669 Fotos vom Doberaner Münster auf Fotos-USB-Stick
Preis:
8,90 €
Martin Heider: 669 Fotos vom Doberaner Münster (ab November 2024) inkl. PDF-Datei „Rundgang und Führung 2024“.
USB-Stick, Bad Doberan 2024, ISBN 978-3-911615-04-4.
Zahlreiche neue Aufnahmen entstanden aus ungewohnten Perspektiven, beispielsweise von Baugerüsten aus. Alle Aufnahmen sind in einer höheren Auflösung veröffentlicht als bei den vorhergehenden CD-Rom-Auflagen.
Die Fotos zeigen das Doberaner Münsters mit seiner Innenausstattung von internationalem Rang. Es sind beispielsweise alle Szenen von Hoch- und Kreuzaltar einzeln dargestellt, ebenso alle mittelalterlichen Grabplatten sowie die mittelalterlichen und neuzeitlichen Grabmäler.
Die Fotografien, gespeichert als jpg-Dateien, können am Computer oder Laptop in einer Art Diashow abgespielt oder einzeln aufgerufen werden. Bis auf eine Aufnahme wurden alle von Münsterkustos Martin Heider (Bad Doberan) aufgenommen.
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221.971 Euro Spenden und Patenschaften fürs Deckengewölbe
Die Patenschaftsaktion im Doberaner Münster erbrachte seit ihrem Start im Sommer 2022 bis zum 28. September 2026 diese bemerkenswerte vorgenannte hohe Summe.

Patenschaftsaktion, Spenden und Zahlungswege
Für den Abschnitt vier der Gewölbesanierung, das südliche Querhaus, wurden dankenswerterweise bereits 40.471 Euro gespendet und noch 12.279 Euro benötigt.
Einheimische und Gäste können weiterhin Patin oder Pate für Gewölbefelder werden, zum Beispiel 20×20 cm für 10 Euro oder 1 m² für 250 Euro, und erhalten dafür eine namentliche Patenschaftsurkunde. Auf einem Plan im Münster werden die vergebenen Felder markiert, so dass sichtbar wird, wo das „eigene“ Stück Gewölbe liegt.
Spenden werden erbeten auf das Konto des Kirchenkreises Mecklenburg:
I!N. DE17 5206 0410 8505 0502 00, Kennwort. „Gewölbe Doberaner Münster“
Patenschaften können auch direkt an der Münsterkasse bar oder per Karte und per Spende-App übernommen werden – jeder Euro zählt.
Dank für Patenschaften, Spenden und Fördergelder
So gelungen restauriert sehen die Gewölbe-und Wandflächen nach der Restaurierung im Südquerhaus aus. Ganz herzlicher Dank gilt allen bisherigen und zukünftigen Spenderinnen und Spendern sowie Patinnen und Paten aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Sie unterstützen damit entscheidend die Aufbringung der Eigenmittel, die notwendig sind, um Fördergelder zu erhalten.
Die Gesamtsanierungskosten für die große Sanierungsphase von 2022-2027 betragen 2,6 Millionen Euro. Dankenswerterweise unterstützen die folgenden beiden großen Fördergeldgeber den aktuellen Bauabschnitt: -der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages -Kirchenkreis Mecklenburg innerhalb der Nordkirche aus Patronatsmitteln
Martin Heider
Münsterkonzerte im Oktober 2026
Münsterklänge - hörbarer Glaube aus Tradition
Seit über 800 Jahren gibt es eine ununterbrochene kirchenmusikalische Praxis in Bad Doberan und bereits seit der Klosterzeit die Pflege der Orgelmusik. Dort, wo früher Zisterziensermönche ihre klösterlichen Gesänge anstimmten, erklingen heute in einzigartiger Akustik viele verschiedene Instrumente und Musikstile. Herzliche Einladung zu folgenden fünf Geistlichen Abendmusiken im Oktober 2026.
Samstag 10.10.26 um 18.00 Uhr
GOSPEL MASS - Gospelmesse von Robert Ray zur Doberaner Kulturnacht
Ökumenisches Chorprojekt Bad Doberan (Leitung: Matthias Bönner)
Robert Ray (1946-2022), amerikanischer Komponist, Chorleiter und Pianist, hat wesentlich dazu beigetragen, afroamerikanischen Gospel auf der Konzertbühne zu etablieren.
Seit Jahrhunderten haben die großen Komponisten der Welt das Ordinarium der Messe in einer Vielzahl von Musikstilen vertont. Robert Ray hat die jahrhundertealten Gottesdienst-Texte mit den fröhlichen Stilen zeitgenössischer afroamerikanischer Musik umgeben. Alle sechs Sätze eignen sich gut als einzelne Hymnen, aber in ihrer Gesamtheit bilden sie ein wahrhaft kraftvolles Aufführungserlebnis.
Der große ökumenische Gospelchor unserer Region singt außerdem einzelne Gospelsongs von André Engelbrecht, die mit der Messe zusammen einen schwungvollen Auftakt in die Doberaner Kulturnacht bilden.
Eintritt frei -Spende erbeten

Sonntag 18.10.26 um 17 Uhr
Zusatzkonzert außerhalb der regulären Konzertreihe:
Benefizkonzert zugunsten der Restaurierung des Hauptportals
KONZERT FÜR ORGEL, TROMPETE, HORN
An der Orgel: Werner Lamm (Hamburg) Trompete, Flügelhorn und hohes Horn: Boris Havkin (Hamburg)
Werke von Bach, Händel, Couperin, Fauré und Erik Satie.
Dauer des Konzerts inkl. einer kleinen gastronomischen Versorgung durch den Münsterbauverein: 17:00-18:45 Uhr.
Veranstalter: Münsterbauverein Bad Doberan e.V.
Eintritt frei -Spende für die Restaurierung des Hauptportals erbeten
Günstig zum Benefiz-Konzert mit Joost’s Ostsee-Bus-Express

Buchung der Busfahrt nur über Joost’s-Reisebüro: Tel. 038203-86111 oder www.joost.de/muenster
03. + 17.10.26 – Historische Führung durch den Hütter Wohld


