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Aus der Geschichte der Doberaner Tauffünten


Kerze am taufsteinDer Münsterbauverein Bad Doberan e.V. hatte sich für 2018/19 zur Aufgabe gemacht, die Restaurierung der Fünte komplett zu fördern.

Das Restaurierungsvorhaben ist ein Anlass, sich mit der Historie der Doberaner Tauffünten zu befassen.

Zunächst einige grundsätzliche Informationen:

Die Taufe ist die feierliche Aufnahme des Täuflings in die christliche Gemeinde. Sie ist ein Sakrament, das alle Christen miteinander verbindet und im Leben eines Menschen einmalig und unwiderruflich ist.

Das Ritual geht auf die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer zurück. Die Taufe erfolgt an der Fünte (Taufbecken). Sie ist ein wesentliches Ausstattungsstück einer Kirche. Hierfür wird je nach Ausstattung der Kirche ein Taufstein (aus Stein) oder ein Taufkessel (aus Bronze) oder ein Taufstock (aus Holz) verwendet.

Die Bezeichnung Fünte (fons = lat. Quelle) ist der norddeutsche Begriff für ein Taufbecken.

Die Geschichte der Doberaner Fünten bzw. Taufbecken ist noch nicht umfassend erforscht, die Sichtung von Akten und Inventaren lässt jedoch einige Aussagen zu.

Die Klosterinsassen mussten nicht getauft werden, denn die Novizen kamen getauft ins Kloster.

Ab wann genau Taufen im Münster stattfanden, ist nicht belegt. Die erste überlieferte Tauffünte kam um 1586 ins Münster. Sie wird von Herzog Ulrich von Güstrow gestiftet worden sein. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt. Vermutlich ist sie in den Zerstörungen und Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg verloren gegangen.

Pastor Eddelin notierte um 1653: „Es ist kein Taufstein, sondern sie setzten auf einen stuehl ein Messings Becken, welches zur Kirche gehörte.“