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Aus der Historie der Doberaner Tauffünte


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Besichtigen die fertig restaurierte Tauffünte während der Vorstandssitzung des Münsterbauvereins: v.l.: Dieter Rotscheidt (Vereinsmitglied), Andrea Tädcke, Martin Heider, Marianne Guddat sowie Dr. Jürgen Schoof (hinter der Kamera - die vier letztgenannten sind Vorstandsmitglieder. Rainer Hofstädter, ebenfalls im Vorstand, war terminlich verhindert.)

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Tauffünte während der Abnahme der mit Zement gebundenen und gekitteten Bruchstücke und Fehlstellen

Im Rahmen der Restaurierung der Tauffünte wurden einige Daten zur Historie der Fünte im Doberaner Münster ermittelt, aus denen hier einige wesentliche Fakten benannt werden


Die Klosterinsassen mussten nicht getauft werden, denn diese kamen getauft ins Kloster. Ab wann genau Taufen im Münster stattfanden, ist nicht belegt. Die erste überlieferte Tauffünte kam um 1586 ins Münster. Sie wird von Herzog Ulrich und seiner Gemahlin Elisabeth gestiftet worden sein. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt. Vermutlich ist sie in den Zerstörungen und Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg verloren gegangen.

Pastor Eddelin notierte um 1653: „Es ist kein Taufstein, sondern sie setzten auf einen stuehl ein Messings Becken, welches zur Kirche gehörte.“

Es gab dann um 1854 Überlegungen zu einem neuen Taufbecken. Im Jahre 1857 stiftete Großherzog Friedrich Franz II. einen aus bronziertem Zink gefertigten „Taufapparat“.

Über den Verbleib ist nichts bekannt. In den folgenden Jahrzehnten fehlte es an einer würdigen Tauffünte.

Seit dem späten 19. bis in das frühe 20. Jahrhundert wurde eine Zeit lang im Beinhaus getauft. Lange Zeit, so in den 1920er Jahren, bevorzugten es Doberaner Familien, ihre Kinder im eigenen Haus taufen zu lassen.

Seit den 1950er Jahren wurde über eine Neubeschaffung diskutiert. 1962 lag der Entwurf für eine Bronzefünte in der Art der norddeutschen Erztaufen des Mittelalters vor. Theologische Vorbehalte hinsichtlich der vorgesehenen Ikonografie und der frühe Tod der Künstlerin vereitelten das Vorhaben.

1977 kam es schließlich zur Übernahme einer mittelalterlichen Fünte aus St. Georgen zu Wismar auf Leihbasis. Sie wurde mit einem neu gefertigten schmiedeeisernen Einsatz für die Taufschale versehen.

Die Kuppa der Fünte besteht aus Kalkstein von der Insel Gotland und wurde um 1300 gefertigt. Die Fünte besteht aus einer Kuppa, einem Auflagewulst und einem Standfuß.

Der Münsterbauverein hat sich für 2018/19 zur Aufgabe gemacht, die Restaurierung der Fünte komplett zu fördern.


Jürgen Schoof/Martin Heider

(Vorstandsmitglieder Münsterbauverein e.V)

 

 

 

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