Kapelle und des Hofes samt der sogenannten Klosterscheune informierte Martin Heider in der Führung.

Im Ort zeugt noch vieles vom früheren Gebäudebestand und wirtschaftlichen Leben über die Jahrhunderte. Daher führte der Rundgang weiter entlang an den Katen aus dem 19. Jahrhundert bis zur ehemaligen Wassermühle.

 

 

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Die ehemalige Wassermühle von Nordosten (um 1910) (Sammlung: Herbert Drechsler, Althof)

Das NDR-Fernsehen sendet den Beitrag in der NDR-Nordtour, am Sonnabend, dem 4. Dezember 2021 um 18 Uhr.


Tipp: Der neue Althof-Band, der auch in der NDR-Sendung vorgestellt wird, könnte ein schönes Weihnachtsgeschenk im Jubiläumsjahr sein.

Erhältlich im Münster und in unserem Shop >>

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Raum der Stille auf dem Doberaner Friedhof


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Die unter Denkmalschutz stehende, spätklassizistische Friedhofskapelle aus dem Jahre 1853 soll zukünftig ein Raum der Stille werden.


Nun ist soweit! Nach vielen Jahren des Überlegens, Planens, Beantragens, Verwerfens und immer wieder Hoffens ist es nun geschafft. Die Sanierung der kleinen Grabkapelle auf dem Doberaner Friedhof beginnt noch im Oktober dieses Jahres. Im Vorfeld gab es einige Anläufe, um dieses zu realisieren. Einiges ist gescheitert und manches hat uns weitergebracht – ohne dass wir es ahnten.

Hier zu erwähnen ist unbedingt die Bachelorarbeit von Ulrike Hartwig (Hochschule Wismar) aus dem Jahre 2012. Frau Hartwig hat hier ein umfassendes Werk abgegeben, das für alle weiteren Planungen eine große Hilfe war und ist. Von der Aufarbeitung der Historie über detaillierte Bauteilbeschreibungen, Schadenserfassungen bis hin zu Vorschlägen zur Instandsetzung ist alles vertreten.

 

 

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Unser Vorhaben


Die Friedhofsverwaltung und die Kirchengemeinde Bad Doberan bemühen sich sehr um den Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden, spätklassizistischen Friedhofskapelle aus dem Jahre 1853 und streben eine Nutzung als Raum der Stille an.

Auf dem Friedhof in Bad Doberan fehlt ein geschützter Ort zum Innehalten, Trauern, Meditieren, Nachdenken und Beten für Hinterbliebene. Diesen Raum für persönliche Trauerarbeit soll die kleine Kapelle bieten, denn mit der Sanierung wird ein Ort geschaffen, der trauernden Menschen hilft. Sie können sich hier zurückziehen und gleichzeitig Nähe erfahren, seelischen und körperlichen Schutz bekommen.

Für alle Friedhofsbesucher soll der Raum der Stille einladend und offen sein. Besonders ist hier auch an Angehörige von Sternenkindern gedacht, für die es in Doberan und Umgebung bisher noch keinen eigenen Ort gibt.

 

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Deshalb wird links neben der Kapelle eine entsprechende Grabanlage entstehen. Diese wird im Einklang mit der Kapelle stehen und mit dem Raum der Stille Möglichkeiten bieten, die den Bedürfnissen von Angehörigen und Gästen nach Ruhe und Frieden entspricht.

Wie Sie sich vorstellen können, ist solch eine Komplettsanierung mit der Wiederherstellung aller historischen Details eine kostenaufwendige Angelegenheit.

Nur durch die bereitgestellten Fördermittel der LEADER-Aktionsgruppe ist es überhaupt möglich, dieses Bauvorhaben in die Tat umzusetzen und Wirklichkeit werden zu lassen. Und glauben Sie mir ... es wird fantastisch!

An dieser Stelle bedanken wir uns auch bei allen, die am Schreibtisch und vor Ort für diese Wirklichkeit bisher beigetragen haben!

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Wenn Sie uns bei den aufzubringenden Eigenmitteln für diese wunderbare Aufgabe unterstützen möchten, sagen wir DANKESCHÖN und bitten sehr herzlich um eine Spende auf folgende Kontoverbindung:

Evangelische Bank
IBAN: DE12 5206 0410 0005 3501 15
Verwendungszweck: Raum der Stille


Sven Jantzen
Im Namen der Friedhofsverwaltung und des Friedhofsausschusses.

Quelle: Gemeindebrief der Ev.-Luth. Kirchengemeinde "Münsterblick" Oktober/November 2021 (geringfügig gekürzt).


Fotos: Sven Jantzen

 

 

Netzwerk Verein Europäische Backsteingotikroute


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Die Jahresmitgliederversammlung der Europäischen Route der Backsteingotik fand erstmals in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg statt.

Die 15. Mitgliederversammlung der Europäischen Route der Backsteingotik e. V. fand vom 22.-24. Okober 2021 in Neubrandenburg und Burg Stargard (Abb. 4) statt. Die Vier-Tore-Stadt war Gastgeber und hatte Vereinsmitglieder aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Polen willkommen geheißen. Es wurde viel beraten, die notwendigen Beschlüsse zur Arbeit des Vereins getroffen. Höhepunkte des Rahmenprogramms waren ein Besuch des Franziskanerklosters und ein Abendempfang in der Konzertkirche.

Der Verein Europäische Route der Backsteingotik ist aus Initiativen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, aus zwei europäischen Projekten und einer Vielzahl von Einzelaktivitäten beteiligter Mitglieder hervorgegangen und umfasst heute Städte, Regionen und Bauten vor allem aus dem südlichen Ostseeraum.

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„Im erweiterten Europa spielen nach vielen Jahrhunderten nationale Grenzen erstmals keine Rolle mehr für den kulturell interessierten Reisenden. Somit stehen dem Entdecker fantastische Ziele diesseits und jenseits der deutschen Grenzen offen. In dem Verein haben sich Mitglieder zusammengefunden, die sich des Wertes, der Bedeutung und auch des kulturtouristischen Potenzials ihrer backsteingotischen Bauten bewusst sind, die ihre Ressourcen bündeln und das Bewusstsein für ihr Kulturerbe in der europäischen Öffentlichkeit schärfen wollen“, präsentiert sich der Verein auf seiner Internetseite.

Die Vier-Tore-Stadt gehört mit ihren zahlreichen Backsteinbauten ebenfalls zu den Mitgliedern. „Der Zweck des Vereins ‚Europäische Route der Backsteingotik‘ ist die Förderung von Kunst und Kultur, von Wissenschaft, Bildung und Völkerverständigung.

Die Entwicklung eines verträglichen Kulturtourismus auf der Route entspricht diesem Anspruch.“

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Ziele des Vereins sind:

  • die Unterhaltung und Weiterentwicklung der kulturhistorisch begründeten Europäischen Route der Backsteingotik,
  • die Erfassung und Dokumentation von Baudenkmälern der Backsteingotik entlang der Route,
  • die Darstellung der Geschichte und Entwicklung europäischer Backsteingotik und ihres bau-, kunst- und kulturhistorischen Kontexts,
  • die Präsentation der Europäischen Route der Backsteingotik und ihrer Bauten in der europäischen Öffentlichkeit,
  • die Realisierung von Informationsveranstaltungen und kulturhistorisch verknüpften Maßnahmen und Projekten zur europäischen Backsteingotik,
  • die Konzipierung und Realisierung von Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitglieder und Interessenten europäischer Backsteingotik,
  • die Umsetzung lokaler, regionaler und internationaler Publikationen, Präsentationen und Veranstaltungen zur Information über die »Europäische Route der Backsteingotik« und Einbindung von Bürgern und Akteuren vor Ort und
  •  die Erarbeitung und Verbreitung von Informationsmaterial sowie Qualifizierung elektronischer Medien zur europäischen Backsteingotik.
 

 

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Weitere Mitgliedsorte sind herzlich willkommen!

Quelle: Homepage der Stadt Neubrandenburg

An dem Treffen nahmen für Bad Doberan der Leiter für Tourismus und Kultur, Mario Derer, sowie für die Münsterverwaltung der Kirchengemeinde Martin Heider teil. Bad Doberan gehört zu den Gründungsmitgliedsorten des Vereins. Das Doberaner Münster ist Mitglied über die Stadt Bad Doberan und die Arbeitsgemeinschaft Norddeutscher Backsteinbasiliken.


Fotos: Martin Heider

 

 

Althof-Buch zeigt unveröffentlichte Fotos und Pläne


Kapeele Althof

Wir berichteten bereits über den neuen Band über Althof. Dieser wird deutlich stärker nachgefragt als erwartet. Inklusive der Belegexemplare für die Archive fanden bereits fast 200 Exemplare Interessenten. Lesen Sie hier die Vorstellung des Buchs in der OSTSEE−ZEITUNG:

Von der Klostergründung bis zur Gegenwart: Martin Heider hat sich mit der Geschichte des Doberaner Stadtteils befasst.

Von Anja Levien


Althof. 4000 Aktenseiten hat Martin Heider in den vergangenen anderthalb Jahren durchgearbeitet. Sie alle befassen sich mit Althof, dem Ortsteil von Bad Doberan, der dieses Jahr sein großes Jubiläum feiert. Vor 850 Jahren wurde hier das Kloster Bad Doberan gegründet. In seinem jetzt erschienenen Buch hat der Münster-Kustos erstmals die ganze Geschichte von Althof von der Klostergründung bis in die Gegenwart aufgeschrieben.

Hintergrund: In Althof liegen die Wurzeln des Klosters Bad Doberan, an das heute noch das Doberaner Münster, das Wirtschaftsgebäude oder das Kornhaus auf dem Klostergelände in Bad Doberan erinnern.

In Althof wurde das Kloster 1171 zwar bezogen, aber 1179 überfallen und zerstört, um dann 1186 in Bad Doberan seinen neuen Standort zu finden. Althof wurde Wirtschaftsstandort, bis 1552 des Klosters, danach bis zum Ende der Monarchie Pachthof des Dominalamtes Doberan. Hier fanden sich eine Ziegelei, eine Mühle, sollte zu DDR-Zeiten ein großes Industrie- und Wohngebiet gebaut werden.

Das Buch „ist eine ausführliche Behandlung der Geschichte Althofs, die auch den Pachthof samt Gebäudebestand sowie Ziegelei, Erbpachtmühle und weitere Aspekte berücksichtigt“, schildert Martin Heider. Es gebe über Althof bisher Aufsätze und Einzelbeiträge, die sich aber meist mit einem Thema beschäftigen. Was bisher komplett fehlte, sei zum Beispiel die Betrachtung der Zeit zwischen 1552, dem Jahr der Klosterauflösung, bis zur ersten Wiederherstellung der Kapelle 1822. „Dabei war das keine Zeit der Nichtigkeiten.“.

Die Ziegelei zählte zu den wichtigsten in der Region. Martin Heider hat sich dazu die Produktions- und Lieferlisten angeschaut, die er im Landeshauptarchiv in Schwerin einsehen konnte. Die Ziegel seien zum Beispiel für die großherzoglichen Gebäude in Doberan oder das Gutshaus in Althof verwendet worden. „Der Bedarf an Ziegelsteinen war da, auch durch die Erhebung Doberans zur Sommerresidenz des Großherzogs und den Bau Heiligendamms.“

 

 

Kapeele Althof

Seit 1990 ist die Ziegelei nicht mehr in Betrieb. Der Leser erfährt, dass bis 1981 noch Ziegelsteine in Althof produziert wurden, danach Kleinkeramik. „1968 war das Tonvorkommen rund um Althof schon so gering, dass man neue Abbaugebiete suchte. Es wurde in Klein Siemen geschaffen.“ In einer Karte hat Martin Heider auch die Feldbahn eingezeichnet, die es einmal in Althof gab. Sie führte vom Abbaugebiet am Hütter Wohld bis zur Ziegelei.

