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Gerissene Deckengewölbe im 16. Jahrhundert


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Deckengewölbesanierung im Chorraum des Münsters Ende 2022

 

Der schlechte bauliche Zustand des Doberaner Münsters, auch der Deckengewölbe, wird u. a. durch die am 3. Januar 1580 in Bützow erfolgte Beauftragung durch Herzog Ulrich und Herzogin Elisabeth und weitere Familienmitglieder an den „Turmdeckermeister“ Jacob Bucholtz illustriert.

Zur Reparatur waren vorgesehen: die Eindeckung der Kirche (ausgenommen die Seitenschiffe), das Mauerwerk (wozu neue Steine benötigt wurden, die von dem „Turmdeckermeister“ selbst zu schneiden und vom „Ziegeler“ zu brennen waren), Pfeiler im Außenbereich und im Innenraum sowie der gepflasterte unebene Fußboden. Es betraf alles, was am Gebäude „nicht Duchtich gemacht, vnndt manngelhafftich ist, nichts ausgenhommen“.

Zum Schadensbild gehörten gerissene und „zerbrochene“ Gewölbe in der gesamten Kirche: „(...) Die gewolbe so zurissenn, zubrochen vnndt nicht tuchtich seindt, ahnn der gantzen Kirchenn, wiederumb machen Vnndt vorfertigenn, den gewolbe dhe es vonnotten abdonnichen [abzudichten].“

Die Akte belegt zudem die Beauftragung der Weißkalkung der Gewölbe in Anlehnung an den vorherigen (klosterzeitlichen) Zustand: „Vnndt das gantze gewolbe, dha es hiebeuhornn gewittet gewesen, auch wiederumb abweissen (...).“

Die Arbeiten sollten einmalig mit 300 Gulden, zuzüglich der entsprechend aufgelisteten Nahrungsmittel pro Woche und freiem Holz, Kost und Logie, honoriert werden. Diese Geldsumme entspricht weniger als 1/10 des Gesamtaufwandes der auf dem Fürstenbild Herzog Ulrichs genannten Gesamtinvestition von 5.332 Gulden für diese Generalsanierung der Kirche.


Martin Heider

 

 

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