Auf den Spuren der Besiedlung, ab der Jungsteinzeit
Erste nachweisbare Spuren menschlicher Besiedlung finden sich aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit in Form der damals typischen Begräbnisstätten. Diese werden begangen und über Ausgrabungsfunde informiert. Später erreichten Germanen und ab dem 6. Jahrhundert u.Z. aus dem Osten stammende slawische Stämme das Gebiet, ehe diese Mitte des 12. Jahrhunderts unter Führung von Heinrich dem Löwen von Sachsen größtenteils vernichtet wurden.
Mit den deutschen Eroberern und Siedlern kamen auch Zisterziensermönche ins Gebiet und gründeten im kleinen Ort Althof, nahe dem nordwestlichen Waldrand, 1171 ein Kloster. Dieses wurde allerdings nach wenigen Jahren durch aufständische Slawen niedergebrannt. Die Zisterzienser entschlossen sich daher, 1186 ein neues Kloster aufzubauen, im heutigen Bad Doberan. Diese große Klosteranlage wurde bis zum 1. Weltkrieg als Hauptgrablege der mecklenburgischen Fürsten genutzt und ist bis heute ein Besuchermagnet für Einheimische und Touristen.
Einer der vielen Klosterhöfe befand sich in Hütten und wurde 1268 das erste Mal urkundlich erwähnt. In dieser Zeit wurde von den Mönchen vermutlich auch die Kaskade von ehemals > 20 Stauteichen errichtet, die bis heute extensiv bewirtschaftet wird.
Mitzubringen sind geeignetes Schuhwerk, gute Laune und ggf. Trinken !
Empfehlenswert ist im Anschluss ein schmackhafter Imbiss beim ansässigen Fischer !
Leitung: Dipl.-Biol. Ina Sakowski (www.ina-sakowski.de)
Wann: Sa, d. 03. und 17.10.206
Zeit: 11 bis 14 Uhr
Ort: Hütten, großer Parkplatz, Anfahrt über Parkentin
Anmeldung erforderlich:
038295/724 669 (AB) oder
kontakt@ina-sakowski.de
© Nico Wullf
12.115 Euro fürs Hauptportal gespendet – 81 % vom Spendenziel

Auf der Internetseite vrbankmecklenburg.de/doberanermuenster läuft seit dem 13. Juli 2026 noch bis Ende Ojtober 2026 die Spendenphase der gemeinsamen Crowdfunding-Aktion der VR-Bank Mecklenburg und des Münsterbauvereins Bad Doberan.
Inzwischen wurden bereits 12.115 Euro gespendet, das sind 81 Prozent des Spendenziels.
Zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals am 13. September war das Münster ohne Eintritts-und Führungsbeitrag geöffnet. Stattdessen baten engagierte Mitglieder des Münsterbauvereins um Spenden für die Restaurierung des Hauptportals. Dabei kamen rund 1.100 Euro zusammen, wodurch die Gesamtspendensumme nochmals deutlich anstieg.
Sehr gefreut haben wir uns auch über weitere Einzelspenden und eine Buchspende aus dem Mutterkloster Amelungsborn. Berthold Ostermann von der Familiaritas hat dem Projekt fünf Exemplare des gemeinsam mit Hartmut Skibbe in diesem Jahr herausgegebenen Buches Evangelisches Kloster Amelungsborn – Kloster auf Zeit zukommen lassen. Diese fanden bereits bei den Klostertagen Interessenten, wodurch weitere 100 Euro dem Portal zugutekamen.
Wir hoffen nun auf weitere Spenden, insbesondere im Zusammenhang mit dem Benefizkonzert am 18. Oktober 2026 im Doberaner Münster.
Spenden für das Hauptportal des Münsters
Spenden erbitten wir über den Crowdfunding-Link vrbankmecklenburg.de/doberanermuenster
oder alternativ auf das Konto des Münsterbauvereins Bad Doberan e.V. IBAN: DE69 1406 1308 0002 3032 56 BIC: GENODEF1GUE Verwendungszweck: Münsterportal
Spenden sind steuerlich absetzbar. Gerne stellen wir Spendenquittungen aus!
Herzlichen Dank für jegliche Unterstützung!
Rotary Club Heiligendamm setzt Zeichen für Denkmalschutz

Der Rotary Club Heiligendamm setzt ein sichtbares Zeichen für den Denkmalschutz in der Region
Club-Präsident Dr. Haie-Jann Krause übergab in Gegenwart von Pastor Seyffert eine Spende in Höhe von 500 Euro an Münsterustos Martin Heider vom Doberaner Münster.
Die finanzielle Unterstützung fließt direkt in die anspruchsvolle und dringend notwendige Sanierung des mittelalterlichen Deckengewölbes der geschichtsträchtigen Klosterkirche.
„Das Münster ist ein kulturelles Herzstück unserer Region und zieht Menschen aus aller Welt an. Als regional verwurzelter Club ist es uns ein großes Anliegen, einen Beitrag zur Sicherung und Bewahrung dieses architektonischen Erbes für kommende Generationen zu leisten“, betonte Präsident Krause bei der symbolischen Scheckübergabe vor Ort.
Kustos Heider, verantwortlich für die Münstersanierung und Fördermittelbeschaffung, dankte dem Rotaryclub herzlich im Namen der Kirchengemeinde. „Jede Zuwendung hilft uns dabei, die hohen Eigenmittel aufzubringen, die für die fortlaufenden Restaurierungsarbeiten zwingend erforderlich sind.“
Auch Pastor Seyffert zeigte sich erfreut: "Mit dem Rotaryclub Heiligendamm haben wir einen verlässlichen Partner in der Region, der uns auch bei anderen sozialen Projekten stets eine Stütze ist."