Das Besondere am Buch von Martin Heider: Es enthält viele unveröffentlichte Fotos, Pläne und Landkarten. Insgesamt sind es 534 Abbildungen. Darunter auch welche aus dem Kupferstichkabinett in Schwerin. So ist auf einer Federzeichnung von August Albrecht Christian Tischbein aus dem Jahr 1821 der gotische Fries über der Eingangstür der Kapelle zu erkennen. „Den hat man bei der im Folgejahr erfolgten Sanierung künstlich romanisiert, um die Kapelle älter erscheinen zu lassen.“

Diese Originale seien für eine zeitliche Einordnung wichtig. Denn was Martin Heider bei der Recherche festgestellt hat: „Die Schriften aus dem 18. und 19. Jahrhundert muss man in Bezug auf die bauliche Einordnung und weitere Inhalte kritisch hinterfragen. Im 19. Jahrhundert wollte man den sakralen Bau älter machen, als er war.“ Grund: Großherzog Friedrich Franz sei es wichtig gewesen, hervorzuheben, dass in der Kapelle die Fürstin Woizlawa begraben liegt, die 1172 starb. „Es ist die früheste Bestattung eines christlichen Mitglieds des mecklenburgischen Fürstenhauses.“

Und so wurde die Kapelle, die seit der Klosterauflösung als Backhaus genutzt wurde, um 1822 zunächst nur als „Mausoleum“ hergestellt, ohne kirchliche Nutzung. Dieser erfolgte erst nach einer weiteren Umgestaltung ab 1888. Die Kapelle stammt aber keineswegs aus der frühen Klosterzeit, sondern wurde um 1300 gebaut. Die Vorgängerkapelle war vermutlich eine hölzerne.

Ein Kapitel beschäftigt sich mit Althof in der DDR. So habe es Pläne gegeben, den Stadtteil auszubauen, Kindergarten, Konsum, Wohnblöcke zu bauen, ebenso Industriebauten wie ein Futterhaus oder Saatgutspeicher. Am Althöfer Weg sollte unter anderem ein gewaltiges Vertriebszentrum für Möbel und ein Düngerlager entstehen. „Die DDR war wirtschaftlich nicht mehr in der Lage, das Industriegebiet zu bauen.“

Das Buch „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ kostet 29,95 Euro und ist an der Münsterkasse erhältlich. Der Druck wurde von der Stadt Bad Doberan, dem Landkreis Rostock und der Stiftung der Ostseesparkasse Rostock gefördert.

 

 

Kapeele Althof

Kapeele Althof

Text: OSTSEE−ZEITUNG BAD DOBERAN, Mittwoch, 8. September 2021.

Foto 1 u. 2: Beispielhaft Blätter aus der Akte LHAS (Landeshauptarchiv Schwerin), Domanialamt Doberan, Nr. 2198.

Diese stammen aus dem späten 18. Jahrhundert und haben Althof zum Inhalt.

Foto3: Auszug aus dem neuen Buch, S. 21, Kapitel "Althof als Grangie des Klosters Doberan bis zur Klosterauflösung" - Fliesen in der Kapelle Althof aus der Zeit um 1300.

Foto 4: von Anja Levien (OSTSEE−ZEITUNG).

 

 

Förderanträge für Restaurierung derzeit in Bearbeitung


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Derzeit sind Förderanträge für weitere umfängliche Maßnahmen am Doberaner Münster im Gesamtumfang von 1,8 Millionen Euro in der Münsterverwaltung und bei den entsprechenden Institutionen bei Bund, Land und Kirche in Bearbeitung.


Für die Umwandlung der bisherigen Förderanfrage beim Bund zu einem formalen Förderantrag werden derzeit weitere Unterlagen erarbeitet und zeitnah beim ensprechenden Bundesreferat eingereicht. Wir hoffen, möglichst im Frühjahr oder Sommer 2022 mit diesen Instandsetzungsarbeiten beginnen zu können.

In den letzten rund 20 Jahren wurden mehr als fünf Millionen Euro in den Erhalt des Münsters und seiner reichen Originalausstattung investiert, auch Dank vieler Spenden und Fördergeldzuweisungen. Zu den Maßnahmen gehörte die Sanierung der besonders schadhaften Gewölbefelder über der Orgelempore im Jahr 2009 (Abb. 2) und eines weiteren im westlichen Langhaus.

 

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Nachdem um das Jahr 2010 neue Edelstahlzuganker im Mittelschiff eingezogen wurden, ist nun die schrittweise denkmalgerechte Instandsetzung aller Langhausgewölbefelder vorgesehen. Diese war damals im Kontext der statischen Sicherung finanziell nicht leistbar.

Wir sind dankbar für jede Spende. Diese kommen vollständig der Realisierung der Restaurierung zugute. Die Spenden tragen dazu bei, ausreichend Eigenmittel als Grundlage für die Förderanträge zur Verfügung stellen zu können.

Herzlichen Dank!


Spendenkonto Restaurierung Doberaner Münster

IBAN: DE38 5206 0410 0505 3501 15

BIC: GENODEF1EK1

 

Martin Heider

 

 

Jubiläumsmedaille 2021 im Münster erhältlich


Kapeele Althof

Kapeele Althof

Das Faltblatt "Jubiläumsmedaille & Jubiläumsband 2021 – 850 Jahre Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof" informiert neben kurzen Informationen zur Althof-Historie über die Jubiläumsmedaillen von 1971 und 2021.



Verkaufsdaten der Medaillen

2021
Altmessing, 850 Exemplare – 10,00 Euro (im Münster)
2021 Feinsilber, 85 Exemplare – 40,00 Euro (ausverkauft)
1971
Kupfer (Restbestand) – 15,00 Euro

Bezug der Medaille 2021 täglich im Doberaner Münster (T. 038203-62716), der Medaille 1971 nur über die Doberaner Münzfreunde (Jürgen Hamann, Tel. 038203 17728)
 

 

 

 

Acht Jahre Zisterzienserkloster im heutigen Althof


Die Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung berichtete am 19.09.2021: Vor 850 Jahren wurde in Althof bei Doberan ein Kloster gegründet.

 

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Das erste Zisterzienserkloster in Mecklenburg hatte nur acht Jahre Bestand. Es wurde vor 850 Jahren im heutigen Althof neu eröffnet. An das Jubiläum wird mit einem Festtag am 18. September erinnert.

VON ANNE-DORLE HOFFGAARD UND MARION WULF-NIXDORF


Bad Doberan. Althof, das seit 1938 ein Ortsteil von Bad Doberan ist und heute knapp 200 Einwohner hat, ist Ort der Erstgründung des Doberaner Klosters. Vor 850 Jahren entstand in Althof, das damals noch Doberan hieß, das erste mecklenburgische Zisterzienserkloster. Allerdings hatte es nur acht Jahre Bestand, wurde aber wenige Jahre später drei Kilometer nordwestlich im heutigen Doberan neu eröffnet.

Bischof Berno aus Schwerin hatte den zum Christentum übergetretenen slawischen Obotritenfürsten Pribislaw zu der Klosterstiftung ermuntert. Am 1. März 1171 wurde der Konvent mit Mönchen, Laienbrüdern und Abt Conrad vom Mutterkloster Amelungsborn bei Holzminden ausgesendet auf eine rund 400 Kilometer lange Reise nach Mecklenburg. In ihrer neuen Heimat fanden sie Sümpfe, Wälder, nach der Ordensvorschrift auch Behelfsbauten, wie ein Bet- und Schlafhaus vor. Die hatte der Stifter zu stellen. „Es ist ein Mythos, dass die Mönche irgendwo in die Wildnis geschickt wurden“, sagt der Kustos des Doberaner Münsters, Martin Heider. So eine Gründung sei von langer Hand bezüglich der Grundausstattung vereinbart und zumindest mit Behelfsbauten vorbereitet worden.

 

 

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Bereits im Jahr 1179 wurde das Kloster in Althof zerstört und alle Mönche und Laienbrüder getötet, nur Abt Conrad konnte entkommen. Auslöser dafür war, dass Pribislaw bei einem Reitturnier in Lüneburg Ende 1178 verstarb und daraufhin Unruhen und Kriege um dessen Nachfolge entbrannten.

Nach dem klösterlichen Neuanfang in Doberan 1186 wurde Althof als Wirtschaftshof, als Grangie, des neuen Klosters genutzt. Mitte des 16. Jahrhunderts endete jedoch auch in Doberan das klösterliche Leben – diesmal durch die Säkularisierung.

Nach der Klosterauflösung war Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge, zumeist verpachtet. Sowohl in Doberan, wie in Althof blieben keine Bauten aus der frühen Klosterzeit vor/um 1200 erhalten. Die heutige Kapelle in Althof entstand um 1300 (Abb. 2), ebenso wie auch das ruinöse Backsteingebäude, das als Klosterscheune bezeichnet wird (in Abb. 1).

Auf intensive Spurensuche zur Geschichte von Althof hat sich der Kustos Martin Heider begeben. Etwa 4000 Aktenseiten hat er in Archiven durchgesehen. Sein umfängliches Buch „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ mit 534 Abbildungen ist gerade erschienen.

 

 

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Im Stadt- und Bädermuseum Bad Doberan wird bis Ende Oktober die Ausstellung „850 Jahre Klostergründung in Althof“ gezeigt. Als ein ganz besonderes Exponat gilt eine glasierte Fliese mit Drachenmotiv aus dem ehemaligen Kreuzgang am Doberaner Münster, die um 1300 gefertigt wurde. Außerdem wurde eine Jubiläumsmedaille herausgebracht.

Am Samstag, 18. September, ist in Althof von 11 bis 17.30 Uhr ein Festtag geplant mit traditionellem Handwerkermarkt und einem ökumenischen Gottesdienst um 18 Uhr mit Bischof im Sprengel MV Tilman Jeremias vor der Kapelle. Zudem werden sich die diesjährigen Doberaner Klostertage am 25. und 26. September mit der Klostergründung beschäftigen (Abb. 3. u. 4).

 

 

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Text: Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung, 19.09.2021.

Foto 1: Manfred Sander (Einhusen)

Fotos 2-4: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

Umfänglicher Band über die Geschichte von Althof


Kapeele Althof

Anlass: 850 Jahre Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof

4.000 historische Aktenseiten aus 193 Einzelakten ausgewertet – viele neue Erkenntnisse

534 überwiegend bislang unveröffentlichte Abbildungen


Autor: Münsterkustos Martin Heider, Bad Doberan

Titel: „Die Geschichte von Althof – Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“.

Verlag: Michael Imhof Verlag, Petersberg

Umfang: 328 Seiten, 534 überwiegend bislang unveröffentlichte Abbildungen.

Preis: 29,95 Euro

Laut Überlieferung wurden Zisterziensermönche im Jahr 1171 vom Kloster Amelungsborn ausgesandt, um im heutigen Doberaner Stadtteil Althof das Kloster Doberan zu beziehen. Das Jubiläum der 850-jährigen Wiederkehr der Klostergründung war Anlass für eine intensive Auseinandersetzung mit deren Historie. Althof, wie der Ort erst später genannt wurde, stand bereits im späten Mittelalter, in der Frühen Neuzeit und erneut verstärkt seit dem frühen 19. Jahrhundert im Fokus historischen Interesses. Davon zeugen eine Reihe von Schriften.

Eine tiefgehende Gesamtdarstellung der Historie Althofs vom Mittelalter bis in die Gegenwart, die auch den Pachthof samt Gebäudebestand sowie Ziegelei, Erbpachtmühle und weitere Aspekte berücksichtigt, liegt mit diesem Band erstmals vor. Schwerpunkt dieser Arbeit ist die erste systematische Auswertung historischer Handschriften und weiterer Quellen von der Zeit der Klosterauflösung in der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Dafür wurden rund 4.000 Seiten Archivgut gesichtet und ausgewertet.

