Historische Substanz bewahrt – Südfassade vor dem Abschluss


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Die Sanierung der Südfassade des Doberaner Münsters steht kurz vor dem Abschluss – dabei wurden historische Fugen behutsam instandgesetzt und Maßnahmen zum Schutz vor Feuchtigkeit und Taubenkot getroffen.


Im Rahmen der Sanierung der Südfassade wurden die Verfugung über die gesamte Fassadenfläche durch Restaurator Peter Wagner und seine Frau Kerstin (Foto 1) behutsam instandgesetzt.

Ausschließlich lockere und schadhafte Fugenabschnitte wurden ersetzt – mitunter nur über wenige Zentimeter, bis wieder intakte Verfugung anschloss.

Dieses Vorgehen folgt dem denkmalpflegerischen Grundsatz, dass der Substanzerhalt Vorrang vor der Erneuerung hat. Auch der historische Fugenmörtel gehört zur überlieferten Bausubstanz, die am Münster zu einem sehr hohen Anteil erhalten geblieben ist und daher zu schützen ist.

Ziel war daher nicht ein einheitlich neues Erscheinungsbild, sondern die Behebung der Schäden unter größtmöglicher Bewahrung des historischen Bestands. Durch diesen seit vielen Jahren praktizierten Restaurierungsansatz blieben beispielsweise am Obergaden des Chorraumes Reste einer Kalkschlemme mit Quadermalerei erhalten, die von einer akzentuierten Gestaltung besonderer Bereiche des Außenbaues zeugen (Foto 2). Selbst zementhaltige Verfugung aus dem späten 19. Jahrhundert oder betonhaltiges Material aus DDR-Zeiten wird nur dann ersetzt, wenn sie offenkundig Schäden an benachbarter Substanz verursacht.

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In den letzten Wochen erfolgten an der Südfassade weitere abschließende Maßnahmen. Die vorragenden Fensterbänke erhielten eine neue Taubenabwehr(Foto 3), ausgeführt von Peter Westendorf (Bad Doberan).

Zudem wurden die Ablaufrinnen und die nach außen führenden Röhrchen in den Fensterbänken gereinigt und auf ihre Funktionstüch­tigkeit geprüft. Sie dienen der Ableitung von Kondenswasser (Schwitzwasser). Dieses entsteht, wenn feuchte Innenluft an den kalten Fensterscheiben abkühlt und sich die Feuchtigkeit als Wassertropfen niederschlägt. Das Wasser läuft an den Scheiben hinunter, wird in den Rinnen aufgefangen und durch die Röhrchen nach außen geleitet. So soll verhindert werden, dass es in das Mauerwerk eindringt oder an den Innenwänden herabläuft und dort Feuchteschäden verursacht. Die Abläufe müssen deshalb frei von Schmutz und Verstopfungen bleiben.

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Noch wichtiger ist ihre Funktion, wenn bei besonderen Wetterlagen Schlagregenwasser durch die feinen Ritzen der Bleiverglasung dringt und bei Fensterhöhen von bis zu 20 Metern mitunter deutliche Wassermengen abgeleitet werden müssen.

Deshalb wurde das Volumen der Auffangvorrichtungen an allen bislang erreichbaren Fensterbänken – nun auch im Südquerhaus – vergrößert.

Kürzlich fand die Bauabnahme statt. Das Ergebnis überzeugte sehr.

 

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Jetzt sind nur noch Arbeiten im unteren linken Bereich in der Bogennische neben dem Hauptportal auszuführen, für die ein Rollgerüst ausreicht. Denkmalpflegerische Abstimmungen dazu erfolgen in der Münsterbaukonferenz im November.

Das komplette Gerüst wurde bereits von der Firma Werdermann (Neustrelitz) zurückgebaut. Das Foto 4 entstand am 7.10.2026 während des Abbaus, als noch acht Gerüstebenen standen.


 Martin Heider

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