Gewölbe-Patenschaften: Jeder Quadratzentimeter zählt! Die Spende des Rotaryclubs ist zugleich ein Aufruf an die Öffentlichkeit, sich an der laufenden Patenschaftsaktion für die Gewölbesanierung zu beteiligen. Das besondere Konzept der Aktion ermöglicht es sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und Vereinen, ganz gezielt Pate für einen Teilabschnitt des historischen Gewölbes zu werden. Bereits ab einem Betrag von 10 Euro kann eine Patenschaft für eine Fläche von 20 x 20 Zentimetern übernommen werden.
Alle vergebenen Abschnitte werden auf einem großen Transparent im Eingangsbereich des Münsters farblich markiert, sodass Unterstützer genau sehen können, wo ihr „eigenes“ Stück Gewölbe liegt.
Zudem erhalten alle Paten eine namentliche Urkunde und werden auf Wunsch in die offizielle Spendenliste eingetragen. Größere Patenschaften sind für einen halben Quadratmeter (125 Euro) oder einen ganzen Quadratmeter (250 Euro) möglich.
Mit seiner Spende sichert sich der Rotaryclub Heiligendamm symbolisch eine bedeutende Teilfläche und hofft, viele Nachahmer aus der Region zu inspirieren, um den Erhalt des Doberaner Münsters gemeinsam voranzutreiben.
Text und Fotos: Rotaryclub Heiligendamm
Putzflächen am Südquerhausgiebel samt Rosette fertiggestellt
Im Rahmen der Sanierung der Südfassade wurden die Putzflächen im Bereich des Giebels des südlichen Querhauses erneuert; Restaurator Peter Wagner (rechts in Foto 1) und seine Frau Kerstin (s. Foto 4) führten die Arbeiten aus.


Zunächst war vorgesehen, die Putzflächen partiell durch Hinterfüllen und Verkleben zu erhalten. Aufgrund der zahlreichen Einfüllbohrungen, der fehlenden Vorbereitung des Putzuntergrundes sowie der geringen beziehungsweise fehlenden Haftung in den derzeit noch nicht hohl liegenden Bereichen konnte jedoch keine dauerhafte Haltbarkeit der hinterfüllten Putzflächen garantiert werden.
Peter Wagner wies auf erhebliche Risiken durch thermische Spannungen zwischen den unterschiedlichen Materialschichten an der exponierten Südfassade hin. Diese könnten erneut zu Ablösungen, Wassereindrang, Frostschäden und Abplatzungen führen.
Bei der Abnahme der ersten vollständig hohl liegenden Putzfläche stellte sich heraus, dass es sich um einen handwerklich sehr mangelhaft aufgebrachten Putz aus DDR-Zeiten handelte. Dieser wurde nahezu ausschließlich durch die Verbindung mit den Maßwerksteinen an den Rändern gehalten.
Der Abstimmungsprozess zwischen dem Planer, Dipl.-Ing. Frank Thoms (links im Foto), den Restauratoren, der Münsterverwaltung als Vertreterin der Kirchengemeinde sowie den kirchlichen und staatlichen Bau- und Denkmalbehörden führte daher zu der Entscheidung, die Putzflächen zu erneuern.
Bei dieser Entscheidung war insbesondere der Sicherheitsaspekt ausschlaggebend. Herabfallende Putzteile aus großer Höhe hätten Menschen verletzen können. Vor allem Putzschollen aus den großen Flächen der Rosette über dem Eingang stellten ein erhebliches Risiko dar.
In anderen Bereichen des Kirchenbaus konnten bei früheren Maßnahmen dagegen auch ältere Friese erhalten bleiben. Sollten von solchen Friesen, etwa oberhalb der Hochschiffe, Putzteile herabfallen, würden diese lediglich auf das Seitenschiffdach fallen und somit keinen Personenschaden verursachen.
Im Südgiebel, unmittelbar über dem Eingangsbereich, stellt sich die Situation jedoch anders dar.
Angesichts des nur wenige Jahrzehnte alten Putzes fiel die Entscheidung für dessen Erneuerung vergleichsweise leicht.
Kürzlich fand die Bauabnahme statt. Das Ergebnis überzeugt sehr. Nun erfolgen an der Fassade noch weitere abschließende Maßnahmen/ Welche Arbeiten genau ausgeführt wurden, berichten wir in einer der nächsten Ausgaben, wenn die entsprechende Dokumentation der Restauratoren vorliegt.