Die Akten bieten auch Einblicke in die Produktionsweise und Abläufe im Ziegelei- und Mühlenwesen sowie in die Landwirtschaft und das gesellschaftliche Leben seit der frühen Neuzeit bis über die frühindustrielle Zeit hinaus.

Das Buch bietet zudem eine einmalige Sammlung von 534 überwiegend bislang unveröffentlichten Abbildungen aus Archiven und Privatbeständen: Pläne, Grundrisse, Schnitte, Postkarten und Fotografien.

Dankenswerterweise haben die Stadt Bad Doberan, die Stiftung der OstseeSparkasse Rostock und der Landkreis Rostock den Druck großzügig gefördert, wodurch das umfängliche Werk qualitativ hochwertig gestaltet und gedruckt werden konnte und zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden kann.

Preis 29,95 Euro. Erhältlich an der Münsterkasse sowie in unserem Shop und über den Buchhandel.

 

 

 

 

Weitere Hintergrund-/Zusatzinformationen über das Buch

  • Geschichte Althofs chronologisch vom Mittelalter bis in die Gegenwart
  • wissenschaftliche Arbeit, verständlich für interessierte Laien
  • Die Innenseiten des Einbands enthalten vier Karten von Althof samt einer Legende mit 80 Standorten. Die Orientierungsnummern aus diesen Plänen ziehen sich durch den gesamten Haupttext und die Bildunterschriften; so dass eine einfache Orientierung im gesamten Buch möglich ist. So hat die Kapelle die Nr. 1, das ehem. Pächterwohnhaus Nr. 5, die ehem. Wassermühle Nr. 33 und die Ziegelei Nr. 35.
  • mehr als 4.000 Aktenseiten aus 193 Einzelakten und weiteres Archivgut ausgewertet
  • umfänglichste Akte aus dem 18. Jh. hatte dabei einen Seitenumfang von rund 350 Seiten
  • die Auswertung der Akten brachte viele neue Erkenntnisse
  • zudem wurden 129 Publikationen, mitunter wenig bekannte Bücher, viele aus dem 18. u. 19. Jahrhundert, verwendet
  • 774 Fußnoten als Endnoten zum detaillierten Nachweis der Aktensignaturen und der Literaturquellen im Anhang
  • Glossar mit 132 Erläuterungen zumeist wenig oder nicht mehr bekannter historischer Begriffe im Anhang
  • ein Ergebnis der intensiven Aktenrecherche ist die Zusammenstellung einer Liste der Pächter, Müller und Ziegeler in Althof
  • Insgesamt haben 12 Institutionen und 39 Personen das Werk im engeren Sinne durch Zuarbeit von Bildmaterial bzw. Informationen unterstützt
  • qualitativ hochwertige Umsetzung und Gestaltung des Materials durch den Imhof-Verlag, der zu den erstklassigen Kunstverlagen in Deutschland zählt. (Mediengestalterin: Meike Krombholz). Dort wurden bereits die Bände Gerhard Weilandt, Kaja von Cossart (Hrsg.) „Die Ausstattung des Doberaner Münsters“ (2018) und Martin Heider, Christian Kayser (Hrsg.) „Das Doberaner Münster – Bau, Geschichte, Kontext“ (2020) herausgegeben. Nun sind alle drei Bände an der Münsterkasse erhältlich.
 

 

Althof als Grangie des Klosters Doberan ab 1186


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Fliesen in der Kapelle Althof aus der Zeit um 1300 (Foto: Martin Heider)

Aus der Historie von Althof: Am Gründungsort des Klosters Doberan war ab 1186 bis zur Klosterauflösung im Jahr 1552 eine Kloster-Grangie. Diese Folge thematisiert die Zeit bis um 1300.

Die erste Folge über die Historie des Klosters Doberan thematisierte die Zeit der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof. Wie ging es weiter? Als Landesherr Pribislav bei einem Reitturnier am 30. Dezember 1178 in Lüneburg verstarb, entbrannten Unruhen um seine politische Nachfolge im Land. Dabei wurde das junge Kloster am 10. November 1179 zerstört. Laut der rund 200 Jahre später entstandenen Kirchberg-Chronik erlitten alle 78 Insassen den Tod. Lediglich Abt Conrad, wohl auf einer Dienstreise, überlebte und starb 1180 im Mutterkloster Amelungsborn. Bischof Berno war noch auf Romreise.

Somit fehlte der landesherrliche und kirchliche Rückhalt im Land. 1186 wurde das Kloster drei Kilometer nordwestlich im heutigen Doberan neu eröffnet. Alt-Doberan (Althof) wurde nun ein Wirtschaftshof (Grangie) des Klosters und blieb dies bis zur Klosterauflösung im März 1552.

Der Name „Antiqua Doberan“ (Alt-Doberan) für die Stätte der Erstgründung des Klosters ist erstmals für das Jahr 1273 urkundlich bekannt. 1319 spricht man dann von „Antiqua curia“, dem Alten Hof, der zum Ortsnamen Althof führte und welcher Sitz eines vom Kloster bestellten Hofmeisters (magister curie) wurde. „Antiqua Doberan“ kommt in verschiedenen Schreibweisen und Beugungen bei Kirchberg um 1378 und in Quellen des 15. Jahrhunderts vor. Die frühneuzeitlichen Quellen verwenden zumeist die Bezeichnung „Altenhof“ oder „Oldenhof“.

Aus der frühen Zeit der Klostergründung und der Grangie blieben keine sichtbaren baulichen Zeugnisse erhalten. Sowohl die Kapelle als auch die Ruine der sogenannten Klosterscheune sind im Kern Relikte aus der Zeit um 1300 im gotischen Stil, entstanden um die Zeit der großen Baukampagne in Doberan, mit Klosterkirche (Münster), Umbauten im Klausurtrakt, Wirtschaftsgebäude, Kornhaus, Wollscheune und Klostermauer. Offenbar besaß das Kloster die finanziellen und sonstigen baulichen Kapazitäten, um neben den umfangreichen Baumaßnahmen im Klosterort Doberan auch die Grangie mit massiven neuen Bauten auszustatten.

Die Mosaikziegelfunde in der Kapelle (Abb.) wurden im frühen 19. Jahrhundert fälschlicherweise in die romanische Bauzeit des späten 12. bzw. frühen 13. Jahrhunderts datiert und damit als Teile der ältesten Backsteinkirche Mecklenburgs interpretiert. Sie stammen jedoch sehr wahrscheinlich, analog zu den Ziegeln im Doberaner Münster, aus dem späten 13. bzw. frühen 14. Jahrhundert. Auch auf den wenigen figürlichen Althöfer Exemplaren sind u. a. Tiere, Fabelwesen und eine Lilie dargestellt. Ebenso dürfte die Woizlawa-Inschrift aus dieser Zeit stammen (Abb.).

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Nordwand der Kapelle Althof, Inschrift, um 1300, mit Nennung der Fürstin Woizlava als „Klosterstifterin“ „Fundatrix Woizlava“ (Foto 2021). Ihre Mitwirkung bei der Gründung wird erst später u. a. durch diese Inschrift überhöht. Foto: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

Sonderführung: Mythos um Kapelle Althof wird geklärt


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Der um 1975 abgerissene Schweinestall unweit der Kapelle
(Sammlung: Münsterverwaltung/Familie Maichel)


Die OSTSEE-ZEITUNG berichtete am 6. Juli über die erste Sonderführung in Althof: "Martin Heider erzählt mit Bildern und Grafiken die Geschichte von Althof.

Vom Englischen Park in Althof, in dem die Kurgäste Bad Doberans einst spazieren gingen, und dem Pachthof, den es hier mit Viehwirtschaft gab, erzählt die neue Sonderführung von Martin Heider in Althof, die am Sonnabend erstmals stattgefunden hat. Sie klärt auch mit einem Mythos auf.

Anlass der Sonderführung ist die Gründung des Klosters Doberan im heutigen Bad Doberaner Stadtteil Althof, die in diesem Jahr 850 Jahre zurückliegt. „Ich kann gleich den Mythos aufklären, dass sowohl die Kapelle sowie die sog. Klosterscheune aus der frühen Klosterzeit stammen“, sagt Martin Heider, Kustos des Münsters in Bad Doberan. „Durch Schriften im 19. Jahrhundert entsteht dieser Mythos.

Das Kloster wurde 1171 bezogen und 1179 zerstört. Von den Bauten aus der Klostergründungszeit blieb in Althof nichts Sichtbares erhalten.Die Kapelle und die Scheune wurden um 1300 gebaut. Die Vorgängerkapelle muss eine hölzerne gewesen sein, so Martin Heider. Nach der Zerstörung des Klosters in Althof wurde es im heutigen Doberan 1186 neu eröffnet. Althof wurde eine Grangie, ein Wirtschaftshof des Klosters. Nach der Klosterauflösung im März 1552 wurde Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge. Die Kapelle wurde nun bis in das frühe 19. Jahrhundert als Backhaus genutzt.

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Die sog. Klosterscheune um 1975/80, vor dem Verfall zur Ruine
(Sammlung: Münsterverwaltung/Familie Maichel)


Nach einem Blitzeinschlag fand man in der Kapelle Inschriften und Mosaikziegel. „Das war Anlass genug, die Kapelle als Bauwerk wiederherzurichten. Allerdings nicht zur gottesdienstlichen Nutzung, sondern quasi als Museum oder Mausoleum.“

Denn hier liegt Woizlava, die Frau des slawischen Obotritenfürst Pribislav, der die Klostergründung mit veranlasst hatte, begraben. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Kapelle Baumeister Gottlieb Ludwig Möckel, der sie von 1885 bis 1888 restaurierte und ihr eine einheitliche neogotische Ausstattung gab, nun auch für Gottesdienste. Vor der Kapelle zeigt Martin Heider eine bislang unveröffentlichte Federzeichnung aus dem Jahr 1821. Was heute einfache Fenster über dem Portal sind, waren damals zwei Wappenfenster, eines von Doberan, das andere von Mecklenburg.

Von der Kapelle geht es in Richtung Scheunen-Ruine. Martin Heider erläutert anhand von alten Zeichnungen, wo sich welche Gebäude des Pachthofes befunden haben. Während das Backhaus von 1822 und das Pächterwohnhaus (Gutshaus) noch stehen, sind unter anderem das Schweinehaus (Abb.), der Schafsstall, Milchenhaus oder Feldscheune Geschichte. Bei der Recherche sei ihm deutlich geworden, welche Vorgängerbauten es seit der Frühen Neuzeit gab und was über die letzten Jahrzehnte verloren gegangen sei, so Martin Heider.

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Die ehemalige Wassermühle (um 1910)
(Sammlung: Herbert Drechsler)


So auch große Teile der sogenannten Klosterscheune. Ein Foto von 1974 zeigt, wie sie einst aussah. Weiter Bilder zeigen, wie sie nach und nach verfällt. Bis 1980 war das Haus noch als Lager genutzt worden, sagt Martin Heider. Als das Reet vom Dach rutschte, verfällt das Gebäude immer mehr. Mit dem Abriss seien das Dachtragwerk, die Giebel, das Scheunentor und der Anbau verloren gegangen. Heute stehen hier nur noch die Grundmauern.

Weiteres Thema der Führung: Der Englische Park zu Zeiten von Großherzog Friedrich Franz, der um die Kapelle angelegt worden war. Die Wegebeziehungen seien in Grundzügen noch vorhanden, so Heider. „Althof war zunächst das Ausflugsziel Nummer 1 für Kurgäste.“ Sein Wunsch für die Bundesgartenschau 2025, für die sich Bad Doberan als Außenstandort bewirbt: „Dass man die alten Wegebeziehungen wieder erlebbar macht.“

Am 16. Juli wird es um 15 und 17 Uhr die nächsten Sonderführungen durch Althof geben. (...)"

