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Jährlich 3-4 Brutpaare Turmfalken im Münster


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Auch Turmfalken bauen kein eigenes Nest, sondern nutzen zum Großziehen ihrer Brut gerne Gebäudenischen und -vorsprünge sowie in freier Natur auch verlassene Krähen- und Elsternester. Ihr Vorkommen am Münster wird seit den 80er Jahren, wo die fluggewandten Falken teilweise noch in den Turmbereichen, wie auch der Waldkauz, brüteten, beobachtet und dokumentiert (müdliche Mitteilung B. Thielke, 2020). Bis heute brüten die schönen Tiere mit jährlich 3-4 Paaren recht erfolgreich im Münster. Sie nutzen dazu Nischen neben bzw. direkt an den Rüstlöchern in mindenstens acht Meter Höhe.

Im Frühjahr führen sie ihre Balzflüge sehr öffentlich z.B. über dem südlichen Eingangsportal aus. Mit etwas Glück kann man im Spätsommer an der Süd- und Nordseite die jungen Falken ihre ersten Flugversuche absolvieren sehen. Dabei plumpst ab und an leider auch das eine oder andere Vögelchen auf den Boden, wo es von aufmerksamen Besuchern gefunden und anschließend von Fachleuten in Sicherheit gebracht und gerettet wird.

Fotodokumentiert wurde das z.B. im Jahr 2019, wo bei einer Gewölbebegehung am 17. Juli ein bereits stark abgemagerter Jungfalke im Bereich des Glockenturms eingefangen und extern aufgepäppelt wurde. Er fand offensichtlich nicht den Ausflug ins Freie. (Foto 1, Gerhard Schmager, 2019).

 

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Am 11. August 2020 wurde ein gerade flügger gewordener, erschöpfter Jungvogel am Eingang des nördlich vom Münster liegenden Beinhauses aufgefunden. Dieses Tier fand mit etwas Wasser- und Futtergabe allein die Kraft, zu seinen im Außengelände des Münsters wartenden Elterntieren zu gelangen (Foto 2, B. Thielke, 2020). Um solche Vorkommnisse zu reduzieren, werden ab 2021 gezielt bauliche Optimierungen an den Brutnischen am Münster vorgenommen.

Dank und Anerkennung gilt der Münsterverwaltung, die sich seit vielen Jahren um den Erhalt und Schutz v. a. gebäudebewohnender Tierarten einsetzt und ein offenes Ohr für den aktiven Artenschutz gefunden hat. Das spiegelt auch die bereits zweimal vom NABU vergebene Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ wider (2012, 2020).


Text: Dipl.-Biologin Ina Sakowski

(Fortsetzung u.a. zu Dohlen und Fledermäusen im nächsten Newsletter)