Neues Buch über Bad Doberan im Jahr 1945 erschienen

Vor wenigen Tagen erschien das Buch „Bad Doberan 1945 – Zusammenbruch und Neuanfang“ (Autor: Martin Heider). Der 330 Seiten starke Band bietet zahlreiche, bislang unveröffentlichte Dokumente, thematische Exkurse, Zeichnungen und Fotos.
Auf der Grundlage umfangreicher schriftlicher Quellen und Zeitzeugenberichte entstand eine Zeittafel, die die Monate von Januar bis Juni 1945 im Doberaner Kontext nachzeichnet. Im Zentrum stehen vom Autor transkribierte Originalquellen aus dem Stadtarchiv Bad Doberan, dem Archiv des Landkreises Rostock, dem Landeshauptarchiv und dem Landeskirchlichen Archiv Schwerin, dazu Einträge in der Pfarrchronik, zeitgenössische Zeitungsberichte, Inhalte aus den Gesprächsrunden „80 Jahre Kriegsende“ (2025) sowie private Briefe und Berichte; Tag für Tag – für die ersten Maitage oft Stunde für Stunde – werden Flucht, Luftkrieg, Volkssturm, Gewalt, Wohnungsnot, Entnazifizierung und organisatorische Neuordnung dokumentiert und durch Exkurse zu Personen, Orten und Institutionen vertieft. Diese thematischen Einschübe liefern u.a. Informationen zu Todesfällen, besonderen Funktionsträgern, der im Krieg besonders geschützten Innenausstattung des Münsters sowie zu Einrichtungen und Straßennamen.
Nach den letzten Kriegswochen treten im Mai die Ambivalenzen der „Befreiung“ deutlich hervor: Für Verfolgte, Zwangsarbeiter und Gegner des Regimes markiert sie das Ende der NS-Herrschaft, für viele Einheimische und Flüchtlinge zugleich eine Phase massiver Gewalt, Plünderungen, Vergewaltigungen und Not. Die für Bad Doberan und Heiligendamm dokumentierten Suizide machen sichtbar, wie sich Fluchttraumata, Propagandabilder drohender „Schmach“ und Besatzungserfahrungen so verdichten, dass der Tod als letzter! Ausweg erscheint.
Parallel dazu beginnt in den ersten Maitagen ein pragmatischer, von Improvisation geprägter Neuanfang. Die Quellen zeigen, wie tastend und brüchig dieser bleibt: unter sowjetischer Kommandantur, umfassenden Beschlagnahmungen und anhaltender Versorgungs- und Wohnungsnot. Dass die Stadt von Bombardierungen und Frontkämpfen verschont blieb, ermöglicht zwar eine relativ rasche infrastrukturelle und verwaltungstechnische Neuordnung, doch diese ist von Mangel und Fremdbestimmung geprägt.
Lokale Akteure aus Verwaltung, Handwerk, Technik und Medizin arbeiten mit der sowjetischen Kommandantur zusammen, um Versorgung, Krankenpflege, Wohnraumverwaltung und eine minimale Stadtverwaltung zu sichern. Die Neuanfänge bleiben fragil; Requirierungen, neue Machtverhältnisse, Denunziationen, Entnazifizierung und die prekäre Versorgungslage führen zu Engpässen, Wohnkonflikten und Arbeitsverpflichtungen.
Die neue Publikation liefert ein umfassendes Bild von Kriegsalltag im NS-Staat, Zusammenbruch, Besatzung und tastenden Neuanfängen unter sowjetischer Kommandantur. Der Offizier der Roten Armee, Boris Belikow, blickt später als Angehöriger des sowjetischen „Siegervolkes“ auf 1945 zurück und benennt ausdrücklich auch das Leid der deutschen evölkerung: „Es gab so viel Elend; Man fragte sich: Wofür das alles?“
Die Zeittafel soll helfen, diesen außergewöhnlichen Abschnitt der Doberaner Geschichte genauer zu verstehen und damit eine Grundlage schaffen, aus der Vergangenheit Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu entwickeln.
Das Buch ist an der Münsterkasse zum Preis von 37 Euro erhältlich und wird auf Wunsch zuzüglich Verpackungs- und Versandkosten zugesandt. Versandbestellungen bitte per E-Mail-Adresse an verwaltung@muenster-doberan.deverwaltung@muenster-doberan.de . Da ein Zeitzeuge bereits 28 Exemplare bestellt hat, könnte die erste überschaubare Auflage schnell vergriffen sein. Weitere Exemplare sind im Druck und sollten in den nächsten zehn Tagen eintreffen.
Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus den Ausführungen zum März 1945 in Bad Doberan.
Martin Heider
Auszug: März 1945 – Sowjets in Pommern, Fanatismus, weiter steigende Sterberaten
In Bad Doberan stand der März 1945 im Zeichen massiver Flüchtlingsströme, hoher Sterblichkeit unter Kindern und alten Menschen sowie eines von NS-Propaganda und totalem Krieg geprägten Alltags. Zugleich blieb u.a. die Verwaltung, das lokale religiöse weitgehend, das schulische Leben nur in Resten funktionsfähig. Die Frontkämpfe wurden noch in einiger Entfernung ausgetragen. Die Stadt lag noch abseits der unmittelbaren Kampfzone. Die großen Offensiven der Roten Armee richteten sich vor allem gegen Ostpommern und den Raum Stettin/Altdamm, wo die 3. Panzerarmee zurückgedrängt und der Brückenkopf Altdamm bis spätestens 21.3. aufgegeben wurde.
Der Zeitzeugenbericht des Lothar Blask zeigt, wie Doberaner Reichsarbeitsdienst-Angehörige im März bei Stettin als faktische Kindersoldaten in völlig aussichtslose Abwehrkämpfe gerieten und dort den Zusammenbruch aller heroischen Kriegsmythen erlebten.
Das Stadtbild war von Flüchtlingstrecks u.a. aus Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und dem Warthegau geprägt; viele Ankommende erreichten Bad Doberan in desolatem gesundheitlichem Zustand.
Die „Doberaner Nachrichten“ verbinden großspurige Durchhalteparolen (Abwehrschlachten am Rhein, „Heldenkampf von Posen“, Hetze gegen „Bolschewisten“ und Alliierte) mit lokalen Bekanntmachungen.
Dazu gehören Anordnungen zur Tierkörperverwertung, eine reichsweit angeordnete Rattenbekämpfungsaktion, Bekanntmachungen zu Stromsperren, zur Erfassung weiblicher Dienstpflichtiger des Jahrgangs 1927 (viele aus „geräumten Gebieten“) sowie Hinweise zu Lebensmittelkarten und Bekleidungsbewirtschaftung. Anzeigen für die „Kamp-Lichtspiele“ mit Ufa-Filmen zeigen, dass ein rudimentäres Kulturangebot auch als propagandistisches Normalitätssignal aufrechterhalten wurde.
Trotz Raummangels konnte an der Mädchenvolksschule, im ansonsten sehr eingeschränkten Schulbetrieb, zeitweise wieder Unterricht stattfinden.
Am 26. März fanden in Bad Doberan und Umgebung HJ-Aufnahmeappelle statt: Zehnjährige wurden als „Pimpfe“ bzw. „Jungmädel“ vereidigt und auf Treue zum „Führer“ verpflichtet, was die tiefe ideologische Durchdringung des Alltags gerade im Jugendbereich belegt.