Anja Levien

 

 

Jubiläumsmedaille 2021 im Münster erhältlich


Kapeele Althof

Kapeele Althof

Ein neues Faltbaltt "Jubiläumsmedaille & Jubiläumsband 2021" – 850 Jahre Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof informiert neben kurzen Informationen zur Althof-Historie wie folgt über die Jubiläumsmedaillen von 1971 und 2012.


Die Jubiläumsmedaille von 1971

1971 ergriffen einzelne Mitglieder der „Doberaner Münzfreunde“, damals noch Fachgruppe Numismatik beim Kreisverband des Kulturbundes der DDR, die Initiative zur Herausgabe einer Jubiläumsmedaille zum 800. Jahrestag der ersten Klostergründung. Diese Medaille mit 30 mm Durchmesser zeigt das Siegel des Klosters Doberan und eine der vielen Rosetten aus dem Chorgestühl des Münsters, verweist jedoch nicht auf Althof.

Die Medaille wurde zum Politikum. Die Münze Berlin vernichtete in Abstimmung mit dem Rat des Bezirks Rostock noch vor dem 9. Juli die Prägewerkzeuge. Wohl etwa 2.000 Medaillen in Kupfer und etwa 50 in Silber überstanden die Kompetenzstreitigkeiten zwischen Staat und Kirche. Als Rarität tauchten wenig später auch Stücke bei westdeutschen Sammlern auf.

 

 

 

Kapeele Althof

Kapeele Althof

Die Jubiläumsmedaille von 2021

In die von der Corona-Virus-Pandemie geprägten Jahre 2020/2021 fällt das 850-jährige Gründungsjubiläum. Leider mussten pandemiebedingt die angedachten Würdigungen und Feierlichkeiten stark reduziert werden. Um so mehr erfreut die gelungene Ausgabe einer Jubiläumsmedaille, die den Entstehungsort des Klosters würdigt. Sie erwähnt den Ort Althof und zeigt die an historischer Stelle stehende Kapelle. Die Medaille selbst hat einen Durchmesser von etwa 35 mm und besteht aus einem Eisenkern, der altmessing patiniert wurde.

Die Medaille trägt im Gegensatz zu der von 1971 den Namen Althof, zeigt die dortige Kapelle und stellt mit zwei nachgestalteten kleinen Kacheln aus der Grabstelle der Stifterin Fürstin Woizlawa eine Verbindung zu ihrem Gatten Pribislaw, dem Herrn von Mecklenburg, her. Das Eichenlaub stellt einen Hinweis auf die aus Holz gebaute Anlage dar.

Entsprechend des Jubiläums ist die Auflage auf 850 Exemplare limitiert. Des Weiteren gab es 85 Exemplare in massivem Feinsilber (bereits ausverkauft). Herausgeber dieser Medaille ist die Münsterverwaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde im Zusammenwirken mit der Interessengemeinschaft „Doberaner Münzfreunde“.

 


Verkaufsdaten der Medaillen

2021
Altmessing, 850 Exemplare – 10,00 Euro (im Münster)
2021 Feinsilber, 85 Exemplare – 40,00 Euro (ausverkauft)
1971
Kupfer (Restbestand) – 15,00 Euro

Bezug der Medaille 2021 täglich im Doberaner Münster (T. 038203-62716), der Medaille 1971 nur über die Doberaner Münzfreunde (Jürgen Hamann, Tel. 038203 17728)
 

 

 

Althof-Video zum Klosterjubiläum von TV-MV 1


Kapeele Althof

850 Jahre Kloster Doberan - Gründung im heutigen Althof – Von der Gründung des ersten Zisterzienserklosters Mecklenburgs bis in die Gegenwart.


Eine Produktion von MV1 – "Heimat bewegt"

Vor 850 Jahren kamen Mönche aus dem niedersächsischen Amelungsborn nach Althof, einem heutigen Ortsteil von Bad Doberan, um hier das erste Zisterzienserkloster Mecklenburgs zu gründen.

Martin Heider, Kustos des Bad Doberaner Münsters, und Joachim Frenkel vom Althof-Verein haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Ortes zu erforschen und bekannter zu machen und stellen in dem Film den Ort mit ehemaliger Klosterkapelle, weiteren Gebäuden und dessen Umfeld gemeinsam vor.

Bericht: Katja Voget
Kamera und Schnitt: Jan Zuch

Der Film ist hier frei zugänglich im Internet.

 

 

 

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Industriekletterer in 70 Meter Höhe am Münster


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Kugellager am Wetterhahn durch Sturm beschädigt. Der Wetterhahn der Turmbekrönung des Vierungsturmes des Doberaner Münsters drehte sich nicht mehr im Wind.

Vermutlich wurde er bei den Sturmböen am 11. März 2021 beschädigt. Ein nicht drehfähiger Hahn in dieser Höhe von rund 70 Metern bietet großen Widerstand gegen Sturmböen und ist daher gefährdet bzw. kann andere Bereiche gefährden. Bei weiteren Stürmen besteht die Gefahr, dass die Lanze der Turmbekrönung Schaden nimmt und/oder der Hahn beschädigt bzw. im Extremfall durch Absturz größeren Schaden an der historischen Kupfereindeckung verursacht wird.

Die gesamte Konstruktion wurde am 19. Mai von Industriekletterern der Firma TSP-Spezialbau GbR Drechow überprüft, die Schäden fotografisch dokumentiert. Hendrik Köppen aus Rostock, ein erfahrener Industriekletterer, führte die Arbeiten aus.

Zunächst dreht sich der Wetterhahn wieder, allerdings schwer. Offensichtlich ist das Kugellager von um 1890 so geschädigt, dass eine nachhaltige Reparatur notwendig wird.

Für die notwendigen Arbeiten läuft derzeit die weitere Zuarbeit von Unterlagen für die bereits eingereichte Schadensanzeige bei der Versicherung sowie als Entscheidungsgrundlage für die Bauverantwortlichen.

Derartige Wartungs- und Sanierungsarbeiten sind durch die an historischen Bauwerken sehr erfahrenen Industriekletterer, in diesen Höhen und damit nur aufwendig zugänglichen Bereichen, ohne Gerüststellung möglich.

Es erfolgte die Kontrolle und Wartung weiterer Bereiche, so die Verfugung an den Fensterbänken (Solbänke) der Obergadenfenster in knapp 20 Meter Höhe. Auch die Silikonfugen zu den Dachanschlüssen unterhalb dieser Fester erwiesen sich in der Vergangenheit als Problemstellen.

Nach einer Kontrolle wurde nun an einer schadhaften Fuge eine Musterstrecke mit Bleiwolle als Dichtmasse angelegt.


Text: Martin Heider

Fotos: TSP-Spezialbau GbR in Drechow

 

 

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Wartung und Pflege durch Industriekletterer


 

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Reinigung von Dachrinnen und Fallrohren am Doberaner Münster durch Industriekletterer. Kontrolle und Wartung weiterer Bereiche folgen. Überschaubare Sanierungsarbeiten in sonst nur aufwendig zugängliche Bereiche ohne Gerüststellung möglich.

Am Doberaner Münster wurden kürzlich während zweier Einsätze, beginnend mit der Nordseite, die Dachrinnen und Fallrohre durch Industriekletterer der Firma TSP-Spezialbau GbR in Drechow gereinigt.

Bei der Beräumung der Dachrinnen der Nordseite wurde festgestellt, dass diese mehr Verstopfungen und Verschmutzungen aufwiesen als gedacht. Aus den Dachluken waren bei Wartungsgängen die Verschmutzungen und Verstopfungen, insbesondere der Fallrohrstutzen, nicht ausreichend sichtbar. Durch Nistmaterial, z.B. dickere Ästchen sowie Laub und teilweise Mulch bzw. Humus, waren mehrere Stutzen entsprechend gefüllt, einige sogar verstopft.

 

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Es wurden jeweils sowohl die Rinnen des Hochschiffs als auch die der Seitenschiffe gereinigt. Alle Fallrohrstutzen wurden mit einer Wasserspülung geprüft. Ein Gitterträger im Stutzen der Seitenschiffdachrinne auf der Nordseite war - wahrscheinlich durch Eis - stark verbogen, einige der Stäbe sind aus ihrer Befestigung gerissen und ein Stab lag nur noch lose obenauf. Die Stäbe wurden gerade gebogen und mit größeren Nieten neu befestigt.

Während der Begehung der Dachflächen wurde die Fachfirma durch die Münsterverwaltung gebeten, die Silikonfugen zu den Dachanschlüssen unterhalb der Solbänke der Obergadenfester zu prüfen, da sich diese in der Vergangenheit als Problemstellen erwiesen. Rund 15 Jahre nach der letzten Bearbeitung erschien eine Kontrolle erforderlich.

 

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In der Tat ist diese der Witterung stark ausgesetzte Fuge an mehreren Stellen brüchig bzw. an einigen Stellen abgängig. Diese sollen nun überall auf dieses Schadenbild geprüft und ggf. neu mit entsprechender Dichtmasse verfugt werden. In Zukunft sollen die Arbeiten mit einem langlebigerem, geeigneten Material ausgeführt werden. Favorisiert wird Bleiwolle.

Die Taubenabweiser, die die Firma im Jahr 2017 angebracht hatte, haben sich bewährt. Sie sind in einem guten Zustand.

Diese kontinuierlichen Wartungs- und Pflegemaßnahmen beugen größeren Schäden am Gebäude vor und helfen bei der Bestandssicherung.


Text: Martin Heider unter Verwendung einer Angebots-Unterlage der TSP-Spezial.

 

 

Rezension Buch Baugeschichte Doberaner Münster



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Bereits im Jahr 2020 erschien der Band "Das Doberaner Münster - Bau | Geschichte | Kontext". Coronabedingt konnte bislang keine Buchvorstellung erfolgen. Es erfreut sich trotz der Verkaufseinschränkungen großer Beliebtheit. Mehrere hundert Exemplare wurden insgesamt im Münster bzw. durch den Buchhandel und den Verlag verkauft. Dipl.-Restaurator Boris Frohberg aus Berlin schrieb folgende Rezension, u. a. für die Fachzeitschrift RESTAURO:

Der Band zur Baugeschichte dieser Zisterzienserklosterkirche fügt sich ein in die Riege der bereits vorliegenden sehr qualitätvollen Publikationen zu diesem Bauwerk. Es schließt aber eine bislang noch bestehende Lücke in der Fachliteratur und ist 2020 im Michael Imhof Verlag Petersberg erschienen. Die Herausgeber sind Martin Heider und Christian Kayser, als weitere Autoren konnten unter anderem Dirk Schumann, Jörg Ansorge, Torsten Rütz und Tilo Schöfbeck gewonnen werden.

Sie beleuchten auf über dreihundert exzellent bebilderten Seiten die Ursprünge der Klosterkirche und die Errichtung des gotischen Baues, die Baukonstruktion und Baugestalt, die Entwicklung des Bauwerkes vom späten 15. Jahrhundert an, sowie das Münster als Gegenstand der Denkmalpflege und Restaurierung bis 2019, aber auch die Stellung dieser Basilika im Kontext zeitgenössischer Backsteingroßkirchen.


Die Ursprünge der Klosterkirche werden im Focus der archäologischen Untersuchungen dargestellt. Hier lautet der Übertitel „Nur auf Sand gebaut?“ Der romanische Vorgängerbau wird dabei mit anderen nordeuropäischen Bauten aus dieser Zeit verglichen.

Der Beitrag zur Errichtung des gotischen Münsters im späten 13. Jahrhundert gibt einen Überblick über Lage, Bestand und Baugeschichte, die Errichtung der Außenwände, das Vorlagensystem, die Einwölbungen, sowie Informationen zu Bauherrn und Baumeister. Außerdem wird die Klausur anhand der Reste der östlichen Kreuzgangswand beleuchtet.

