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Bericht von der Exkursion der Münsterführer auf den Spuren der Zisterzienser nach Hütten


Während der letzten Schulung der Münsterführer, an einem herrlichen Tag machten sich Kustos Martin Heider mit Münsterführern auf den Weg nach Hütten zum Treff am Fischereihof Detlefsen.

Dort empfing uns Frau Sakowski zu einer Wanderung zu den Fischteichen, die im Hütter Wohld um 1260 von den Zisterziensermönchen des Klosters Doberan angelegt wurden.

Frau Sakowski ist als Biologin und nach langjähriger Tätigkeit im Bereich Naturschutz eine ausgewiesene Expertin zur Flora und Fauna im Hütter Wohld. Zudem verfügt sie über ein profundes Wissen zu den geschichtlichen Ereignissen in diesem Gebiet.

Ausgerüstet mit Kescher und weiterem Zubehör sowie Anschauungsmaterial ging es auf die Wanderung. Wir sahen etliche Ringelnattern und einige Rotbauchunken. Frau Sakowski erklärte die Gräserarten, die an den Fischteichen wachsen. Zudem konnte sie als Imkerin uns auch viel zu dem Problemkreis Klimawandel, Insektensterben und Umweltzerstörung vermitteln. Bezeichnend auch, dass es nicht möglich war, ein völlig falsch angelegtes Insektenhotel unbürokratisch zu verändern.

Wir erfuhren auch, dass die Mönche während der Fastenzeiten nicht nur Fische gegessen, sondern auch Biber, Ente, Neunauge und Sumpfschildkröte nicht verschmäht haben. In Hütten gab es eine Glashütte. Genauere Informationen zum genauen Standort und dem Umfang der Glasproduktion sind nicht bekannt. Um 1275 wurden Glasprodukte aus Hütten auf dem Rostocker Markt verkauft. Auch einfaches Fensterglas soll für das Kloster in Doberan erzeugt worden sein (Dissertation Dr. Ralph Wendt 1968).

Zudem gibt es bronzezeitliche Hügelgräber (um 1600 bis 600 v. Chr.) und ein etwa 3500 Jahre altes Großsteingrab. Um 1830 errichtete Hofpächter Tiede in Hütten eine Ziegelei.

Auf Anordnung vom Großherzog Friedrich Franz I. und unter Beteiligung vom Baumeister und Architekten Carl Theodor Severin entstand um 1830 auch ein Jagdschloss, dass 1888 zum Herrenhaus umgebaut wurde. Nach verschiedenen Nutzungen befindet sich das Gebäude ab 1998 im Privatbesitz und wurde umfassend saniert. Im Saal des Hauses finden kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Musikabende statt.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Rostock nach Doberan 1883 wurde der Hütter Wohld auch ein beliebtes Ausflugsziel der Rostocker.

Nach mehr als 3 Stunden endete diese außerordentlich interessante und lebendige Exkursion. Die Zeit war wie im Fluge vergangen.

Text und Fotos: Peter Becker (Münsterführer)

Dieses sehr interessante Führungsangebot ist zudem auch für Gruppen buchbar!

Kontakt Ina Sakowski:

038295/724 669 (AB)

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