Abb. 1: Junge aus Jungvolk (DJ) der Hitlerjugend, sog. Pimpf (1940). Deutsche Fotothek df_hauptkatalog_0746660.
Kirchlich blieb das Leben in reduzierter Form bestehen: Die Pfarrchronik meldet am 18. März eine Konfirmation „in alter Ordnung“ mit vielen Flüchtlingskindern und kirchliche Veranstaltungstermine wurden weiterhin in der Zeitung angekündigt.
Ein Soldat schildert auf einer Feldpostkarte Bad Doberan, Kühlungsborn und Heiligendamm als Stationen einer „Bäderfahrt“. Möglicherweise handelt es sich um einen Verletzten in einem der Reserve-Lazarette oder im kurzen Fronturlaub.
Angesichts der vorrückenden Roten Armee ordnete der Oberkirchenrat am 20. März heimliche Sicherungsmaßnahmen für die „vasa sacra“ der Kapelle in Althof an. Die liturgischen Geräte wurden in speziell angefertigten Kästen nahe der Kapelle vergraben und nur einem engen Personenkreis lokalisierbar gemacht. Was berichten die Archivalien und Zeitzeugendokumente über den März 1945 im Einzelnen [hier ein Auszug der Einträge vom 01.-09.03.1945]:
1 Lothar Blask (*11.11.1929): „Episoden aus meinem Leben“
– Ende 1944 bis Anfang 1946. Veröffentlicht im September 2013. Akte Stadtarchiv Bad Doberan ZS 1301. Fortsetzung des Berichts siehe hier im Buch unter Ende März 1945, Anfang April, 29.04.1945, 30.04.1945, 02.05.1945.
03.1945: Der oben [im Buch] aufgeführte Auszug 1 (s. Januar 1945) des Berichts des Lothar Blask (*11.11.1929) schildert im Rückblick seine Erfahrungen als Jugendlicher, als er im Herbst 1944 als Flüchtlingsschüler zunächst Unterricht in Waren (Müritz) erhält und dann als Vierzehnjähriger zum Reichsarbeitsdienst nach Bad Doberan eingezogen wurde.
Im März kommt der nun 15jährige an der Front bei Stettin (Ostfront) als Kindersoldat zum Einsatz und gerät später in britische Kriegsgefangenschaft. Die Aufzeichnungen zeugen von Not und Schrek-ken auf diesem Marsch und der Erkenntnis, dass der Krieg jeglichen Heldenmythos zerstört hatte:
„Im März 1945 erhielten wir den Marschbefehl, südöstlich von Stettin, in einer neu errichteten Hauptkampflinie mit unserer Batterie in Stellung zugehen. Das bedeutete, wir waren für den Erdkampf zur Panzerbekämpfung eingesetzt.
Der Marsch alleine dahin war für mich, und sicherlich für alle meine Kameraden, ein sehr tiefes deprimierendes Erlebnis. Ständig kamen uns auf dem Weg zur Front Flüchtlingstreck verwundete Soldaten und auch Kolonnen sowjetischer Kriegsgefangener entgegen.
Die Ränder der Straßen waren mit verschossenen Militärfahrzeugen und zerbrochenen Leiterwagen von Flüchtlingen gesäumt. In dieser Stimmung erreichten wir die Hauptkampflinie. Am Rande eines Dorfes gingen wir in Stellung. Wir hatten einfach Angst.
Die Helden waren schon lange gestorben.“1
März/ April 1945 – Im März und April 1945 konnten an der Mädchenvolksschule Bad Doberan (ab 14.11.1947 Mädchenoberschule, ab 1953 Lessingschule) nach Schließungen und Raummangel zeitweise wieder Unterrichtsstunden gehalten werden. Die Schulchronik vermittelt somit seltene Einblicke in das eingeschränkte, aber nicht vollständig unterbrochene Schulleben dieser schwierigen Zeit:
„Im März und April 1945 wurden die Räume zeitweise wieder frei, und es konnte Unterricht erteilt werden.“2
2 Akte Stadtarchiv Bad Doberan ZS393. Chronik der Mädchenvolksschule Bad Doberan (Lessingoberschule) 1945-51. Weitere Einträge aus der Schulchronik siehe Januar 1945, ab Ende April, ab Juli, ab 1.10.1945.
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Doberaner Stadtschule (Mädchenschule), 1947, Klasse 6a mit Schülerin Erika Stubbig (oben, 3. von rechts), Jahrgang 1933, eingeschult 1940. Sammlung des Sohns Peter Zimmermann (Kröpelin)
Anfang 03.1945: Die Sowjetarmee war nach Pommern vorgestoßen. Sie ließ Flugblätter verteilen, die an die Mecklenburger gerichtet waren. Darin baten 75 deutsche kriegsgefangene Offiziere und Soldaten, unauffällig ihren Angehörigen mitzuteilen, dass sie entgegen der deutschen Propaganda nicht in der Sowjetunion getötet wurden, sondern am Leben seien. Unter den Adressen war die eines Oberzahlmeisters aus Bad Doberan.3
Exkurs: Todesfälle im März
Auch für den März 1945 sind eine hohe Zahl an Todesfälle in Bad Doberan verzeichnet. Die für diese Publikation ausgewählten Einträge aus den Sterbebüchern betreffen vor allem Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten sowie Soldaten.
Viele Todesfälle betrafen auch in diesem Monat Säuglinge und Kleinkinder, deren Familien sich auf der Flucht befanden, und die nach extremen Strapazen in der Kinderklinik an Krankheiten wie Grippe, Lungenentzündung, Durchfall, Ruhr, Sepsis oder Ernährungsstörungen sowie Lebensschwäche starben. Zahlreiche Kinder waren erst kurz zuvor auf der Flucht oder sogar „im Treck“ bzw. an Bord von Flüchtlingsschiffen geboren worden.
Häufig starben ältere Menschen und Fluchtgeschwächte an Herzschwäche, Altersschwäche oder infolge der Strapazen der Flucht, oft in Flüchtlingsunterkünften, etwa im Großherzoglichen Palais, und am Bahnhof.