Die Kapitel zur Baukonstruktion und Baugestalt beschäftigen sich mit dem Strebewerk, dem sichtbaren Zeichen der frühen Skelettbauweise an den großen Basiliken, den Ankersystemen, aber auch den Mängeln in der Konstruktion der Strebebögen und die früheren Sicherungsmaßnahmen an der Grundkonstruktion und den Wölbungen. Ergänzend wird das Dachtragwerk über dem Mittelschiff, die Abbundzeichen, die Holzmarken, und die umfassende Dendrochronologie beleuchtet.


 Fortsetzung folgt hier >

 

 

Münster im Kontext von sechs Schwester-Basiliken


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Der Band widmet sich der Stellung des Doberaner Münsters im Kontext zeitgenössischer Backstein-Basiliken, weiterer Forschungen zum Bauwerk und dem Archivgut.


Der umfassendste Einzelbeitrag widmet sich der Stellung des Doberaner Münsters (Abb. 1) im Kontext zeitgenössischer Backstein-Basiliken. „Sechs Schwestern: Vignetten zur Baugeschichte“ stellt die Dome von Schwerin und Lübeck, die Nikolaikirche zu Stralsund und die Marienkirchen in Rostock (Abb. 2) und Lübeck einander gegenüber. Dabei bestimmen die vertikalen Gebäudequerschnitte und Dimensionen, die Basisgeometrie der Choranlagen, das Strebesystem, die Verankerungen, die horizontalen Pfeilerquerschnitte und Wandaufrisse die Untergliederungen.

Bei den Kapiteln zur Entwicklung des Bauwerkes vom späten 15. Jahrhundert (das Reiche und Glückliche in zunehmender Abhängigkeit vom regierenden Herzogshaus) über die Klosterauflösung in der Reformationszeit, die Erhaltung und Weiternutzung des Areals unter Herzog Ulrich von Güstrow, den Dreißigjährigen Krieg und seine Folgen, die Entwicklung bis zur Gründung des Modebades um 1800, werden viele bislang unbekannte Details und Pläne durch das akribische Aktenstudium des Kustos Martin Heider, und die Übersetzung der Inhalte, ans Licht gebracht. In zeitlicher Abfolge schließen sich daran Beiträge über das Münster als Gegenstand der Denkmalpflege und Restaurierung bis 2019 an.

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Dieser Teil enthält auch einen Beitrag von Stefan Thiele, der gekonnt den Bogen zur 2016 veröffentlichten Dissertationsschrift über die Forschung und Denkmalpflege im 19. und 20. Jahrhundert schlägt. Die Restaurierung von 1964 bis 1984 als Referenzobjekt für die gesamte DDR-Denkmalpflege par excellence wird dabei umfassend und sachlich-kritisch in all seinen Facetten behandelt, denn das Konzept steht am Wendepunkt sich ändernder Tendenzen der denkmalpflegerischen Auffassung. Denn wie schon 75 Jahre zuvor unter Möckel geschehen, entstand ein völlig neuer einheitlicher Raumeindruck unter weitgehendem Verlust des qualitätvollen Bestandes an Raumfassung.

„Es entstand ein Handbuch, das den aktuellen Wissensstand zum Münster, einem der wichtigsten Bauwerke der nordischen Backsteingotik und einem Denkmal zisterziensischer Baukunst von internationaler Bedeutung, zusammenfasst. Dem bereits 2018 (im selbigen Verlag) publizierten Tagungsband zu der einzigartigen Ausstattung (Fachzeitschrift RESTAURO berichtete) kann damit ein Folgewerk zur Seite gestellt werden, dass auch den diese bergenden Schrein, das Doberaner Münster selbst, behandelt.“

Boris Frohberg

Dipl.-Restaurator aus Berlin


Eine weitere ausführliche Buchbesprechung ging ein und wurde ebenfalls in einer Fachschrift veröffentlicht. Diese wird in einer der nächsten Newsletter-Ausgaben veröffentlicht.

Das Buch ist im Abhol-Service täglich von 11 bis 13 Uhr im Doberaner Münster erhältlich.

Und hier in unserem Shop bestellbar: shop/literatur/das-doberaner-muenster-bau-geschichte-kontext

 

 

Autoren und Beiträge des Buchs Baugeschichte


kindermünsterführer

 

Dr. Jörg Ansorge während der archäologischen Untersuchungen im Nördlichen Chorumgang

 

kindermünsterführer

 

Titel des Inventars zur Auflösung des Klosters im März 1552. Landeshauptarchiv Schwerin

Autoren und Beiträge des neuen Münsterbuchs


Friedrich Schlie
Zur Geschichte der Zisterzienserabtei Doberan bis zur Auflösung in der Reformation


Jörg Ansorge/Torsten Rütz
Nur auf Sand gebaut?
Archäologische Beobachtungen im ›Untergrund‹ des Doberaner Münsters


Dirk Schumann
Die Klausur des Klosters Doberan
Bauarchäologische Befunde der Reste der östlichen Kreuzgangwand


Christian Kayser
Aus ‚schonen steynen‘ neu erbaut
Die Errichtung des gotischen Münsters im späten 13. Jahrhundert


Christian Kayser
Pfeiler, Bögen, Anker: Das Strebewerk des Münsters


Christian Kayser
Lübeck, Doberan, Schwerin, Rostock, Stralsund
Zur Stellung des Doberaner Münsters im Kontext zeitgenössischer Backsteinbasiliken


Tilo Schöfbeck
Das Dachwerk über dem Mittelschiff Des Doberaner Münsters
Ergebnisse der bauhistorischen Untersuchung


Martin Heider
Das Kloster im späten Mittelalter
Vom späten 15. Jahrhundert bis zur Reformationszeit


Martin Heider
Von der Klosterauflösung bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges
Die Geschichte des Klosterareals zwischen 1550 und 1648 nach zeitgenössischen Quellen


Martin Heider
Vom Kriegsende bis zur Gründung des Modebades
Die Geschichte des Klosterareals von 1648 bis um 1800 nach zeitgenössischen Quellen


Stefan Thiele
„Ein schönes Stück aus der alten Architektur“
Die Doberaner Klosterkirche als Gegenstand der Denkmalpflege im 19. und 20. Jahrhundert


Martin Heider
Baupflege am Doberaner Münster heute
Die Restaurierungsarbeiten in den Jahren 2001 bis 2019


Anhang

Dendrochronologische Datierungen

Martin Heider

Akten zur nachreformatorischen Baugeschichte der Doberaner Kirche und ihrer Nebengebäude

Quellennachweise für die Handschriften (in den Beiträgen von Martin Heider)

Bibliographie

 

 

Doberan, Münster und Kirchgemeinde vor 100 Jahren


2020 09 03 367 71 73 75 77 Fusion Natuerlich  

Sukzessive wächst eine umfängliche Zeittafel über Bad Doberan und das Klosterareal mit Münster, die auch zur Schulung der Münsterführer dient. Darin werden nicht nur Daten und Fakten über die Gebäude, sondern auch über das gesellschaftliche samt kirchlichem Leben gesammelt.

Heute ein Blick in das erste Halbjahr 1921 mit dem Schwerpunkt kirchengemeindliches Leben. Die Einträge stammen u. a. aus der Doberaner Pfarrchronik.

Vor allem die hier noch nicht aufgeführten Einträgen aus den folgenden Monaten und Jahren zeigen deutlich, wie wenig die Realität mit den sog. "Goldenen 20er Jahren" zu tun hat, die Gesellschaft unter den Folgen des Krieges und der Weltwirtschaftskrise leidet und der Nationalismus deutlich zunimmt.

21.02.1921: Im Rathaussaal (Großherzogliches Palais) fand eine Versammlung zur Begründung einer „Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft“ statt. Dieselbe will alle diejenigen sammeln, die zur Parole stehen:

"Ich halte zu meiner Kirche"

"Ich arbeite für meine Kirche"

Nachdem der Kirchenchor mit schönen Gesängen den Abend eingeleitet, sprach der Mecklenburgische Jugendpastor Bruno Meyer aus Schwerin über die „moderne Jugendbewegung“ in Deutschland. Sodann referierte Pastor C. Walter über die Ziele der Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft u. legte die Satzungen vor. Dieselben wurden von der Versammlung genehmigt.

In den Vorstand wurden gewählt: D. theol. W. v. Oertzen, Superintendent D. Kliefoth, Herr v. Hassel, Oberlehrer Lic. Klaehn, Major a. d. v. Schweinitz, Lehrer Engel, Pastor C. Walter.

Die Beteiligung des Publikums war sehr groß. Am selben Abend schrieben sich über 300 Personen als Mitglieder ein. Außerdem meldeten sich dazu: Meckl. Bund, Marienfrauenverein, Frauenhilfsverein, Helferkreis des Kindergottesdienstes, die Gemeinschaft Bibelkreis v. Hassel, Pastorin Walter, Frl. Steinmann, Kirchenchor.

01.03.1921: Feier der 750-jährigen Begründung des Klosters Althof-Doberan.

10 Uhr Festgottesdienst in der Kapelle zu Althof. Predigt Superintendent D. Kliefoth. Der Doberaner Kirchenchor sang. Abends 8 Uhr im Rathaussaal zu Doberan Familienabend unter größter Beteiligung. Gesänge vom Sängerbund unter Leitung des Lehrers Burde, Kinderchor unter Leitung von Organist Wiedow.

Ansprachen:

1.) Doberan einst - Rector Hesse

2.) Doberan jetzt - Pastor C. Walter

3.) Doberan in Zukunft - Superint. D. Kliefoth

 

Die Hauptfeier mit einem von Herrn Erich Kuphal gedichtetem Festspiel soll erst Anfang Juli stattfinden.

Palmsonntag 1921: Konfirmation. Die Kirche wurde auf Bitten der Eltern im Altar und Altarraum reich mit Blumen und grünen Gewächsen geschmückt. Pastor C. Walter führte die Konfirmanden, die sich im Küsterhause versammelt hatten, in langem Zuge unter den Klängen der Orgel hinein. Der Kinderchor verschönte die erhabende Feier mit Gesängen.

Jährlich wurden mehr als 100 Jugendliche konfirmiert. Für das Folgejahr waren 110 angemeldet.

Osterdienstag bis Montag nach Quasimodo 1921: „Oster-Freizeit“ für junge Mädchen. Es kamen etwa 70 junge Mädchen aus allen Teilen Norddeutschlands zusammen. Unterkunft boten freundliche Doberaner aus der Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft. Gemeinsame Mahlzeiten im Tempelberg-Restaurant. Gemeinsame Spaziergänge. Vorträge: Prof. D. Althaus, Pastor Walter, Pastor Meyer, Frl. A. Crome. Aussprache u. Frageabende unter starker Beteiligung. Jeden Morgen Andacht in der Kirche: Pastor Walter.

Sonntag Nachmittag Frühlingsfest für die weibliche Jugend Doberans im Park bei der Kirche. Leitung des Ganzen: Frl. A. Crome, Berlin-Dahlem, Burkhard Gaus. Montag Abend 10 Uhr Schlußandacht in der Kirche: Pastor C. Walter.

24.04.1921: Frühlingsfest der Konfirmandinnen 1920 und 1921 im Kellerswald. .

04.06.1921: Einweihung der Gedenktafel für die Gefallenen des 1. Weltkriegs im Gymnasium. 6 Lehrer und 109 Schüler sind auf der Tafel verzeichnet. Die Gedächtnisrede hielt der Director Dr. Lüth. Der Chor der Schüler sang unter der Leitung des Organisten Wiedow. Ungemein grosse Beteiligung auch der früheren Schüler.

