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Der ehemalige Mönchs- und spätere Ortsfriedhof


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Aktenkundig war der ehemalige Mönchsfriedhof nördlich am Münster nach der Klosterauflösung im Jahr 1552 bis zum Jahr 1795 der Ortsfriedhof Doberans.

von Martin Heider

Von der Nutzung als örtlicher Friedhof zeugen u.a. Pläne und Ansichten ab der Mitte des 18. Jahrhunderts, so der rund zwei mal ein Meter große Hoffmansche Plan von 1750, der sich im Landeshauptarchiv Schwerin befindet. Der hier gezeigte Ausschnitt zeigt in der - nicht genordeten, sondern nach Süden ausgerichteten - Karte die Kirche mit dem Friedhof auf der Nordseite des Münsters. Am Ostrand der eingefriedeten Fläche ist das Beinhaus als kleiner Kreis eingezeichnet.

Zahlreiche Kirchenrechnungsakten zeugen von den Bestattungen. Generationen von evangelischen Pastoren beerdigten hier in der Summe tausende Einwohner.

Die Akten zeugen auch von berührenden Schicksalen. So starben im Jahr 1728 ausschließlich Kinder; möglicherweise an einer Krankheit oder Epidemie? Ebenso liegen auf diesem Friedhof die Menschen begraben, die 1637/38 unter elenden Umständen im Dreißigjährigen Krieg ums Leben kamen.

Zum Gedenken an die Mönche des Klosters (bis 1552), aber auch für die Menschen und Schicksale in nachklösterlicher Zeit kann man das neue Gedenkkreuz verstehen.

Genau vor 225 Jahren wurde der Ortsfriedhof nördlich vom Münster („Alter Kirchhof“) in die Südostecke der Klosteranlage verlegt („Neuer Kirchhof“), dorthin, wo heute noch Grabsteine stehen bzw. an der Klostermauer lehnen.

Noch 1811 nennt ein Inventar der Kirchenausstattung den direkt am Münster liegenden Friedhof. Es bestanden demnach beide Anlagen zeitweise parallel. Ob die Gräber auf dem „Alten Kirchhof“ ausschließlich „abliefen“ oder ob vereinzelt weiterhin Bestattungen erfolgen, bleibt offen.

 

 

 

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