Blick vom Wohnhaus Althöfer Straße (Clara-Zetkin-Straße) 16 im Jahr 1941 nach Südwesten zum Doberaner Bahnhof. Ältere Flüchtlinge und durch die Strapazen der Flucht Geschwächte kamen im Frühjahr 1945 am Bahnhof zu Tode, überwiegend infolge von Herz-und Altersschwäche, teils noch in den Zügen. Im Vordergrund sind die Anlagen der Kleinbahn Bad Doberan–Kühlungsborn zu erkennen, dahinter die Gleisanlagen der Deutschen Reichsbahn im Regelspurbetrieb auf der Strecke Rostock–Bad Doberan–Wismar. Im Hintergrund ein heute nicht mehr erhaltener Wasserturm. Weitere Aufnahmen der Bahnanlagen finden sich hier im Buch unter dem Datum 08.06.1945. Diese bislang unveröffentlichten Fotos erlauben einen Einblick in den früheren betrieblichen Umfang des Bahnhofs.
Bildnachweis: „Doberan-Album“ / H.-J. Seeger (Berlin). Sammlung Robert Dröse (Kühlungsborn).
3 Hermann Langer: „Alltag unterm Hakenkreuz (Teil 16) – Kampf bis fünf nach zwölf!“ Ostsee-Zeitung 16.04.1993.
Viele Todesfälle von Personen sind dokumentiert, die erst kurz zuvor nach Bad Doberan geflohen waren. Die amtlichen Sterbebücher listen Todesopfer mit Herkunft aus Ostpreußen, Pommern, Westpreußen, dem Warthegau sowie dem Inneren Reich.
Beispielhafte Einzelfälle für März 1945: -Udo Willy Franke aus Rostock, Kleinkind, 01.03., Durchfall und Grippe -Gerhard Immisch aus Thüringen, Soldat, 02.03., Hirnschuss, gestorben im Teillazarett Kurhaus -Emma Zimmerriemer, Witwe aus Ostpreußen, 14.03., Herzschlag am Bahnhof im Flüchtlingszug -Heidemarie Dillei, Neugeborenes, 14.03., Lebensschwäche, geboren an Bord eines Schiffes auf der Flucht von Ostpreußen, gestorben in Bad Doberan -Kurt Müller, Rittergutbesitzer aus Stettin, 17.03., Herzschwäche.
01.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C. Nr. 91. Bad Doberan, den 5. März 1945. Das Kind Udo Willy Franke, wohnhaft in Rostock-Dierkow, Hermann-Löns-Weg 5, ist am
1. März 1945 um 23 Uhr 30 Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)4 Todesursache: Durchfall und Grippe“5
02.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 93. Bad Doberan, den 6. März 1945. Das Kind Gerd Uwe Raupach, wohnhaft in Posen, Dr. Wilhelmstraße 35, ist am 2. März 1945 um 13 Uhr Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)6 Todesursache: Pneumonie.“7 Flüchtling aus Posen (Wartheland).
4 „Der Verstorbene war geboren am 4. Januar 1945 in Seestadt Rostock (Standesamt Seestadt Rostock Nr. 28/1945). Vater: Zimmermann Ernst Willy Franke, wohnhaft in Rostock-Dierkow. Mutter: Olga Helene Franke geborene Steinmüller, wohnhaft in Rostock-Dierkow. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan, Der Standesbeamte, In Vertretung, Starck.“ 5 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. 6 „Der Verstorbene war geboren am 31. Dezember 1943 in Elbing (Standesamt Elbing Nr. 9/1944). Vater: Hauptgefreiter Gerhard Erich Willi Raupach, wohnhaft in Posen. Mutter: Annemarie Edith Raupach geborene Konietzko, wohnhaft in Posen. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte, In Vertretung: Starck.“ 7 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. 8 „Der Verstorbene war geboren am 30. November 1926 in Driebisch in Thüringen (Standesamt Nr. -). Vater: -. Mutter: -. Der Verstorbene war nicht verheiratet. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung des Reserve-Lazaretts in Bad Doberan. Der Standesbeamte, In Vertretung: Starck.“
03.03.-02.05.1945 – Folgender dritter Abschnitt aus dem Fluchtbericht von Margit Wolf schildert, wie die Flucht ihrer Familie von Elbing (Ostpreußen) im März 1945 zur Ankunft in Bad Doberan führte. Die erste Zeit war geprägt von Unterkunft bei freundlichen Gastgebern, Nachrichten aus der Familie und den Ereignissen der letzten Kriegsphase:
„(…) [Wir] landeten am 3.3.45 in Doberan. Gleich der Bahnhof war uns sympathisch. Wir fanden hier bei netten, alten Herrschaften ein
9 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. Laut Kriegssterbefallanzeigen des Reserve-Lazaretts Bad Doberan Beisetzung am 06.03.1945. Stadtarchiv Bad Doberan Sammelakte 99 – Reserve-Lazarett, Kriegssterbefallanzeigen / Beisetzungen Friedhof „Ehrenhain“. 10 „Der Verstorbene war geboren am 23. Mai 1944 in Flatow, (Grenzmark) (Standesamt Flatow Nr. 140/1944). Vater: Versicherungsangestellter Richard Friedrich Gustav Höfke, wohnhaft in Stettin. Mutter: Luise Albertine Höfke geborene Kohls, wohnhaft in Stettin. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte, in Vertretung: Starck.“ 11 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. 12 „Die Verstorbene war geboren am 18. Februar 1945 in Seestadt Rostock (Standesamt Seestadt Rostock Nr. 306/1945). Vater: -. Mutter: Witwe Martha Balden geborene Lenz, wohnhaft in Bischofsburg. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte. In Vertretung: Starck.“ 13 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21.
02.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 99. Bad Doberan, den 6. März 1945. Der Füsilier, Tischlergeselle, Gerhard Immisch, wohnhaft in Driebisch/Thür. Zeichenrotherstraße 28 ist am 2. März 1945 um 22 Uhr 10 Minuten in Bad Doberan, Teillazarett Kurhaus, verstorben. (…)8 Todesursache: Hirnschuß.“9
03.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 95. Bad Doberan, den 6. März 1945. Das Kind Christian Helmut Ewald Höfke, wohnhaft in Stettin, Am Hufeisen 32, ist am 3. März 1945 um 0 Uhr 15 Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)10 Todesursache: Lungenentzündung.“11 Flüchtling aus Pommern.
03.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 96. Bad Doberan, den 6. März 1945. Das Kind Annelore Lenz, wohnhaft in Bischofsburg, Brunnenstraße 17, ist am 3. März 1945 um 16 Uhr in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)12 Todesursache: Dyspepsie.“13 Flüchtling aus Ostpreußen.
03.03.-02.05.1945 – Folgender dritter Abschnitt aus dem Fluchtbericht von Margit Wolf schildert,
wie die Flucht ihrer Familie von Elbing (Ostpreußen) im März 1945 zur Ankunft in Bad Doberan
führte. Die erste Zeit war geprägt von Unterkunft bei freundlichen Gastgebern, Nachrichten aus der Familie und den Ereignissen der letzten Kriegsphase:
„(…) [Wir] landeten am 3.3.45 in Doberan.
Gleich der Bahnhof war uns sympathisch. Wir fanden hier bei netten, alten Herrschaften ein kleines, bescheidenes Zimmerlein und Dank an Gott für die Gnade und Liebe, die wir täglich erleben durften und dürfen.“
9 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21. Laut Kriegssterbefallanzeigen des Reserve-Lazaretts Bad Doberan
Beisetzung am 06.03.1945. Stadtarchiv Bad Doberan Sammelakte 99 – Reserve-Lazarett, Kriegssterbefallanzeigen / Beisetzungen
Friedhof „Ehrenhain“.
10 „Der Verstorbene war geboren am 23. Mai 1944 in Flatow, (Grenzmark) (Standesamt Flatow Nr. 140/1944). Vater: Versicherungsangestellter Richard Friedrich Gustav Höfke, wohnhaft in Stettin. Mutter: Luise Albertine Höfke geborene Kohls, wohnhaft in Stettin.
Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte,
in Vertretung: Starck.“
11 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21.
12 „Die Verstorbene war geboren am 18. Februar 1945 in Seestadt
Rostock (Standesamt Seestadt Rostock Nr. 306/1945).
Vater: - . Mutter: Witwe Martha Balden geborene Lenz, wohnhaft in Bischofsburg.
Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Der Standesbeamte.
In Vertretung: Starck.“
13 Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21.
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Bad Doberan, Bahnhof (um 1930). Bildrechte: Deutsche Fotothek df_hauptkatalog_0045522
Aus weiteren Notizen: „4. März in Doberan, Bismarckstr. 6 bei Frühsorge angekommen.
16.3. Pappa Geburtstag – Nachricht von Tante Erna, Marta Hannchen, Hedwig, Lydia u. Anna. Ostern regnerisches Wetter, Pappa und ONKEL Ernst in Doberan. Am 1. Mai 1945 ist die weiße Flagge auf Doberan gehisst. Am 2. Mai Panzer auf Doberan.“14 (Fortsetzung siehe „08.05.1945-20.05.1946“)
04.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„Nr. 101. C1. Bad Doberan, den 8. März 1945. Das Kind Reinhard Christian Trembitzki, wohnhaft in Allenstein, Soldauerstraße, ist am 4. März 1945 um 15 Uhr -Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)15 Todesursache: Sepsis, Grippe.“16 Flüchtling aus Ostpreußen.
05.03.1945 – Die Doberaner Nachrichten berichten auf der Titelseite über die militärische Lage im Westen, verbreiten propagandistische Durchhalteparolen und beschwören Kampfbereitschaft für die Zukunft.
Themen im Doberaner Kontext sind die Erfassung weiblicher Dienstpflichtiger des Jahrgangs 1927, betreffend diejenigen, die aus den geräumten Ostgebieten stammen, organisatorische Hinweise zur Tierkörperverwertung und Beratungsangebote für Freiwillige für die Wehrmacht und Waffen-SS. Zudem gibt es Hinweise auf örtliche Kinoveranstaltungen und eine propagandistische Parole Adolf Hitlers:
Ostsee-Bote / Doberaner Nachrichten – Schlagzeilen auf der Titelseite (Auswahl): „Den Blick vorwärts – Alle Kräfte im Kampf für die Zukunft“ / „Die große Westschlacht“ / „ ,Humane Kriegsführung‘ – Roosevelt findet den Bombenkrieg ,ideal und anständig‘ „ / „Kampf bis aufs Messer – Ribbentrop zu Churchills Unterhauserklärung“ / „Die Rede des Falschspielers – Roosevelt verlogener Bericht über Jalta“
„Bekanntmachungen. Die Erfassung der, aus den geräumten Gebieten, zurückgeführten weiblichen Dienstpflichtigen des Geburtsjahrganges 1927 erfolgt am Donnerstag, dem 8. März 1945, nachmittags von 14 – 16 Uhr, im Rathaus Zimmer 7. Bad Doberan, den 5. März 1945. Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde.
14 „Meine Flucht“ von Elbing (Ostpreußen) nach Bad Doberan vom 21.01. bis 03.03.1945 – von Margit Wolf, Jahrgang 1937 – Auszug 4: Die erste Zeit in Bad Doberan bis zum 2. Mai (Fortsetzung von „21.01.-26.01.1945“, „27.01.27.02.1945“ u. „27.02.-03.03.1945“). 15 „Der Verstorbene war geboren am 24. Januar 1945 in Königsberg /Pr. (Standesamt Königsberg/Pr. Nr. 122/1945).
Beratung von Freiwilligen und Bewerbern für die aktiven Offizier- bzw. Führerlaufbahnen, die Reserveoffizier- bzw. Reserveführerlaufbahnen und die Unteroffizier- bzw. Unterführerlaufbahnen
des Heeres und der Waffen-SS sowie die Auskunfterteilung an die Eltern erfolgt schriftlich und
mündlich durch den Nachwuchsführer des Heeres und der Waffen-SS, Rostock, Füsilierkaserne. Beratungsstunden Montag 8–18 Uhr.
Neuzugezogene Freiwillige und Führernachwuchs von Heer und Waffen-SS mit vorläufigen oder endgültigen Annahmescheinen melden sich mündlich oder schriftlich beim Nachwuchsführer, ebenso Bewerber für obige Laufbahnen.
[Anzeige:] Kamp-Lichtspiele Doberan. Eine ganze Woche Dienstag bis einschl. Montag 21.15 Uhr. Mittwoch 15 u. 21.15 Uhr, Donnerstag 15 u. 21.15 Uhr, Sonnabend 15 u. 21.15 Uhr, Sonntag 13 ½, 16 u. 21.15 Uhr, Montag 15 u. 21.15 Uhr.
„Die Neigungsehe!“ / Jugendliche unter 18 Jahren haben keinen Zutritt.