19.06.1921: Missionsfest in Althof für die Gemeinden Doberan, Althof und Hohenfelde. Der unerfreulichen Witterung wegen in der Kapelle. Trotzdem recht guter Besuch.

Ansprachen hielten Superintendent D. Kliefoth über den Spruch: „Ach, daß die Hilfe aus Zion käme u. Gott sein gefangen Volk erhörte!“, Hilfsprediger Stüwer: Überblick über den gegenwärtigen Stand der Leiptiger Mission. Pastor Walter über die Missionsarbeit der Gesellschaft „Licht dem Osten“ unter den Russischen Kriegsgefangenen. Die Collekte brutto 187,85 M. Für die Gestaltung der Althöfer Orgel.

26.06.1921: Sommerfest des Kindergottesdienstes zu Doberan auf dem Kamp. Versammlung bei der Kirche. Festzug zum Kamp. Fröhliche Spiele. Speisung der Kinder mit Überreichen von den Hausfrauen gespendeten Speisen. Herrlichstes Wetter.

Schluß des Kindergottesdienstes für die Zeit der Schulferien.


Zusammenstellung: Martin Heider

 

 

Kapelle Althof – Gemeindekirche erst seit 1888



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Kapelle Althof - Innenraum nach Osten, u.a. mit Altar, Kanzel, Tauffünte, Gestühl. (Foto: Martin Heider, 2021)


Im Jahr 2021 wird das Jubiläum "850 Jahre Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof" begangen, das auch als Ortsgründungsjubiläum gefeiert wird. Es ist der Anlass für eine intensive Auseinandersetzung mit der Althof-Historie.

Eine eingehende Gesamtdarstellung Althofs vom Mittelalter bis in die Gegenwart, die auch den ehememaligen Pachthof samt Gebäudebestand sowie Ziegelei, Erbpachtmühle und viele weitere Aspekte berücksichtigt, entsteht derzeit in Form eines umfänglichen, reich bebilderten Buchs.

Laut Überlieferung wurden Zisterziensermönche am 1. März 1171 vom Kloster Amelungsborn ausgesendet, um im heutigen Doberaner Stadtteil Althof das Kloster Doberan zu beziehen.

Im heutigen Beitrag soll nicht auf die Klosterzeit bzw. die Geschichte des Wirtschaftshofes eingegangen werden, sondern auf das 19. Jahrhundert und explizit die Althöfer Kapelle.


Diese war, um 1300 errichtet, ungefähr seit der Klosterauflösung 1552 bis 1822 ein Backhaus als Bestandteil des herzoglichen Pachthofes Altenhof. Um 1823 erfolgte zunächst die „Wiederherstellung“ unter Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin ohne kirchliche Nutzung, und erst von 1885-88 unter Friedrich Franz III. und dem Architekten Gotthilf Ludwig Möckel durch eine neogotische Restaurierung mit dem Ziel der Nutzung als Gemeindekirche.

1833 schreibt H. G. Studemund, dass von den Ausflugszielen in der Doberaner Region „Althof aber mit den Ruinen des Klosters und der restaurirten Capelle, [es] verdient ohne Zweifel zuerst genannt zu werden. (…) Die Althöfer Hügelwelt ist bald erreicht und in der Mühle findet man eine ländliche Restauration. Die hergestellte Capelle ist mit einer artigen englischen Partie [Englischer Garten] umgeben, und findet man in der Mühle den Schlüßel zu derselben. Bis auf den Altar ist die Capelle leer. Vor demselben liegen noch alte Mönchsziegel (…).

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Althof gehörte bis 1888 kirchlich zu Parkentin



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Kapelle Althof von Westen im Jahr 1962 mit größerem Baumbestand im Kapellenumfeld (Foto: Raimund Koschke, Bad Doberan)


Zeitnah mit der Auflösung des Doberaner Klosters im Jahr 1552 gehörte Althof kirchlich zu Parkentin und blieb dies bis 1888.

Nicht erst im späten 19. Jahrhundert bedachte man die kirchgemeindliche Nutzung der Kapelle. Bereits ein Schreiben des Superintendenten Willebrand vom 15. Juli 1852 beinhaltete Einzelheiten zur möglichen Aufrichtung einer Filialgemeinde zu Althof.

Besonders weit und in der nassen Jahreszeit „tief“ sei der Weg für die Bauern aus Neu Hohenfelde zur Parkentiner Kirche. Die Althöfer Kapelle im Englischen Garten diene nicht dem Glauben, sondern dem Kunstsinn und der Neugierde. Da der Parkentiner Pastor an Feiertagen auch in Stäbelow Gottesdienst hielt, sei dieser für Althof nicht verfügbar. Man erwog den Dienst des Küsters als Prediger. Dieser war Schullehrer in Hohenfelde, wohin auch die Althöfer Kinder zur Schule gingen, und der über den Schulsteig in rund 20 Minuten vor Ort sein könne.


Im Herbst 1887 verhandelten das Großherzogliche Finanzministerium und die herzogliche Kammer die Gründung der evangelischen Filialgemeinde Althof. Der Oberkirchenrat empfahl dem Großherzog, diese aus den Ortschaften Althof (104 Einwohner), Hohenfelde (189) und Neu-Hohenfelde (89), insgesamt 382, von denen 262 Beichtkinder waren, zu konstituieren und zur Pfarre Doberan zu legen.

Dazu sei ein Hilfsprediger oder eine zweite Predigerstelle einzurichten. Zu prüfen waren die Platzkapazität in der Kapelle und die Verfügbarkeit einer Friedhofsfläche. Außer dem fürstlichen und dem Pastoren-Stuhl waren es mit der Orgelempore 160 Sitze, mehr als zuvor für diese Orte in der Kirche Parkentin.

Den umgebenden Englische Garten pflegte der Erbmüller Sengebusch unentgeltlich gegen Nutzung des Graswuchses. Der südlich der Kapelle liegende Teil sei nach Abdrainieren als Friedhof geeignet, der übrige für das Erholung suchende Publikum ausreichend.

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Althof – Erster Gottesdienst am 6. September 1888



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Zur Neuausstattung zählte die Friese-Orgel von 1887. (Foto: Martin Heider)


Nach baulicher Umgestaltung und der Einrichtung mit liturgischen Ausstattungsstücken sowie diversen Vorbereitungen für ein kirchengemeindliches Leben, feierte die neue Kirchengemeinde am 6. September 1888, Jahrhunderte nach Klosterauflösung, den ersten offziellen Gottesdienst in der Kapelle.

Ein großherzogliches Schreiben vom 8. August 1888 regelte die baulichen Lasten für die geistlichen Anlagen. Nachdem die Kapelle und der Begräbnisplatz auf großherzogliche Kosten hergestellt waren, ging die Baulast an die Kirchgemeinde. Die Mehrkosten von außergewöhnlich kostbarer, vom Herzogshaus gewünschter Ausstattung der Kapelle und deren Umgebung samt Einfriedung des Friedhofs gingen zu dessen Lasten. Die drei Ortschaften hatten die Spann- und Handdienste zu leisten. Dabei entfielen auf Hohenfelde samt Neu-Hohenfelde 2/3 und auf Althof 1/3.

Für die Wiederherstellung des sakralen Lebens war vieles zu bedenken, z. B. die Anschaffung und sichere Aufbewahrung der Vasa Sacra (u. a. Abendmahlsgeräte, Kranken-Abendmahlsgerät, Taufschale), ein Kirchensiegel, die Organisation der notwendigen Ämter, so des Hilfspredigers, Juraten und Küsters.

Der erste Gottesdienst war am 6. September 1888, die erste Predigt hielt der Doberaner Pastor Kliefoth..


Ein Schreiben des Oberkirchenrats vom 17. September an das Großherzogliche Finanzministerium trug Einzelheiten vor. Der Müller Sengebusch zeigte sich als zukünftiger Kapellenvorsteher bereit, den Küsterdienst zu übernehmen. Er hatte interessierten Besuchern bislang das Gebäude geöffnet. Aufgrund der durch die Mühle betriebenen Gastwirtschaft könne dieser jedoch insbesondere im Sommer kein regelmäßiger Kirchengänger sein.

Daher erwog man, die für den Klingelbeutel bestimmten Gelder in den Opferstock zu tun, für die andere Kollekte die Anfertigung eines Beckens. Da es an anderweitigen Alternativen mangelte, übernahm er auch den Dienst des Orgelbälgetreters- und Glockenläuters, ausgeführt durch einen geeigneten Bediensteten. Das Pulsschlagen der Glocke bei Beerdigungen verantwortete die Gemeinde. Am 6. November 1888 wurde auch der Friedhof geweiht.

Es gäbe viel aus der Kirchengemeinde zu berichten, festgehalten u.a. in den Gemeindeberichten, die heute im Landeskirchlichen Archiv Schwerin verwahrt sind; übrigens alle geschrieben in sehr „individueller“ Handschrift. Aber dazu mehr zu einem anderen Zeitpunkt bzw. ab Juni im unten genannten Buch.

Martin Heider


Das neue Buch wird an der Münsterkasse und im Buchhandel erhältlich sein, voraussichtlich ab Juni 2021: Martin Heider „Die Geschichte Althofs – Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“. Es wird, neben vielen neuen Erkenntnissen aus den Akten, zahlreiche unveröffentlichte Pläne, Zeichnungen und Fotos enthalten.

 

 

"Tourismuskirchen" – "Es herrscht Krisenmodus"



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Vortrag/Führung im Doberaner Münster


Die MECKLENBURGISCHE & POMMERSCHE Kirchenzeitung berichtete am 7. März 2021: „Es herrscht Krisenmodus“ - Touristisch geprägten Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern brechen Einnahmen weg.

Durch ausfallende Konzerte und Ausstellungen fehlen Einnahmen, bei manchen Kirchen fallen Eintrittsgelder weg. Das sei ein „ein Fiasko für Kirchengemeinden", sagt der Tourismusexperte des Kirchenkreises Mecklenburg.


VON NICOLE KIESEWETTER

Bad Doberan/Schwerin/Stralsund. Viele Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern sind längst nicht mehr nur sonntäglicher Anlaufpunkt für gläubige Christen. Sie sind Bildungsorte, Museen, kulturelle Veranstaltungsorte und touristische Anziehungspunkte. Doch seit Monaten bleiben die Besucher wegen der Corona-Pandemie weg – und mit ihnen finanzielle Einnahmen, mit denen die Kirchengemeinden in ihrem Stellen- und Haushaltsplan fest rechnen, sagt Kersten Koepcke, Beauftragter für Kirche und Tourismus im Kirchenkreis Mecklenburg.

Ausfallende Einnahmen durch Konzerte und Ausstellungen – oder bei manchen Kirchen auch die fehlenden Eintrittsgelder – seien „ein Fiasko für Kirchengemeinden und für die Künstler ohnehin“. So wie beim Doberaner Münster: Die Eigenmittel für die Restaurierung der einstigen Zisterzienserkirche aus dem 13. Jahrhundert und die Gehälter für die Mitarbeiter im Münster, die nicht Umfang des kirchlichen Stellenplans sind, werden nahezu vollständig aus den Besichtigungs- und Führungseinnahmen finanziert, erklärt Kustos Martin Heider.

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Haushalt aus Rücklagen ausgleichen



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Gewölbe-, Turm- und Glockenführung im Doberaner Münster (Foto: M. Heider)


Erwachsene Individualbesucher zahlen im Münster drei Euro Eintritt. „Die seit Monaten andauernden Einnahmeausfälle stellen für uns ein Problem dar“, bestätigt Heider. Derzeit würden die Fixkosten anteilig aus den Rücklagen der Baukasse finanziert, „was nicht deren Sinn ist“.

Die Rücklagen in der Baukasse reichen noch für die bisher geplanten Sanierungsmaßnahmen im Münster, aber nicht mehr für die seit zehn Jahren geplante Sanierung des Küsterhauses. Diese muss nun vorerst weiter zurückgestellt werden.

