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Massiver Raubbauer oder Erhalter der Bausubstanz?


Blick nach osten

 

Im Jahr 1571 finanzierte Herzog Johann Albrecht, dem bislang zu Unrecht der massive Raubbau an der Doberaner Gebäudesubstanz in der Zeit kurz nach der Klosterauflösung in den Jahren 1552/53 zugeschrieben wurde, gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich Instandhaltungsarbeiten an der Doberaner Kirche.

Er schrieb an seinen Amtmann: „Nachdem der hochgeborne fürstl[liche] Herr Vlrich Herzogk zu Meckellenburgk vnser freundlichen lieber bruder vnd gefatter vns freundlich zuerkennen gegeben. Welches gestald an der Kirchen zu Dobran das Tachs auff einer seiten auch zwei fenster etwas mangelhafftig seyen welchem allem mit 4 oder 5 R[eichataler] geholfen werden könte (…). Als ist vnsre befehl das du vnsers Theils neben Hochgemeltes vnsers bruders amtman damitt angeregte besserung an der Kirchen (…) fürderlich geshen möge (…).“ Johann Albrecht war also zumindest zu diesem Zeitpunkt um die Pflege des Münsters besorgt!

Auch eine weitere Akte, höchstwahrscheinlich entstanden um 1570/75, bezeugt die Bemühungen des Herzogs um die Finanzierung der umfänglichen Sanierungsmaßnahmen an der Doberaner Kirche. Der Überschlag veranschlagt u.a. 10.000 Mauersteine, 8.000 Dachsteine, 45 Last Kalk und 100 Stücke Eichen-Bauholz, sowie die zu zahlenden Löhne und zu leistenden Naturalien.

Martin Heider

Abb.: Ahnengalerie im Münster - Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg

Foto: Hr. Götze, Rostock

 

 

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