Filmtechnik im Kino „Kamp-Lichtspiele“. Bildquelle (3 Fotos): Buch ROCHOW / HAVEMANN 1993
Adolf Hitler – ,Den jüdisch-bolschewistischen Volksvernichtern und ihren westeuropäischen und amerikanischen Zuhältern gegenüber gilt nur ein Gebot: mit äußerstem Fanatismus und verbissener Standhaftigkeit auch die letzte Kraft einzusetzen, die ein gnädiger Gott den Menschen in schweren Zeiten zur Verteidigung seines Lebens läßt.‘ “17
08.03.1945 – Die Doberaner Nachrichten liefern
u.a. folgende Schlagzeilen auf der Titelseite: „Sowjetische Kräftegruppe bei Lauban eingeschlossen – Starke bolschewistische Angriffe bei Frankfurt und Küstrin scheiterten in Gegenstößen – Durchbruch zum Stettiner Haff verhindert – In Westpreußen feindlich Panzerangriffe nach tiefen Einbrüchen zum Stehen gebracht – Verlustreiche kanadische Angriffe auf Xanten – Rheinberg ging verloren – Straßenkämpfe in Köln – Der Fein im Vorgehen auf die Ahr – Terrorflieger warfen deutsches Lazarettschiff bei Angriff auf Saßnitz in
Brand“ / „Der Deutsche verteidigt jeden Meter Boden – Britisches Eingeständnis“18
09.03.1945 – Todesfall laut Sterbebuch:
„C1. Nr. 106. Bad Doberan, den 15. März 1945. Das Kind Roswitha Brigitte Bombe, wohnhaft in Sensburg/Ostpreußen, Blocksberg 4, ist am 9. März 1945 um 20 Uhr Minuten in Bad Doberan, Kinderklinik, verstorben. (…)Todesursache: Ernährungsstörung.“19 Flüchtling aus Ostpreußen.
Abb. 8: Saal im Kino „Kamp-Lichtspiele“.
17 Ostsee-Bote / Doberaner Nachrichten vom 05.03.1945, Stadtarchiv Bad Doberan, Akte ZF001. 18 Ostsee-Bote / Doberaner Nachrichten vom 08.03.1945, Stadtarchiv Bad Doberan, Akte ZF001. Keine Doberanspezifischen Beiträge. Die Zeitung besteht offensichtlich ressourcenbedingt längst nur noch aus wenigen Seiten.
19 „(…) geboren am 2. Februar 1945 in Braunsberg (Standesamt Köslin Nr. -). Vater: Streckenwärter Johann Bombe, wohnhaft in Sensburg. Mutter: Marta Bombe geborene Sierke, wohnhaft in Sensburg. Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Verwaltung der Universitäts-Kinderklinik Rostock in Bad Doberan. Stadtarchiv Bad Doberan – Sterbebuch Band 21.
Gottesdienste und Andachten im Oktober 2026