„Festzustellen ist, dass die touristischen Einnahmen für Turmaufstieg und die Spenden zur Erhaltung des Domes, die wir von jedem Besucher erbitten, beinahe gänzlich ausgeblieben sind im Zeitraum nun beinahe eines Jahres“, bestätigt auch Volker Mischok, Domprediger in Schwerin.

Die Ehrenamtspauschale für die Aufsichtskräfte habe deutlich das Spendenaufkommen überwogen. Auch dort sei die Gemeinde gezwungen gewesen, den Haushalt aus Rücklagen auszugleichen, „die auch nicht so üppig sind“.

 

 

 



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Stralsund, St. Nikolai (Foto: M. Heider)


Noch konkreter wird Albrecht Mantei, Pastor an St. Nikolai Stralsund: „Uns sind seit letztem Frühjahr rund 20 000 Euro verlorenen gegangen.“Und das, obwohl durch die vorübergehende Öffnung in den Sommermonaten und im Früherbst einiges an finanziellen Ausfällen wettgemacht werden konnte. „Da wurden wir mit Touristen überströmt.“ Auch in St. Nikolai zahlen Besucher drei Euro Eintritt. Gläubige, die zum Gebet kommen, sind wie in allen anderen Kirchen, die ein „Erhaltungsbeitrag“ erheben, nicht betroffen. Auch Kinder und Jugendliche haben weiter freien Eintritt.

Aus den touristischen Einnahmen werden an St. Nikolai sonst fünf Angestellte mit einem jeweiligen Stellenanteil finanziert. Noch konnte die Kirchengemeinde davon absehen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit zuschicken. Doch je länger die Durststrecke anhält, desto schwieriger wird es. „Wir haben jetzt Anfang März schon Einbußen von mehreren Tausend Euro im Vergleich zu den Vorjahresmonaten“, so Albrecht Mantei.

Tourismusbeauftragter Kersten Koepcke schaut realistisch auf die Krise: „Ist Kirchengemeinde Veranstalter oder Anbieter, ergeht es ihr nicht anders als der übrigen Branche in diesen Zeiten.“ Für Förderungen und Überbrückungsgelder würden Kirchengemeinden nur schlecht in die Kulisse der Antragsberechtigten passen, obwohl sie ein wesentlicher Bestandteil des „Kulturbetriebes“ gerade im ländlichen Raum seien. „Das deutlicher als bisher zu kommunizieren – auch in die Politik – ist dringend notwendig und eine Erkenntnis aus den vergangenen Monaten.“


Quelle: Die MECKLENBURGISCHE & POMMERSCHE Kirchenzeitung; Nr. 10 MV | Sonntag, 7. März 2021.

 

 

Hochauflösende Münster-Bilder in Videoclips



videoclips


Hochauflösende Fotografien vom Doberaner Münster per Panoramatechnik aus bis zu 500 Einzelfotos von Volker Hoffmann (Neumünster) nun auch auf der Münsterhomepage. Online-Präsention anstatt Ausstellung im Münster.


Anläßlich der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen über Objekte im Münster Bad Doberan (siehe: Die Ausstattung des Doberaner Münsters / Hrsg. Gerhard Weilandt und Kaja von Cossart / erschienen 2018 ) wurden zur Veranschaulichung besonders gute Fotos gesucht.

Prof. Gerhard Weilandt (UNI Greifswald), der einige hochaufgelöste Fotos von Retabeln in schwedischen Kirchen gesehen hatte, bat Volker Hoffmann, das vorhandene Bildmaterial durch seine Fotos zu ergänzen. Die meisten erstellten Fotos sprengen den Rahmen eines Buchformates und sollten, um die volle Kapazität zu nutzen, digital projiziert werden.

Die einzelnen Aufnahmen wurden durch eine Panoramatechnik aus bis zu 500 Einzelfotos erstellt. Weitere Fotos werden auf seiner Webseite "www.panoaltar.de" gezeigt.

Geplant war für das Jahr 2021 die Ausstellung einer Auswahl der hervorragenden Bilder im Doberaner Münster im Großformat. Zusätzlich sollten weitere Aufnahmen auf eine 300 x 250 cm große Leinwand projiziert werden.

Coronabedingt wird es diese Ausstellung vorerst nicht geben. Deshalb werden nun auf der Homepage des Doberaner Münsters und auf Youtube Beispiele der Bilder in mehreren thematischen Videoclips gezeigt.

 

 




 

 

Alle hochauflösenden Bilder sehen Sie unter folgendem Link: https://muenster-doberan.de/index.php/de/impressionen/hochaufloesende-bilder

 

Auf den Spuren der Zisterzienser-Mönche


kindermünsterführer

Naturkundliche-Historische Führung von Althof in den Hütter Wohld anlässlich der Gründung des Zisterzienserklosters Doberan im heutigen Althof vor 850 Jahren.

Im März 1171 trafen Zisterziensermönche mit ihrem Abt Conrad im heutigen Althof (Oldehoff, Altenhof), nahe dem nordwestlichen Rand des Hütter Wohldes, ein. Stifter war der zum christlichen Glauben konvertierte, ehemalige Slawenfürst Pribislaw. Er erhielt von den deutschen Eroberern unter Heinrich dem Löwen das Land seines Vaters Niklot als Lehen.

Nach nur acht Jahren wurde das Kloster zerstört und die Mönche getötet. Die Ruine des großen Wirtschaftsgebäudes (Abb.) und die Kapelle mit dem Grab der 1172 verstorbenen Woizlawa werden zum Beginn der Führung besichtigt und geschichtlich erläutert.

Weiter geht’s auf einem schönen, baumgesäumten Hohlweg zum Hütter Wohld, wo wir auf einem alten Pilgerweg bis zum Pflanzgartenteich gelangen. Dieser gehört zu einer, von den Zisterziensermönchen vor ca. 750 Jahren errichteten Kette von ursprünglich mehr als 20 Stauteichen.

Hier machen wir kurz Rast und erfahren Interessantes über die geologische Entstehung und naturräumliche Einordnung des 350 ha großen Waldgebiets, die ersten nachweisbaren Spuren menschlicher Besiedlung, das Gewässersystem und Abflussgeschehen sowie die Hydrologie und fischereiliche Nutzung.

Der Rückweg nach Althof verläuft im nördlichen, von mit Altbuchen bestandenen Waldbereich, wo wir auf weichen Pfaden die Tier- und Pflanzenwelt entdecken und erleben werden. Kurz vorm Einbiegen auf den alten Hohlweg umrunden wir ein schilfgesäumtes Stillwässer und werden an der Waldkante von großen Baumriesen gegrüßt.

Im Hütter Wohld hat sich aufgrund des kleinräumigen Wechsels sehr unterschiedlicher Lebensräume eine einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl von gefährdeten und geschützten Arten entwickelt, so z.B. Bachneunauge, Rotbauchunke, Großer Abendsegler, Rotmilan, Gebirgsstelze, Edelkrebs, Mopsfledermaus und Grüne Waldhyazinthe. Daher wurde der der Wald 1999 als Naturschutzgebiet und 2004 als Europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen.

Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken! Empfehlenswert ist im Anschluss ein schmackhafter Imbiss beim ansässigen Fischer!

Leitung: Dipl.-Biol. Ina Sakowski


Wann:

ganzjährig, (bevorzugt April – Okt.) 3 Stunden
auf persönl. Anfrage

Anmeldung erforderlich:

038295 / 724669 (AB), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Treffpunkt:

Althof, Parkplatz an Kloster-Ruine

Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen MVs.

 

Weitere Informationen über die Führungen, Kurse und weitere Angebote der Dipl.-Biol. Ina Sakowski auf der Homepage www.ina-sakowski.de

 

Die Ankunft im heutigen Althof vor dem 24. März 1171


pribislav

Siegel des Bischofs Berno von Mecklenburg († 1191).
Mecklenburgisches Urkundenbuch Band III, 1865

 

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Die Vorbereitungen liefen bereits in den Vorjahren.

Paul Alexander Nebauer führt weiter aus: Aus dem zweiten und dem dritten Zitat der Nr. 98 des Mecklenburgischen Urkundenbuches (mit Bezug auf die Doberaner Genealogie und der „Wandalia“ des Albert Krantz) ist zu schließen, dass geistliche und fürstliche Herrschaften (Berno und Pribislaw) 1171 die Bauten und den ersten Besitz dem Konvent aus Amelungsborn feierlich übergaben.

Die Mönche kamen aus dem Zisterzienserkloster Amelungsborn, in dem Bischof Berno (Abb. 3) einst Klosterinsasse war. Stifter war Landesherr Pribislav, Bischof Berno Initiator, Konrad der erste Abt. Der Konvent bestand wohl aus dem Abt, zwölf Mönchen – nach dem Vorbild Jesu und den zwölf Aposteln – sowie 25 Laienbrüdern.

Pribislav sah mit der Klostergründung auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes. Die Gegend war zuvor nicht unbesiedelt und unkultiviert, doch hatten die Zisterzienser den Hauptanteil an den Rodungs-, Entwässerungs- und Urbanisierungsarbeiten.

Mit der Stärkung des Christentums, als Basis der abendländischen Gesellschaft, durfte sich Pribislav eine größere Anerkennung und Stellung unter den deutschen Fürsten sichern. Das Kloster wurde zu einem entscheidenden Faktor bei der kirchlichen Entwicklung des Landes.

Der Konvent aus Amelungsborn brauchte mit seinem Tross wohl rund 20 Tage Zeit, um Doberan zu erreichen. Unter den damaligen Rahmenbedingungen dürfte die Ankunft zwischen dem 18. und 24. März des Jahres 1171 erfolgt sein.

Die Mönche gingen nicht ins Ungewisse. Das Notwendige war vorbereitet. Vor der Ankunft des Konvents waren nach den Ordensbestimmungen die notwendigsten Räumlichkeiten, wie das Bet-, Schlaf- und Speisehaus, die Herberge für Gäste und die Zelle des Pförtners, der den Aus- und Eingang und die Umzäunung des klösterlichen Bezirkes beaufsichtigte, bereitgestellt.

Martin Heider

 

 

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Andacht am 1. März 2021 18 Uhr vor der Kapelle Althof zum Gedenken an die Aussendung der Mönche von Amelungsborn

(Foto: Martin Heider)

 

 

Die Historie der Kloster-Jubiläen – Das Jahr 1921


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Bad Doberan mit seinem Stadtteil Althof, der Stelle der ersten Klostergründung, beging in den letzten 100 Jahren mehrere Kloster-Jubiläen bzw. Gedenken.

So gab es Jubiläumsveranstaltungen in den Jahren 1921 (750 Jahre) und 1971 (800 Jahre), basierend auf dem nicht eindeutig überlieferten Gründungsjahr 1171 im heutigen Althof. Die großen Feierlichkeiten 1986 (800 Jahre) und 2011 (825 Jahre) basieren auf dem Jahr der Neueröffnung des Klosters an heutiger Stelle im Jahr 1186, nachdem die Erstgründung einem Thronfolgekrieg zum Opfer fiel. Auf diese Frühzeit des Klosters soll heute nicht eingegangen werden, sondern auf das Jubiläum im Jahr 1921.

Damals beging Doberan mit diversen Feierlichkeiten und Veranstaltungen sein 750jähriges Jubiläum, im Verständnis eines Ortsjubiläums. Am 1. März, dem offiziellen Gründungstag des Klosters, fand um 10 Uhr ein Festgottesdienst mit Superintendent D. Kliefoth in der Kapelle zu Althof statt. Der Doberaner Kirchenchor sang. Abends 8 Uhr gab es im Rathaussaal zu Doberan einen Familienabend unter größter Beteiligung. Der Sängerbund sang unter Leitung des Lehrers Bura, der Kirchenchor unter Leitung von Organist Wierow. Es gab drei Ansprachen: 1. Doberan einst, 2. Doberan jetzt (Pastor Walter), 3. Doberan in Zukunft (Superintendent D. Kliefoth). Die Hauptfeier fand aufgrund der Witterung erst Anfang Juli statt.

