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Herzog Karl - ein Förderer der Kircheninstandsetzung


Blick nach osten

 

Bislang blieb in der Literatur fast ausschließlich unberücksichtigt, dass auch Herzog Karl von Mecklenburg (†1610) die Kirche nach dem Tod seines Bruders Ulrich (†1603) weiter umfänglich restaurieren ließ.

Berichtet wurde bislang meist nur über die umfänglichen Arbeiten an der Kirche unter Herzog Ulrich von Güstrow und seiner Gemahlin Elisabeth in den 1580er Jahren und die Wiederherstellungsarbeiten nach den Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg nach 1638 unter Herzog Adolf Friedrich.

Eine bislang ebenfalls unveröffentlichte Akte belegt jedoch weitreichende Maßnahmen für die Jahre 1605/06 unter Herzog Karl. Dazu gehörten Arbeiten am Turm der Kirche, am Pfarrhaus und an der Schmiede. Laut einem Verzeichnis über die für die Kirche von Trinitatis 1605 bis zu Antonius 1606 aufgewendeten Kosten gingen u.a. 340 Reichstaler, zwei Schilling und drei Denare an den „Thurmdecker fur Bleÿ, Arbeitslohn, vnd sonsten fur anderen mehr entrichtet laut seiner ubergebenen Rechnung (…)“

Die Gesamtinvestitionen betrugen ein Mehrfaches. Pastor Eddelin überliefert später eine im Beichtstuhl stehende lateinische Inschrift, die besagte, dass unter Herzog "Carolus" 1732 Gulden, 16 Solidos im Jahr 1608 aufgewendet wurden.

Während der Maßnahmen wurde abermals die Kirchenausstattung ergänzt und erneuert. Im Jahr 1608 vollendet Orgelbauer Valentin Christian aus Schwerin eine neue Kirchenorgel.

Auch am Ziegelhof dürfte es bauliche Veränderungen gegeben haben. Am Tor vom Ziegelhof, der im Bereich des heutigen Busbahnhofs lag und nach dem Dreißigjährigen Krieg vollständig verloren ging, stand „feldwerts 1 Große thorwegk daran stehend K[arl] H[erzog] Z[u] M[ecklenburg] A[nn]o 1608 (…).“

Martin Heider

Abb.: Ahnengalerie im Münster - Herzog Karl von Mecklenburg

Foto: Hr. Götze, Rostock

 

 

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