Zu den Gottesdiensten und Andachten lädt das Münstergeläut zum Lobe Gottes ein.
Herzliche Einladung zu folgenden Gottesdiensten und Andachten:
Sonntags (außer 04.10.2026)
9.30 Uhr – Evangelischer Gottesdienst (im Münster)
Sonntag 04.10.26 – 11.00 Uhr Familiengottesdienst zu Erntedank (Münster)
Donnerstag 01.10.2026
8.00 Uhr – Mette (Morgenandacht im Münster, gemeinsam mit dem Klosterkonvent))
19.30 Uhr – Abendgebet mit Taizégesängen (Münster)
Weitere Veranstaltungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde – u.a. die Andachten in den Pflegeheimen und in der Rehabilitationsklinik „Moorbad“, Junge Gemeinde, Angebote für Kinder, Musikalische Gruppen, Bibel- und Männerkreis – unter https://www.muenstergemeinde-doberan.de/
Neu: Spenden fürs Münster-Deckengewölbe per Spenden-App


Die „Spenden-App“ ist ein digitales Werkzeug, mit dem Spenden über Smartphone, Tablet oder Computer Online-Spenden eingeworben werden können.
Die Doberaner Kirchengemeinde bietet damit eine unkomplizierte Möglichkeit, die Sanierung der De-ckengewölbe im Doberaner Münster gezielt zu unterstützen. Mit wenigen Klicks können Sie bequem spenden – auch dann, wenn Sie gerade nicht persönlich im Münster sind.
Scannen Sie dazu den hier abgedruckten QR-Code zur Spendenaktion „Deckengewölbe“ oder nutzen Sie den Link
https://spende.app/o/025f4edd-5940-48d9-ae08-c78b78c2eb75 .
Sie werden auf eine geschützte Spendenseite weitergeleitet, auf der der Spendenzweck „Deckengewölbe Doberaner Münster“ bereits voreingestellt ist. Dort tragen Sie Ihren Wunschbetrag ein und wählen eine der angebotenen Zahlungsarten. Ihre Spende wird dem Konto der Kirchengemeinde mit der Zweckbindung „Gewölbesanierung“ gutgeschrieben.
Ihre Spende kommt vollständig der Restaurierung der mittelalterlichen Deckengewölbe zugute und hilft mit, dieses außergewöhnliche Bauwerk für kommende Generationen zu erhalten. Schon kleine Beiträge tragen dazu bei, die umfangreichen Arbeiten zu finanzieren und den Fortgang der Restaurierung zu sichern. Praktisch bedeutet das: Anstelle von Bargeld oder Überweisungsträgern können Spenden schnell und unkompliziert digital gegeben werden. Die Doberaner Kirchengemeinde plant über diese Plattform weitere Spendenaktionen.
Die Plattform „spende.app“ wird EKD-weit (Evangelische Kirche in Deutschland) eingesetzt und ist so angelegt, dass Daten- und Zahlungssicherheit gewährleistet sind.
Wir sind sehr dankbar für jede Spende!
Münsterverwaltung, Martin Heider.
Doberaner Münster täglich zur Besichtigung geöffnet
Öffnungszeiten November-März:
Montag-Freitag: 10:45-15:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 10:45-16:00 Uhr
(keine Besichtigung und Führungen am Karfreitag und Heiligabend)
Öffnungszeiten April - Oktober:
Montag bis Samstag 10:00-17:00 Uhr
Sonntag und Feiertag 11:00-17:00 Uhr
Täglich 11, 13 und 14 Uhr Führungen im Münster (außer Heiligabend)
„Kinder führen Kinder“ – jeden Sonnabend um 11 Uhr (Mai-Oktober)
Adresse
Doberaner Münster
Klosterstraße 2
18209 Bad Doberan
FON: 038203 62716
Spenden Restaurierung
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Doberan Ev.
Kennwort: Restaurierung Münster
IBAN: DE17 5206 0410 8505 0502 00
BIC: GENODEF1EK1
Öffnungszeiten
April-Oktober
Montag bis Samstag 10:00-17:00 Uhr
Sonntag und Feiertag 11:00-17:00 Uhr
November-März
Montag-Freitag: 10:45-15:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 10:45-16:00 Uhr
Änderungen vorbehalten!
Das Münster ist außer Karfreitag und Heiligabend täglich zur Besichtigung geöffnet.
An Sonn- und Feiertagen ist um 9:30 Evangelischer Gottesdienst. Keine Besichtigung und Führung bis ca. 11:00.
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