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Das Münster in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (4)


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Standbilder von Herzog Adolf-Friedrich und Herzogin Anna-Maria im Grabmonument

Von Martin Heider

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) kam es zu schlimmen Gräueltaten an der Doberaner Bevölkerung und zu ernsthaften Schäden am Gebäudebestand des Münsters und weiterer Klostergebäude.

Im Zusammenhang mit den zunehmenden Konflikten auf Reichsebene wurden die mecklenburgischen Landesherren zwischen 1628 und 1630 durch den Kaiser abgesetzt und durch dessen Feldherrn Wallenstein (Abb. 1) als Herzog ersetzt, der Güstrow als seine Residenz wählte.

Nachdem diese kaiserlich katholischen Truppen Land und Leute schädigten, brachte auch die Landung der „verbündeten“ protestantischen Schweden in Pommern und die Wiedereinsetzung des Herzogs Adolf Friedrich in Mecklenburg  keine Erleichterung: Im Jahr 1632 lag überall „Schottische Soldatesca“ und ruinierte das Amt. Aufgrund der Fürsorge für das „Tafelamt“ Doberan und der Verdienste des Hauptmanns von Vieregge ging nicht alles zugrunde. Von Vieregge war Fürstlich Mecklenburgischer Amts-Hauptmann zu „Dobberan“ und „Pöl“, auf Rosewitz, Gubzin und Zapendorff Erbherr.

 

Wegen der unsicheren Straßen in Kriegszeiten konnte der Bildhauer des Adolf-Friedrich-Grabmals, Frantz Julius Döteber, vorerst nicht nach Doberan kommen.

Am 24. September 1632 unterrichtete Herzog Adolf Friedrich die Doberaner Beamten, dass „weil das leidige Kriegswesen entzwischen kommen, vnd dahero solch werck nit gefertigt werden konnen, numehr aber (…) zwijer seine Gesellen mit gehauenen Steinen herunter geschickt, mit der arbeit einen anfang zumachen.“ Den Gesellen sollte ein Raum als Werkstatt überlassen und diese mit Essen und Trinken versorgt werden.

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1633 führt die Kontributionsliste im Gegensatz zu 1623 nur noch die Hälfte der Doberaner Vorstädter auf. Der Krieg scheint bereits zu dieser starken Bevölkerungsabnahme geführt zu haben, offenbar bedingt durch Tod im Krieg, Hunger, Seuchen oder Abwanderung.

Die Abgabepflichtigen wurden gegliedert in die Vorstädter, die Amtsmüller und des Amts Diener. In sieben Positionen werden die Namen folgender Vorstädter genannt: des Wittib im neuen Krug, Krüger zum Lindenhof, I[hrer] F[ürstlicher] G[naden] Schmidt, Schneider, Hopfner, Tischer und Schuster. Danach werden die Amtsmüller in der Backhausmühle, in der Neumühle und zum Altenhof benannt.

Als kontributionspflichtige Diener des Amtes werden aufgeführt: der Hausvogt auf dem Ziegelhof, der Hausvogt auf dem Cammerhof, der Hofmeister zum Altenhof und der Schäfermeister zu Althof..

(Fortsetzung folgt)

Eine ausführliche Darstellung in:

Martin Heider: Das Doberaner Münster in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

ISBN: 978-3-940835-60-4.

Erhältlich an der Münsterkasse.

 

 

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