Für den 1. März verfasste der Oberkirchenrat eine Grußbotschaft an die Gemeinde. Diese bezieht sich zunächst auf die Historie, um dann auf die Gegenwart zu kommen: „Aber wie die alte Kapelle zu Althof, so steht in hehrer Schöne, von kunstsinnigen Fürsten und Baumeistern gepflegt und verjüngt, in Doberan das alterhrwürdige Münster, und in beiden Gotteshäusern erschallt das lautere Gotteswort zur Erbauung der Gemeinde auf dem Grunde, der unbeweglich steht. Der allmächtige, ewigtreue Gott walte mit seinem gnädigen Schutz und Segen bis in fernste Zukunft über diese Stätten und lasse sie durch die Kraft des in ihnen verkündeten Evangeliums allezeit Quellorte freudigen Christenglaubens und Pflanzstätten christlicher Bekennertreue sein, dieser Erweisungen des heiligen Geistes, die wir in unseren Tagen zum kirchlichen Neubau wie zum Aufbau unseres zerschlagenen Vaterlandes dringender als je bedürfen. Der Herr höre und erhöre solchen Gebetswunsch, in dem der Oberkirchenrat sich mit der feiernden Gemeinde Doberan-Althof zusammenschliesst! Der Oberkirchenrat. Giese.“

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Althof wird in diesem Schreiben, mitunter auch in der Presse, wiederholt als Alt-Doberan bezeichnet, die Doberaner Kirche als Münster. Beides damals eher selten verwendete Begriffe. Am 19. Juni war Missionsfest in Althof für die Gemeinden Doberan, Althof und Hohenfelde, der unfreundlichen Witterung wegen in der Kapelle. Trotzdem herrschte recht guter Besuch. Ansprachen hielten Superintendent D. Kliefoth über den Spruch: „Ach daß die Hilfe aus Zion kam und Gott sein gefangen Volk erlösete!“, Hilfsprediger Stüwer: „Überblick über den gegenwärtigen Stand der Leipziger Mission“ und Pastor Walter über die Missionsarbeit der Gesellschaft „Licht dem Osten!“ unter den russischen Kriegsgefangenen. Die Kollekte für die Herstellung der Althöfer Orgel betrug brutto 187,85 Mark.

 

Die Jubiläumswoche vom 3. bis 8. Juli 1921


 Die Jubiläumswoche veranstaltete man vom 3. bis 8. Juli. Obwohl die Klostergründung auf den heutigen Stadtteil Althof zurückgeht, konzentrierten sich die Feierlichkeiten auf das Stadtgebiet Doberans.

Die Zeitungen berichteten umfänglich, zumeist in volkstümlicher Erzählweise, über die Geschichte und die Bauten Doberans, kaum jedoch über die Althöfer. Wiederholt verweist man auf die aktuelle „schicksalsschwere Zeit“ und damit auf den verlorenen Krieg und die Wirtschaftskrise.

Wenige Jahre nach dem Ende der Monarchie scheint man dieser durchaus nachzutrauern. Mitglieder der großherzoglichen Familie waren Ehrengäste der Feierlichkeiten.

Die Presse und Festreden thematisieren die großen Verdienste des Herzoghauses für Doberan. Laut dem Mecklenburger Fremdenblatt vom 30. Juni sei Doberan nach der glanzvollen Vergangenheit nun „eine stille träumerische Stadt. Es besinnt sich auf neue Aufgaben.“ Eine Rostocker Zeitung bezeichnet Doberan als „unser liebliches Nachbarstädtchen“.

 

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Aus zahlreichen Druckerzeugnissen, wie Programmblättern und Zeitungsberichten, sei hier auszugsweise aus der Festordnung zitiert:

Sonnabend 2. Juli. 8½ Uhr abends: Begrüßung der Gäste auf dem Kamp. Ansprachen. Promenadenkonzert.

Sonntag 3. Juli. 10 Uhr vormittags Festgottesdienst [die Kirche war überfüllt]. Rückmarsch mit Musik nach dem Kamp. 1 Stunde lang Promenadenkonzert. 12 Uhr mittags: Eröffnung der Kunstausstellung im Palais. 3-4 Uhr nachmittags: Großer Festzug durch die Stadt. 4 Uhr Festrede. Volksfest auf dem Kamp. 8 Uhr abends: Festvorstellung im Rathaussaal „Der Sieger“ von Erst Püschel [täglich bis zum 8. Juli]. 9½ Uhr: Illumination des Kamps. Promenadenkonzert.

Montag 4. Juli. 12-1 Uhr: Kirchenkonzert. 4-6 Uhr: Bunter Nachmittag („Frohe Stunden“) im Rathaussaal [auch am 5. Juli]. 6-7 Uhr Promenadenkonzert auf dem Kamp. Dienstag 5. Juli. 12-1 Uhr Promenadenkonzert auf dem Kamp [täglich bis zum 7. Juli]. Mittwoch 6. Juli. 4-6 Uhr: Kirchenkonzert.

Donnerstag 7. Juli. 2 Uhr: Abmarsch zum Kinderfest vom Markt.

Freitag 8. Juli. Nachmittags: Ausflug nach Heiligendamm. Gemeinschaftliche Kaffeetafel. Konzert.

Das Doberaner Schauspiel „Der Sieger“, aufgeführt im damaligen Rathaussaal, dem Festsaal im Großherzoglichen Palais, thematisierte den Sieg des Christentums über die Wenden in der Zeit der Klostergründung. Es spielten Doberaner unter Mitwirkung von Mitgliedern des Rostocker Stadttheaters unter der Gesamtleitung des Oberspielleiters Alfons Godard. Zu den Rollen zählten Gozzo der Wendenfürst, dessen Tochter Maltela, Abt Konrad, die Mönche Gotthold und Bertram, der alte Wende Radirak, Bischof Berno, ein Oberpriester, der Laienbruder Wernhard. Die großen Kirchenkonzerte leitete Organist Wiedow. Zur Illumination auf dem Kamp im Rahmen des großen Volksfestes glühten tausend Lichterflammen. Es erschienen Doberaner-Jubiläums-Notgeld-Scheine mit Entwürfen von Egon Tschirsch.

Martin Heider


Quellen: Akten aus dem Landeskirchlichen Archiv Schwerin, Pfarrchronik der Kirchengemeinde Bad Doberan 1899-2005.

 

 

Die Gründung des Klosters Doberan vor 850 Jahren


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Ahnengalerie im Doberaner Münster, Landesherr Pribislav, Fürst der Obotriten und Gründer des Klosters Doberan (†1178), Bild frühes 16. Jh., Ausschnitt (Foto 2007).Foto: Martin Heider (Bad Doberan

Die Aussendung der Mönche vom Mutterkloster Amelungsborn am 1. März 1171.

Die genauen Umstände der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof lassen sich nur begrenzt sicher nachvollziehen. Der slawische Obotritenfürst Pribislav (Abb. 1) soll zuvor bereits 1164, im mutmaßlichen Jahr seiner Taufe, eine heidnische Kultstätte am späteren Standort des Klosters zerstört haben. Der mutmaßliche Tempel ist allerdings weder durch zeitgenössische Quellen noch über archäologische Funde nachweisbar. Erst die Kirchberg-Chronik berichtet um 1378 darüber. Ebenso legendenhaft scheint der Bericht in der Chronik zur Vermählung Pribislavs mit Woizlava (Abb. 2) im Jahr 1164, einer vermeintlichen norwegischen Königstochter; die im selben Jahr ihren Gemahl und dessen Neffen zum Christentum geführt habe.

Die Gründung eines Klosters im Obotritenland hing sicher mit einem Versprechen des getauften Fürsten Pribislav zusammen. Damit war es wohl Bischof Berno, der das Versprechen des zum Glauben Christi bekehrten Pribislav entgegennahm. Genaues zur Auswahl des Standorts wissen wir nicht; eine Gründungsurkunde ist nicht überliefert. Damit steht aber Doberan in der Geschichte nicht allein.

Erst viele Jahre nach dem Versprechen Pribislavs konnte Berno das Signal nach Amelungsborn geben: Der Gründungskonvent konnte sich nach Doberan aufmachen, es war alles für die Ankunft hergerichtet. Ohne eigentliche Urkunde sind wir zur Klostergründung auf mittelalterliche Chroniken und Schriften angewiesen.

Die wohl älteste Überlieferung stammt aus dem Kloster Ryens in der Flensburger Bucht, die „Annales Ryenses“, so Paul Alexander Nebauer (Alt Karin). Die Mönche dieses Zisterzienserklosters, einer Filiation von Esrom, schrieben in ihrer Chronik die Geschichte Dänemarks, die Ereignisse der Christenheit und der Zisterzienser chronologisch für jedes Jahr auf.

„In der lateinischen Fassung finden wir den 1. März als Datum für den Auszug des Konvents aus Amelungsborn“, so Nebauer. Unter der Jahreszahl 1170 finden wir als letzten Eintrag in diesem Werk das Zitat, welches als erstes im Mecklenburgischen Urkundenbuch in der Nr. 98 zu lesen ist: „Conventus mittitur in Dobrum kal. Martii.“ Übersetzt und unter der Berücksichtigung der mittelalterlichen Kalenderrechnung: Ein Konvent wird nach Doberan gesandt am 1. März (1171).

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Nordwand der Kapelle Althof, Inschrift, um 1300, mit Nennung der Fürstin Woizlava als „Klosterstifterin“ „Fundatrix Woizlava“ (Foto 2021). Ihre Mitwirkung bei der Gründung wird erst später u. a. durch diese Inschrift überhöht. Foto: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

Freiwilliges Jahr im Münster


Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege


Das Doberaner Münster ist seit 2002 Einsatzstelle für das „Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege“.

Für diese interessante Aufgabe wird - mit Beginn im September jeden Jahres - ein/e neue/r Teilnehmer/in gesucht.

Während eines solchen Jahres besteht die Möglichkeit, sich mit dem Thema Denkmalpflege in theoretischer und praktischer Weise auseinanderzusetzen. Das FJD wird von dem Träger IJGD, einer Jugendbauhütte, angeboten, welche ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist.

Die Teilnehmer erhalten zu Beginn die notwendigen Führungsunterlagen für den Führungsrundgang und werden durch uns entsprechend geschult. Im weiteren Verlauf des Freiwilligen Jahres ist die Weiterbildung zur Durchführung von thematischen Sonderführungen geplant, vor allem der Gewölbe-, Turm- und Glockenführung.

Nicht nur Führungen gehören zum Dienst im Münster, sondern auch immer mal wieder die Unterstützung im Kassen- und Ordnungsdienst.

Es fallen auch Büro- und Recherchearbeiten in der Münsterverwaltung an.

Das Aufgabenfeld ist sehr vielseitig. Sie erhalten Einblick in die Themenfelder Denkmalschutz, Kirchenbau, Restaurierung, Kirchengeschichte, Landesgeschichte, Kunstgeschichte, Tourismus und Marketing.

Während des freiwilligen Jahres führt die Jugendbauhütte zusätzlich Seminare zu verschiedenen Themen der Denkmalpflege in verschiedenen Einrichtungen durch.

Bewerbung

Wenn Sie sich für ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege im Doberaner Münster interessieren, senden Sie bitte Ihre Bewerbungsunterlagen an uns in der Münsterverwaltung und an die Jugendbauhütte in Wismar.

Der Bewerbungsbogen ist auf der Homepage der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) erhältlich: www.ijgd.de/Bewerbung

 

 

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