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Neu am 26.09: Zwei verschiedene Althof-Führungen


Kapeele Althof

Luftaufnahme
(Foto: Manfred Sander, Einhusen)

Anlässlich des 850jährigen Jubiläums der Gründung des Klosters Doberan im heutigen Doberaner Stadtteil Althof finden in diesem Jahr öffentliche Althof-Sonderführungen statt. 

Die Sonderführungen haben zum Ziel, weniger bzw. nicht Bekanntes anhand historischer Unterlagen neu zu entdecken.

Sonderführung 1 um 12 Uhr: Kapelle/Pachthof/Scheunen


Treffpunkt: Kapelle Althof

Der zum Christentum übergetretene Fürst Pribislaw stiftete drei Kilometer östlich vom heutigen Doberan auf ,,Anraten und Ermuntern" Bischof Bernos von Schwerin das erste mecklenburgische Zisterzienserkloster im heutigen Stadtteil Althof. Um 1170 erfolgten die Vorbereitungen zur Gründung, am 1. März 1171 wurde der Konvent vom Mutterkloster Amelungsborn ausgesendet. Als Pribislaw nach einem Unfall bei einem Reitturnier 1178 in Lüneburg verstarb, entbrannten Unruhen und Kriege im Land und das Kloster Althof wurde am 10. November 1179 zerstört. 1186 wurde das Kloster drei Kilometer westlich im heutigen Doberan neu eröffnet.

Von den Bauten aus der Klostergründungszeit blieb in Althof nichts erhalten. Der Ort wurde eine Grangie, ein Wirtschaftshof des Klosters, blieb aber als Ort der ersten Klostergründung von landesgeschichtlicher und geistlicher Bedeutung, so auch als Wallfahrtsort. Der heutige Kirchenbau entstand nicht bereits an der Wende zum 12. Jahrhundert, sondern um 1300, wie auch das etwas weiter nördlich gelegene und als Klosterscheune bezeichnete Backsteingebäude (s. Ruine in der Luftaufnahme).

Nach der Klosterauflösung im März 1552 wurde Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge. In mehreren Inventaren wird die Kapelle als Backhaus bezeichnet und wurde bis in das frühe 19. Jahrhundert als solches genutzt. Das neue Backhaus von um 1822 steht weiterhin - dem weiteren Verfall preisgegeben - leer, der Milchenkeller und das Schweinehaus (um 1864) waren bereits um 1980 nicht mehr vorhanden. Vom großen Viehhaus, 1953 als Bau noch vollständig vorhanden, besteht heute nur ein stark überformtes ca. westliches Drittel. Die ehemalige Heuscheune (um 1851), der Wagenschauer (um 1865), der Pferdestall (um 1830) sind heute zumeist Wohnhäuser. Ein großer Schafstall nahe der Klosterscheune brannte um 1932 ab, der Maschinenschuppenneubau von 1932 wurde um 1996 abgerissen, die große Feldscheune, östlich außerhalb des Pachthofs gelegen, brannte 1993 nieder. Über das weitere Schicksal der Kapelle und des Hofes informiert die Führung.

 

 

Kapeele Althof

(Foto: Martin Heider)

Sonderführung 2 um 14:30 Uhr: Bahnhof/Industriegelände/Katen/Mühle/Ziegelei


Treffpunkt: Bahnhof Althof

In Althof zeugt noch mehr als die Kapelle und der ehemalige Pachthof vom früheren Gebäudebestand und
wirtschaftlichen Leben über die Jahrhunderte. Daher führt ein zweiter Sonderführungsrundgang vom Bahnhofsgelände, entlang von Katen und der ehemaligen Mühle zur ehemaligen Ziegelei.

Anhand von z. T. erstmals in Archiven recherchierten Plänen, Grundrissen und historischen Abbildungen werden auch Gebäude und Anlagen vorgestellt, die nicht mehr bestehen bzw. heute völlig anders genutzt sind.

Verschiedene Katen des Pachthofs blieben baulich überformt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten. Außer diesen Gebäuden, die ehemals zum Pachthof gehörten, gehören auch das „Industriegelände“ nördlich vom Bahnhof (ab 1942 Barackenlager der Heinkel-Flugzeugwerke, ab 1949 VEAB-Getreidelager, ab 1952 LPG-Gelände, Abb. 2 zeigt das um 1960 errichtete Hochsilo), die ehemalige Wassermühle (Abb. 3 u. 4 um 1910 bzw. 1930) und die ehemalige Ziegelei zur Historie Althofs.

 

 

Kapeele Althof

Die ehemalige Wassermühle von Osten (um 1910) (Sammlung: Herbert Drechsler, Althof)

Kapeele Althof

Die ehemalige Wassermühle mit Restaurantgarten (um 1930) (Sammlung: Peter Becker, Hohenfelde)

 

 

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