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Die Gründung des Klosters Doberan vor 850 Jahren


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Ahnengalerie im Doberaner Münster, Landesherr Pribislav, Fürst der Obotriten und Gründer des Klosters Doberan (†1178), Bild frühes 16. Jh., Ausschnitt (Foto 2007).Foto: Martin Heider (Bad Doberan

Die Aussendung der Mönche vom Mutterkloster Amelungsborn am 1. März 1171.

Die genauen Umstände der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Althof lassen sich nur begrenzt sicher nachvollziehen. Der slawische Obotritenfürst Pribislav (Abb. 1) soll zuvor bereits 1164, im mutmaßlichen Jahr seiner Taufe, eine heidnische Kultstätte am späteren Standort des Klosters zerstört haben. Der mutmaßliche Tempel ist allerdings weder durch zeitgenössische Quellen noch über archäologische Funde nachweisbar. Erst die Kirchberg-Chronik berichtet um 1378 darüber. Ebenso legendenhaft scheint der Bericht in der Chronik zur Vermählung Pribislavs mit Woizlava (Abb. 2) im Jahr 1164, einer vermeintlichen norwegischen Königstochter; die im selben Jahr ihren Gemahl und dessen Neffen zum Christentum geführt habe.

Die Gründung eines Klosters im Obotritenland hing sicher mit einem Versprechen des getauften Fürsten Pribislav zusammen. Damit war es wohl Bischof Berno, der das Versprechen des zum Glauben Christi bekehrten Pribislav entgegennahm. Genaues zur Auswahl des Standorts wissen wir nicht; eine Gründungsurkunde ist nicht überliefert. Damit steht aber Doberan in der Geschichte nicht allein.

Erst viele Jahre nach dem Versprechen Pribislavs konnte Berno das Signal nach Amelungsborn geben: Der Gründungskonvent konnte sich nach Doberan aufmachen, es war alles für die Ankunft hergerichtet. Ohne eigentliche Urkunde sind wir zur Klostergründung auf mittelalterliche Chroniken und Schriften angewiesen.

Die wohl älteste Überlieferung stammt aus dem Kloster Ryens in der Flensburger Bucht, die „Annales Ryenses“, so Paul Alexander Nebauer (Alt Karin). Die Mönche dieses Zisterzienserklosters, einer Filiation von Esrom, schrieben in ihrer Chronik die Geschichte Dänemarks, die Ereignisse der Christenheit und der Zisterzienser chronologisch für jedes Jahr auf.

„In der lateinischen Fassung finden wir den 1. März als Datum für den Auszug des Konvents aus Amelungsborn“, so Nebauer. Unter der Jahreszahl 1170 finden wir als letzten Eintrag in diesem Werk das Zitat, welches als erstes im Mecklenburgischen Urkundenbuch in der Nr. 98 zu lesen ist: „Conventus mittitur in Dobrum kal. Martii.“ Übersetzt und unter der Berücksichtigung der mittelalterlichen Kalenderrechnung: Ein Konvent wird nach Doberan gesandt am 1. März (1171).

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Nordwand der Kapelle Althof, Inschrift, um 1300, mit Nennung der Fürstin Woizlava als „Klosterstifterin“ „Fundatrix Woizlava“ (Foto 2021). Ihre Mitwirkung bei der Gründung wird erst später u. a. durch diese Inschrift überhöht. Foto: Martin Heider (Bad Doberan)

 

 

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